• Hallo,
    seltsamer Tod eines flavescens.
    Gestern noch putzmunter durch das Becken geschwommen und gefressen, heute morgen unter einem Stein auf der Seite liegend; heftigste Gegenwehr, als ich ihn bergen wollte. Jetzt am Nachmittag lag er tot vor dem Steinaufbau. Als Besatz in diesem 400Ltr. Becken ist noch ein anderer flavescens, ein Feilenfisch und einige Garnelen. Beide Doktoren sind/waren etwa 3 Jahre alt und 10cm groß.
    Alles wohlauf, auch in den anderen in Reihe geschalteten Becken keine Probleme.
    Einizigste Maßnahme im Becken seit mehreren Wochen....Scheiben geputzt :O
    Einen Flecken auf der Seite sah ich morgens; möglich, das auf der gegenüberliegenden Seite auch schon einer war. Der Fleck am Nasenrücken fiel mir erst am Nachmittag auf.
    Kiemeninnenseiten waren leicht gerötet, die Augen klar.

    Ich bin doch einigermassen ratlos, da ich mit Krankheiten seit nun 5 Jahren verschont geblieben bin.

    In der 'Suche' bin ich nicht fündig geworden.

  • Hallo Stefan,

    zunächst möchte ich mal schildern, was ich auf den beiden Fotos erkennen kann.
    Neben der Brustflosse ist ein großflächiges Stück mit nekrotischen Gewebe, die Brustflosse selbst ist ausgefranst. Der Kiemendeckel hat im oberen Drittel ebenfalls eine Reduktion erfahren. Unterhalb der Augen ist beidseitig ebenfalls nekrotisches Gewebe großflächig ausgebreitet, die darunterliegenden Gewebeschichten (z.T., Fettgewebe?) sind teilweise sichtbar.

    Als Ursache (bei aller Vorsicht mit Ferndiagnosen) würde ich hier nicht auf eine "Krankheit" tippen, sondern auf eine massive mechanische Gewebeschädigung.

    Nun bringen sich die Doktoren mit ihren scharfen Skalpellen leicht mal gegenseitig Wunden bei, die dann auch in ähnlicher Weise eskalieren können. Derartige Wunden trifft man dann aber meistens erst ab der Körpermitte und im Schwanzbereich an. Die Yellow Docs sind normalerwiese sehr hart im Nehmen und sterben nicht sofort daran. Woher allerdings die massive Verletzung an der Schnauze kommt, ist mir nicht einsichtig.

    Derartige Verletzungen an mehreren Stellen führen zum Austritt von Körpergewebe in das Meerwasser, später auch Wundinfektionen durch Bakterien und der Fisch kollabiert dann relativ schnell. Auch wird ein solcher Fisch von allen Bewohnern sofort attackiert, die sich von Resten und Abfällen (z.B. Garnelen, Würmern, etc.) ernähren, was die Lage zusätzlich verschlimmert. Liegt er erst einmal auf der Seite, ist es meistens zu spät.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo Torsten,
    erst einmal vielen Dank für die vorsichtige 'Entwarnung' vor einer Krankheit.
    Du hast noch einige Sachen mehr gesehen als ich. Die Brustflosse war morgens aber noch intakt; das ausgefranste wird durch die Paddeleien im Sand gekommen sein. Was mich wundert, sind die nahezu identischen beidseitigen Blessuren. Habe ich so noch nirgendwo gesehen.
    Die Abschürfung am Maulrücken wird er sich bei seiner Gegenwehr zugezogen haben ,als ich ihn am Schwanz unter dem Steinaufbau herausziehen wollte. Flossen hatte er bis zum Schluß nicht angeklemmt und eigentlich verhältnismäßig normal geatmet.

    Ich werde nun vorsichtshalber doch wieder UV anschalten. Ist seit 2 Jahren nach Umbau und Röhrenerneuerungen nicht mehr in Betrieb gegangen.

    Gruss
    Stefan

    Servus
    Stefan

  • Hi,

    die beiden Körperstellen liegen fast genau gegenüber. Ich würde mal denken er hat sich irgendwo im Steinaufbau verklemmt gehabt und beim Befreiungsversuch wundgescheuert. Die Wunden Stellen haben sich dann entzündet.

    mfg Uwe

  • Wenn ihr auf Mechanik Tippt, und ich den (bei Stefan extrem seltenen) Event des Scheiben putzen dazu nehme, kann es auch gut sein das er sich an einer Spiegelung sprichwörtlich aufgerieben hat. Ich hatte das mal bei einem C. strigosus nach dem putzen der Rückscheibe, allerdings waren die Verletzung nicht so stark.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Zitat

    Original von Peter Schmiedel
    Wenn ihr auf Mechanik Tippt, und ich den (bei Stefan extrem seltenen) Event des Scheiben putzen dazu nehme, kann es auch gut sein das er sich an einer Spiegelung sprichwörtlich aufgerieben hat. Ich hatte das mal bei einem C. strigosus nach dem putzen der Rückscheibe, allerdings waren die Verletzung nicht so stark.


    Peter,
    wie fies ...
    meine Vorsätze für 09 sind noch immer ungebrochen; Scheiben sind einmal die Woche durchgeschrubbt. Es sind ja nur 13m². In 2 Std. bin ich durch.

    mit Uwes post weiß ich nun, dass ich den Fisch wohl selbst auf dem Gewissen habe.
    Eine Koralle vom Boden aufgehoben, den Stein, auf dem sie stand , an einen anderen mit Wucht geklatscht, so dass der stehenblieb. Dazwischen war wohl der Doktor zur falschen Zeit am falschen Ort. :loudly_crying_face: Befreit muß er sich selbst haben.

    Servus
    Stefan

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