Zwerkaiser frißt nicht mehr

  • Wir haben in unserem Becken einen Streifenzwergkaiser (Centropyge bispinosa).
    Seit 1 Woche frißt er nun seine heißgeliebten Arthemia nicht mehr. Flockenfutter sieht er nur verächtlich an.
    Wir haben ihn schon seit über 1 Jahr, es gibt keine Streitereien mit anderen Fischen. Er zeigt auch sonst kein abnormes Verhalten, atmet normal, klemmt nicht die Flossen, hat eine normale Färbung, keine Trübung o.ä.
    Die Wasserwerte sind alle im grünen Bereich und wir haben auch sonst nichts im Becken verändert. Es sieht so aus, als hätte er schon Kohldampf, denn er schwimmt zum Futter hin, schaut es dann aber nur an und schwimmt wieder weg. Das ganze geht nun schon 4 Tage so und wir haben alle möglichen Leckerbissen ausprobiert. Langsam sind wir ratlos.
    Meine Vermutung wäre es höchstens, dass er Darmparasiten hat(hatte er schon einmal vor ca einem 3/4Jahr). Wir können das nur leider nicht beweisen, weil wir trotz intensiver Beobachtung keine Kotabgabe beobachten konnten.(ist ja ach kein Wunder, wenn er nix frißt)
    Tja, was nun? Hat einer ne Idee?

    Danke.

  • Zitat

    Meine Vermutung wäre es höchstens, dass er Darmparasiten hat(hatte er schon einmal vor ca einem 3/4Jahr)

    Hallo,

    wie wurde die damalige Infektion mit Darmparasiten festgestellt bzw. behandelt ?

    Bei Wurmbefall steigt meistens die Futteraufnahme, es sei denn, dass der Wurmbefall so massiv ist, dass es zum Darmverschluss kommt. Du kannst eine Behandlung mit Tremazol probieren. Es tötet aber außer Würmern auch Stachelhäuter ab - daher ist eine separate Behandlung immer besser (wenn machbar).
    Sera Tremazol

    Falls es sich um eine entzündliche Infektion mit Darmflagellaten handelt (schleimig-weißer Kot - sofern man ihn sieht) wäre Sera Flagellol das Mittel der Wahl - ebenfalls Sicherheitshalber aber nur im Quarantänebecken.

    Sera Flagellol

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Wir hatten damals eindeutige Anzeichen, dass etwas nicht stimmt, weißer fädriger Kot. Haben ihn rausgefangen und behandelt. Danach haben wir die Ernährung umgestellt, soweit er das zuließ. An Salat/Algen etc. hatte er noch nie großes Interesse, auf Arthemia hat er sich gern gestürzt. Er war also schon immer etwas wählerisch. Jetzt verweigert er alles, Kot sehen wir leider keinen.Er pickt auch nirgends rum. Aber ich denke, er hat einen Rückfall, zumindest wäre es eine gute Erklärung. Ansonsten ist er fit wie ein Turnschuh, aber das ändert sich dann ja oft sehr schnell.Ich werde ihn wohl rausfangen und vorsorglich behandeln. Werde morgen gleich das Mittel von Sera holen.
    Wenn er das überstanden hat, was kann ich bei der Fütterung beachten, dass das nicht wieder kommt?

  • Zitat

    Wenn er das überstanden hat, was kann ich bei der Fütterung beachten, dass das nicht wieder kommt?

    Hallo,

    nun, die Vermehrungszyklen von Würmern sind sehr komplex, bei Flagellaten ist es einfacher. Jeder Neubesatz mit einer entsprechenden Infektion könnte erneut alle anderen Fische infizieren. Normalerweise bleibt das im Aquarium völlig unbemerkt, da die Fische sehr gut gefüttert werden und die Kondition ohne Kiemen- und Hautparasiten und schlechte Wasserwerte ausreicht, diese lästigen Parasiten zu kontrollieren. Insofern kann man wie immer nur beste Bedingungen anbieten. eine echte Prophylaxe im Sinne einer periodischen "Wurmkur" oder Darmparasitenkur" wie bei manchen Haustieren ist bei Fischen sicher nicht angezeigt. Die einzige Möglichkeit bestände über eine Eingangsquarantäne der Neuzugänge mit entsprechenden Mitteln gegen alle Haut-, Kiemen- und Darmparasiten. Das erfordert aber viel Aufwand und vor allem Geduld.

    Was über das Frostfutter so alles eingeschleppt werden kann, beschränkt sich meistens auf pathogene Bakterien. Evtl. gibt es auch Parasitenstadien, die tiefgefroren überleben können - diese dürften aber keine große Rolle spielen. Zumindest sind mir keine Quellen aus der Fachliteratur bekannt, die derartige Zusammenhänge beschreiben.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Wir haben nun seit 2 Tagen die Fischfalle aufgebaut, aber dieser Dummi will einfach nicht reinschwimmen. Wahrscheinlich kennt er diese noch vom letzten Mal. Er meidet sie konsequent. Damit haben wir aber nun das Problem, ihm nicht helfen zu können. Medizinalfutter fällt aus, er frißt einfach nicht! Was nun? Ihm beim Verhungern zukucken? Manchmal ist es einfach zum Verzweifeln!

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