Dinos ohne Mittel weg

  • Hallo zusammen,
    vielleicht hilft dem Einen oder Anderen meine Erfahrung weiter. Ich hatte immer Probleme mit Schmieralgen, sprich Dinos, Fadenalgen, etc., allerdings keine Cyanos. Alle Wasserwerte stimmten. NO3 null PO4 Null.
    Ein bekannter Händler kam vorbei und sah sich das Becken an. Wir haben andere Filter eingebaut, aber das nützte nichts. Sie kamen mal mehr oder weniger. Jeden Tag am Bodengrund rumrühren, war auch nicht gerade lustig. Ich hatte mir schon das PHYCO Ex von Mrutzek besorgt, denn meine Nerven waren strapaziert.
    Eines Tages las ich im Forum ein tHEMA ÜBER co2 im Becken.
    Ich habe 2 Strömungspumpen im Becken, die ich nach oben zur Wasseroberfläche gerichtet hatte, in der Annahme, dass das ein optimaler Austausch zwischen Sauerstoff und CO2 bewirken würde. Falsch gedacht!!!!
    Das ist nämlich genau umgekehrt.
    Ich habe dann die zwei Strömungspumpen nach unten gerichtet und siehe da, die Algen verschwanden in kürzester Zeit. Nun, werden manche denken. Ist doch klar! Was allerdings nicht so klar ist, dass ALLE Profis, die das Becken gesehen haben, diese Thema ausser Acht gelassen hatten. Keiner kam auf die Idee!!!!

    Ich schreibe das deshalb, weil ich Neueinsteigern helfen will, die bzgl. Algen auch nicht mehr weiter wissen.
    Manchmal sind nur ein paar Hangriffe nötig, und es geschehen Zeichen und Wunder.
    Grüße an alle Profis, auch die die es gut mit einem meinen.

    Ciliaris

  • Ich hatte auch monatelang mit Dinos zu kämpfen. Ganz weg sind sie bei mir auch noch nicht, aber im erträglichen Bereich, mal mehr, mal weniger.

    Was bei mir sehr gut geholfen hat, waren die Bio Digest Baktierien Ampullen in Kombination mit Strömungsänderungen. Zudem war ich einfach jeden Tag "lästig" und hab alle aufgewirbelt.

  • Nehm da jetzt zurück: Plage ist wieder voll ausgebrochen.

    Hab jetzt das Becken abgedunkelt (Tag 2), bis auf eine Stunde Blaulicht pro Tag zum Füttern. PhycoEx bestellt und diesmal stelle ich den Abschäumer aus für ein paar Stunden nach dem Dosieren. Wenn ich das nämlich nicht mache kocht der Abschäumer literweise über (30l pro Dosierung Phycoex).

    Wenn man den Abschäumer erst bisschen später einschaltet, dann schäumt er wenigstens auch noch am nächsten Tag was ab, bin ich draufgekommen. Sonst kam bei mir immer nur zwei Stunden lang die 30l weisser Schaum/Wasser und dann nichts mehr. Biodigest hab ich auch wieder bestellt, irgendwie muss ich die Dinos doch todkriegen...

    Was ich zudem getestet habe:
    Ich hab absichtlich eine Bakterienblüte produziert, indem ich Honig ins Becken gegeben habe. Becken drei Tage weiß. Haltet mich jetzt nicht für irre, aber ich dachte, das dies eine Mileuänderung hervorrufen könnte. Mehr Bakterien, weniger Algen.
    Was sich dadurch geändert hat: Weniger Dinos, dafür mehr Goldalgen. Aber die sind glaub ich nicht mehr toxisch.

    Zudem baue ich gerade mein Algenrefugium.

    In diesem Sinne: Auf in den Endkampf :ydevil
    Ein dreiviertel Jahr Dinos sind genug!!

  • Hallo Leona,
    kannst Du weiterberichten, denn mich würde mal interessieren, wie das PHYCO EX eingeschlagen hat. ( auch über mögliche Nebenwirkungen, Cyanos etc.) Ich habe mir auch, bevor ich die Pumpen umgstellt habe, eine Dosis bestellt, die ich aber nicht verwendet habe. Denn sollte das Problem wieder auftauchen, hab ich es ja zu hause.

    LG
    Alfred

  • Hallo Leola,

    folgendes zu Deinem bisherigen Vorgehen von meiner Seite:

    Warum blaues Licht? Dinoflagellaten können das blaue Licht mindestens so gut nutzen wie die Korallen.

    Dinoflagellaten sind fast generell mixotroph, d. h. sie können sich auch von Bakterien ernähren. Viele mixotrophe Flagellaten können sogar ohne Licht als farblose Einzeller nur von Bakterien leben. Die Sache mit der Bakterienblüte musste also nach hinten losgehen.

    Dinoflagellaten kann man nicht ausrotten. Nach Stand meiner Kenntnis können Dinoflagellaten Cysten bilden, die als inaktive Ruhestadien jahrelang im Bodengrund überleben können. Es kommt darauf an, die Verhältnisse so zu verändern, dass die Dinoflagellaten nicht mehr als Plage auftreten indem man Massenvermehrungen verhindert und sich ein Gleichgewicht zu Organismen, die die Dinoflagellaten fressen, einstellt.

    Grüße

    Hans-Werner

    2 Mal editiert, zuletzt von Hans-Werner (15. Januar 2013 um 15:00)

  • Hans-Werner,

    du sprichst mir aus der Seele!

    Es ist der falsche Ansatz, Dinoflagellaten und Cyanobakterien bekämpfen zu wollen, das geht auf Dauer nicht.

    An die Dons und Donnas Quichote: Im Grund genommen ist die Rechnung einfach - je spezialisierter ein Lebewesen ist, desto weniger Energie muss es für die Summe seiner Fähigkeiten aufwenden. Umgekehrt: Allrounder können unter sehr unterschiedlichen Bedingungen existieren, brauchen dafür aber vergleichsweise mehr Energie als Spezialisten und haben denen gegenüber somit einen Konkurrenznachteil.

    Die Schwierigkeit besteht halt immer darin, herauszufinden, welche Ursachen eine gerade stattfindende Massenvermehrung dieser Organismen im Aquarium hat, und dann die richtigen Maßnahmen zu setzen.

    Eine Förderung der substratgebundenen Bakterien mit Bakterienpräparaten kann durchaus sinnvoll sein, aber dann müssen auch die Verhältnisse passen. Das erkennt man oft durch genaue Beobachtung des Milieus und viel Geduld. Alle paar Tage eine andere Maßnahme zu setzen halt ich für kontraproduktiv, genauso Dunkelkuren und andere Geheimrezepte.

    Interessant ist ja, dass die wirklich wirksamen Zusätze kein Gift zu enthalten scheinen, sondern spezifische Nährstoffe für Bakterien und vor allem Kohlenstoffverbindungen.

    Liebe Grüße
    Linda

  • Zitat

    Warum blaues Licht? Dinoflagellaten können das blaue Licht mindestens so gut nutzen wie die Korallen.

    Ich schalts nur kurz ein (1h) damit die Fische munter werden zum Füttern.

    Zitat

    Dinoflagellaten sind fast generell mixotroph, d. h. sie können sich auch von Bakterien ernähren

    Heißt das, dass ich mit den teuren Prodibio BioDigest Bakterienkuturen die Dinos füttern würde? Ich hab mir eingebildet, es wird besser, wenn ich die dosiere. Direkt nach hinten losgegangen ist es ja nicht, mir sind lieber Goldalgen als Dinos. Ich würde gerne die Art genau bestimmen, leider hab ich da mit meinem 20 Jahre altem Mikroskop so meine Probleme.

    An eines hatte ich auch schon gedacht: Das eventuell der Bodengrund schuld ist (Bora Bora Sand). Ich hab die Dinos nur auf dem Sand (Die Furcata mögen sie leider auch). Bodengrund austauschen gegen LiveSand wäre eventuell auch noch eine Idee.

    @ciliaris
    Hab im Frühjahr/Sommer schon Phycoex dosiert. Monatelang... Ich denke, ich hab den Abschäumer falsch eingestellt damals. Vielleicht läufts diesmal besser. Zusammen mit dem fast vollständigem Lichtentzug.
    Leid tun mir nur meine Anemonen, denen geht's ganz dreckig, wenn ich das Phycoex dosiere. Und die Nemos bekommen Panik, weil sich die Lederanemone auf Apfelgröße zusammenzieht. Alle anderen schleimen und ziehen sich ebenfalls zusammen.

    Edit:
    Linda:

    Zitat

    Interessant ist ja, dass die wirklich wirksamen Zusätze kein Gift zu enthalten scheinen, sondern spezifische Nährstoffe für Bakterien und vor allem Kohlenstoffverbindungen.


    Kannst du mir ein Produkt nennen?

    Viele schwören auf die Dunkelkur, probiers jetzt das erste Mal, um den Großteil der Dinos zu killen. Länger als drei Tage würd ich mich aber nicht trauen.

    Einmal editiert, zuletzt von Leola (15. Januar 2013 um 15:58)

  • Hallo Leola,

    ich verwend gelegentlich Microbe Lift Special Blend.

    Damit hab ich gute Erfahrungen gemacht, aber vermutlich wirken andere Bakterienpräparate auf ähnliche Weise.

    Dunkelkuren mögen etwa bei bestimmten Cyanobakterien helfen, aber auch da nur vorübergehend, wenn die Ursache des Ungleichgewichts nicht erkannt und beseitigt wird.

    Meine Überzeugung: In den meisten Riffbecken besteht wegen der starken Oberflächenströmung ein CO2-Mangel, aber gerade diese Kohlenstoffverbindung dürfte am Beginn des Kohlenstoffkreislaufs stehen. Deshalb fördern alternative Kohlenstoffquellen wie Zucker, Alkohole, Baumwolle etc. das Bakterienwachstum. Solche Kohlenstoffverbindungen scheinen auch in den Bakterienpräparaten enthalten zu sein.

    Wie Hans-Werner schreibt ernähren sich Dinoflagellaten u.a. von Bakterien bzw. deren Stoffwechselprodukten. Das macht die Sache spannend, aber nach meiner Erfahrung gehen sowohl Dinoflagellaten als auch Cyanobakterien von allein zurück, wenn man dem System die Möglichkeit gibt, sein Gleichgewicht zu finden. Diesem Konzept widersprechen vorübergehende Radikalmaßnahmen.

    Es braucht halt Geduld. In meinem 12 Liter-Schreibtischnano hab ich mir mit Livesand Dinos eingeschleppt (oder besser: Ihnen passende Bedingungen für die Massenvermehrung geboten), die erst nach eineinhalb Jahren auf eine vernünftige Population zurückgegangen sind. Ganz los wird man sie ja eh nie, und das halt ich auch nicht für notwendig. Im Gegenteil: Solche Organismen zeigen an, wenn was aus dem Ruder läuft.

    Liebe Grüße
    Linda

  • Hallo Leola,

    ich glaube, du kannst es dir sparen den Sand zu tauschen. Meiner Meinung nach bringst du damit noch ein größeres Ungleichgewicht ins Becken und schaffst zusätzlich frische Siedlungsflächen. Ich habe auch Live Sand und nach drei Monaten waren die ersten Beläge zu sehen. Mit stetigem Absaugen beim WW dauerte es fast ein halbes Jahr bis keine mehr zu sehen waren.

    Grüße Andreas

  • Aussitzen ist gut. Die hab ich seit Beckenstart, mal mehr, mal weniger. Warum ich keine Lust mehr habe, das auszusitzen (das versuche ich seit August):

    - Alle Einsiedler, die ich einsiedle, sterben.
    - Korallen werden mit braunem Belag überzogen, vor allem die Furcata.
    - Weichkorallen machen nicht auf. Hab ich jetzt in ein Nano ausgesiedelt.

    Ich geb den PhycoEx nochmal eine Chance, aber das abdunkeln lass ich ab morgen. Vielleicht wirds mit dem Algenrefugium besser.

  • Hallo Leola,

    ich hatte mal Probleme mit Dinoflagellaten durch versuchsweise Verwendung von Leitungswasser am Anfang. Geholfen hat die Umstellung auf UO-Wasser und häufiges Absaugen. Beim Bodengrund würde ich eine Mulmglocke empfehlen.

    Ansonsten solltest Du überlegen, wie Du vor allem die Korallen fördern kannst. Diese sehe ich als Hauptkonkurrenten um Nährstoffe. Wenn Bakterien-Produkte geholfen haben, kannst Du das verstärkt probieren, mir erschließt die Wirkungsweise aber nicht ganz. Eigentlich sollten sie eher kontraproduktiv sein.

    Welche Wasserzusätze verwendest Du? Was fütterst Du in dem Aquarium?

    Bezüglich phycoEx solltest Du mal Michael Mrutzek oder andere Experten fragen. Wenn Du konkurrierende Algen dadurch mehr schädigst als die Dinoflagellaten, ist das auch nicht sinnvoll sondern schafft nur Konkurrenz aus dem Weg und Freiräume für die Dinos.

    Gruß

    Hans-Werner

    P.S.: Noch etwas würde ich probieren: Ersetze mal die blauen Röhren vorübergehend durch weiße. Ich habe den Eindruck, dass gerade blaues Licht die Dinoflagellaten fördert.

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (16. Januar 2013 um 08:39)

  • Ich verwende Osmosewasser.

    Aber das mit dem Blaulicht könnte stimmen.... den wen das Hauptlicht nach der Blaulichtphase einschaltet, ist der Boden schon komplett zu. Aber sobald ich diesen Belag abgesaugt habe (mit Glocke), kommt eigentlich nicht mehr viel nach den restlichen Tag über...

    Sieht aber sehr bescheiden aus ohne Blaulicht :winking_face:

    Zusätze: keine
    Korallenfutter: nein

    Fische: ein Frofu Würfel verteilt über den Tag. Da ich immer sehr wenig NO3 und Po4 habe, wird der seit Weihnachten nicht mehr gespült.

    Nochwas: Ich schaffs nicht den PH ordentlich zu heben. Dafür müsste ich viel zuviel Kalkwasser, also Süßwasser reinschütten. Laut Doierungsanleitung 1 Messlöffel auf 5l Osmose. Um den PH ordentlich hochzubekommen wären das bei mir 10l Kalkwasser pro Tag, soviel verdunstet nicht.

    Produkt: Tropic Marin PRO-CORAL KALK

    Wie macht man das sinnvoller?

    Danke!

  • Hallo Leola,

    spüle mal das Frostfutter lieber wieder. Die Brühe und Feinmaterial dienen sowohl den Bakterien als auch den Dinoflagellaten direkt als heterotrophe Nahrungsquelle. Was Nährstoffe angeht, bringt die Brühe dann auch wenig, da eine florierende "Dinoflagellaten-Zucht" die Nährstoffe gleich wieder aus dem Wasser holt. Also, solange Du dieses Problem hast, das Futter gut gespült und so sauber als möglich anbieten.

    Kalkwasser soll helfen, ich selbst habe es noch nicht ausprobiert. Es ist ausreichend, wenn Du das verdunstete Wasser entsprechend ersetzt. Dein Aquarium ist nicht sehr groß, da sollten ca. 5 l genügen.

    Gruß

    Hans-Werner

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