Anemonen - Nächtliche Plage?

  • Hallo zusammen,

    vielleicht können mir die Anemonen- und Plagespezialisten unter Euch helfen:

    In meinem Riffbecken wächst eine - ich vermute - Anemonenart, die nur nachts - ca. 2 bis 3 Stunden nach Ausschalten der Beleuchtung - zu sehen ist: Dann kommen an der Unterseite der Steine und in den Spalten kleine Anemonen mit einem kurzen Fuss, einer Mundscheibe von max. 1 cm und kurzen dicklichen Tentakeln zum Vorschein.

    Anfangs dachte ich, es wären Glasrosen, aber dafür ist das Aussehen untypisch, außerdem wären Glasrosen ja auch tagsüber zu sehen...Nach einiger Recherche könnte es sich am ehesten um eine Art Dofleinia sp. (siehe Meerwasserlexikon) handeln, die scheinbar nachts auf Planktonfang geht. Bin mir aber nicht sicher.
    Tagsüber keine Spur von diesen Tieren.

    Anfangs waren es nur zwei oder drei Exemplare, aber sie werden immer zahlreicher, über das ganze Riff verteilt. So langsam macht mir die Vermehrungsrate etwas Sorgen..

    Kennt jemand von Euch dieses Phänomen? Soll ich die Anemonen reduzieren? Womit?
    Herzlichen Dank für Eure Hilfe.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Sind die Tentakel an den Spitzen verdickt/kugelig? Hast Du ein Bild davon?
    Bei Hagenbeck hatten wir sowas in den kleinen Becken ("Schatzkammer"). Ich habe mich über die weißen Schwanzenden der Seepferde gewundert, bis ich einmal nachts dort war.... Viele Anemonen, die beachtliche Größen erreichen können (einzelne bestimmt 6-7 cm Mundscheibendurchmesser). Da in über 30 Jahren Substrat aus allen Ecken der Welt verwendet wurde, ließ sich natürlich keine Herkunft feststellen - was die Bestimmung nicht leichter macht. Ich habe aufgrund der geknöpften Tentakel (mit hellen Spitzen, das Tier selber so fleisch- oder lachsfarben) immer an Telmatactis gedacht, konnte das aber auch nie verifizieren.
    Bei kräftiger Fütterung mit lebenden Mysis und viel FroFu scheinen die ein gutes Vermehrungspotential zu haben, obwohl die definitiv keine Zooxanthellen enthalten. Versuche, einzelne kleine Tiere in einem Nanobecken zu halten schlugen regelmäßig fehl, trotz unterschiedlicher Beleuchtungs- und Nährstoffvariationen.

    Grüße vom Deich

    Sven Vogler

  • Hi Corinna,

    such im Forum mal unter Keulenanemone.
    Hab da mal geschrieben, wir haben eine die nur nachts aufgeht, sich bis jetzt aber nicht vermehrt hat.
    Andere Möglichkeit wäre
    http://www.meerwasser-lexikon.de/kategorie/70.html#Corynactis
    Die sind bei uns aber tagsüber auch offen, ebenso wie die
    http://www.meerwasser-lexikon.de/kategorie/48.html#Dofleinia
    Haben wir auch einige.

    Am besten weiter beobachten und Bilder einstellen.

    LG,
    Wolfgang

  • Hallo Sven,

    die Tentakeln sind verhältnismäßig kurz und die Spitzen abgerundet. Die Farbe ist eher grauweiß, Zooxanthellen scheinen die Anemonen nicht zu besitzen, denn sie wachsen ausschließlich an abgeschatteten Stellen - habe heute nochmals genauer geschaut, in den dunklen Ecken unterhalb des Riffs konnte ich nun auch tagsüber einige Exemplare entdecken. Bild habe ich leider keines - versuche aber mal eines zu bekommen. Die Mehrzahl zeigt sich allerdings nur nach Abschalten der Beleuchtung.
    Dass sie sich offensichtlich in meinem Becken so gut vermehren, liegt wohl auch daran, dass im Becken eine sehr große Population von tropischen Mysis existiert, denn extra gefüttert wird nicht. Das einzige was ich nachts gelegentlich ins Becken gebe, ist Phytoplankton.

    Vielleicht handelt es sich ja doch nur um eine Art Glasrosen?? (habe ich auch welche im Becken).
    Grüße Corinna

  • Sorry Leute, aber alles was ich auf Bildern als "Dofleinia" bezeichnet sehe hat spitz ausgezogene Tentakel. Wenn die Tentakelspitzen verdickt sind, muss es etwas anderes sein.
    Anemonen wirklich zu bestimmen ist schwierig. Mit Bildern vergleichen bringt nur bei wenigen gut erkennbaren Arten und/oder geografisch eingeschränkten Regionen vernünftige Erlebnisse. Für alles ander fehlt es mir an Primärliteratur. Und wenn diese vorliegt kommt man ohne Mikroskop und weitergehende taxonomische Kenntnisse nicht weit (sind Acontien vorhanden? Form, Größe und Anzahl der Saugwarzen - so welche da sind. Form, Größe und Menge(nverteilung) der Nesselzellen. Form, Größe und Anzahl der Tentakel....)

  • Hallo zusammen,

    im Gegensatz zu Glasrosen haben die Anemonen einen verhältnismäßig dicken Fuß, eine breite Mundscheibe und kurze Tentakel, Glasrosen sind ja da eher filigraner, aber so richtige Knubbel am Tentakelende wie die von Sven erwähnten Telmatactis sind es auch nicht. Wann und wie diese eingeschleppt wurden, kann ich leider auch nicht mehr nachvollziehen.

    Versuche Fotos zu machen, geht aber erst nächste Woche (Kamera ist in Reparatur ...)

    Grüße Corinna

  • Sieht aus, wie die Anemone, die ich in meinem allerersten Seewasserbecken mit Lebendgestein "eingeschleppt" hatte. Die fraß erstaunlich große Brocken und hat sich rasendschnell um die Beute herum zusammengezogen. Ist aber nicht größer als etwa 15 mm Mundscheibendurchmesser geworden und hat sich auch nie vermehrt....
    Aber konkretere Aussagen wage ich dazu nicht machen. (s.o. :winking_face: )

    Grüße vom Deich!
    Sven Vogler

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!