• Hallo,
    kann mir mal jemand den Unterschied zwischen Korallensand(bruch) und Aragonit erklären?

    Oder ist es in der gleichen Körnung, ein und das selbe.

  • Moin.Da habe ich schon heiße Diskusionen dazu gelesen,aber einen großen Unterschied kann ich dir schon nennen,das ist die Verpackungsbeschriftung. :winking_face:

  • Argonit = CaCO3 versteinert.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Aragonit

    Korallensand = Ca,Mg | CO3/SiO3/PO4 Mischkristall (alle Spurenelemente), wensentlich wasserunlöslicher.

    Ich würde von Argonitsand die Finger lassen, im Kalkreaktor ist das Einsatzgebiet, nicht
    großflächig im Aquarium, dies ist zu mindest meine Meinung.


    MfG Philipp

  • IH Philip

    Sorry aber im Meerwasserbereich ist es das gleiche
    Mineralisch betrachtet gibt es selbstverständlich unterschiede aber Steinkorallenskellete bestehen aus 98 % Aragonit
    also ist es für den Meerwasseraquarianer das gleiche

  • Also ich bevorzuge Argonitsand in der Körnung 0,5 bis 1,5mm,kaufe das aber als Korallensand,weils dann günstiger ist. :grinning_squinting_face:

  • Zitat

    Original von Freitaucher
    Doch,Korallensand bibt es in verschiedenen Körnungen. :grinning_squinting_face:

    Nö, es gibt Argonit aus dem Kalksteinbruch.
    Korallensand/-bruch ist immer anders strukturiert und wasserunlöslichter.

    Was damit oft begrifflich gemischt wird, sind Kalksteinbrüche die Kalk
    aus Korallenüberesten abbauen, der Unterschied ist sehr gering.

    Es gibt aber auch andere CaCo3 Ablagerungen, wird beides unter Argonit
    verkauft, letztres verschafft Dir einen "wunderschöne" KH von dauerhaft
    +11.

    Ich würde so ein Kies erst mal in einem 10l Eimer testen über Wochen,
    wenn Du nicht zu 100% weisst wo der abgebaut wurd.


    MfG Philipp

  • Die künstlichen Bodengrunde bestehen meist aus
    Calcit und Dolomit
    Da liegt der Unterschied auch wenn es einige wenige gibt die aus Aragonit bestehen

    Gruss

  • Zitat

    Original von C. Schuhmacher
    IH Philip

    Sorry aber im Meerwasserbereich ist es das gleiche
    Mineralisch betrachtet gibt es selbstverständlich unterschiede aber Steinkorallenskellete bestehen aus 98 % Aragonit
    also ist es für den Meerwasseraquarianer das gleiche

    Carbonstahl enthält auch nur 0.8 - 2% Kohlenstoff, die Eigenschaften sind massiv anders.

    Die Fremdionen in einem natürlich gebildeten Korallensklett sind entscheident für das
    Tier und für die Stabilität im Meerwasser.


    MfG Philipp

  • Zitat

    Original von C. Schuhmacher
    Die künstlichen Bodengrunde bestehen meist aus Calcit und Dolomit.
    Da liegt der Unterschied auch wenn es einige wenige gibt die aus Aragonit bestehen

    Gruss

    Ok, nur das alles was Du da aufzählst, von deiner Warte aus gleich ist.

    Calcit, Dolomit, Argonit sind alles CaCo3 Salze, mit mehr odr weniger Fremdionen,
    die aber entscheidend sind für die Wasserlöslichkeit und die Verträglichkeit im
    Einsatzgebiet: "Meer".

    Bzw. viel wichtiger wieviel und wie schnell sie Härte bilden.


    MfG Philipp


    @ Frei ich brauch kein Popcorn :thup

  • Phillip

    Magste jetzt mit mir einen chemischen Exkurs über Calcium Carbonat halten oder
    will der nette User eine normale Antwort haben ?

    Das was inder Aquaristik als Aragonit verkauft wird ist Korallensand und machmal auch Dolomit wenn es sich um
    "künstlichen Korallensand handelt"

    Nur darum gings hier
    wenn du also noch ne Diskussion über die genauen chemische Zusammensetzung haben magst
    können wir das ja nun gerne machen :winking_face:

  • Hallo Philipp,

    Korallenbruch oder -sand enthält einen weitaus größeren Aragonitanteil als irgendein Kalkstein, denn das Ausgangsprodukt,
    das von den Korallen gebildet wird, ist das (metastabile) Aragonit. Im Laufe der Jahrtausende findet eine Diagenese
    zum Calcit statt, deshalb findest du im Berg viel mehr Calcit als im Meer. Außerdem auch noch Dolomit, der einen
    hohen Magnesiumanteil enthält und dessen Genese noch teilweise umstritten ist.

    Von all den genannten Verbindungen ist Aragonit die löslichste, trotzdem ist reiner Aragonit kein Problem für ein
    Meerwasseraquarium, denn auch Aragonit ist mehrfach übersättigt im Salzwasser und löst sich nur mit bakterieller Hilfe.

    In der Praxis heißt das, dass Aragonit geeignet ist, die anderen Kalkformen aber auch.

    Gruß Armin

  • Also ich nur die Erfahrung gemacht, das man oft unter Argonit auf der Verpackung
    Calcit/Dolomit bekommst und das extrem hohe KH Spiegel erreicht, obwohl eine Sättigung
    im Salzwasser vorlliegt.

    Aber was Du sagst kling schwer plausiebel, ich kenn leider nicht die genauen
    Löslichkeitsprodukte der Verbindungen.

    Das mit der biogenen Entkalkung ist klar, aber das mein ich nicht, ich spreche da wirklich
    von reiner Löslichkeit.


    Armin du meinst bestimmt das was hier auf Seite 10 steht, richtig ?

    http://institute.unileoben.ac.at/mineralogie/Ra…P_Sedimente.pdf


    Wenn das so stimmt, frag ich mich warum ich ein erhöten KH gefunden hab,
    bei 3 verschiedenen Chargen, naja ich guck mir das nochmal an.


    MfG Philipp

  • Hi Philip

    Genau das habe ich dir doch gesagt .
    Die Veränderung der KH Werte hängt mit der Kohlensäurenspiegel / Calciumgehalt und
    mit der Bodengrund-Höhe ( PH Wert des Bodengrundes sowie dessen Staubanteil zusammen.
    Kommt da alles bisschen zusammen geht der KH entsprechend hoch.

    Gruss

  • Hallo zusammen,

    es ist richtig, dass Korallenbruch bzw. Korallensand aus 98% Aragonit besteht.

    Ich stimme Armin chemisch gesehen völlig zu.

    Entscheidend für den Meerwasseraquarianer ist aber, woher das Aragonit bzw. das Calciumcarbonat nun kommt und vor allem wie es gewonnen wird..

    Kommt es direkt vom Meer, so sind die einzelnen Aragonitkörnchen bereits durch den ständigen Wellengang kugelförmiger und weniger scharfkantig, was für unsere Pfleglinge besser ist und gerade in Bezug auf ein DSB ein Muss darstellt, weil Würmer sich besser durcharbeiten können ohne sich zu verletzen.

    Preiswerter Aragonit bzw. technisches Calciumcarbonat dagegen kann als gemahlene Form aus einem kalkreichen Steinbruch stammen - also quasi ein fossiler Korallenbruch. Dieser ist aufgrund des Mahlverfahrens scharfkantig und ungeeignet für ein Aquarium bzw. ein DSB-System - ist aber für manche Aquarianer verlockend billig. Finger weg!

    Chemisch gesehen ist der Unterschied minimal, da es sich ja immer um Calciumcarbonat CaCO3 handelt.

    Der aus dem Meer gewonnene Aragonit ist etwas ärmer an Schwermetall-Einlagerungen - also ein weiterer Vorteil.

    Liebe Grüße
    Sudad

    2 Mal editiert, zuletzt von Sudad (30. Oktober 2009 um 17:29)

  • Hallo Philipp,

    das was in deiner Quelle auf Seite 10 steht meine ich nicht, das ist nämlich falsch! Dort wird behauptet, dass
    Meerwasser nur bezüglich Calcit übersättigt wäre, nicht aber bezüglich Aragonit. Richtig ist, dass beide übersättigt sind..

    Der von dir beobachtete KH-Erhöhungs-Effekt kann nur von einer Verunreinigung durch Natron oder Soda herrühren, was sehr unwahrscheinlich ist.
    Oder eben von bakterieller CO2-Produktion, wobei Aragonit schneller als Calcit und Dolomit gelöst wird.
    Das hat übrigens nichts mit biogener Entkalkung zu tun, sondern ist genau das Gegenteil davon.

    Gruß Armin

  • Ich meinte das Prinzip der Übersättigung, nicht was im Einzelnen da steht.

    Richtig und Soda, Natron und andere Steinsalzmineralien, würde ich eher im
    nicht marin gelagerten Argonit, Calcit und Dolomit erwarten und das wollte ich
    damit sagen.

    Ist denn nicht auch ein Effekt der biogenen Entkalkung, das Bakterien Mineralien
    sammeln und später wieder freisetzen ? Klar ist das sie erst Härtebildner binden.


    @ Frei: Nö eigentlich nicht.


    MfG Philipp

  • Hallo Philipp,

    als biogene Entkalkung bezeichnet man nur die Kalkausfällung im Wasser durch den Verbrauch von CO2 und die daraus folgende pH-Erhöhung.

    Das Andere ist eine Kalkauflösung durch CO2-Produktion, wie schon gesagt, genau das Gegenteil.

    Gruß Armin

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