Sandfilter

  • Hi,
    ich wollte mal fragen ob Sandfilter (wie im Schwimmbad/ in Pools) in der Meerwasseraquaristik Sinn machen.
    Ich habe zwar bereits Google und Co. bemüht bin jedoch immer wieder bei Teichanlagen für z.B. Kois gelandet.
    Die einzigen Infos in Richtung Meerwasseraquaristik, die ich gefunden habe, ist das diese Sandfilter teilweise in Großaquarien eingesetzt werden und das diese Filter angeblich auch Plankton rausholen (natürlich nicht so wünschenswert).
    Daher die Frage an was ihr über die Verwendung wisst.

    Mfg
    Timo

  • Moin,
    mit deiner Idee bist du ein bischen spät dran, ca 50 Jahre. Sand-(schnell)-filter wurden damals in der Aquaristik tatsächlich benutzt, auch in der Seewasseraquaritik. Man war stolz wenn man Glasrosen halten konnte! Das Filtervolumen des Sandkörpers lag bei > 3% des Beckenvolumens, also recht gross. Wenn du darüber nix im Internet findest, liegt es wohl daran, dass der letzte Sandfilter bei der Einführung des Internets schon abgeschaltet war. Fossa & Nilson (Korallenriffaquarium Bd1 1995) erwähnen diesen Filtertyp nicht mehr.
    Sandfilter in der Bädertechnik sollen Trübstoffe zurückhalten. Ähnlich werden sie wohl in Grossbecken für grosse Fische eingesetzt.

    Was Freitaucher da als Bodenfilter erwähnt, ist etwas anderes, weil es ein Innenfilter ohne Wartung-(smöglichtkeit) ist. Die Bodenfilter waren länger "in", haben sich aber nie durchgesetzt, weil sie weder "saugend" noch "angeblasen" richtig funktionierten. Eingesetzt wurden sie in Deutschland fast imho nur im Süsswasser, bis auf dieses Beispiel http://www.korallenriff.de/artikel/516_De…rchfluter_.html . Da der Author des Artikels uns den Erfolg verschweigt, kann man davon ausgehen, dass der Erfolg nicht stattfand.
    In USA werden Bodenfilter (engl. Undergravel_filters) anscheinend immernoch eingesetzt. Bodenfiltermatten sind auf der deutschen Eheimseite nicht mehr erwähnt, aber in USA wohl noch zu bekommen ( http://www.marinedepot.com/filters_eheim_undergravel-ap.html ).
    Wenn du des Englischen mächtig bist google mal; recht lustig diese Amis.
    Jaubert legte den Antrieb des Bodenfilters still und kam so zu seiner (erfolgreichen?) Methode.
    Bitte beachte, dass die Jaubert-Methode meist unvollständig beschrieben ist. Wichtige Angaben wie maximaler Überbauungsgrad von 25%, viel Licht und keine grabende Tiere hält nicht jeder Author für wichtig, Jaubert aber für existenziell. Dafür hat ein Author das Schwefelsufid entdeckt :wink ( http://www.korallenriff.de/artikel/479_Fi…ert_System.html ) . Der fällige Nobel-Preis wird wohl dann zusammen mit dem Pulitzer-Preis übergeben. :ylol

    schönen Tag noch

  • Hi,
    danke für die Antworten soweit. Die Bodenfilter sind mir bekannt, die Frage war auch nur rein theoretisch weil mich das mal interessiert hat ich habe nicht vor diese einzusetzen (die Zwecke im Schwimmbad usw. sind mir bekannt)
    Welche Gründe waren dafür eigentlich genau verantwortlich das die Sandfilter sich nicht durchsetzten, mal von der Größe abgesehen?

    Mfg
    Timo

  • Hi,

    also Hamkempke hat ja alles bereits bestens erklärt.

    Verwendung finden sie heute nicht mehr weil:

    - das benötige Volumen zu groß
    - schnell verstopfen
    - dadurch die Bilologie nicht richtig funktionert
    - daurch der Filter instabil wird
    - sie nicht gespült werden können (keine Rückspülung bei Bodenfiltern im Aqua möglich)
    - das Plankton komplett herausgefiltert wird.
    - es wesentlich efektivere Filtermöglichkeiten gibt

    Gruß Micha

  • Hallo Timo,
    es gibt auch gut laufende Riffbecken mit Sandfilter, allerdings sind die, die ich kenne alles öffentliche Schauaquarien mit deutlich über 10.000 L Inhalt. In solch großen Systemen ist eine Schwebstoffkontrolle extrem wichtig, schon kleinste Verunreinigungen lassen das Wasser sehr schnell trübe wirken. Im normalen Wohnzimmerbecken würden solche Trübungen einfach nicht auffallen, da man einfach nicht mehrere Meter tief in ein Aquarium schaut, so groß sind unsere Becken nunmal nicht.
    In öffentlichen Aquarien wird auch beim Stromverbrauch mit anderen Maßstäben gemessen, mal eben eine Pumpe mit mehreren KW Leistung anschließen um den teilweise zig Meter hohen Sand zu bewegen ist da kein Problem, im Privathaushalt sieht das meistens anders aus.
    Wenn solche Filter top gewartet werden und von Leuten bedient wird die sich mit solchen Systemen auskennen, dann kann das sehr gut funtionieren. Für normal große Wohnzimmer-Riffaquarien sind sie meiner Meinung nach aber komplett untauglich.

    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • vorweg:
    fettes sorry fürs OT!!!!

    Zitat

    Original von H. van Hamkempke

    Was Freitaucher da als Bodenfilter erwähnt, ist etwas anderes, weil es ein Innenfilter ohne Wartung-(smöglichtkeit) ist. Die Bodenfilter waren länger "in", haben sich aber nie durchgesetzt, weil sie weder "saugend" noch "angeblasen" richtig funktionierten. Eingesetzt wurden sie in Deutschland fast imho nur im Süsswasser, bis auf dieses Beispiel http://www.korallenriff.de/artikel/516_De…rchfluter_.html . Da der Author des Artikels uns den Erfolg verschweigt, kann man davon ausgehen, dass der Erfolg nicht stattfand.

    ach der marco wird uns das schon zeigen!
    ((schön, das du wieder hier bist (war auch schon fast langwilig ohne dich) :wink))

    ...wo bisher in den letzten jahren bei diesem aufbau der fehler steckte... (da wurde ja noch keine nanostream auf druck belastet) ...wenn er seine fische erfolgreich gegen pünktchen behandelt hat, die überflüssigkeit von ozon und uv bewiesen hat (bei der behandlung von o.g.), neben den flicken von technikbecken, der nachzucht von irgendwelchen garnelen, dem einrichten von quarantänebecken (85l mit wimpelfisch bestückt) und dem bau einer aquaristischen modelleisenbahn noch zeit findet...
    ich habe da keine bedenken!
    viele grüße
    norman


    p.s. was ihr alles so verpasst, wenn ihr nur hier liest ... :winking_face_with_tongue: :winking_face_with_tongue: :winking_face_with_tongue: ne ne ne....

    Einmal editiert, zuletzt von norman_r (20. Januar 2010 um 21:50)

  • Hi,
    danke für die Antworten,

    Jens Kallmeyer:
    Weißt du genaueres über die Anwendung in solchen Becken? Wie sieht das mit Plankton aus (kann mir irgendwie nicht so richtig vorstellen das dass rausgeholt wird)?

    Micha W.:
    Warum funktioniert die Biologie nicht richtig? Wenn man die oft genug rückspült (wie gesagt ich rede nicht von Bodenfiltern) dürfte die Gefährdung etwa der von Filterwatte entsprechen welche oft getauscht wird, jedoch verursacht das natürlich hohen Wasserverbrauch. Damit wäre auch das Verstopfen kein Thema.

    @norman_r:
    Zitat:
    p.s. was ihr alles so verpasst, wenn ihr nur hier liest ... :winking_face_with_tongue: :winking_face_with_tongue: :winking_face_with_tongue: ne ne ne....
    Zitat Ende.

    Vor 50 Jahren war ich noch (lange) nicht auf der Welt, daher sind mir Sandfilter bzw. deren Anwendung in der Meerwasseraquaristik unbekannt.

    Mfg
    Timo

    Einmal editiert, zuletzt von Timo_Seelöwe (22. Januar 2010 um 15:48)

  • hi timo!
    meine aussage bezog sich auf den freitaucher...
    vor 50 jahren..... war ich -14...
    gruß
    norman

  • Der Stromverbrauch bei einem Sandfilter ist fast noch das geringste Problem, der Wasserverbrauch ist unvorstellbar. Das lohnt sich nur für öffentliche Schauaquarien direkt am Meer!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Hi,
    wie gesagt ich habe nicht vor diese einzusetzen der hohe Wasserverbrauch ist mir bewusst. Ich finde Sandfilter nur vom Prinzip her Interessant und wollte daher Infos im Bezug auf die Meerwasseraquaristik.

    Mfg
    Timo

  • Zitat

    Original von Timo_Seelöwe
    Weißt du genaueres über die Anwendung in solchen Becken? Wie sieht das mit Plankton aus (kann mir irgendwie nicht so richtig vorstellen das dass rausgeholt wird)?


    Atlantis Marine World in Long Island haben diverse Sandfilter an ihrem 80.000 L Riffbecken. Die benutzen allerdings auch Lanthanchlorid zur PO4 Senkung und ziehen die Ausfällungen zusammen mit den Trübstoffen durch den Sandfilter wieder raus. Das sind mehrere Filter die jeweils alle paar Tage rückgespült werden

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

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