Moin Daniela,
mit hü meint Reiner die Überfallhöhe. Stell Dir vor, das Wasser steht genau bis zur Kante des Kamms, es fießt aber noch kein Wasser über den Kamm in der Schacht. Das Wasser steht also genau an unteren Beginn der Zahnlücken des Kamms. Jetzt schmeißt Du im TB eine 100l-Pumpe an, die Wasser ins Becken pumpt. Jetzt wird Wasser in den Schacht fließen, nämlich genau so viel, wie die Pumpe ins Becken pumpt (stationäre Verhältnisse). Nun sind 100l recht wenig. Das Wasser wird also mit Leichtigkeit durch die Zahnlücken fließen. Die Wasserstndserhöhung ist nur minimal, also hü (die Differenz zwischen Beginn Zahnlücke zu Wasserstand beim pumpen) klein.
Jetzt tauscht Du die Pumpe. 10.000 Liter kann die neue. Nun wird es schon interessanter, denn Du siehst, dass hü größer wird. Der Wasserstand im Becken steigt an, weil das Wasser jetzt "mehr Zahnlücke" braucht. Schließlich muss das Wasser irgendwo hin und es kann nur über den Schacht abfließen. Die Zahnlücken lassen aber nicht beliebig viel Wasser durch.
Um das Bild und die Vorstellung von hü vollständig zu machen, packst Du nun beispielhaft eine 100kLiter-Pumpe ins TB. hü wird nun wahrscheinlich höher liegen, als der Kamm hoch ist. Das Wasser fließt zwar auch durch die Zähne, das genügt aber nicht. Das Wasser wird also über den gesamten Kamm stürzen, wobei die Oberkante der Zähne sogar unter dem Wasserstand ist.
Du siehst also, hü ist abhängig von der Stärke der Pumpe und der möglichen Wassermenge, die durch den Kamm kommt (Breite der Zahnlücken).
Die zweite Frage:
Beispiel wie oben, aber nun gucken wir dabei auch ins TB. Da steht jetzt die Pumpe drin. Diese Pumpe hat einen Ansaugstutzen. Da wir meist Eintauchpumpen benutzen, muss der Ansaugstutzen unter dem Wasserspiegel sein, damit die Pumpe pumpt. Jetzt stell' die Pumpe an. Pumpe brummt los und drückt Wasser in das Rücklaufrohr. Was wird nun fast unmittelbar passieren, weil das Wasser im TB nur gerade über dem Ansaugstutzen stand? Genau, die Pumpe wird Luft saugen, weil noch nichts im Becken angekommen ist. Die Pumpe muss erstmal das Rohr füllen. Nun kippst Du Wasser hinterher ... bis endlich Wasser im Becken ankommt.
Jetzt kommt endlich hü ins Spiel! Du musst nämlich so lange Wasser ins TB nachkippen, bis so viel Wasser durch die Zähne fließt, wie die Pumpe pumpen kann. Sonst hast Du immer den Effekt, dass die Pumpe nicht nur Wasser, sondern auch Luft pumpt. So, das hast Du nun gemacht und Du wirst feststellen, dass das immer noch nicht ganz reicht, weil die Pumpe durch einen Strudel immer noch Luft ansaugen wird. Also kippst Du ein paar Liter hinterher und - der minimale Wasserstand im TB ist erreicht!
Jetzt stell' mal gedanklich die Pumpe wieder ab. Was wird passieren? Der Wasserstand im TB wird steigen. Um wieviel? Genau die Menge, die Du nachkippen musstest, nachdem Du die im Beispiel Pumpe zum ersten Mal angeschaltet hast. Da kommt also das Wasser aus dem Rücklaufrohr an und außerdem hü! (Warum denke ich bloß immer an Ponyhof!?) Jetzt kannst Du berechnen, wie groß das TB mindestens sein muss, denn Du willst, dass es das gesamte Wasser auffangen kann. Im anderen Fall hättest Du bei Stromausfall ein nasses Wohnzimmer.
Alle Klarheiten beseitigt? ![]()
Grüße, Ben
