Wunde (?) an Antennarius maculatus

  • Hallo Zusammen,

    seit zwei Wochen macht mir mein Antennarius maculatus Sorgen.
    Er 'schwimmt' auffällig unruhig im Becken hin und her, atmet verstärkt und 'hängt' öfter als sonst seitlich bzw. kopfüber.

    Vor ein paar Tage habe ich die vermeintliche Ursache entdeckt: einen großen weißen Fleck an der hinteren Seite.
    Der Fleck ist eher eine Beule, also erhaben und die Haut löst sich dort ab.

    Haltet ihr das eher für eine äußerliche Verletzung oder für eine Art Geschwür, das durchgebrochen ist?
    Mein erster Gedanke war Verbrennung am Heizstab, ist aber so gut wie unmöglich...da kommt er definitiv nicht ran.
    Macht es Sinn, mit irgendetwas zu behandeln? Was würde die Wundheilung beschleunigen? Rausfangen und separat behandeln wäre kein Problem.


    Viele Grüße,
    Sabine

  • Hallo Sabine,

    wie Du weißt, halte ich auch einen A. maculatus. Den habe ich vor ca. 2 Jahren stark verletzt übernommen. Er hatte damals mehrere offene Wunden am Körper und war mehr oder weniger ein Todeskandidat. Ich habe ihn über mehrere Monate wieder gesund pflegen können und heute lebt er ohne sichtbare Narben bei mir in einem Artenbecken.

    Nun aber zu deinem Patienten: Man sieht sehr gut, wie sich die obersten Hautschichten bereits als "Borke" abgelöst bzw. separiert haben. Darunter wird sich vermutlich ein entzündlicher Prozess in der Haut befinden. Inwieweit dieser Prozess in die Tiefe geht bzw. ob die Entzündung von innnen oder von außen angefangen hat, kann ich leider nicht sagen. Bei mir im Becken hängt auch ein Jäger-Regelheizer, an dem sich der Antennarius öfter festklemmt bzw. aufhält. Das macht er auch dann, wenn die Kontroll-Leuchte des Heizers leuchtet, er also in Betrieb ist und heizt. Eine Verletzung der Haut (Verbrennung) bzw. auch nur ein Unwohlsein oder Meiden des Heizers konnte ich bei meinem Fisch bisher nicht beobachten.

    Was kann man tun ? Nun kann man einen Antennarius relativ leicht fangen und festhalten. Ich würde versuchen mit einem Q-Tip die losen Hautborken von der Oberfläche vorsichtig zu entfernen und dann mit einem zweiten Q-Tip Beta-Isodona-Lösung auf die Haut aufzutragen. Das geht am besten zu zweit, einer hält den Fisch und der zweite führt die Behandlungen durch - armer Done. Dabei aber nur so viel Beta-Isodona auftragen, dass nicht zu viel an dem Fisch herunterläuft und später mit ins Becken zurück kommt. Noch eine kleine Warnung: Antennarius können bei der Behandlung außerhalb vom Wasser eine große Kraft entwickeln und sich plötzlich ohne Avorankündigung sehr heftig bewegen. Die Umgebung und man selbst ist dann mit der braunen Jod-Brühe "dekoriert". Dieses Betupfen der entzündeten Haut würde ich täglich / mind. alle 2 Tage wiederholen. Man muss aufpassen, dass die Jodlösung nicht direkt an die Kiemen gelangt. Hinter den Brustflossen liegen die kleinen, runden und sehr unscheinbaren Kiemenöffnungen.

    Evtl. kann man, wenn sich die abgestorbene Hautoberfläche abgelöst hat, etwas besser beurteilen, ob die Entzündung von innen oder außen kommt.

    Alternativ/ Parallel: Wenn man ihn in Quarantäne halten kann, dann hat sich bei mir die Zugabe von sera Baktopur-Tabletten (max. Dosis) bewährt. Das Wasser verfärbt sich dadurch gelblich und in diesem Wasser läst man ihn mehrere Tage bis Wochen.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Zitat

    Original von Torsten Sause
    Das geht am besten zu zweit, einer hält den Fisch und der zweite führt die Behandlungen durch - armer Done.

    Wohl eher armer Sir John,...

    Sorry fürs OT, aber den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen,... :grinning_squinting_face:

  • Hallo Torsten,

    alles klar - danke für die Behandlungshinweise. Ich werde das so machen und berichten.

    Heizer schließe ich auch aus - da kommt er einfach nicht ran. Ich wüsste im Becken nichts, wo er sich so eine Verletzung zugezogen haben könnte. :frowning_face:


    Martin:
    Du kannst die Behandlung ja dann nächstes Wochenende selbst übernehmen :winking_face:


    Viele Grüße,
    Sabine

    Hobby zum Beruf gemacht - daher keine Privatbecken mehr :smiling_face:
    http://www.seaspirits.de
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    Nur was Menschen kennen, können sie lieben.
    Nur was Menschen lieben, werden sie schützen.

  • Zitat

    Original von Sabine Sax
    Martin:
    Du kannst die Behandlung ja dann nächstes Wochenende selbst übernehmen :winking_face:


    HUCH, ich muss mich sogar wegdrehen, wenn ich mit unseren Kaninchen zum Zähnekürzen muss,... :winking_face_with_tongue:

  • Hallo Zusammen,

    leider ist der Angler heute früh gestorben. :frowning_face:

    Ich glaube inzwischen nicht mehr, dass es ich nur um eine äußerliche Verletzung gehandelt hat. Rein äußerlich schien die Wunde abzuheilen. Da muss noch etwas anderes eine Rolle gespielt haben.

    Aber als ich das Tier heute genauer angeschaut habe, ist mir aufgefallen, dass auch der After völlig entzündet/gerötet war. Das war am Samstag noch nicht so.
    Auch konnte er sich in den letzten Tagen nicht mehr aufrecht halten, sondern ist immer mit dem Kopf vornüber gekippt. Ich bilde mir auch ein, dass er dicker war als sonst.

    Etwas über ein Jahr durfte ich dieses tolle Tier pflegen. :frowning_face:

    Viele Grüße,
    Sabine

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  • Hallo Sabine,

    Du hast mein Mitgefühl.

    Eine Frage hätte ich noch zu dem Bild. Auf der Haut des Anglers sind verteilt weiße Stellen, wie schlecht verteiltes Puder, zu sehen. Ist das normal oder ist das ein Hinweis auf eine großflächige Infektion?

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    ich habe mir einige frühere Bilder vergrößert und angeschaut. Die weißen Stellen waren schon immer da und sind bei Vergrößerung an jeder Stelle des Fisches zu finden. - Gehören wohl zur typischen gefleckten Färbung und Hautbeschaffenheit des Tieres.


    Viele Grüße,
    Sabine

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  • Hallo Sabine,

    das tut mir sehr leid. Anglerfische haben eine gewisse "Persönlichkeit" und man entwickelt zu ihnen meistens eine besondere Beziehung.

    Aufgrund deiner Beschreibung ist davon auszugehen, dass sich im Darm bereits ein schwerwiegender Entzündungsherd gebildet hatte. Die oberflächig auf dem Bild sichtbare Hautnekrose, die Du mit Beta-Isodona behandelt hast, war damit bereits ein Durchbruch von innen nach außen. Wechselwarme Tiere überleben auch mit schwerwiegenden Infektionen häufig deutlich länger als dies Säugetiere könnten. Daher entdeckt man derartige Erkrankungen leider meistens sehr spät. Eine erfolgversprechende Therapie gibt es für solche Erkrankungen nicht.

    Schade um ihn - :frowning_face:


    @Hans-Werner,

    Anglerfische haben über den ganzen Körper zur Tarnung merkwürdige Hautflecken und teilweise auch lappige Anhängsel verteilt, die eine Diagnose bei einer echten Erkrankung etwas erschweren. Diese "veränderte" Haut ist bei ihnen, so wie Sabine es beschrieben hat, aber völlig normal.

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  • Hallo Torsten,

    Zitat

    Anglerfische haben eine gewisse "Persönlichkeit" und man entwickelt zu ihnen meistens eine besondere Beziehung.


    Stimmt. Wenn ich jetzt am leeren Becken vorbei gehe und gewohnheitsmäßig reinschau, kämpf ich durchaus mit der ein oder anderen Träne.


    Zitat

    Die oberflächig auf dem Bild sichtbare Hautnekrose, die Du mit Beta-Isodona behandelt hast, war damit bereits ein Durchbruch von innen nach außen.


    Das kann ich inzwischen bestätigen. Ich habe mir das tote Tier jetzt genauer angeschaut. Man konnte die obere weiße 'Hautplatte' leicht abheben - darunter war alles entzündet und 'nach innen' offen. :frowning_face:


    Viele Grüße,
    Sabine

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  • Hallo Sabine, hallo Thorsten,

    vielen Dank für die Antworten. Ich dachte mir das zwar schon, wollte aber Eure Bestätigung.

    Grüße

    Hans-Werner

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