Weiße pünkchen nur nachts ???

  • Hallo,
    habe mit meinen beiden Amphiprion Ocellaris ein großes Problem, die beiden bekommen nur Nachts Weiße Pünktchen, wenn ich von der Arbeit komme (Nachtschicht) und das Licht um 6.30 Uhr an mache, dann sind die beiden voll mit Pünktchen, wenn ich dann um 14 Uhr aufstehe, sieht mann überhaupt keine Pünktchen mehr, nur ein kleiner Teil ist mit weißen Schleim bedeckt. Habe mir gedacht, es könnte der Ph Wert sein, der über Nacht absinkt, aber der ist in Ordnung, habe es mit drei verschiedenen Test versucht, alle messen immer das gleiche, Tagsüber 8,3 (um 19.00 Uhr gemessen) und auch Nacht 8,3 (um 6.30 Uhr gemessen). Mein Becken läuft erst seit 3 Monaten, die beiden Ocellaris sind die ersten Bewohner, die ich eingesetzt habe. Benutze seit zwei Woche Kalkwasser um das Wasser nachzufühlen. Würde mich freuen, wenn mir da einer schnell weiter helfen kann, den der kleine Ocellaris, wird es wohl nicht mehr lange machen :-(. Habe versucht bilder zu machen, aber meine Kamera ist zu schlecht dafür.
    Es leben noch 12 Einsiedler Krebse, 5 Turboschnecken und eine Lysmata amboinensis im becken.

    Getestet mit Tropic Marin, Salifert und Rowa

    -Ph: 8,3 um 19 Uhr und auch um 6.30 Uhr
    -Nitrit: n.n
    -Nitrat: n.n
    -Ammonium: 0,05
    -Calcium: 450
    -Magnesium: 1140
    -Phosphat: 0,045
    -Salinität: 1,022
    -Temp: 25°
    -Wasserwechsel mit Trobic Marin Bioactif Sea Salt, 20 liter einmal die woche
    -Nettovolumen 270 L
    -UV Klärer 5 Watt ist auch angeschlossen

    Gruß Björn

    2 Mal editiert, zuletzt von Freak234 (13. Januar 2010 um 21:30)

  • Hallo Björn,

    ohne Fotos ist nicht möglich aufgrund der Beschreibungen eine auch nur annähernd vernünftige Diagnose abzugeben. Schau Dir mal die Fotos in den 2 Fachberichten zu Cryptocaryon irritans und zu Brooklynella hostilis an. Evtl. erkennst Du die optischen Veränderungen der Fische wieder und kannst noch mehr dazu schreiben - aber ein Foto wäre schon sehr wichtig.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo,
    habe mir die beide Berichte durch gelesen und ich bin mir fast sicher, dass es die Cryptocaryon irritans / Weißpünktchen-Krankheit sein muss. Was kann ich jetzt am besten machen, so dass ich alles aus mein Becken bekomme, im Bericht sind ein paar mittel aufgelistet, aber welche sind gut und helfen schnell? Da ich noch keine korallen im Becken habe, wir es vielleicht etwas einfacher für mich. Würde mich über schnelle Hilfe freuen.

    Gruß Björn

  • Im Bericht von Torsten stehen doch Therapiemöglichkeiten, oder?

    Alternativ gibts hier noch Rat:

    Klick

    gruß Lars

    Einmal editiert, zuletzt von Ari-Atoll (15. Januar 2010 um 13:09)

  • Hallo Björn,

    danke für die Fotos - damit kann man was anfangen. Zunächst einmal beschreibe ich, was ich dort erkennen kann bzw. meine erkennen zu können:

    Der ocellaris ist zweifelsohne massiv mit Cryptocaryon irritans infiziert. Aus jedem dieser Punkte kommen ca. 256 Nachkommen innerhalb weniger Tage, d.h. es werden in wenigen Tagen extrem viele Parasiten sein. Was man nicht sieht, ist die Tatsache, dass mind. genauso viele wie jetzt auf der Schleimhaut sichtbar sind, sich auch auf den Kiemen befinden und die Atmung des Fisches stark beeinträchtigen.

    Deine Beobachtung, dass morgens immer viele weiße Pünktchen sichtbar sind und abends nur noch wenige kann ich nicht zu 100% bestätigen. Der Vermehrungszyklus ist nicht so schnell, dass die Pünktchen bei 25°C innerhalb von 12-15 Stunden ihren Zyklus auf dem Fisch nach erfolgter Infektion der Schleimhaut bereits abgeschlossen haben. Was man aber auch sieht, da gibt es Pünktchen, die haben (fast) die Farbe des Fisches angenommen. Evtl. gibt es (unter Lichteinfluß) hierr irgendwelche chromatischen Effekte. Und dadurch sind diese Pünktchen dann abends "getarnt" in der selben Farbe in der Schleimhaut, wie die farbgebende Schicht in der Haut. Ein interessante Geschichte, die ich in der Literatur mal nachlesen muss - bzw. kenne ich diesen Effekt bereits von einigen anderen Fischarten in Verbindung mit Cryptocaryon-Infektionen.

    Was ich weiterhin sehe sind diese Schleimhautflatschen und -fäden, die sich nach dem ersten weißen Pigmentring vom Maul ausgesehen im Rückenbereich und teilweise an den Flossen befinden. Das ist entweder die Folge einer massiven Schleimhautschädigung durch die vielen Cryptocaryon-Pünktchen oder es liegt hier eine Mischinfektion mit Brooklynella hostilis (für den Erreger sind diese Fäden und flächigen Ablösungen charakteristisch) oder sogar noch weiteren Ektoparasiten vor.

    Das hier sofortiger Handlungsbedarf besteht ist klar. Deine UV-Anlage ist mit 5 Watt sehr unterdimensioniert und wird kaum eine Reduktion der Parasiten erreichen. Wenn Du schreibst, dass Du keine Korallen im Becken hast und daher eine Behandlung "einfacher"ist, dann trifft das nur zum Teil zu. Es leben Garnelen, Einsiedler und Schnecken im Becken und wahrscheinlich hast Du auch Lebendgestein im Becken. Daher ist hier ebenfalls große Vorsicht angebracht.

    Wenn Du keine stärkere UV-Anlage (ab 30 Watt) auftreiben kannst, dann würde ich es mit protomarin coral (Aquarium Münster) oder mit MarinOopharm (Tetra) probieren. Beide Mittel sind lt. Hersteller nicht toxisch gegenüber Garnelen, Krebsen, Anemonen und Korallen. Die Medikamente töten aber nur die neu gebildeten Schwärmer, nicht die Pünktchen, die bereits in der Haut sitzen. D.h., es dauert eine ganze Weile, bis sich die Pünktchenanzahl deutlich reduziert. Die Behandlung kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

    Wenn Du ein Quarantänebecken hast, dann würde ich die Fische dort behandeln und eines der Mittel aus dem Fachbericht mit den Wirkstoffen Malachitgrün + Formalin anwenden. Aber auch hier dauert die Behandlung mehrere Wochen.

    Die Mittel aus dem Link von Lars könntest Du auch verwenden, dann aber nur im Quarantänebecken und ohne UV.

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    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Zitat

    Original von Torsten Sause

    Deine Beobachtung, dass morgens immer viele weiße Pünktchen sichtbar sind und abends nur noch wenige kann ich nicht zu 100% bestätigen..

    hi torsten,

    wie weiter oben beschrieben, hatte ich auch schon diese beobachtung gemacht.....

  • Hallo Joe,

    nun haben wir bei den Anemonenfischen eine besonders starke und zudem sehr pigmentreiche Schleimhautstruktur. Die Erreger dringen in die Schleimhaut ein und ernähren sich von den Hautbestandteilen. Dabei gelangen sie auch in tiefere Hautschichten. In der Fachliteratur steht beschrieben, dass C. irritans - Schwärmer überwiegend in den frühen Morgenstunden Fische neu infizieren. Das gibt dann den deutlich sichtbaren weißen Punkt. Im Laufe des Tages könnte der Erreger dann in tiefere Schichten vordringen und sich hier mit den dort vorhandenen Pigmenten quasi maskieren, so dass er nur im Gegenlicht noch als kleinere Irritation in der Hautfläche zu sehen ist und dann auch sehr leicht übersehen werden kann. Da die Entwicklung bis zum Cystenstadium mehrere Tage auf dem Fisch benötigt, sind die Erreger ganz sicher nicht abends alle von dem Fisch wieder runter - aber es scheint so - auf den ersten Blick.

    Eine sehr interessante Geschichte - ich werde mal in den Online-Bibliotheken recherchieren, ob es dazu Zitate gibt.

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  • Hallo,
    leider ist einer der Ocellaris gestorben und der andere sieht auch nicht mehr sehr gesund aus. Wird wahrscheinlich das wochenende nicht mehr überleben :-(. Werde mir aber eins der zwei mittel, jetzt im internet bestellen, falls der Ocellaris es doch schafft. Wie soll ich vorgehen, wenn der Ocellaris stirb, soll ich 4 wochen warten, bis die zysten alle geschlüpft und gestorben sind? Und dann erst mit einen neuen Fisch testen, ob alles wieder in ordnung ist?

    Gruß Björn


    PS. vielen dank für die hilfe !!!

  • Hallo Björn,

    bei einer derartig massiven Infektion ersticken die Fische leider schnell, da die Kiemen diesen Angriff nicht lange stand halten. Wenn Du das Becken neu besetzen möchtest, solltest Du mind. 4-6 Wochen warten, bis alle restlichen Zysten und Schwärmer aufgrund fehlender Wirtsfische abgestorben sind - Details dazu stehen im Fachbericht zu C. irritans.

    Und wenn Du dann weitere Nachbesetzungen vorhast wieder einen gesunden Fischbestand aufbauen möchtest, solltest Du auch die Anschaffung eines separaten Quarantänebeckens und evtl. einer lesitungsstärkeren UV-Anlage nachdenken.

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  • Hm, das Quarantänebecken wird ein problem, aber wie groß müsste die AV-Anlage sein für 270 L netto.

    Gruß Björn

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