Todesserie durch Aluminium??

  • Hallo, alle zusammen!
    Ich mußte ja Ende August eine undichte Stelle meiner Rückwand, durch die damals zwei Seepferdchen hinter die selbstgebastelte Rückwand gesaugt wurden, kurzfristig ( weil direkt vor´m Urlaub ) abdichten. Da es mit dem Orca partout nicht klappen wollte habe ich eine Aluminium-Leiste aus dem Baumarkt genommen, die ich noch rumliegen hatte genommen und damit die Rückwand verkeilt. War somit dicht, bzw. der Schlitz so schmal, dass nur noch neugeborene Pferde in Gefahr waren. Nun sind in den letzten Wochen vier Pferde derselben Art in dem Becken eingegangen, immer sehr schnell und meistens ohne vorherige Symptome. Die verbliebenen Tiere einer anderen Art zeigten hin und wieder erschwerte Atmung, die sich aber ohne weiteres zutun wieder zurückbildete. Größere WW ( 50%) brachten keine Verbesserung. Kann es nun an der Aluleiste liegen, bzw. gibt es Daten über die Auswirkungen von Aluminium in MW-Becken?? Ich bin kurz davor, das Becken trocken zu legen und die Rückwand neu zu verkleben. Aber vor so einem arbeitsintensiven Schritt ( Pferde auslagern, neue Einfahrphase usw. ) wollte ich gerne Eure Meinung hören, ob es vom Alu überhaupt kommen kann.

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
    Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
    In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

    Beste Grüße

    Stefan

  • Hallo Stephan,

    Aluminium ist zwar grundsätzlich giftig, bei den üblichen pH-Werten im Meerwasser aber so gut wie nicht löslich! Bei meinem Technikbecken kommt das Wasser schon seit Jahren mit Alu-Profilen aus dem Baumarkt in Berührung ohne dass es je Probleme gab. An der Alu-Leiste in Deinem Becken wird es sicher nicht liegen.

    Gruß

    Bernd

  • Zitat

    Original von Hans-WernerDu solltest mal auf Deinen alten Thread gehen, dort wurde das schon diskutiert.

    Jo, das war der entscheidende Hinweis. Den Tröt hatte ich nach dem Urlaub ganz vergessen. Mein Problem mit dem Orca war ja, dass das Zeug im Becken an keiner Oberfläche haftete, sonder einfach "runtertropfte", bzw. an meinen Händen schöne, schwarze Muster ergab. Also, wenn ich die Leiste jetzt herausnehme, welche Möglichkeit gibt es, die Rückwand auf 70 cm Höhe so zu befestigen, dass an der Seitenwand kein Sog mehr hinter die Wand entstehen kann? Anbei noch einmal ein Bild der Rückwandkonstruktion während der Bauphase.

    Bilder

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
    Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
    In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

    Beste Grüße

    Stefan

  • Zitat

    Original von Sven R.Kannst ja Korallenkleber nehmen.

    Manchmal sind die einfachsten Ideen die besten :thup :thup :thup

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
    Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
    In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

    Beste Grüße

    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von muschelschubser (7. November 2010 um 13:29)

  • Hallo Stefan,

    ich habe jetzt auch in Deinem alten Thread nachgelesen. Dort steht zu Aluminiumprofilen zwar manches, aber auch viel Spekulationen. Die handelsüblichen Aluartikel aus dem Baumarkt bestehen aus Legierungen, in denen geringe Anteile an Mg und/oder Si enthalten sind. Kupfer ist normalerweise nur in Legierungen enthalten, bei denen man eine Wärmeleitfähigkeit erzielen möchte. Grundsätzlich entsteht auf den Aluleisten durch natürliche Oxidation Aluminiumoxid, welches an der grauen Oberflächenfarbe erkennbar ist. Dieses isoliert äußerst zuverlässig. Die im alten Thread geäußerten Befürchtungen, dass z.B. Kupfer gelöst wird, halte ich für unrealistisch. Aber selbst wenn dies so wäre, so stellt sich immer die Frage der Menge. Da ist in vielen Spuris tatsächlich Kupfer in größeren Dosierungen enthalten. Selbst wenn dies der Fall wäre, würden aber Deine Fische keinesfalls daran sterben. Da liegt mit Sicherheit eine andere Ursache vor!
    Und nochmals: Bei mir kommt das Wasser seit zig Jahren mit mehreren Aluteilen in Berührung. Alle SPS etc. stehen sehr gut da. Ich verwende auch nie Aktivkohle, die Spuren von Cu usw. aus dem Wasser holen könnten. Also kein Grund zur Panik.

    Gruß

    Bernd

  • Ps.: Ich verwende zum Kleben Polymerkleber, z.B. "Kleben und Dichten" (farblos) von Hornbach. Dieser bindet auch chemisch unbedenklich ab und haftet besser als Korallenkleber, sogar auf feuchtem Untergrund.

    Einmal editiert, zuletzt von Koberstaedt (7. November 2010 um 14:09)

  • Ergänzung:

    Aluminium bildet im Gegensatz zu Eisen unter normalen Bedingungen eine dichte Oxidschicht an der Oberfläche so das es zu keiner weiteren Oxidation kommt.
    ABER: Da sich im Salzwasser Chloridionen befinden, kommt es durch diese zu einem "abplatzen" dieser dichten Oxidschicht, so dass es zu einer weiteren Oxidation kommen kann. Ein Beispiel hierfür ist auch das "blühen" von Alufelgen, wenn diese beschädigt sind.
    Cu als Hauptlegierungselement findet man unter der Legierungsbezeichnung 2xxx. Diese Bauteile sind im Regelfall lackiert oder eloxiert, da sie für eine Aluminium Legierung besonders Korrosionsempfindlich sind.
    Gängige Starngpressprofile besten aus Al-Mg-Si Legierungen 6xxx oder 5xxx (Al-Mg).

    Gruß Benjamin

  • Ola :winking_face:

    Moni ist ja manchmal skeptisch… und hat schon zweimal selbst erlebt, dass Alufolie über eine Wurstplatte sich auflöste und auf die Wurst/Schinken tropfte! Ganz so unbedenklich ist Alu denn doch nicht, wenn man auch mal hier schaut: http://de.wikipedia.org/wiki/Aluminium (dort ist erläutert, "Diese passivierende Oxidschicht macht reines Aluminium bei pH-Werten von 4-9 sehr korrosionsbeständig") und http://de.wikipedia.org/wiki/Alufolie#…he_Lebensmittel .

    Unter http://www.lebensmittel.org/lmmit297/alu.htm wird einmal dargestellt, in welchen Lebensmitteln etwa wieviel Aluminium enthalten ist. Logisch, als dritthäufigstes Element unseres Planeten ist es fast überall drin enthalten. Gesunde Menschen können überflüssiges Aluminium problemlos wieder ausscheiden. Für Fische, nehme ich an, wird das ebenso gelten.

    Ob es auch bei Wirbellosen (bei uns vornehmlich Krabben, hier wohl vornehmlich Korallen, evtl. Schnecken, Garnelen etc.) genauso ist, ist wohl unbekannt? Bei Kupfer z.B. sind die Wirkungen wohl dokumentiert: Für Wirbeltiere inkl. Fischen relativ ungefährlich, darum in vielen Medikamenten, Pestiziden etc. enthalten, weil es wirbellosenschädlich ist. Für die Wirbellosen, deren Blut Hämocaynin enthält (die meisten Schnecken, Arthopoden) ist es schon im Millionstel-Gramm-Bereich schnell tödlich.

    So einfach ist die Beantwortung der Frage also doch nicht?

  • Hallo Stefan,

    über die allgemeine Giftigkeit von Aluminium lässt sich schwer eine Pauschalaussage machen.
    So findest du hier http://www.springerlink.com/content/v456l6…h7/fulltext.pdf z.B. die Aussage,
    dass Aluminium für Austernlarven ungiftig ist, während hier http://www.springerlink.com/content/pq205t…t5/fulltext.pdf
    nachgewiesen wird, dass Aluminium sehr giftig für Borstenwürmer ist.

    Für Fische finden sich aber immer nur Giftigkeitshinweise im Zusammenhang mit sehr saurem oder sehr basischem
    Süßwasser. Du kannst daher davon ausgehen, dass Aluminium nicht die Ursache deines Problems ist.

    Gruß Armin

  • Das Aluminium wird es wohl auch nicht sein, sondern viel mehr Verunreinigungen in der Legierung, grade für solche Anwendungen wie Baumarkt Artikel wird die Reinheit der Legierung wohl nicht sehr hoch sein, daher wird es sicher möglich sein, dass sich giftige Substanzen aus der Legierung lösen. Ob das nun zum Fischsterben führt sei mal dahin gestellt, möglich ist es aber und daher würde ich es ausschließen und entfernen.

    Einmal editiert, zuletzt von Sven R. (8. November 2010 um 23:44)

  • Da es sich bei gewalzten oder stanggepressten Profilen um hightech Produkte handelt, ist die Legierungstoleranz egal wo du sie kauft vergleichbar.
    Die allg.Hauptlegierungselemente sind Si, Mg, Zn, Cu, Mn,
    Elemente wie Na, K, H werden aus der Schmelze mittels Einblasen von Ar, Cl oder N2 entfernt.
    Eisen und Silizium kann aus Aluminium nur sehr schwer entfernt werden, so dass hier mit Elektrolysealuminium verdünnt wird.
    Schwermetalle spielen ebenso wie S, oder P keine Rolle.

  • Zitat

    Original von Moguai
    Die allg.Hauptlegierungselemente sind ..., Zn, Cu, Mn,
    Eisen und Silizium kann aus Aluminium nur sehr schwer entfernt werden, so dass hier mit Elektrolysealuminium verdünnt wird.
    Schwermetalle spielen ebenso wie S, oder P keine Rolle.

    Das kapier ich jetzt nicht ganz, da für mich widersprüchlich. Zn, Cu, Mn und Fe sind Schwermetalle, spielen die jetzt eine Rolle oder ist gemeint, andere Schwermetalle spielen keine Rolle?

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hi,

    stimmt mein Fehler, laut def. ist jedes Metall das "schwerer" ist als Titan ein Schwermetall. Mit anderen Schwermetallen meinte ich Quecksilber, Blei, Cadmium etc., sozusagen die klassischen "bösen Buben". Diese sind äußerst selten in Al- Leg.

    Gruß Benjamin

  • Nun wird die Diskussion wieder hoch speziell, aber auch spekulativ und verliert sich in vielerlei Meinungen. Die Kernfrage wurde mehrfach beantwortet, nämlich dass das Aluminiumteil nicht ursächlich für das Fischsterben sein dürfte.

  • Zitat

    Original von Koberstaedt nämlich dass das Aluminiumteil nicht ursächlich für das Fischsterben sein dürfte.

    Das war für das wichtigste und ich danke allen, die sich an dieser Diskussion beteiligt haben. Bevor es nun wirklich zu speziell wird sollten wird vielleicht Schluss machen??

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
    Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
    In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

    Beste Grüße

    Stefan

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