Hallo erstmal an alle.
Ich bin seit 2003 Meerwasseraquarianer und betreibe seit 2008 im Wartezimmer meiner Praxis ein
500l Becken. Das Becken wurde in dieser Zeit als Fisch/Weichkorallenbecken betrieben, da die Praxis auch mit dem Becken neugebaut wurde und daher nicht genug Zeit (leider) für die Pflege eines Steinkorallenbeckens bestand.
Dementsprechend waren in dieser Zeit die Nitrat/Phospahtwerte entsprechend hoch. In der Weihnachtswoche (natürlich) ist der Kolben der Förderpumpe geplatzt, bemerkt wurde es erst am Tag danach. Die Strömungspumpe im Becken reichte allerdings nicht aus um die Fische am Leben zu halten. Einzig eine Cryptocentrus und 3 Pyjamakardinäle haben es überlebt. Bei den Weichkorallen gab es keine Ausfälle.
Als erste Massnahmen wurde ca 300l Wasser gewechselt, incl. Mulmabsaugung. Danach war der Nitritwert immer noch jenseits von gut und böse (schon nach dem ersten Tropfen an der oberen Nachweisgrenze). Das Problem war, das ich nicht sämtliche Fische bergen konnte, da sie teils im Riffaufbau verkeilt, nicht auffindbar waren und der Aufbau damals verklebt worden war. Ich wechelte nun alle 3 Tage ca 100l, dosierte Bakterien nach und nahm (5 Stunden nach der Bak-Dosierung) einen Ozonisator in Betrieb. So langsam stabilisiert sich das Becken wieder.
Die Salinität (Refraktometer) liegt bei 35.
Ammonium und Nitrit sind inzwischen nicht mehr nachweisbar.
Ich hatte jedoch auch sehr mit dem pH-Wert zu kämpfen (7,4), wahrscheinlich aufgrund der sauerstoffzehrender Zersetzungsprozesse. Die Akalinität lag bei 6. Durch Einsatz von TM Triple Buffer konnte ich die Alkalinität auf 9 anheben, der pH- schwankt momentan zwischen 7,6 morgens und 8,0 abends.
Mit Hilfe von Phosphatadsorbern geht es langsam auch wieder runter (von 0,8 auf 0,4), ich schätze da sind auch noch ein paar Depots im Becken... die Anfangs stark vorhandenen Cyanos gehen zurück, Chaetomorpha wurde eingebracht. Ich habe auch eine starke Strömungspumpe mit Wellensimulation(Vortech)und Batterie eingebaut um vor neuen Unfällen gefeit zu sein.
Seltsamerweise habe ich, obwohl ich nie irgendwas dosiert habe, ein krasses Ca/Mg ungleichgewicht im Becken: aktuell Mg 940, Ca 560. Bei den Wasserwechseln wurde Tropic Marin ProReef verwendet. Ich dachte zunächst das es eine Ionenverschiebung aufgrund der niedrigen Alkalinität sei, dach hat sich seit der Erhöhung nichts daran geändert. Ich habe auf anraten meines Händlers Magnesium von Grotech dosiert, nach inzwischen der halben Dose ist der Wert grade mal von 920 auf 940 angestiegen, ohne jedoch Ca zu verändern. Ich habe im Becken normal viele Kalkrotalgen, sowie zwei inzwischen ca 50 cm hohe Mangroven, kann es sein das die so stark Magnesium zehren?
Was irgendwie auch nicht vorwärts geht ist der Nitratabbau. Ich habe immernoch einen Wert von 70. Der Abschäumer hat anfangs stark geschäumt, inzwischen fällt nicht mehr viel an. Ich habe Ozon und UV aus um den Bakterien, welche ich immer noch dosiere eine bessere Etablierungschance zu geben, aber der Werte geht seit ca 2 Wochen nicht wirklich runter.
Ich habe nun vor noch ein paar Kilo frisches LS einzubringen um die Mikrofauna, welche auch stark gelitten hat wieder etwas anzukurbeln (keine Asterinas, Gammarus, Copepoden zu sehen).
Was kann ich noch tun?
Danke schonmal für Eure Ratschläge.
