Partner für Amphiprion Percula

  • Hallo,

    nachdem mein männlicher Amphiprion Percula leider gestorben ist, stellt sich für mich nun die Frage, ob als Partner für mein Weibchen auch ein Anemonenfisch anderer Art in Frage kommt, sollte ich hier in der Umgebung keinen Percula bekommen.
    Vielleicht gibt es hier im Forum ja auch jemanden aus der Umgebung Ludwigsburg, der im Moment Nachzuchten dieser Tiere abzugeben hat, gerne auch mit "Bindenfehler". Mein Männchen war nämlich so ein Exemplar und deshalb auf seine Art superschön und einzigartig.

    Über eure Meinungen würde ich mich freuen.

    Sonja
    :jumping:

  • Hallo Sonja,

    theoretisch kein Problem, ich denke ja auch nicht dass Du mit dem Pärchen züchten möchtest. Obwohl, da kommen dann auch manchal sehr hübsche hybriden raus. In wieweit die aber noch fortpflanzungsfähig sind kann ich nicht sagen.

    http://www.orafarm.com/exclusives.html

    An eines solltest Du aber denken: Percula ist kleiner als alle anderen Amphiprion und da würde ich mir wenn überhaupt einen jungen ocellaris dazu setzen, damit es keinen Stress gibt.

  • Hi Sonja,

    Wie Claudia und Thomas sagen, ist eine Verpaarung mit einem Exemplar einer ähnlich kleinen Art (A. ocellaris, ggf. auch A. sandaracinos, A. perideraion) theoretisch möglich.

    Solltest Du auch nur im entferntesten an Zucht denken, würde ich aber dringend davon abraten. Hybriden (btw: die ORA-Tiere sind keine, sondern es handelt sich um "Fehlbildungen" von Elterntieren der selben Art) mögen zwar eine nette Spielerei sein, aber insbesondere als Hobbyist kann man wohl kaum abschätzen, was man mit solchen Versuchen anrichten kann - aber gut, das ist ein anderes Thema.

    Auch abgesehen von der Zucht-Frage halte ich die absichtliche Zusammenstellung von artfremden Paaren für nicht sonderlich schön. Schließlich versuchen wir in der Aquaristik doch, der Natur so gut wie möglich nachzueifern, was ja eh nur sehr begrenzt gelingt. Ein "richtiges" Paar ist doch sehr viel ästhetischer, als ein zusammengewürfeltes.
    Zumal es bei A. percula keine echte Hürde sein dürfte, einen geeigneten Partner derselben Art zu finden...

    Viele Grüße
    Inken

  • Hallo Sonja ,

    warum lässt du dir nicht einen schicken , bei euch in deutschland ist das doch kein problem und auch noch bezahlbar.
    ich habe damals bastarde produziert (und die sahen noch besser aus als reine percula aus späteren aufzuchten) , was ist/war denn da so schlimm dran
    @ Inken ?
    Solange man sie nicht wieder ins meer kippt (obwohl da ja auch mal sowas in natura stattfinden kann)
    ist's wohl nicht so tragisch , und auch "falsche" nachzuchten sparen wildfänge.
    Was ocelllaris und percula betrifft , so gab es ja sogar mal leute , die behaupteten , es handele sich hier um diegleiche art ...und es gibt bei ocellaris und percula soviele farbvarianten , das die ästhetik sogar bei artsgleichen partneren etwas zu kurz kommen kann ;)...aber andere arten würde ich auch nicht zusammenpacken.
    übrigens haben meine bastarde sich bereits weiter vermehrt (jedenfalls eier gelegt) ob es zum schlupf gekommen ist weiss ich nicht.Bei echten hybriden dürfte das ja gar nicht möglich sein ...

  • Hi Thomas,

    Hinter meiner Kritik an Hybridisierungs-Experimenten steht zum einen die Grundangst, dass mit solchen Zuchttieren früher oder später doch, so unwahrscheinlich das auch ist, natürliche Populationen beeinflusst werden könnten, mit welchen Konsequenzen auch immer.


    Zum anderen gibt es möglicherweise weitere Faktoren, die gegen leichtfertige Experimente dieser Art sprechen. So etwa die Annahme, dass morphologische Veränderungen (etwa der Farbe) störenden Einfluss auf das genetisch programmierte Verhalten von durch Hybridisierung entstandenen Individuen nehmen können. Das klingt erstens theoretisierend (bei Amphiprion spp. vermutlich auch nicht wirklich relevant), zweitens fehlt mir das Fachwissen, um solche Theorien zu bewerten. Dafür bedürfte es eines Ethologen - soweit ich weiß, beschäftigt sich Prof. Dr. Ellen Thaler mit solchen Fragen.

    Eigentlich wollte ich auch nur kurz darauf hinweisen, dass die Sache mit der Hybridisierung nicht ganz so leicht genommen werden sollte, wie es sich bequemerweise erstmal anbietet.

    Mir persönlich gefällt allein der Gedanke schon nicht, dass es irgendwann keine artreinen Anemonenfische aus Nachzucht mehr geben könnte, eben weil einfach ocellaris x percula gezüchtet wird und die Tiere dann womöglich an Unwissende weitergegeben werden, so dass ein Züchter beim Einkauf neuer Elterntiere nicht mehr sicher sein kann, welche Gene die Tiere tragen.

    Aber wie gesagt, just my 2 Cents...

    Viele Grüße
    Inken

  • Mir geht es überhaupt nicht darum, zu züchten, sondern nur darum, einen Partner für mein Weibchen zu finden. Ich habe heute einen kleineren Occellaris gekauft, im Moment sieht es aber nicht danach aus, daß das Weibchen diesen akzeptiert, deshalb werde ich ihn wohl zurückbringen müssen. Ich frage mich, ob das Weibchen überhaupt einen anderen Partner akzeptieren wird, mein "altes" Männchen war zum Großteil ganz dunkel gefärbt, sehr speziell eben :smiling_face: So einen Partner werd ich nicht wieder finden und ich habe die Vermutung, daß jeder andere Anemonenfisch, der nicht annähernd so aussieht, wie der alte, nicht angenommen wird. Zumal das Paar in dieser "alten" Form 5 Jahre zusammen war.

    Sonja
    :jumping:

  • Hi Sonja,

    Naja, noch würde ich nicht aufgeben - gib den Tieren noch ein paar Tage Zeit (es sei denn, der Kleine bezieht Prügel).

    Eigentlich glaube ich nicht, dass das Weibchen den neuen Partner nicht akzeptieren könnte. Was tut sie denn - ignorieren oder attackieren? Ist letzteres der Fall, ist das Jungtier zu groß. Trifft hingegen ersteres zu, wird das schon noch werden.

    Dass das Weibchen auf einen bestimmten "Männer-Typus" fixiert ist und dem neuen daher die kalte Schulter zeigt, ist eher unwahrscheinlich. Anemonenfische binden sich ja nicht emotional an einen spezifischen Partner, sondern handeln instinktiv. Ich habe schon oft Ocellaris-Weibchen mit neuen Männchen verpaart und Probleme gab es dabei nie. Warum auch, welche ältere Dame wird denn etwas gegen einen jungen, knackigen Liebhaber haben :winking_face:

    Viele Grüße
    Inken

  • Hi Inken,

    sie hat ihn durch´s ganze Becken gejagt, jetzt schwimmt er in der einen Ecke und sie in der anderen. Der Occellaris ist von der Größe her im Vergleich zum Weibchen grade mal 1/3 so groß. Ich werd das morgen mal noch beobachten und wenn sich nichts ändert, werde ich den Kleinen rausfangen.

    Sonja
    :jumping:

  • Zitat

    Original von Inken Krause
    Mir persönlich gefällt allein der Gedanke schon nicht, dass es irgendwann keine artreinen Anemonenfische aus Nachzucht mehr geben könnte, eben weil einfach ocellaris x percula gezüchtet wird und die Tiere dann womöglich an Unwissende weitergegeben werden, so dass ein Züchter beim Einkauf neuer Elterntiere nicht mehr sicher sein kann, welche Gene die Tiere tragen.

    Hi Inken ,

    mit dem zitiertem geb' ich dir recht , man sollte schon wissen und richtig bezeichnen, was man kauft oder verkauft.
    Bei mir war's auch kein experiment , es hat sich einfach nur so ergeben :winking_face:
    ich habe auch gehöhrt , das solche dinge bei (jedenfalls) einigen züchtern verpönt sind , richtig überzeugende argumente habe ich aber noch nicht gehöhrt ....
    ...ausserdem gibt es ja auch in der natur zahlreiche mischungen , und ich glaube , die würden erst ein problem wenn sie zahlenmässig dominieren würden.
    Wenn ich mir aber anseh , was die bei oras so zu zusammenbasteln , wenn auch innerartlich, ich finde das eigentlich noch schlimmer (denke da bes. an die "picasso" -variante von percula , da ähnelt ein "normaler" ocellaris schon eher der "ursprünglichen" art ?()

  • Zitat

    Original von Sonja Burk Ich frage mich, ob das Weibchen überhaupt einen anderen Partner akzeptieren wird, mein "altes" Männchen war zum Großteil ganz dunkel gefärbt, sehr speziell eben :smiling_face: So einen Partner werd ich nicht wieder finden und ich habe die Vermutung, daß jeder andere Anemonenfisch, der nicht annähernd so aussieht, wie der alte, nicht angenommen wird. Zumal das Paar in dieser "alten" Form 5 Jahre zusammen war.

    ich finde es auch komisch , das deine dame so wählerisch ist...bei mir ist damals das (ocellaris-)weibchen gestorben , der percula - bock hat dann das geschlecht gwechselt , und ich habe dann das glück gehabt , den letzen percula aus der einzigen leiferung hier in 4 jahren zu bekommen.Die verpaarung lief reibungslos , und sie fingen schon nach wenigen wochen wieder zu laichen an.
    Das es bei dir erstmal schlecht aussieht , hängt sicher nicht mit der färbung/zeichnung des "neuen" zusammen.

  • Hallo!
    Ich hatte mal ein Pärchen A.percula black. Leider ist mir durch eingeschleppte Pest das Männchen verendet. Trotz lange Suche habe ich kein Männchen in Black gefunden und dann halt ein "normales" eingesetzt. Das "scheuchen" des Weibchens konnte ich 2 Tage lang auch beobachten. Wie sich aber herausstellte, galt es allein dem Zweck, das kleine Männchen in die Anemone zu bringen.:D

  • Ich möchte euch mal auf den neuesten Stand in Sachen "Percula-Beziehung" :smiling_face: bringen.
    Der kleine Occellaris hat sich jetzt einen Tag und eine Nacht immer mehr zur Percula-Dame "herangepirscht" und als ich heute morgen ins Becken geschaut habe, schwammen sie zusammen, das ist auch heute den ganzen Tag so geblieben. Sieht alles ganz friedlich aus. Jetzt müssen sie nur noch zusammen in die Anemone gehen und dann passt es :smiling_face:
    Ich bin superfroh darüber, daß es nun klappt und ich den Kleinen doch nicht zurückgebracht habe.
    Vielen Dank auch für eure Hilfe!

    Sonja
    :jumping:

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