Abschäumung und fettreiches Futter

  • Hallo Leute

    ich bin ein Fan von Schwarmfischen und habe ca. 40 Chromis und Anthias in meinem 3.000 l Pott.
    Diese Fischarten sind ja am besten bei permanenter Fütterung haltbar.
    Meine bekommen über Futterautomaten alle 30 min. eine kleine Menge Energie- und fettreiches Aufzuchtgranulat.
    Das Futter stammt aus der professionellen Fischzucht und enthält große Anteile an Fischmehl und Fischöl.
    Die Fische sind ganz verrückt danach.
    Das Problem ist, dass der Abschäumer, Bubbleking 300, den ganzen Tag nicht schäumt. Erst eine Stunde nach der letzten Fütterung legt er los.
    Nun gibt es ja einige User, die berichten, dass sie Schäumer haben die bei fettreichem Futter die Abschäumung nicht oder nur kurz einstellen. Ist da was dran? Wer kann das tatsächlich bestätigen?
    Welche Schäumer verwendet ihr? Meine Vermutung ist, dass dazu ein extrem ruhiges Schaumbild erforderlich ist.
    Oft liest man bei Kegelabschäumern, dass sie mit fettem Futter gut zurechtkommen.
    Vielleicht bringt es auch was, den Wasser- und/oder Luftdurchsatz zurückzufahren. Oder das 160er Steigrohr ist zu groß?
    Denke die Schäumerhersteller sollten sich mal intensiv mit dieser Problematik auseinandersetzen,
    da die fettreichen Futtermittel ja immer mehr verkauft werden.

    Danke für Eure Rückmeldungen und einen Guten Rutsch.

    Robert

  • Zitat

    Original von rkaseder
    Das Futter stammt aus der professionellen Fischzucht und enthält große Anteile an Fischmehl und Fischöl.
    Die Fische sind ganz verrückt danach.

    hi robert,

    hier stellt sich für mich eher die frage, inwieweit das überhaupt gesund ist, so ständig kalorienbomben den tieren zu verfüttern.... :frowning_face:

    stell auf normalfrofu um, dann klappts auch mit der abschäumung.

  • Zitat

    Original von rkaseder
    ich bin ein Fan von Schwarmfischen und habe ca. 40 Chromis und Anthias in meinem 3.000 l Pott.
    Diese Fischarten sind ja am besten bei permanenter Fütterung haltbar.
    Meine bekommen über Futterautomaten alle 30 min. eine kleine Menge Energie- und fettreiches Aufzuchtgranulat.

    schau dir mal das futter von e+m aus schleswig an..
    http://www.energie-materie.de/html/e___m_zuchtergranulat.html
    damit kann man auch oft fütter, ohne das der AB streikt.

    Ich füttere mit Flocken und Granulat nur 1x am Tag... und meine Fische sind dick und rund... das Futter ist der Hammer... und belastet nicht übermäßig.

    Viele Grüße
    Norman

  • Hi,

    Ähnliche Werte hat mein Futter auch. Ohne energiereiches Futter wirst Du Anthias nicht langfristig am Leben erhalten können.

    Gruß
    Robert

  • Zitat

    Original von rkaseder
    Ohne energiereiches Futter wirst Du Anthias nicht langfristig am Leben erhalten können.

    aber man muss ja nicht gleich übertreiben....

    andere füttern auch nicht alle 30 minuten und dazu noch mastfutter und die anthias stehen bestens und das seit jahren.

  • Robert,

    Du kannst alle Anthias jahrelang am Leben erhalten. Auch die Tiefsee-Arten....bin selbst Anthias Fan.... fettreiches Futter ist für Anthias fast tödlich... weil : .. Anthias bekommen in der Natur nie genügend Futter. Aus meinen eigenen Beobachtungen schnappen Anthias im Meer den ganzen Tag nach Futter. Anthias haben demzufolge kein Sättigungsgefühl. Werden sie im Aquarium, in großen Zeitabständen, mit viel Futter bombardiert, fressen sie so lange, bis sie wieder erbrechen.... da sie im Meer nie satt werden kennen sie eben auch nicht das Sättigungsgefühl.
    Anthias brauchen daher weder eine fettreiche Kost noch Futterbomben. Ich habe vor Jahren schon einen Frostfutterautomat gebaut, der stündlich in kleinen Schüben, Frostfutter aufgetaut und automatisch dem Aquarium, vor einem Pumpenauslass, in kleinen Portionen, zugeführt, wurde. Ich kenne einige Fisch-Spezln, die behaupten, dass in unseren Aquarien mehr Anthias, an Verfettung sterben, als an Hunger. Ihr Organismus ist nicht ausgelegt auf diese Art der Fütterung.
    Überhaupt bin ich der Meinung, dass Fische, die so speziell gefüttert werden sollten, mehr für reine Artenbecken gedacht sind, als denn für Gesellschaftsbecken. Tiefseegorgonien, hält man ja auch nicht unter HQI. Im Besonderen sollten Tiefseeanthias, oder die mit einer oberständigen Schnauze, Spezialisten vorbehalten bleiben. Squamipinnis sind noch mit am einfachsten zu halten.
    Alles Frostfutter, wird bei mir vor einfüllen in den Automat, mehrmals ausgewaschen und über Nacht, mit Vitaminen, angereichert. So behandeltes Futter, hat auch keinen Einfluss auf die Abschäumerleistung, bzw. Oberflächenspannung.

    Grüße ... Klaus

    Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....

  • Zitat

    Original von Joe

    aber man muss ja nicht gleich übertreiben....

    andere füttern auch nicht alle 30 minuten und dazu noch mastfutter und die anthias stehen bestens und das seit jahren.

    Hai,
    ich habe mit Robert schon persönlich über dieses Thema gesprochen und muß sagen, er hat garnicht so unrecht. Er übertreibt mit der Fütterung garantiert nicht, schließlich befasst er sich schon seit mehr als 25 Jahren mit Meerwasser und Fischen im alllgemeinen wohl nochmal 20 Jahre drauf (Hallo, alter Mann :wink ).
    Ich halte nun auch einiges an Feenbarschen, -aber bestimmte Arten (nein, es sind keine Tiefsee- oder Höhlenanthias) haben tatsächlich einen erhöhten Bedarf an Futter, da sie keine Reserven anzulegen vermögen. Tuka, Evansii. aber auch selbst Chromis haben nach meinem Dafürhalten erhöhten Bedarf.
    Squamipinnis scheinen niedrigere Futtermengen nichts auszumachen (bei mir morgens 1x und abends mehrmals innerhalb 2 Std.), die anderen Artverwandten scheinen damit Probleme zu haben. Nicht, dass sie nicht gesund aussehen würden-, aber die Lebenserwartung könnte höher sein.
    Dass nun Barsche ausgerechnet in einem Spezialaquarium gepflegt werden sollten, will mir nicht einleuchten.
    Gerade diese Fischarten sind doch die 'Butter und Brot' Fische in jedem Riff.

    Zur Abschäumung: ich habe damit eigentlich kein Problem, obwohl ich beim Fischfutter eigentlich nur auf ausgewogenes angereichertes Futter achte, pumpe ich doch einiges an fetthaltigen Suplementen als Korallennahrung in die Becken.
    Ich rate, die Überlegungen nicht nur auf die Abschäumer zu versteifen (Zylinder oder Kegel) , die die Überbleibsel und Ausscheidungen entfernen, sondern einfach mal einen Algenfilter, Biofilter in die Planung mit einzubeziehen. Natur hilft sich selbst am besten.

    Servus
    Stefan

    2 Mal editiert, zuletzt von Stefan C. (31. Dezember 2008 um 17:41)

  • Hallo Klaus,

    geht jetzt zwar am Thema vorbei, aber trotzdem. Ganz so einfach ist das mit der Fischernährung nicht.
    Die Anthias, wie auch die meisten anderen Fische haben keinen Magen sondern nur einen Darm. Das heißt,
    die Fische können nicht "auf Vorrat fressen", sondern sind auf permanente Ernährung angewiesen. Als Dauerschwimmer haben sie einen sehr hohen Energieverbrauch. Die meisten Anthias sterben unzweifelhaft an Unterernährung. Es ist wissenschaftlich bewiesen, (z.B. Studien von Schreckenbach) dass Fische ein Futter mit einem ungefähren Protein/Fettverhältnis von 2:1 am besten verwerten können. Kohlehydrate sind im Gegensatz dazu nur sehr schlecht verwertbar. Das heisst ein gutes Futter hat ca. 45% Proteine und 20% Fettgehalt.
    Umso niedriger der Fettgehalt und umso höher der Kohlehydratgehalt (hoher Getreideanteil im Futter) desto mehr giftiges Ammoniak wird über die Kiemen abgeatmet. Auch Organschäden sind durch so ein ungeeignetes Futter vorprogrammiert!
    Viele billige Futterarten haben einen niedrigen Fettgehalt wegen der längeren Haltbarkeit! Professionelles Futter
    mit einem ausgewogenen Protein und Fettgehalt sollte als Bestandteile an erster Stelle immer Fisch/Fischnebenerzeugnisse aufweisen und nicht etwa Getreide! Dadurch ist es zwar teurer und nicht so lange haltbar aber die Fische danken es uns mit Gesundheit und längerem Leben. Wegen des höheren Energiegehaltes einfach weniger füttern!
    All diese Zusammenhänge hat man ausführlichst in wissenschaftlichen Versuchen ermittelt! Teilweise wurden diese Untersuchungen von der Koiszene finanziert, da man die oft zigtausend € teuren Fische ja möglichst lange am Leben halten will.

    Aber zurück zum Thema: Wieso reagieren manche Schäumer unempfindlicher auf fettreiches Futter als andere??

    Gruß

    Robert

  • Hi Stefan,

    muss im neuen Jahr mal wieder bei Dir vorbeischauen! 2 Stunden fachsimpeln!
    PO4 Absorber ist auch schon wieder aus!

    Guten Rutsch!
    Robert

  • Hallo Klaus,

    habe in einem anderen Beitrag gelesen dass durch die neuen regelbaren Schäumerpumpen dieses Problem umgangen werden kann.
    Führst Du die verbesserte Abschäumung bei fettreicher Fütterung tatsächlich auf die verringerte Luftzufuhr zurück, oder hat es damit zu tun, dass durch die verringerte Pumpendrehzahl auch der Wasserdurchfluss verringert wird,
    was natürlich zu einem wesentlich ruhigeren Schaumbild und weniger Verwirbelungen führt?

    Gruß
    Robert

  • Hi Robert,

    Leistungsfähige Abschäumer und fettreiches Futter, sind zwei Dinge, die sich offenbar nicht vertragen. Bei sehr fetthaltigem Wasser wird die Oberflächenspannung des Wassers, extrem herabgesetzt und die Blasenbildung, erschwert bzw. komplett verhindert. Verringert man hingegen die Luftleistung, hebt sich dieser Effekt wieder auf. Den genauen Grund und welche chemischen Parameter zu diesem Effekt führen, kann ich Dir nicht erklären. Das haben wir mehr oder weniger, zufällig rausgefunden, oder besser die Kunden, die Testweise regelbare Abschäumerpumpen, erhalten haben. Wahrscheinlich sind beide Faktoren mitentscheidend : weniger Luft+weniger Wasser = weniger Verwirbellungen, das heißt im Endergebnis : bessere Abschäumung.

    Grüße ... Klaus

    Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....

    Einmal editiert, zuletzt von klaus Jansen (7. Januar 2009 um 19:48)

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!