Kann Salz Nitrat abgeben?

  • Hallo

    ich hatte oder habe es noch ein problem mit meinem Salzwasser.Der Nitratwert ist über nacht gestiegen von 25 mg auf weit über 100 mg.Getestet wurde mit Tetra tröpchentest und ich hab das auch gegenmessen lassen.
    Leider haben das die beiden Muscheln und LPS nicht überlebt.

    Zur zeit habe ich einen Nitratfilter dran der auch denn wert langsam wieder sengt. Letzte woche war ich dann nach 2 1/2 Wochen wieder auf 50 mg runter da ich denn Filter langsam laufen lassen habe um es nicht zu plötzlich zu machen.
    Ich mache auch jede Woche ein Wasserwechsel von 10 % .Bisher habe ich das Salz von Tetra und Aqua Medic benutzt.

    Vor 3 Wochen meinte mein Händler ich solle mal sein Salz testen das er selber nach seinen anweisungen mischen läßt.
    Das habe ich dann auch gemacht und 3 tage danach stieg der Nitratwert so hoch an. Habe dann wieder die letzten beiden male wieder das von Aqau medic benutz und der Nitrat viel auf 50 mg mit Nitratfilter.
    Habe dann vorgestern wieder das Salz vom Händler benutzt und heute ist der Nitrat wieder auf 100 mg.

    Die anderen wert sind Ok:
    Nitrit nich nachweisbar
    phophat fast nicht nachweisbar
    amoniak nicht nachweisbar
    PH liegt bei 8,5
    Kh liegt bei 14
    Calzium bei 500

    Jetzt meine Frage : Kann es wirklich das Salz sein??????
    Mitlerweile kenn ich noch 3 leute die sowas beobachtet haben bei sich im becken ( nur nicht so heftig) die alle das Salz nutzen?

    was meint ihr dazu?

    Mfg Torsten

  • hallo
    mess doch einfach mal das frisch angesetze Wasser, falls du es noch nicht gemacht hast.
    Dann weisst du ja ob wirklich Nitrat drin ist oder nicht.
    Was anderes wüsste ich nicht, da müssen sich hier die Chemieprofis mal zu melden.

    mfg

  • Hallo

    das frisch angesetzte Salzwasser hab ich schon auf Nitrat geteste da war der Nitrattest bei 0 mg . Nach 3 std hab ich nochmal gemessen im eimer und war immer noch bei 0 mg.

    Mfg Torsten

  • Hallo,
    könnte es nicht eine Fehler am Nitratfilter sein ? Was genau verwendest du denn als Nitratfilter ?
    Wenn das frisch angesetzte Salzwasser kein Nitrat und keine Vorstufe vom Nitrat enthält also Amonium oder Nitrit, wüsste ich nicht , wie da der Zusammenhang direkt bestehen soll.

    Würde deswegen eher auf den Nitratfilter tippen, der vielleicht Nitrat produziert.

  • Hallo Thomas,

    das mit dem Nitrat aus dem Nitratfilter funktioniert so nicht, was aber möglich ist, ist, dass der Nitratfilter Nitrit produziert und das lässt, zumindest bei unserem Test, die Anzeige hochgehen. Torsten würde ich deshalb raten, erstmal Nitrit zu messen. Wenn der Test nennenswerte Mengen an Nitrit anzeigt, hat die Denitrifikation nicht mehr richtig geklappt und der Nitratfilter hat das Nitrat teilweise nur noch bis zum Nitrit reduziert und das lässt den Nitrattest "spinnen".

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,
    ist es richtig, das bei einem Nitrattest das Nitrat erst in Nitrit umgewandelt wird und eigentlich der Nitritwert angezeigt wird ?
    Würde das dann bedeuten, dass man kein Nitrat messen kann, solange noch Nitrit im Wasser ist ? Oder kann man den Nitritwert vom Nitratwert subtrahieren und hat dann den richtigen Nitratwert ?

    2 Mal editiert, zuletzt von Thomas Labuske (8. Oktober 2010 um 18:11)

  • Hallo zusammen

    der Nitratfilter ist von Dupla und ist erst dazwischen geschaltet worden nach dem der Nitart hoch ging.
    Nitrit habe ich auch gemessen und ist nicht nachweisbar im Becken sowie in dem Wasser was aus dem Filter kommt.

    Was ich auch komisch finde ist das das Salz warm wird im Eimer wenn ich es auf einmal in den Eimer geben und nicht drüber streue.

    Ich habe jetzt am Donnerstag Wasser gewechselt mit Reef Cystel Salz und den Nitrat wert war heute wieder bei 50 mg . Aus dem Filter kommt Nitratfreies Wasser.

    Mfg

  • Hallo Torsten,

    dass eine Salzmischung derartige Nitratmengen enthält ist äußerst unwahrscheinlich. Außerdem hast du diese
    Möglichkeit mit deiner Messung auch ausgeschlossen. Auch die allerletzte Möglichkeit, dass das Salz mit organischem Material
    verunreinigt ist, würde ich ausschließen, da der Anstieg so schnell ging.

    Die Nitritmöglichkeit hast du ebenfalls durch deine Messung ausgeschlossen. Dann bleibt eigentlich nur noch,
    dass sich irgendetwas (Futter, Tier...) in deinem Becken zersetzt hat.

    Thomas: Jeder Nitrattest misst eigentlich Nitrit. Das ist aber nur in der Einfahrphase ein theoretisches Problem,
    aber da ist eine Nitratmessung sowieso nicht sinnvoll. In einem eingefahrenen Aquarium ist das Verhältnis
    Nitrat:Nitrit so groß, dass der Messfehler völlig vernachlässigbar ist.

    Gruß Armin

  • Hallo zusammen,

    und sorry, Armin, aber dieses Verhältnis geht so nicht auf.
    Ich weiß nicht, wie es bei anderen Tests ist aber bei unserem Test wird für die Nitratmessung nur ein geringer Bruchteil des Nitrates zu Nitrit reduziert.

    0,5 mg/l Nitrit erzeugen bereits eine ähnliche Färbung wie 50 mg/l Nitrat. Noch dazu wird diese Färbung beim Nitrit mit nur der halben Menge der Reagenzien A und C erreicht gegenüber dem Nitrattest.

    Ich würde vermuten, dass auch bei anderen Nitrattest nur ein Bruchteil des Nitrates für die Nitratmessung reduziert wird, so dass durchaus eine abweichende Anzeige durch Nitrit im Wasser zustande kommen kann.

    Außerdem ist es nicht ganz so, dass Nitrit nur in der Einfahrphase eines Aquariums auftreten kann sondern auch, wie oben schon angemerkt, durch unvollständige Denitrifikation, also vorzugsweise bei schlecht eingestelltem Nitratfilter. Da ein solcher aber nicht vorhanden war, bleibt der Nitratanstieg etwas rätselhaft. Ich gehe nicht davon aus, dass sich in einem synthetischen Meersalz derart große Mengen von Aminosäuren oder anderen organischen Stickstoffverbindungen finden.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo,
    also würde das bedeuten, um Nitrat zu messen, muss man auch Nitrit messen und dann folgende Rechnung aufstellen:

    Nitrat=Nitrat - 10 x Nitrit

    Oder ?

    Einmal editiert, zuletzt von Thomas Labuske (11. Oktober 2010 um 12:51)

  • Hallo Thomas,

    genau habe ich das noch nicht ausprobiert, wie gesagt, es wird beim Nitrat-Test die doppelte Menge an Reagenzien genommen gegenüber dem Nitrit-Test mit unserem Test. Es könnte bei anderen Herstellern auch ein unterschiedlicher Anteil des Nitrates reduziert werden.

    Aus den Angaben oben würde sich ein Verhältnis von 100 : 1 (nicht 10 : 1!) ergeben, aber, wie gesagt, ich denke, das wird wegen der unterschiedlichen Reagenzienmengen noch weiter auseinander liegen, vielleicht bei 140 : 1. Das müsste ich erst genau mit Standards ermitteln, bevor man exakte Rechnungen anstellen kann.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Armin

    ich habe nix im becken gefunden was vegammelt und komischer weise haben es noch 3 andere die das salz benutzten dieses nitrat problem.

    Ich habe jetzt ja anderes salz benutzt und keine ansteigen mehr ihm becken sondern ein fallen des nitratwertes.lag vorhin bei 50 mg.

    mfg Torsten

  • Hallo Hans-Werner,

    wenn euer Test wirklich ein Verhältnis von 100:1 oder noch mehr hat, dann hat er noch erhebliches Optimierungspotential :smiling_face:
    Außerdem wäre es dann sinnvoll, in der Bedienungsanleitung anzugeben, dass vor jeder Nitratmessung unbedingt
    eine Nitritmessung durchgeführt werden muss. Und einen Wert anzugeben, der (nitritabhängig) vom Nitratwert
    abgezogen wird.

    Nitratmessung ist wirklich eine knifflige Sache.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    ich zitiere mal aus unserer Test-Gebrauchsanleitung:

    "Die genauesten Ergebnisse bei der Nitrat-Messung werden in Becken ohne Nitrit erzielt. Nitrit-Konzentrationen von mehr als 0,05 mg/l beeinflussen die Nitrat-Messung, so dass vor der Durchführung der Nitrat-Messung auch die Nitrit-Konzentration überprüft werden sollte.
    Nitrit-Werte über 0,05 mg/l kommen vor allem in Becken in der Einfahrphase oder in Becken mit Nitratfiltern, die das Nitrat nicht vollständig zu N[t]2[/t]O oder N[t]2[/t] reduzieren vor."

    Hausaufgaben also schon gemacht! :smiling_face:

    Man muss deswegen nicht vor jeder Nitrat-Messung Nitrit messen. Wenn man sich sicher ist, dass kein Nitrit vorhanden ist und die Anzeige plausibel ist, gibt es keinen Grund, ständig die Abwesenheit von Nitrit neu zu kontrollieren.

    Das mit dem Optimierungs-Potenzial erscheint Dir wahrscheinlich so, weil ja sowohl die im Aquarium häufiger vorkommenden Nitrat-Werte als auch die Nitrit-Werte in einem farblich unterscheidbaren Bereich liegen müssen. Man könnte sicher das Reduktionsmittel konzentrierter anbieten, dann würde sich aber der ablesbare Bereich nach unten zu den niedrigen Werten hin verschieben, wobei man über eine Halbierung des Höchstwertes sicher nachdenken könnte.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,
    Nitrit stört in jeder Konzentration. Aber auch Eisen und Chlorid. In welche Richtung jetzt Schwermetalle (Spurenelemente) den Test ausschlagen lassen, weiß ich noch nicht.

    Nitrit und Eisen sorgen für einen Mehrbefund, Chlorid für einen Minderbefund.

    Ich habe bis jetzt ca. 250 Kundenproben untersucht und bis auf extrem wenige Ausnahmen hatten alle Nitrit > 0,01 mg/l im Wasser (und auch Eisen).

    Dieses theoretische Modell der nitritfreien Meerwaserbecken finde ich daher sehr praxisfremd.

    Da aber alles in unterschiedlichen Konzentrationen vorliegt, ist es sehr schwer, einen meerwassertauglichen Nitrattest zu entwickeln. Und wenn, wird er nicht unbedingt kundenfreundlich.

    Ich habe in den letzten 18 Monaten fünf mal versucht, einen solchen Test zu entwickeln und bin jedes mal gescheitert. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich den Bereich unter 10 mg/l besonders gut auflösen möchte.

    Warum ich gescheitert bin, ist mir erst bei den Analysen von Kundenproben mit der Ionenchromatographie aufgefallen.

    Die Chloridgehalte schwanken zwischen 16000 - 23000 mg/l. Da konnte dann auch nichts gescheites herauskommen.

    Sollte ich es doch noch schaffen, wird man bei mir auf jeden Fall vorher Nitrit bestimmen müssen.

    Armin hat da schon recht, dass es eine wirklich knifflige Angelegenheit ist.

    Du hast aber auch recht mit Deinen Werten von > 0,05.

    Aber woher soll das der Test wissen, ob das Becken in der Einfahrphase ist oder einen Nitratfilter enhält?
    Das muss man diesem schon beibringen.....


    Grüße,
    Peter

  • Hallo Peter,

    es reicht doch, wenn der Anwender weiß, ob das Becken in der Einfahrphase ist oder einen Nitratfilter aufweißt. Dann ist die Messung von Nitrit auf jeden Fall angeraten.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,
    es waren aber auch Becken dabei, die länger gestanden haben, teilweise über 10 Jahre.
    Da sollte man doch meinen, wie Du es ja sagst, dass NO2 nicht nachweisbar ist und die Stickstoffkette einwandfrei funktioniert.
    Aber die Analytik spricht leider ein anderes Wort und Aquarianer "fummeln" gerne im und am Becken rum.
    Leider sind wir noch nicht so weit, dass in allen Meerwasserbecken weltweit konstante Verhältnisse herrschen.
    Sonst wäre das mit diesem kleinen verfluchten unsympathischen Molekül einfacher.
    Grüße,
    Peter

    Schwerpunkte: Instrumentelle Analytik, Entwicklung analytischer Methoden und Adsober

    http://www.filtergranulat.de

    Einmal editiert, zuletzt von filtergranulat (12. Oktober 2010 um 17:40)

  • Hallo Peter,

    wir sagen ja nicht, dass man nicht auch in unverdächtigen Becken mal testen sollte. Also ruhig erst mal den Nitrit-Test durchführen.

    Das erübrigt sich natürlich bei den Becken, wo der angezeigte Nitratgehalt gegen 0 geht, da sollte man eher den Test mit dem Standard machen.

    Aber das führt jetzt vom eigentlichen Thema weg, denn scheinbar stimmt mit einem Salz etwas nicht.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von filtergranulat
    Es musste aber mal geschrieben werden.

    Naja, Peter,

    dass Du die Ionenchromatographie gebraucht hast, um drauf zu kommen, dass Meerwasser eine Menge Chlorid enthält, hättes Du vielleicht besser für Dich behalten, das gehört doch irgendwie zu den Grundlagen :grinning_squinting_face: ;).

    Gruß

    Hans-Werner

    P. S.: Kannst Du z. B. in Armins Buch auf S. 25 nachlesen!

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (13. Oktober 2010 um 10:38)

  • Lieber Hans-Werner (finde Deine Kommentare immer ganz lustig),
    sicherlich ist es mir nicht entgangen, dass in unserem Meerwasser jede Menge Kochsalz enthalten ist, was den Preis eines z.B. 25kg-Eimer exorbitant nach oben treibt :grinning_squinting_face: :loudly_crying_face:

    Aber es ist ja noch sehr früh am Tag und Biologen sind ja nicht ganz so aufgeweckte Kerlchen wie Kemiker :ylol
    Bis eure interne Biologie in Wallung gerät dauert es eben etwas. Da ist der Akku vom Chemiker schon fast wieder leer :smiling_face:

    Ein Biologe fehlinterpretiert gerne diesen Sachverhalt, Ein instrumenteller Analytiker aus dem Kohlenpott denkt dann eben: Och, wat is dat denn? Dat is ja echt komisch :winking_face_with_tongue:
    Unterschiedliche Kochsalzgehalte ergeben unterschiedliche Nitratwerte im Endergebnis.

    Alleine dafür hat sich schon die IC gelohnt. Du musst das nur berücksichtigen und "fertich is die Laube" (aber nur 1/4). Die anderen Bausteine sind dann ein mysteriöses Kunstwerk :grinning_squinting_face:

    Also in diesem Sinne,
    Hossa

    Schwerpunkte: Instrumentelle Analytik, Entwicklung analytischer Methoden und Adsober

    http://www.filtergranulat.de

    Einmal editiert, zuletzt von filtergranulat (13. Oktober 2010 um 12:09)

  • Zitat

    Original von filtergranulat
    Aber es ist ja noch sehr früh am Tag und Biologen sind ja nicht ganz so aufgeweckte Kerlchen wie Kemiker :ylol
    Bis eure interne Biologie in Wallung gerät dauert es eben etwas.

    Oooch, Peter,

    jetzt bin ich aber enttäuscht. :loudly_crying_face: Ich habe mir immer eingebildet, um halb acht auf das Fahrrad steigen und erst mal für 10 km eine halbe Stunde lang richtig losstrampeln hilft, gerade jetzt bei der morgendlichen Frische. Mist, hat doch wieder nichts genutzt! :angry_face:

    Gruß

    Hans-Werner

  • Geschätzter Hans-Werner,
    eindeutig hast Du dann Dein Pulver schon verschossen. Fahr mal nur 113,84 Meter und es wird Dir ab 12 Uhr besser gehen. :wink

    Und nun BTT und nicht wieder einen Kommentar anfügen :grinning_squinting_face:

    Grüße,
    Peter

    Schwerpunkte: Instrumentelle Analytik, Entwicklung analytischer Methoden und Adsober

    http://www.filtergranulat.de

    2 Mal editiert, zuletzt von filtergranulat (13. Oktober 2010 um 12:47)

  • Nööö, Peter,

    ich will das letzte Wort haben! :aetsch:
    Die Neurobiologie sagt, ohne körperliche Bewegung tut sich auch geistig nix, also bleib ruhig bei Deinen 113,84 Metern! :ylol

    Gruß

    Hans-Werner

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