Wechselwasser recycling

  • Hallo @ all,

    als ich mich vergangenes WE mit einem Kolegen über die geplante zukünftige Seepferdchenhaltung unterhalten habe und ihm erzählte, dass ich zukünftig mind. 80% Wasserwechsel alle 10 Tage machen möchte meinte er ich müsste das Wechselwasser aufbereiten um es neu zu verwenden.
    Zunächst meinte ich nur dass das nicht ginge, oder viel zu aufwändig oder teuer wäre, aber irgendwie verfolgt mich die Idde nun doch, denn bei 250 l wäre das eine wirklich große Sparmaßnahme, die aber auf keinen Fall den Tieren schaden soll.

    Als Besatz kämen Korallen wegen der minimierten Spurenelemente natürlich nicht mehr in Frage, aber für Hippos und Algen sollte es reichen.

    Die Idee ist, das Wasser mittels Wodkafilter oder anderem, von Nitrat zu befreien und das Phosphat mit Adsorbern zu binden. Da die Wasserwechel aber in erster Linie die Keimbelstung reduzieren sollen, müsste das Wasser am Ende pasteurisiert werden.
    Dazu könnte im Sommer sogar ein selbstgebauter Solarkollektor mit Kunststoffleitungen dienen.
    Der Strom um im Winter 200 l für 4 h auf 70 °C zu erwärmen würde auch nur 2,5 € kosten, deutlich weniger als neues Salz und Frischwasser.
    Ich denke die gesamte Aufbereitung würde 4-5 € /200 l kosten.

    Sicherheitshalber würde ich aber zumindest jeweils 20% des Wassers gegen Neues ersetzten.

    Irgendwie hätte ich da trotzdem ein ungutes Gefühl, übersehe ich etwas?
    Wurde das schon einmal getestet?

    Würde mich über eure Ideen oder Erfahrungen sehr freuen.

    Keine Angst, wenn es irgendwelche Zweifel gibt werde ich das komplett unterlassen, aber wenigstens fragen muss ich jetzt einfach.

    Gruß
    Benjamin

  • Hallo Benjamin,

    das einfachste Recycling für ein kleines Aquarium ist, es in einen Kreislauf mit einem großen Aquarium zu schalten.
    Wenn er dir primär um die Keimbelastung geht, dann ist allerdings ein UV-Entkeimer die einfachste Lösung.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    ein größeres Becken im Kreislauf müsste aber schon sehr groß sein um die Belastung abzufangen.

    Ich kenne einige Quellen die schreiben, dass trotz UV- Anlage die Zahl der Gasblasenkrankheitsfälle u.a nur geringfügig zurück ging. Anscheinend ist der Weg mit sehr großen WW der einizige bekannte Weg diese Krankheiten langfristig zu verhindern. Wenn das Wasser dann aber ausreichend gereinigt ist und pasteurisiert, dann könnte es theoretisch wiederverwendet werden.

    Gruß
    Benjamin

  • Hi Benjamin,
    habe mich auch schon geistig mit dem Recycling beschäftigt.
    Die Nährstoffentfernung mittels Algen sollte kein Problem darstellen. Schon eher die Spuri Verarmung.
    Was die Filterung mittels UV angeht, wenn man sich die Angaben von Klaus Jansen ansieht über die Lebensdauer der Leuchtmittel, stellt sich mir die Frage ob diese von ihren Benutzern auch so oft wie die Hauptbeleuchtung getauscht werden.
    Wenn nicht, bringen sie auch nichts.

    LG,
    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    die Spurenelemente stufe ich für Seepferdchen nicht so wichtig ein, und bei 20% frisches Wasser das mit verschnitten wird, kann es kaum zur totalen Verarmung kommen.

    Soweit ich weiß, wird Glas mit der Zeit ebenfalls undurchlässig für UV Strahlen, daher müsste man alle paar Monate eine komplette neue UV Anlage kaufen, da sind große WW die deutlich günstigere und sicherere Methode.

    Soweit ich das bis jetzt beurteilen kann, werde ich es wohl testen und bei möglichen Anzeichen von Problemen kann jederzeit auf normal angesetztes Wasser zurückgegriffen werden, aber testen sollte man das wohl. Es sei denn es meldet sich doch noch jemand der das erfolglos so getestet hat.

    Gruß
    Benjamin

  • Hallo Benjamin!

    Woher hast Du die Info dass die UV Durchlässigkeit das Quarzglas, dieses wird ja verwendet, abbaut.

  • Hallo Reinhard,

    das weiß ich leider nicht mehr genau, war eine mündliche Mitteilung (kein Hersteller). Da ich es aber nicht genau weiß, habe ich geschrieben: " Soweit ich weiß...".
    Aber auch wenn dem nicht so ist, so müssen die Leuchtmittel alle paar Monate getauscht werden.

    Letztendlich interessiert mich aber ob es mit dem pasteurisiertem Wasser langfristig möglich ist Fische zu pflegen.

    Gruß
    Benjamin

  • Hallo Benjamin,

    glaub den Quatsch mit dem Glas in der UV-Anlage nicht. Das Einzige was passieren kann ist, dass sich Beläge auf
    dem Glas bilden (z:B Kalk). Dann muss man es alle paar Monate putzen. Das kommt aber selten vor.

    Ich habe mich nochmal mit unseren Seepferdchen-Spezialisten im Vivarium zusammengesetzt. In den Schaubecken
    wird 10% Wasser pro Woche gewechselt, in dem Zuchtbecken etwa 100%. Das kommt daher, dass 2 mal am Tag
    Futterreste abgesaugt werden, da geht einiges an Wasser mit. Das könntest du aber theoretisch filtern oder z.B.
    in einem Algenbecken reinigen. In der Zucht wird UV eingesetzt, nicht wegen Bakterien, sondern weil sich sonst
    Polypen bilden, die die Jungen töten können.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    ja das mit dem Glas habe ich schon als Unsinn abgetan, sorry für die Fehlinformation :yrf

    Danke für den Erfahrungsbericht aus dem Vivarium. Das sind sehr intereassante Daten und ich werde sie sicherlich mit in die Überlegungen einbeziehen :thup

    Gruß
    Benjamin

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