Turbelarien - Bekämpfung

  • Hallo,

    leider habe ich mib Bechen sowohl die roten als auch grün-gelbe Turbelarien. Es ist ein nano, also ist die Bekämpfung mit Fischen recht schwierig. Im Moment vermehren sich die Viecher leider sehr.
    Aber mir schwebt eh eine Vergrößerung vor und so hatte ich folgendes überlegt:

    Wenn das neue Becken steht werde ich alle Korallen und Weiche von den Planarien im Süßwasserbad befreien. Aber ich habe auch schönes LS, welches ich im neuen Becken weiter verwenden wollte. So habe ich hier, wie ich finde 2 Möglichkeiten:
    Ich behandle im alten Becken mit Concurat, anschließend spüle ich die Steine in frischem Salzwasser aus und dann gehts ins neue becken, oder ich verzichte auf Chemie und lege die Steine in Süßwasser und dann gehts ins größere Becken.
    Ich will mir in das neue Becken keine Plagegeister einschleppen, da ich aber schon Tiere habe, die irgendwo hin müssen, wollte ich die Einfahrphase im neuen Becken so schonend wie möglich gestalten.

    Was glaub Ihr, hat das Süßwasserbad bei den Steinen überhaupt eine Chance auf Erfolg?

    lg
    Evie

  • Hallo Evie,

    vorweg: Ich bin keine richtige Meerwasserexpertin, meine Antwort entspricht deshalb auch nur ganz persönlichen Erfahrungen mit so genannten Plagegeistern in kleinen Aquarien und ist nicht qualifiziert in dem Sinn als ich eine gesicherte Begründung für die Entwicklung hätte.

    Tatsache ist, dass ich in allen meinen Brack- und Seewasseraquarien (12 bis 112 Liter) Turbellarien habe und sich die anfangs zum Teil explosionsartig vermehrt haben. Es sind die von der rotbraunen Sorte. Mittlererweile sind sie in einem Becken nahezu völlig verschwunden, in den anderen sind die Populationen auf ein Maß zurückgegangen, das ich als sehr angenehm - als Zeichen eines Gleichgewichts mit einer Vielfalt an Organismen - empfinde.

    Möglicherweise haben in dem einen Becken die Putzergarnelen mit dem Verschwinden zu tun, ansonsten glaub ich, dass den Strudelwürmern einfach die Nahrungsgrundlage für die Massenvermehrung fehlt, nachdem die Kieselalgen infolge der Etablierung höherer Algen zurückgezogen haben. Und das, obwohl ich nicht mit Osmosewasser arbeite, sondern mit dem aus der Leitung. (Zugegeben: Das enthält bei mir nur wenig Silikat.)

    Ich bin ganz grundsätzlich keine Freundin von radikalen Maßnahmen und hab mit dieser Einstellung bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht. Plagegeister gehen oft von selber zurück, wenn das Nahrungsangebot weniger wird, oder es finden sich Fressfeinde, die die Anzahl in Grenzen halten.

    Lediglich für Hydroidmedusen habe ich noch nichts Entsprechendes gefunden, die saug ich einmal pro Woche ab. Das ist aber auch schon die radikalste Maßnahme. Gift oder auch nur eine Süßwasserbehandlung von Lebendgestein scheint potenziell mehr Schaden anzurichten als ich mir von der gewünschten positiven Wirkung versprech.

    Zum Abschluß die Frage, die sicher ganz wesentlich ist: Wie lang steht denn dein Strudelwurm-Aquarium schon?

    Liebe Grüße
    Linda

  • Hi Linda,

    zuerst zu Deiner Frage. Das nano steht seit Anfang Februar. Ja es ist noch nicht lange. Und hätte ich von Anfang an das richtige Becken genommen, wären die Turbelarien-Gedanken sicherlich nicht mit einem Radikalneubau verbunden.

    Mein größter Fehler ist das Glasbecken selbst. Es ist eins von diesen mit abgerundeten Kanten, wo die Frontscheibe und Seitenscheiben aus einem Teil bestehen. Das sieht nur am Anfang schön aus. Aber das zu reinigen ist eine echte Sauerei, zumal die Scheibe an sich nicht eben zu sein scheint, so dass zB ein Algenmagnet da auch trübe Inseln hinterlassen kann. Man will ja schließlich was im Becken sehen. Die runden Ecken sind echt sch... Vielleicht für Süßwasser was...

    Dann sind die Maße etwas ungünstig, so dass ich kaum Tiefenwirkung habe. Das sind die primären Gründe für ein Beckenwechsel.

    Die Turbelarienbeseitigung wäre da nur ein netter Nebeneffekt, den ich gern mitnehmen würde. Auch könnte ich in einem größeren Becken eie oder andere Fischart pflegen, was jetzt eigentlich mit 40L so gar nicht geht (von einigen Grundeln ausgenommen, die mir aber nicht zusagen)

    Naja, wie auch immer: die Hauptfrage ist ob Süßwasser die Turbelarien aus dem LS gänzlich verschwinden lässt, aber sich die Bakterien ansonsten leicht und schnell wieder erholen.

    Und das Aufkommen von den Viechern ist insofern schon merkwürdig, als dass ich einen nicht nachweisbaren Silikatwert im Wechselwasser und auch im Becken selbst habe.

    lg
    Evie

  • Hi Evie,

    ich glaub, dass es nicht notwendigerweise eines hohen Silikatwerts bedarf, es reicht, wenn's ein bissl ist. Außerdem geh ich davon aus, dass der Verbrauch der Kieselagen den Silikatwert senkt. Aber wie gesagt: Ich hab nichts getan, und das Turbellarien-'Problem' hat sich trotzdem in Wohlgefallen aufgelöst. Es dauert halt ein bissl, bis sich das Gleichgewicht einstellt.

    Wie du komm ich von der Süßwasserecke, und da geht das alles doch etwas rascher. Die wechselweisen Abhängigkeiten sind nach meinem Dafürhalten im Salzigen komplexer.

    Wie schon erwähnt hab ich in einem meiner Aquarien zwei Lysmata boggessi, die haben sich als wenig anspruchsvoll erwiesen und putzen wirklich alles weg. Nicht nur Glasrosen (dafür hatte ich sie eingesetzt), sondern alles Kleinzeug, dessen sie habhaft werden können. Mir ist das manchmal direkt schon ein bissl zuviel. Aber wenn du ohnehin vergrößern willst (nach deinem Bericht versteh ich das vollkommen), sind sie vielleicht ein heißer Tipp. An Korallen gehen sie - glaub ich - ja nicht.

    Vielleicht kommen eh noch andere Posts zu dem Thema, ich mein jedenfalls, dass die Turbellarien kein Grund sind, sich allzu große Sorgen zu machen.

    Liebe Grüße
    Linda

  • Hallo Evi.,

    obwohl ich sonst mit chemischen Präparaten sehr zurückhaltend bin, hilft nach meiner Erfahrung tatsächlich nur Concurat L nachhaltig. Alles andere hatte bei mir nie dauerhaften Erfolg. Gottseidank hat C. auch in höherer Dosierung bei mir nie!!! Nebenwirkungen gezeigt (auch nicht auf SPS, Muscheln etc.). Ich würde den gesamten Bestand im alten Becken!- notfalls mehrmals - behandeln bis alle Planarien völlig verschwunden sind und dann in kürzen Abständen einige Teilwasserwechsel vornehmen. Das größere Becken würde ich dann erst besetzen, wenn alles frei von Planarien ist.


    Gruß

    Bernd

  • hi,

    so wie bernd sagt und nicht zu schwach dosieren.

    bei uns gab es auf der alten farm eine resistenz gegen das mittel. trotzt 2 tüten auf 150 liter
    waren die ergebnisse nur noch mässig.

  • Hallo,

    ich habs getan. Gestern habe ich mir Concurat L besorgt und heute erstmal viel Wechselwasser vorbereitet (natürlich silikatfrei) dann habe ich das Mittel wie folgt dosiert: 7,5g auf 1000 L=> 0,75g auf 100L. Da mein Becken ja noch kleiner ist habe ich erstmal 0,7g des Mittels auf 10ml Aqua dest aufgefüllt. Das bedeutet, dass in jedem ml der Lösung Wirkstoff für 10L Aquarienwasser ist. Da ich meine beiden Becken zusammengerechnet habe und die geschätzte Menge an Steinen subtrahiert. Heraus kam 35L Wasservolumen. Also habe ich von meiner Lösung 3,5ml hinzudosiert.

    Auf jeden Fall hatte ich mindestens 3 Tubelarienarten im Becken:
    -> die Roten - davon sind wohl alle großen Exemplare weg (tot und abgesaugt) aber winzige sind noch da und krabbeln rum.
    -> die grün/gelben die zeigten Anzeichen von Unwohlsein, aber richtig zu Boden fallen hab ich keine gesehen. Alle sichtbaren abgesaugt. jetzt sehe ich ebenfalls nur kleine herumkriechen

    -> und welche die ganz aktiv Artemien gefangen haben!!! Sie saßen auf meiner geliebten Alveopora und bedrängten sie so sehr, dass sie sich nur halb öffnete. Diese zeigten auch Anzeichen von Unwohlsein, machten aber keine Anstalten von der Alveopora zu fallen. Beim Absaugen habe ich wohl die Alveopora geärgert, denn sie zog sich ganz zusammen. Da konnte ich sehen, dass diese Mistvieher sich in das Skelett mit zurückzogen. Deshalb vielen sie ja nachts nicht ab. Da sich dort nicht wirklich Wirkung abzeichnette, habe ich die Alveopora im Süßwasserbad zusätzlich geschwenkt. Über 20 Mistviecher sind dabei abgefallen. Jetzt ist sie beleidigt, aber ich hoffe morgen schon dankbar für die Behandlung.

    Ich habe das Mittel ca 15 min einwirken lassen und danach alles sichtbare abgesaugt und mind. 20L Wasser dabei Etapenweise gewechselt. Aktivkohle und Abschäumer laufen.

    Sterben die restlichen, die jetzt wieder die Scheibe hochkriechen an den Folgeschäden, oder sind es die die überlebt haben? Es kriechen nur sehr kleine rum.

    Andere Tiere:
    Gammarus wurden etwas träger, haben sich aber erstaunlich schnell erholt und wuseln wieder rum. 2 sehr schöne Würmer (schwarz-weiß gestreift ohne Füsse aber mit einem Mundwerkzeug wie ein Kranz) sind hervorgekrochen und bewegen sich langsamer als sonst. Ich hoffe, ihnen hats nicht geschadet.

    Enis und meine Blinde-Passagier-Krabbe haben das ganze wohl gut überstanden, soweit sich das heute sagen lässt.

  • Hallo,

    trotz einer doppelten Behandlung an zwei aufeinander folgenden Tagen mit der einfachen und dann der doppelten Dosis leben immer noch einige Tubelarien. Vorwiegend die roten, aber auch ein paar grün-gelbe habe ich gesichtet.

    Alle anderen Tiere sind soweit ich beurteilen kann OK.

    Weiß jemand, ob die Tubelarien noch an Spätfolgen sterben werden? oder nicht?

    lg
    Evie

  • Hallo Evie,

    nach meiner Erfahrung wirst Du mit den "Spätfolgen" kein Glück haben. Ich habe auch mehrmals und mit höherer Dosierung sowie längerer "Verweilzeit" behandeln müssen. Dann waren aber auch alle und für immer weg und Schäden gabe es trotzdem nicht.

    Gruß
    Bernd

  • Hi Bernd,

    sowas ähnliches habe ich auch schon in anderen Foren gelesen. Deshalb habe ich gestern abend noch eine Megadosis reingetan und 2 Stunden gewartet. Als Indikator habe ich die grünen Planarien genommen, die scheinbar unbeirrt an den Scheiben krochen. Nach 2 Stunden waren die dann auch abgefallen (es handelte sich um sehr kleine Exemplare) Danach habe ich einen großen Wasserwechel durchgeführt und zusätzlich über Kohle gefiltert.

    Heute sehe ich nur noch ganz vereinzelt ganz kleine rote Planarien und alles andere Krabbelzeugs. Gegen das andere Krabbelzeugs hab ich ja nix :grinning_squinting_face: Ich könnte mir vorstellen, dass die kleinen aus irgendeinem Grund immun gegen das Mittel sind, was auf die großen der gleichen Art nicht zutrifft. Das könnte doch sein, dass das mit ihrer Entwicklung zusammenhängt. Vielleicht gibt es da Phasen und das könnte der Grund sein, warum das Mittel bei den größeren sofort wirkt und bei den kleineren eben nicht.

    Ich hab noch ein Ablegernano mit einem schönen Globulus. Da sind leider die Mistviecher noch drinn, weil ich nicht behandelt habe. Packt der Globulus die Behandlung?

  • Hallo Evi,

    ich glaube Du hast zu kurze Zeit behandelt. Habe noch einmal meine alten Aufzeichnungen durchgesehen. Die ersten zwei Behandlungen von jeweils 2 Std. Dauer hatten auch nur teilweisen Erfolg. Nach einer Woche hatte ich Concurat dann 14 Std.!!! wirken lassen, ehe ich es mit Aktivkohle ausfilterte. Dann waren alle weg. Nach einere Woche hatte ich zur Sicherheit die ganze Prozedur nochmals wiederholt. Seit dem gottseidank niemals mehr Planarien.

    Gruß und viel Erfolg

    Bernd

    Ps. Meinem Diademseeigel hat die Behandlung nichts ausgemacht. Dürfte bei dem Globulus auch so sein.

    Einmal editiert, zuletzt von Koberstaedt (15. Mai 2010 um 20:54)

  • Huhu Bernd,

    Danke für die Infos. Dann werde ich es auch so machen. Ich hoffe, ich krieg sie alle :grinning_squinting_face:

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