Hallo,
ich habe folgendes als Antwort geschrieben zum Thema Haltung von Mandarin-Fischen.
Da dieses Rezept im Grunde eigentlich Standard-Vorgehensweise in jedem Becken sein sollte, könnt ihr hier eine Kopie der Antwort lesen.
"Hallo allerseits,
habe zwar nicht alles gelesen, aber es läuft immer auf das selbe Ergebnis raus.
1. Mein Mandarin ist putzmunter und das ohne zusätzliche Fütterung. Ausschliesslich Zooplankton, welches sich nach langer Standzeit im Becken gebildet hat.
2. Meistens fressen die irgendwann auch Frost- oder Trockenfutter.
3. Hab alles versucht und konnte ihn nur tot aus dem Becken fischen.
Hier das Rezept für die Haltung aller Mandarinfische. Wer es nicht glaubt sollte es selbst einfach mal ausprobieren.
Dieser Artikel basiert ausschliesslich auf meiner eigenen Erfahrung. Über das eigentliche Mittel findet ihr jede Menge im Internet.
Im Jahr 2003 habe ich ein 5.500 l Becken mit einem Gesamtinhalt (Filter,etc.) von 7500 l in Betrieb genommen.
1000 kg trockenes Riffgestein, ein paar hundert kg Korallensand. Kein Lebendgestein! Becken gefüllt, eine ordentliche Hand voll Dreck aus dem Filter eines alt eingefahrenen Beckens hinein gegeben und dann täglich mit meinem Mix gefüttert, nach 2 Wochen ein paar Korallen rein. Nach einer weiteren Woche ein paar Fische rein, nach ein paar weiteren, 3 bis 5 Wochen, ein Pärchen Mandarin-Fische ( Synchiropus ocellatus) und 5 oder 6 Synchiropus ocellatus rein. 7 Wochen später konnte ich das wöchentliche Ablaichen des Mandarin-Paares beobachten. Fütterung mit einer Pipette wäre bei der Beckengrösse ohnehin sinnlos. Das war in Deutschland.
Januar 2009 in Südafrika. Ein 375l Becken, plus Filter und ein paar anderen Becken gefüllt. Rund 1000 l im Gesamten. 30 kg Korallensand, 15 kg trockenes Lavagestein, 3 kg Lebendgestein, ein bisschen Dreck aus dem Filter eines alt eingefahrenen Aquariums. Täglich mit meinem Mix gefüttert, nach 2 Wochen ein paar Barsche rein, nach einer weiteren Woche ein ausgehungertes Mandarin-Weibchen rein. 4 Wochen später habe ich meinem Händler einen fast toten Mandarin-Mann abschwatzen können. Nur noch Haut und Knochen. Sehr robuste Fische übrigens. Nach weiteren 2 Wochen hat das Pärchen abgelaicht. Sicher war der Herr noch sehr dünn auf den Rippen, jedoch heute ist er wieder normal gebaut.
So wie funktioniert das Ganze. Dieses Rezept bezieht sich auf eine Wassermenge von 1.000 Litern.
Nach der Füllung des Beckens, mit Wasser, Steinen, Korallensand und dem "Dreck", habe ich auf 1.000 Liter einmalig 5 ml Wodka gegeben. Marke spielt dabei keine Rolle. Wodka ist fast reiner Alkohol und obendrein noch günstig.
In eine leere Literflasche gebt ihr folgendes:
200 ml Wodka, 150 gramm Laktose Pulver, auch Milchzucker genannt. Hat jeder Supermarkt.
Den Rest der Flasche füllt ihr mit Osmosewasser auf. Schütteln und stehen lassen, bis das Ganze sich aufgeklärt hat. Meine Empfehlung ist, solltet ihr Beispielsweise ein 200 Liter System damit füttern, nehmt bitte dann nur eine 200 ml Flasche. Ich vermute, dass sich der Alkohol sich einiger Zeit in Luft auflöst und diese jeden Tag mit dem Öffnen der Flasche entweicht. Lieber öfter mal ne neue Flasche machen, dann seit ihr sicher das die Mischung stimmt.
Ich habe dann täglich 1 ml von dem Gemisch in meine rund 1.000 Liter gespritzt. Mal direkt vor den Einlauf, mal direkt in den Überlauf. Somit füttert ihr abwechselnd Becken und Filter. Nach 2 Wochen habe ich die Dosis verdoppelt. Dann nach weiteren 2 Wochen nocheinmal. Heute füttere ich manchmal sogar 2 x am Tag je 7 ml.
Nun die wichtigen Begleiterscheinungen der Fütterung.
Ihr füttert mit dem Gemisch den Beginn der Nahrungskette, die Bakterien. Somit ist darauf zu achten, dass es zu keiner Überpopulation kommt. Das könnt ihr daran erkennen, wenn sich das Wasser trübt und milchig wird.
Und wenn, ruhig durchatmen, 2 Tage aussetzen und dann wieder füttern.
In einem existierenden Becken solltet ihr den einmaligen 5 ml puren Wodka-Boost schön sein lassen.
Was passiert bei einer Überpopulation: Sauerstoffmangel und Ph-Senkung in der Nacht.
Wichtig ist, den Nitrat-Wert im Auge zu behalten, denn mit zu hoher Fütterung schmiert der ab in den Keller, was heisst, nicht nachweisbar. So sollte es ja auch nicht sein. Phosphat senkt sich übrigens gleichzeitig mit dem Nitrat.
Wichtig ist auch, die Fütterung regelmässig vorzunehmen, denn mit regelmässiger Fütterung passt sich die Bakterien-Dichte der Fütterung an. Wenn ihr also mal ein paar Tage nicht füttert, verhungern die Bakterien und wenn ihr dann die Ration für die letzten paar Tage dann auf einmal hineingebt, gibt es eine Überpopulation.
Also, Fütterung vergessen, dann einfach am nächsten Tag normal füttern. Nicht die verschlafene Fütterung nachholen.
Hätte doch fast vergessen, warum die Bakterien so wichtig für die Mandarin-Fische sind. Bakterien und Schadstoffabbau dürfte wohl jedem klar sein. Bakterien sind der Anfang des Zooplanktons. Füttere ich Bakterien, so füttere ich auch das Zooplankton, welches sich ganz von selbst entwickelt. Ihr habt ja schliesslich ein paar lebende Steine und eine Hand voll "Dreck" als "Starter-Pack" reingegeben.
Nach 2 Wochen Standzeit hatte ich soviel frei schwimmendes Zooplankton und bodenlebendes Zooplankton, dass meine 3 Barsche tagelang zu tun hatten, das Becken leerzufressen. Es ist natürlich nicht leer und das Zooplankton versteckt sich schliesslich auch.
Diese Methode kann auch helfen bei einem überbesetztem Becken das Nitrat-Problem in den Griff zu bekommen. Nur langsam sollte eine Steigerung der Fütterung vorgenommen werden, da sonst der Schuss nach hinten losgeht. Also messen nicht vergessen!
Wenn ihr dementsprechend vorgeht, ist es eine sichere und sehr gute Sache.
Für alle Unglaubwürdigen in diesem Forum:
Googelt den Einfluss von Wodka im Internet.
Nehmt das alte zu klein gewordene Becken mit Filter und Abschäumer und probiert es aus. Ihr werdet sehen und das meine ich genauso, SEHEN, wie das Zooplankton sich vermehrt.
Oder startet so doch mal ein Nanno-Becken.
Das Berliner-System hätte damalig mit dem Gemisch noch viel besser funktioniert.
Und bitte stellt den Rest der Wodka-Flasche zurück in den Schrank, sonst landet ihr noch im Forum der öffentlichen Säufer!
Ich hoffe all denen, die bisher glaubten, Mandarinfische wären nur nach einem Jahr Standzeit haltbar, Mut gemacht zu haben. Und übrigens ist es eine sehr schöne Erfahrung den Mandarin-Fischen bei der Paarung zu zuschauen. In der Blaulichtphase, nach Abschalten der Hauptbeleuchtung geht es dann für 30 bis 60 Minuten rund im Freiwasser. Und das wöchentlich und ohne Altersbeschränkung! Danach haben alle anderen Fische Eier-Jagd Abend. Probiert und seht, dann wisst ihr was ich damit meine.
Übrigens würde ich mich über eine PN oder öffentliches Dankeschön im Forum nach Eurem Erfolg sehr freuen."
Gruss
Marcel
