Eine Diskussion über Nährstoffe

  • Hallo,

    hier mein Beitrag/Erfahrungen:

    Vor der Übersiedlung des Beckens vor knapp zwei Monaten hatte ich mit Merck Streifen (ich hab noch jede Menge übrig und nehms halt zum Vergleich her)und Salifert Tests Nitrat und Phosphat n.n.
    Hatte aber die Testlösung von Harald konnte hier mit den Nitrat-Tests ziemlich gute Werte ermitteln. Also waren die nicht nachweisbaren Werte im Becken wohl ok.
    Mit den Wachstumswerten war ich soweit zufrieden (das meiste sind noch Weichkorallen, erst ein paar Steinkorallenableger).
    Ich hatte ungefähr 4cm Bodengrund.

    Beim Übersiedeln hab ich den Bodengrund im restlichen Salzwasser ausgewaschen und nurmehr die Hälfte verwendet.
    Nitrat und Phosphat wurden jetzt erstmals angezeigt (mit Merck-Streifen Nitrat 20mg).
    Vor dem Übersiedeln wechselte ich 20 Liter pro Woche jetzt 30.
    Inzwischen messe ich mit dem Merck Streifen noch 5mg.
    Bei den Salifert Tests tue ich mir etwas schwer mit der Bestimmung der Farben (auch mit zwei Messungen kommt irgendwie nichts gescheites raus) - kanns irgendwie nicht gut zuordnen. Sind mittlerweile auch ein dreiviertel Jahr alt und auch schon ziemlich leer - weiß nicht, ob die noch gut sind. Demnächst kommen eh neue.

    Wachstum seit der Übersiedlung:
    sehr gut
    soweit feststellbar sogar besser als vorher.
    2 Lobophytum haben früher stagniert und hatten Polypen nur zeitweise geöffnet. Haben einen richtigen Wachstumsschub gemacht und sind auch dauernd offen (wurden nicht umplaziert!)
    Orange-rote und grüne Montipora-Platte sowie Seriatopra Hysterix wächst ebenfalls besser.
    Xenien wachsen ebenfalls gut (gebe laufend Ableger ab - die letzten bei einem Händler gegen eine favites getauscht :grinning_squinting_face: !, wachsen in zwei Tagen an Steinen fest), an Stellen wo sie vorher kümmerten, kommen sie jetzt wieder.
    Eine Klyxum braun und eine Rumphella sind innerhalb von Tagen an den Steinen festgewachsen - vor der Übersiedlung waren sie nur auf kleinen Brocken und wollten nirgends anwachsen.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Zitat

    Original von Jörg Kokott
    Wie verhält es sich dann bei einer Überdosierung von Spurenelementen oder Iod?

    Hallo Jörg,

    meine Wasserwerte werden alle 14 Tage gemessen (derzeit wegen Balling Einsatz öfter) und sind hier

    Trotz der niedrigen Ca und Mg Werte fand ich das Wachstum gut.
    Probleme betreit derzeit RTN an einigen kleinen Stellen meiner Acros und großflächig an einer Montipora.
    Da ich aber in dem Becken auch Jod überdosiert habe, kann ich nicht sagen ob Symtome wegen des Jodüberschusses oder des Ca und Mg Mangels entstanden sind.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo,

    ich freue mich, das sich auch Hans-Werner zu Wort meldet.
    Eine Umrechnng in ein Gewichtsverhältnis hätte ich auch mal machen können ... :face_with_rolling_eyes:

    Im Prinzip ist diese Diskussion über die Ammonium und Nitrataufnahme doch sehr interessant, auch wenn es vielleicht ein wenig ins Detail geht, aber ich denke das läßt sich hier auch verkraften. Je nachdem wie sich das entwickelt können wir ja immer noch einen eigenen Threat aufmachen.

    Die Aussage, das Ammonium für die meisten marinen Algen die günstigere Stickstoffquelle ist (da bereits) reduziert, sollten wir festhalten. Das ist nämlich v.a. dann wichtig, wenn wir eine unter Umständen bestehende Stickstofflimitierung ausgleichen wollen. D.h., hier eignet sich grundsätzlich eine Ammoniumverbidung (wie Ammoniumchlorid oder Hirschhornsalz = Ammoniumhydrogencarbonat/Ammoniumcarbonat 1:1 Mischungsverhältnis (Danke Bern) besser als eine Nitratverbindung.

    Danke allen für Eure Beschreibungen.

    @ Frank (iXware): Berichte mal weiter, wie sich Dein Jaubert System entwickelt und v.a., wie stabil es später einmal gegenüber starkem Nährstoffeintrag ist.


    @ Peter: Ich hoffe, Du bekommst Dein RTN wieder in den Griff. Ich denke mal, die Iodüberdosierung in Kombination mit den niedrigen Calcium- und MAgnesiumgehalten wird dies sehr wahrscheinlich ausgelöst haben.
    Hast Du schon einmal niedrigere Nitratwerte als 10 mg/L bei gleichem Phosphatgehalt gehabt? Wenn ja, wie war dort das Wachstum der Korallen?

    @ Markus: Du hast also im Moment etwa 5 mg/L Nitrat. Das würde mich jetzt Dein Phosphatgehalt interessieren. Weiß Du den?

    H Hersteller

  • Hallo Bernd,

    natürlich kann man das nicht vom Lebensraum getrennt sehen, aber gerade im Korallenriff, um darauf zurückzukommen, liegt etwa die Hälfte des Stickstoffes als Ammonium vor, ein weiterer Anteil als gelöster organischer Stickstoff.
    Beide werden von den Aufnahmesystemen der Algen weit besser aufgenommen als Nitrat (Stichwort Aufnahmekintik).

    Zurück zum Thema:
    Zu Phosphat: Ein (erheblicher) Teil des Phosphates liegt als anorganische Polyphosphate vor, sowohl bei Messungen in eigenen Aquarien als auch vermutlich im Riff. Das sind Reservepolyphosphate von Algen, die bei der Zerstörung der Algenzellen frei werden. Sie sollten nicht als organische Phosphate bezeichnet werden, werden aber auch bei der Messung von reaktivem Phosphat nicht erfasst.
    Bei der Hydrolyse mit Schwefelsäure und Hitze werden anorg. Polyphosphate erfasst, org. Phosphate kaum. Die werden erst nach Oxidation mit Kaliumpersulfat (+ Schwefelsäure + Hitze) erfasst.

    Bei Messungen im Aquarium lag der Anteil der anorg.
    Polyphosphate höher als der Anteil der org. Phosphate (fast vernachlässigbar) und des reaktiven Phosphates.
    Nur ein Becken mit hohem Phosphatgehalt hatte fast nur reaktives Phosphat, kaum Poly- + Organophosphate.

    Eine Messung erbrachte in einem Versuchsaquarium reaktives Phosphat 0,00 mg/l, Gesamtphosphat 0,01 mg/l, trotzdem wuchsen höhere Algen auf Lebendgestein in einem Becken ohne algenfressende Fische gut!
    Korallenwachstum eher langsam und gedrungen, das ist aber auch artspezifisch.

    Alle hier beschriebenen Indikatoren (Polyphosphate, Ammonium, org. N) sprechen für einen sehr schnellen Umsatz der Nährstoffe im Riff und in den erwähnten Versuchsaquarien.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Jörg,

    Ich werde heute nochmal messen.
    Hab Nitrat Merck Stäbchen und Salifert und Phosphat Salifert und zumindest als Vergleich Sera.
    Werd mal schauen, was sich da ablesen läßt.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Zitat

    Original von Jörg Kokott
    @ Peter: Ich hoffe, Du bekommst Dein RTN wieder in den Griff. Ich denke mal, die Iodüberdosierung in Kombination mit den niedrigen Calcium- und MAgnesiumgehalten wird dies sehr wahrscheinlich ausgelöst haben.
    Hast Du schon einmal niedrigere Nitratwerte als 10 mg/L bei gleichem Phosphatgehalt gehabt? Wenn ja, wie war dort das Wachstum der Korallen?

    Hallo Jörg,

    die RTN ist so marginal, daß ich mir da keine Gedanken drüber mache... eher wie ich den Ca Wert bei der KH wieder hinbekommen ?????

    Der No3 Wert war eigentlich immer unter 5mg. Die derzeitige leichte Erhöhung führe ich auf den Einsatz der Zeivith Komponenten zurück. Auch davor sind die Korallen meines erachtens nach super gut gewachsen. Allerdings gebe ich folgends zu bedenken:

    1. Ich hatte früher nie Steinkorallen. Kann Wachstum daher nicht wirklich vergleichen.
    2. Mein Becken steht erst seit dem 11.07.2002. Das ganze Gleichgewicht ist daher vermutlich noch nicht ausgependelt.
    3. Ich habe für ein Korallenbecken einen eher hohen Fischbesatz - und hungert tut bei mir echt keiner. Ich bin nämlich auch gerne satt :grinning_squinting_face:
    4. Das frische einbringen von Zeovith hat sicher auch seine Auswirkungen.
    5. Ich habe sicher eine als sehr stark zu bezeichnende Strömung die vermutlich auf den Nitratabbau eine große Auswirkung hat.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Zitat

    Original von Jörg Kokott
    zu iP: Ich denke auch, das ein Phosphatgehalt von über 1 mg/L für Acroporas kaum tragbar ist. Aber auch hier erstaunlich, das sich die Großpolyigen gut halten! Die Verhältnisse liegen also hier zwischen 10:1 bzw. 50:1.

    Hi Jörg,

    mhm, acroporas sind leider nicht. Aber ganz ehrlich: ich kann kiloweise rowaphos und contraphos einsetzen, es hat keinen sinn! Nach spätestens ein bis zwei wochen ist der alte PO4 wert wieder da. Und ein rückgang auf 0mg war noch nie zu beobachten. Für mich ist das phoshat das größte problem, was sicherlich an meinen verbrauchern liegt. Ich kann nichts unternehmen als die fischzahl zu reduzieren oder mit den gleichen tieren in ein viel größeres becken, mit größer dimensionierter technik, umzuziehen.
    Sonst bleibt mir leider nichts übrig:(

    Viele Grüße,

    :grinning_squinting_face: iP!!

    iP's Most Rated Sept/06:
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  • Salut Forianer

    Ich stosse etwas spät zur Diskussion dazu, möchte aber trotzdem noch ein paar Erfahrungen los bringen. Wir haben zwei Aquarien, ein 300l-Becken (viel Weichkorallen, Krustenanemonen, Peitschenkorallen, eine Anemone, eine Blasenkoralle, eine Favidae und eine Pocillopora) und ein 850l-Becken (hauptsächlich SPS, einige grosspolypige Steinkorallen, Peitschenkorallen und ganz wenig Weichkorallen). Im kleinen Becken hatten wir zeitweise einen Nitratwert von über 50mg/l, im grossen Becken ist der Nitratwert bei ca. 15mg/l und der PO3 fast immer nn. Erstaunlich war für uns, dass die Blasenkoralle und die Favidae trotz der hohen Nitratwerte GIGANTISCH gewachsen sind! Beide Korallen haben sich innerhalb von einem Jahr in der Grösse verdreifacht. Auch alle Weichkorallen und die Peitschenkoralle (wir haben schon 4 Ableger gemacht) wachsen stetig. Die Anemone ist in der Zeit nur sehr minim gewachsen. Seit rund 2 Monaten versuchen wir den Nitratwert zu senken, heute lieg er bei ca. 30mg/l. Am Zustand der Korallen hat sich noch nichts geändert. Man darf gespannt sein. Den Pocillopora-Ableger haben wir übrigens aus dem grossen Becken gezügelt, nachdem er dort langsam gestorben ist. Im kleinen Becken hat er sich nun erholt und wächst! Erstaunlich, oder!? Im grossen Becken wachsen die Weichkorallen praktisch nicht. Allen Acroporas geht es super. Eine Bruchstelle wächst normalerweise in rund 4-6 Tagen wieder zu. Die Peitschen wachsen genau gleich wie im kleinen Becken. Unterschiedlich sieht es bei den grosspolypigen Steinkorallen aus - eine Favidae und eine Blasenkoralle wachsen mässig. Eine Hammerkoralle und eine Galaxea wachsen sehr stark. Grundsätzlich denke isch, dass die Grosspolypigen mehr Nährstoffe vertragen und die Weichkorallen auch. Was man vielleicht generell auch noch in Betracht ziehen müsste, ist die BECKENKONKURRENZ. Ich denke im grossen Becken hindern die Steinkorallen die Weichkorallen am Wachsen. Im kleinen Becken wachsen die Lederkorallen und die Xenien besser, seit die Scheibenanemonen weg sind. Da ist so vieles, das das Wachstum der Korallen beeinflussen kann!
    Ich hoffe, ich hab noch etwas zur Diskussion beitragen können.
    Es liebs Grüessli vo de SARAH

  • Hallo Ian

    Es würde schon gehen, nur wäre es ein finanziell eine recht heftige Ausgabe. Du musst Rowa/Contraphos oder derleichen einsetzten was das Geld hergibt. Dann und erst dann wenn der Werte nachgibt, dann ist auch das was sich schon im Becken angereichert hat auch zum Teil abgebaut.
    Ich bin sicher das sich schon sehr viel eingelagert hat.

    Das muss auch mit raus.
    Denn früher oder später kommt es mit etwas Pech dann zu Algenplagen.
    Nur ist es halt echt eine gross Mühe....

  • Zitat

    Original von iP

    Hi Jörg,

    mhm, acroporas sind leider nicht. Aber ganz ehrlich: ich kann kiloweise rowaphos und contraphos einsetzen, es hat keinen sinn! Nach spätestens ein bis zwei wochen ist der alte PO4 wert wieder da. Und ein rückgang auf 0mg war noch nie zu beobachten. Für mich ist das phoshat das größte problem, was sicherlich an meinen verbrauchern liegt. Ich kann nichts unternehmen als die fischzahl zu reduzieren oder mit den gleichen tieren in ein viel größeres becken, mit größer dimensionierter technik, umzuziehen.
    Sonst bleibt mir leider nichts übrig:(

    Viele Grüße,

    Hallo Ian,

    es gibt noch alternativen, die beziehen sich jedoch auf "alternative" Filtermethoden und auch mit einem Umbau des Beckens.
    Hast Du es mal mit einem Algen-Refugium probiert? Ich würde Dir noch nicht einmal raten, "Sedimentfilter" wie Miracle Mud, Jaubert, Deep Sand Bed oder ähnliches zu installieren, da sich hier vor allem der Stickstoffkreislauf abspielt. Natürlich metabolisieren hier Bakterien auch Phosphor, aber ich denke nicht, das hier der Phosphatentzug ausreichen würde.

    Aber Algenwachstum kann schon eine Menge an Phosphaten rausziehen, v.a. sowohl anorganisches Phosphat und organisches Phosphat. Über die ganzen Fütterungen wird v.a. eine große Menge organisches Phosphat ins Becken eingebracht, und damit kann Contraphos/Rowaphos nix anfangen und messen kannst Du es auch nicht. Bei Nichtverbrauch entsteht daraus irgend wann einmal anorganisches Phosphat, und das sammelt sich dann extrem im Becken an, so wie bei Dir. Wenn aber Makroalgen, die organisches Phosphat über oberflächenaktive Enzyme (sogenannte Phosphatasen) nutzen können, dann wird der Anteil an organischem Phosphat abnehmen, der dann irgend wann mal zu anorganischem Phosphat wird. Weißt Du, was ich meine. So wie bei der Abschaumung: vorher Proteine rausnehmen, das letztlich weniger Ammonium entsteht, das später dann zu Nitrat umgesetzt wird.

    Eigentlich müßtest Du nur Dein Filterbecken mit einem, naja für Dein Becken (ich kenne es ja vom Video) mind. 100 Liter Becken, koppeln. Überlege es Dir mal. In der aktuellen Ausgabe der Koralle erzählt Onkel Terry was in der Rubrik "American Reef Keeping Perspectives". Mit dieser Literatur kannst Du mal anfangen. Auch in Sprung/Delbeek Band 1 steht etwas über Algenrefugien drin, glaube sogar recht viel.

    Also, wenn Du noch nicht ganze verzweifelt bist, dann ziehe dies einmal in Erwägung.


    Das ganze bringt mich überhaupt auf eine tolle Idee für diese Diskussion:

    Wer von Euch fährt ein Algenrefugium, um seine Nährstoffe kontrollieren/senken zu können? Habt Ihr damit Erfolge und überhaupt, welche Erfahrungen liegen vor. Hat das denn mal jemand mit der Eisendüngung ausprobiert, wie es Terry Siegel diskutiert?

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,

    also die Werte konnte ich noch nicht überprüfen, hatte am Montag die Klasse meines Sohnes zu Besuch und mußte dann auf Dienstreise - bin erst gestern spät abends nach Hause gekommen. Werden aber noch nachgereicht.

    Zum Thema Algenrefugium: ich habe von Anfang an ein kleines Algenrefugium im Unterbeckensystem eingerichtet (ca. 45x30x30) - das aus dem Abschäumer kommende Wasser fliest da rein. Darin wachsen kleine Bestände mehrerer Caulerpa-Sorten, von denen ich wöchentlich etwas ins Becken als Futter gebe (mehr wird nicht gefressen). Außerdem leben noch ein paar Einsiedler, zwei Mittelmeer-Felsgarnelen, (neuerdings) eine Krabbe, etliche Schnecken und jede Menge Kleingetier drinn. Wird nachts mit einer T8 Röhre beleuchtet. Mein PH-Wert ist konstant 8,2.
    Läuft bei mir problemlos. Noch nie mit Eisengedüngt. Die Wachstumsraten sind so, daß ich immer soviel füttern kann, wie gefressen wird.

    Grüße

    Markus

    PS: Copyright fürs Bild bei mir

  • HI @ All
    Wo ist denn mein Bericht vom 25.02. um 22.05 Uhr geschrieben verblieben ! :confused_face:

    MFG Heinz-Georg

  • Hallo Jörg & Robert,

    vielen dank für eure antwort!

    Robert: Klar kann ich rowaphos/contraphos reinhauen bis ich pleite bin, aber ich sehe den sinn darin nicht. Ich habe nunmal 2 sehr starke verbraucher: den paddelbarsch und den juwelenzacki. Die beiden werden aber nicht aus meinem system verschwinden. Ich habe deswegen schon mal 2 kilo rowa im einsatz gehabt, aber der erfolg war für den preis nicht akzeptabel:(

    @Jörg: Yep, an so ein algenrefugium habe ich schon mal gedacht und ich habe es auch schon im einsatz gehabt. Allerdings in einem viel zu kleinem maßstab. Um das wirklich effizient arbeiten zu lassen ist ein größeres algenbecken notwendig. Ich mache mir schon seitlängerem gedanken darüber, wie das bei mir realisierbar wäre. Im unterschrank habe ich bereits ein aqua für den abschäumer (80 cm becken). Die frage ist: wie schnalle ich da parallel ein becken dazu, ohne dass die sicherheit beeinträchtigt wird. Nach dem prinzip, eine pumpe zu reinpumpen und eine zum rauspumpen läuft das nicht. Ein einziger ausfall und mein wohnzimmer steht unter wasser. Also wie koppelt man 2 getrennte aquas?

    Licht und alles ist schon da, zeitschaltung würde ich halt so einstellen, dass nachts beleuchtet wird, wegs dem PH. Oder kann man auch 24 druchleuchten?
    Aber: wenn das algenbecken nix bringt, und es nur brotlose kunst ist, schmeisse ich wieder ne menge geld zum fenster raus. Daher muss gleich von anfang an richtig geplant werden...

    PS: Danke jörg für die PN.

    Viele grüße,

    :grinning_squinting_face: iP!!

    iP's Most Rated Sept/06:
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  • Zitat

    Original von iP
    Licht und alles ist schon da, zeitschaltung würde ich halt so einstellen, dass nachts beleuchtet wird, wegs dem PH. Oder kann man auch 24 druchleuchten?

    Hallo IP,

    die Beleuchtung über dem Algenfilter kannst du 24h an lassen.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Zitat

    Original von iP
    Also wie koppelt man 2 getrennte aquas?


    Hallo iP,
    eine Möglichkeit sehe ich darin, indem sie sich das Technikbecken teilen, sozusagen als Wassermischkammer.
    und die zweite Möglichkeit: AQ-A Überlauf nach AQ-B. AQ-B Überlauf ins Technikbecken [AQ-T], AQ-T pumpt nach AQ-A.

  • Hallo Markus,
    eine Frage ist in deinem Algenbecken auch Korallenbruch als Bodengrund, wenn ja wie hoch in etwa?

  • Hallo Stefan,

    ja, so zwischen einem und zwei Zentimeter und ein paar kleinere Steinchen.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

    Einmal editiert, zuletzt von MarkusK (28. Februar 2003 um 07:32)

  • Stephan:
    Galt deine Frage als anspielung auf phosphat-speicherung?

    :grinning_squinting_face: iP!!

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    Einmal editiert, zuletzt von iP (27. Februar 2003 um 14:39)

  • Hallo Jörg,

    gestern hab ich jetzt nochmal gemessen.
    Ich werde aber wohl neue Tests kaufen, bzw. schauen, daß mir noch jemand anderer messen kann. Bin mit den Ergebnissen/Ablesbarkeit nicht so ganz glücklich.

    Nitrat:
    Merck Teststreifen: zwischen 0 und 10 also etwa 0,5
    Salifert: wenns auf der weißen Fläche steht, könnte es im Vergleich zu den Farbmustern alles :confused_face: zwischen 0,5 und 20 sein.

    Phosphat:
    Sera: <0,1 (Färbung weniger als der erste Farbwert)
    Salifert: je nachdem wie ichs halte entspricht es den Farbwerten zwischen 0,01 und 1.

    Wie muß man da eigentlich bei den Salifert Tests genau ablesen: Testgefäß nur auf die weiße Fläche und dann vergleichen oder etwas mit den Musterfarben überlappen lassen?

    Vor der Übersiedlung war das ablesen einfacher - da waren die Werte nie nachweisbar.
    Eigentlich hab ich gute Augen, aber das frustriert schon.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Zitat

    Original von iP
    Stephan:
    Galt deine Frage als anspielung auf phosphat-speicherung?

    Hallo IP,
    nein Fragte da diese Thema mich schon Interresiert und ich ja auch einen schönes Technikaqua habe und Beleuchtung ist da auch im Schrank. Wie schnell sind da mal Algen drinne :face_with_rolling_eyes:

  • Hallo Markus,

    ich lese die Salifert-Test immer so ab, das ich die weiße Farbkarte hinter das Probengefäß halte, und dann durch die Flüssigkeit durchschaue. Also nicht von oben reingucken, und dann unter dem Gefäß die Farbkarte sehen, sondern von einer der vier Seiten reinschauen. Dann kannst Du den Farbvergleich machen.

    H Hersteller

  • Zitat

    ich lese die Salifert-Test immer so ab, das ich die weiße Farbkarte hinter das Probengefäß halte, und dann durch die Flüssigkeit durchschaue. Also nicht von oben reingucken, und dann unter dem Gefäß die Farbkarte sehen, sondern von einer der vier Seiten reinschauen. Dann kannst Du den Farbvergleich machen.

    Hallo Jörg,

    bist du sicher, dass du da die richtigen Werte ermittelst? Du machst mich ganz durcheinander.

    Beim Nitrat-Test empfahl Habib mal in einem Posting, bei einem "von oben" ermittelten Wert bis 10 das Gefäß "vor" der Farbskala abzulesen und das Ergebnis durch 10 zu teilen, um so eine genauere Bestimmung zu erzielen. Habe das gerade mal ausgetestet, Nitrat von oben 10, von vorne wären es 100.

    Beim Phosphattest liegt es eher umgekehrt. Bei der Durchsicht von vorne habe ich bei der Lösung keinerlei Nachweis, von oben ist es nicht ganz farblos, man könnte es vielleicht als 0,03 ablesen, auf jeden Fall nicht Null. Ähnlich ist es auch beim Si-Test.

    Was ist deine Ansicht dazu?

    Gruss
    Gabi

  • Hallo,

    das ist endlich mal ein Thema gànz nach meinem Geschmack. Vor ein paar Monaten hätte ich mich nicht getraut meine Nitratwerte zu nennen, obwohl ich bis heute absolut nicht sicher bin, welcher test Nitrat bzw. Phosphat richtig mißt. Mittlerweile wechsele ich bei 400 Liter ca. 20 Liter wasser pro Tag.ich messe trotz größter Sorgfalt mit verschiedenen Tests bei Phosphat und Nitrat jeden Tag was anderes, was eigentlich gar nicht sein kann, die Fische scheinen sich sauwohl zu fühlen trotz weiterhin erhöhter Nitratwerte und die überwiegend Weichkorallen wachsen wie verrückt. Trotz Riesenabschäumer von Korallin krieg ich vor allem Nitrtat nicht in den Griff.(Zwischen 10 und 40 mg mess ich) Phosphat kann ich nicht ablesen, weiß der geier, was ich drin habe, jedefalls scheint man Tonnen Rowaphos zu brauchen um Phosphat merklich zu reduzieren. Mein Röhrchen hat immer einen Blauton, der wohl nicht sein dürfte, wäre es im "Guten "Bereich.

    Ich sehe 3 Möglichkeiten: Bestand stark reduzieren, so daß man kaum noch was im Becken hat

    2. Schwefelnitratfilter
    3. Fische hungern lassen
    4. Vielleicht keine Spuris mehr?
    ich gebe allerdings nur Kleinstmengen zu werde aber in Zukunft Spuris ganz weglassen, denn ich mache sehr viel und regelmäßige Wasserwechsel.

    Auf jeden Fall hat die neue Technik bis jetzt nicht den großen Erfolg für niedrige Werte gebracht.
    Bis jetzt habe ich eine Steinkoralle(Hirnkoralle)drin, die ich jetzt länger beobachten werde, wenn sie sich halten sollte soll mir die ganze Messerei egal sein, dann werde ich langsam weitere anschaffen und kräftig Wasserwechsel machen ohne SPuris und dann werden wir ja sehen.

    Aber vielleicht komm ich ja auch irgendwann mal bei einem "normalen "Becken an.

    Gruß Thomas

  • Hallo zusammen,

    so, jetzt versuche ich die Diskussion nochmal aufleben zu lassen. Hatte über das Wochende eine kleine Forum-Pause eingelegt :grinning_squinting_face:

    Der Punkt mit der Messung der Nährstoffgehalte ist sehr wichtig. Man kann sich eigentlich wenig auf die Werte verlassen, wenn man sie nicht mit reproduzierbaren Vergleichtests an definierten Standards überprüft. Aber letztlich kann man nicht ausschliessen, das entweder das Produktnichts taugt, oder der Test individuell, z.B. durch im Aquarienwasser vorhandene Schwermetalle/Spurenelemente oder sonst was gestört wird.
    Man steckt also nicht drin und die Erfahrung hat gezeigt, das wohl meistens zu wenig angezeigt wird.

    Klar, man sollte sich auch auf den salzigen Daumen verlassen, der sagt manchmal mehr als jeder Test, aber gerade junge Becken sind doch noch recht eigenwillig und manchmal schwer einzuschätzen.

    Wie ich es schon einmal zusammenfassend schrieb, fahren zumindest die Leute, die sich hier beteiligt haben, ihre Becken alle nicht beim Nährstofflimit,sondern haben v.a. bezüglich Stickstoff/Nitrat erhöhte Konzentrationen.

    Ich selbst bin der Meinung, das die meisten Nitratprobleme dadurch zustande kommen, das die Strömungsverhältnisse nicht so ganz optimal sind, und sich zwischen und hinter den Steinen irgendwo ganz gewaltig Detritus ablagert. Dieser Detritus wird dann langsam aber sicher von Bakterien zersetzt, und die entwickeln dann eine Menge Nitrat. Gerade wenn man die Denitrifikation (der bakteriell Abbau von Nitrat zu molekularem Stickstoff, N2, im sauerstofffreien (anaeroben) Milieu) ausschließlich über die lebenden Steine ermöglicht, und nicht über Nitratfilter oder Sandbettfilter (Miracle Mud, Deepsand Bed DSB, Jaubert) ermöglicht, dann muß man darauf achten, das die Lebenden Steine sauber bleiben. Wenn sie verdrecken, dann ist der Stoffaustausch zwischen den siedelnden Bakterien und den Nährstoffen im Wasser nicht mehr ermöglicht. Meerwasser selbst wird durch den hohen Sauerstoffgehalt (oxidierendes Milieu = hohes Redoxpotential) stets Ammonium zu Nitrat umwandeln.
    Ich denke, hier liegen viele Hunde begraben.

    Stichwort Nitratfilter (Wodkafilter/Schwelnitratfilter): Meiner Meinung nach in keinem Falle das rechte und geeignete Mittel. Ein Riffaquarium sollte so konzipiert, geplant, gebaut und mit Tieren besetzt sein, das man auf einen solchen "Filter" verzichten kann. Denn: das behebt vielleicht das Problem, aber nicht die Ursache. Meiner Meinung nach sind diese "Filter" schwer in der Handhabung und gefährlich, wenn solch ein "Monster" innerhalb weniger Stunden bis Tage einen Nitratgehalt von 50 mg/L auf 5 mg/L senkt. Damit kommt dann keine Koralle mehr klar, weil sie keine Zeit hat, sich zu akklimatisieren. Die Zooxanthellen, die sich im Laufe der Zeit durch die Nährstoffdüngung im Korallengewebe vermehrt haben, bekommen plötzlich keine Nahrung mehr. Dadurch gerät die ganze Koralle-Zooxanthellen - Symbiose in ein Uugleichgewicht. Das führt automatisch zu Problemen.

    Ich denke, wenn man die Nitratkonzentrationen von nicht nachweisbar (n.n.) bis 5-10 mg/L hält, den Phosphatgehalt etwa bei 0,1 mg/L oder kleiner hält, und regelmäßig Wasser wechselt, wodurch Spurenelemente nachdosiert werden, dann kann man ein sehr gutes Steinkorallenwachstum erziehlen.

    Die Frage ist stets: was ist der wachstumslimitierende Faktor? Bei hohen Nitratgehalten wird Phosphat schnell zur Mangelware, und wenn Nitrat und Phosphat höher konzentriert sind, dann weitet sich das Feld auf Eisen aus.

    Phosphat: von iP und Thomas ist das mit dem Rowaphos jetzt bekannt. Wie ich es in einem anderen Threat bereits geschrieben hatte, können Phosphatadsorer auf Eisenoxidbasis (z.B. Rowaphos, Contraphos) nur das anorganische Phosphat binden. Nicht aber das organische Phosphat. Das kann sich aber auch durch bakterielle Aktivität in anorganisches Phosphat umgesetzt werden, so dass immer anorganisches und damit messbares Phosphat nachgeliefert wird. Klar, dann kann man tonnenweise Phosphatadsorber einsetzen. Die Frage hier: woher kommt organisches Phosphat? Habt ihr alle einen Eiweißabschäumer "an Bord"?

    Algenrefugium: Es ist bislang niemand mehr darauf eingegangen, so dass ich mal davon ausgehen kann, das niemand so ein Teil an seinem Becken angeschlossen hat?

    Was ist denn mit den MiracleMud und Zeovit-Leuten? Gibt es hier keine Erfahrungen? Eigentlich sind diese Systeme ja dafür bekannt, das sie ein extrem nährstoffarmes Wasser ermöglichen, und einige Verfechter absolut nährstoffarmer Aquarien sind doch auch im Forum unterwegs, oder?

    Also, ich hoffe, wir können noch weitere Erfahrungen sammeln. An alle, die sich beteligt haben und denen ich wohl auch mal vergessen habe, zu antworten, sei hiermit noch einmal für ihre Hilfe gedankt!

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,

    Zitat:
    Meerwasser selbst wird durch den hohen Sauerstoffgehalt (oxidierendes Milieu = hohes Redoxpotential) stets Ammonium zu Nitrat umwandeln.

    Vor ca. 5 Wochen hatte ich einen Redox von ca. 250, zeitgleich lief mein Abschäumer nicht mehr richtig, er schäumte einfach nicht so richtig, wie früher. nitrat lag bei über 50mg/l
    ich machte mich auf die suche nach fehler...
    vor einer woche habe ich gesehen, das die luftzufuhr für den abschäumer fast zu wahr, nach der reinigung funktonierte der abschäumer wie vorher auch, der redox stieg in einer woche von 280 auf z.zt. 413 mV

    Ammonium könnte ich damals und auch heute nicht nachweisen, aber der Nitrat Wert liegt im moment unter 50mg/l..

    gibt es dafür eine erklärung?

  • Zitat

    Original von Lutz
    Hallo Jörg,

    Zitat:
    Meerwasser selbst wird durch den hohen Sauerstoffgehalt (oxidierendes Milieu = hohes Redoxpotential) stets Ammonium zu Nitrat umwandeln.

    Vor ca. 5 Wochen hatte ich einen Redox von ca. 250, zeitgleich lief mein Abschäumer nicht mehr richtig, er schäumte einfach nicht so richtig, wie früher. nitrat lag bei über 50mg/l
    ich machte mich auf die suche nach fehler...
    vor einer woche habe ich gesehen, das die luftzufuhr für den abschäumer fast zu wahr, nach der reinigung funktonierte der abschäumer wie vorher auch, der redox stieg in einer woche von 280 auf z.zt. 413 mV

    Ammonium könnte ich damals und auch heute nicht nachweisen, aber der Nitrat Wert liegt im moment unter 50mg/l..

    gibt es dafür eine erklärung?

    Hallo,
    ist etwas offtopic, aber egal: wenn die Luftzufuhr zum Abschäumer nicht funktioniert, dann schäumt der Abschäumer auch nicht richtig ab, daß heißt, das Wasser wird stärker belastet als üblich. Proteine, die sonst abgeschäumt werden, können in Deinem Falle in dieser Zeit zersetzt werden und dann steigt der Stickstoffeintrag, der sich letztend Endes im Nitratgehalt wiederspiegelt.

    H Hersteller

  • Zitat

    Original von Lutz
    Hallo Jörg,

    warum steigt dann Nitrat und Ammonum ist nicht nachweisbar?

    Weil in einem eingefahrenen Riffaquarium Ammonium sehr schnell von Bakterien zu Nitrat umgesetzt wird (Nitrifikation), so daß Du Ammonium selten nachweisen kannst, nur dann, wenn diese Nitrifikation gestört wird. Dann bleibt der Umsatz meistens bei Nitrit hängen, einem Zwischenprodukt. Das Problem besteht in der Einfahrphase.
    Wie gesagt, das Thema ist offtopic!

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,

    erstens ist dies nicht Offtopic.

    Ich habe ledenglich eine Aussage bzw. Feststellung von meiner seite gemacht, von einer Aussage von Dir, wo ich keine Antwort darauf weiß.

    Zweitens, bevor dies jetzt weitergreifend wird, ich habe diese Woche von einem Mod eine Antwort auf eine PN bekommen, die mir sagt , das meine meinung nicht zählt und in einem Forum nicht veröfentlicht wird da ich eine einzelene Person bin und andere Aussagen mehr zählen.
    Warum sollte man hier überhaupt eine Antwort bzw. Frage geben/stellen ?????????

    Liegt es nich im aller Intressse, das Wohlsein unser Beckeninsassen zu Pflegen??

    Und wenn dies nur durch eine "Dumme" Frage gestellt wird?

    Ach, nochwas, da ich in diesem Zeitraum auch kein Nitrit gemessen habe, frage ich ich mich immer noch, warum mein Nitrat Gehalt gestiegen ist?

  • Lutz,
    weil auch Nitrit in einem eingefahrenen System sofort weiter zu Nitrat oxidiert wird, und Du wie auch beim Ammonium das Nitrit als Zwischenprodukt in der Bakterien-Mikroumgebung nicht nachweisen kannst.

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,

    also kann ich mir Geld sparen, indem ich kein Ammonium und Nitrit Test kaufe?

    Sehe ich da jetzt von Deiner seite aus Richtig ?

  • Zitat

    Original von Lutz
    Hallo Jörg,

    also kann ich mir Geld sparen, indem ich kein Ammonium und Nitrit Test kaufe?

    Sehe ich da jetzt von Deiner seite aus Richtig ?


    In der Einfahrphase ist ein Nitrit-Test wichtig, damit Du abschätzen kannst, wann der bakterielle Stickstoffabbau richtig funktioniert. In einem eingefahrenen System kannst Du davon ausgehen, das dies immer funktioniert, es sei denn, nach einer Medikamentenbehandlung tötest Du die Bakterien ab. Dann ist es natürlich gut, wenn man so einen Test zu Hause hat. Allerdings muß man auf die Haltbarkeit der Tests achten. Ich bin der Meinung, das die Ammoniumtests alle nicht sensitiv genug sind, um in einem funktionierenden Riffaquarium Ammonium nachzuweisen. Deshalb zeigen die meisten nicht nachweisbar Null an.

    Nochmal zum Verständnis:

    Wenn Dein Abschäumer nicht richtig funktioniert, dann bleiben im Wasser mehr Proteine übrig als sonst. Die Proteine werden dann abgebaut und daraus resultiert Ammonium. Das Ammonium wird aber sofort durch die Bakterien zu Nitrit umgewanderl, und dieses Nitrit sofort zu Nitrat. Ammonium und Nitrit sind also nicht "stabil" und werden alle zu Nitrat umgesetzt. Nur das Nitrat kann nicht einfach so weiter abgebaut werden, und deshalb mißt Du einen erhöhten Nitratgehalt, und keinen erhöhten Ammonium- oder Nitritgehalt.

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,

    scheinst überlesen zu haben, daß ich (wenn auch nur ein sehr kleines) ein Algenrefugium habe.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?


  • Ich suche das entsprechende Dokument mal heraus und werde den Link dann posten.

    Andreas!

    2 Mal editiert, zuletzt von Andreas Pridzun (3. März 2003 um 15:30)

  • Hier der Link1 zu einer der Seiten.


    Link2

    Und bei diesem Link ganz unten kann man etwas über die Absorbtionsfähigkeit von Zeolith finden. NOx istmit 2.4% angegeben.

  • Zitat

    Original von JestersTear
    Hier der Link1 zu einer der Seiten.


    Link2

    Und bei diesem Link ganz unten kann man etwas über die Absorbtionsfähigkeit von Zeolith finden. NOx istmit 2.4% angegeben.

    Hallo Jesters,

    danke für Deine Mühe!

    Wir müssen hier aufpassen: Zeolithe sind Naturminerale, könne aber auch synthetisch hergestellt werden!

    Es gibt Hunderte verschiedene Zeolithe, die hundert verschiedene physikalisch-chemische Eigenschaften besitzen. Das macht es für die Riffaquaristik sehr schwer, ein geeignetes Zeolith zu finden, insbesondere für die Riffaquaristik.
    Man stelle sich vor, das ein Zeolith, wie es in der Waschmittelindustrie Anwendung findet, ein Riffaqurium binnen weniger Stunden zum Absturz bringen kann: wenn es nämlich Calcium adsorbiert. In der Süßwasseraquaristik für ein südamerianisches Salmerbecken vielleicht noch brauchbar, weil es ein sehr weiches Wasser erzeugt, ist es für die Riffaquaristik fatal! Das ist der Punkt, weshalb man mit vielen Süßwasserzeolithen sein Riffbecken völlig zerstören kann, und zwar über Nacht!

    Allerdings ist bei dem einen Link der Verweis sehr wichtig, das z.B. Ammonium/Ammoniak adsorbiert wird: Die Bakterien, die auf der riesigen aeroben Oberfläche des Zeolithes siedeln, können dann das Ammonium "abweiden" und nitrifizieren, d.h. zu Nitrat umsetzen. Dann ist es aufgrund der räumlichen Nähe zum anaeroben inneren Milieu der Zeolithe sehr wahrscheinlich, dass dieses gebildete Nitrat weiter denitrifiziert werden kann, so dass letztlich gasförmiger, molekularer Stickstoff (N2) entsteht. Und diese Beobachtung konnte ich beim Zeovit in einem Topffilter machen: eine starke Gasentwicklung: geruchslos, farblos: Stickstoff!

    Auch hier ein nächster Punkt: ich bin der Meinung, das Nitrat vom Zeovit nicht gut oder nur wenig adorbiert werden kann, sondern v.a. Ammonium. Bei der sehr hohen und notwendigen Durchflußrate in einem Zeovitfilter könnten die Bakterien niemals das Nitrat aus derm vorbeirasenden Wasser entnehmen. D.h., wenn irgendwo im Aquarium, z.B. im Detritus, Nitrat entsteht, so kann das Zeovit damit nix anfangen. Also hat man trotz Zeovit einen hohen Nitratgehalt!

    Zum Thema Detritusablagerung auf Lebenden Steinen: es stimmt, das die Keimzahl im Detritus sehr hoch ist. Dadurch wird der Detritus zersetzt und es entsteht letztlich Nitrat. Allerdings liegt der Detritus auf (!) den Lebenden Steinen. D.h., das gebildete Nitrat kann nicht zwangsläufig durch die (aus Sicht der Bakterien) extrem dicken Detritusschicht ins anaerobe Innere der Lebenden Steine gelangen, sondern wird sehr wahrscheinlich eher in die Wassersäule ausgetragen. Und das ist der Punkt, den ich erwähnte. Detritus ist fast komplett von Sauerstoff umgeben. Selbst wenn hier sauerstoffarme Bereiche entstehen, dann reicht dies nicht aus, um ein sauerstoff-freies Milieu zu erzeugen, so dass eine Denitrifikation innerhalb des Detritus nicht möglich ist. Es stimmt also meiner Meinung nach nicht, das im Detritus anaerobe Zonen bestehen, in denen ein signifikanter Nitratabbau stattfindet.

    H Hersteller

  • Zitat

    Original von MarkusK
    Hallo Jörg,

    scheinst überlesen zu haben, daß ich (wenn auch nur ein sehr kleines) ein Algenrefugium habe.

    Grüße

    Markus

    Hi Markus,

    sorry, hatte ich übersehen. Kannst Du denn etwas mehr darüber berichten. Wie haben sich dadurch vielleicht Deine Nährstoffkonzentrationen im Riffaquarium verändert, und in welcher Zeitspanne. Hast Du sonstige Erfahrungen, die Du schildern könntest?

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,

    kann zu Veränderungen leider nichts sagen, da das Algenrefugium seit Einrichtung des Beckens besteht :grinning_squinting_face:
    Nitrat und Phosphat war bis zur Übersiedlung nicht nachweisbar.
    PH Wert stabil bei 8,2
    Keine negativen Ereignisse wie Caulerpasterben oder sonstiges

    So mehr gibts leider nicht

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Zitat

    Original von MarkusK
    Hallo Jörg,

    kann zu Veränderungen leider nichts sagen, da das Algenrefugium seit Einrichtung des Beckens besteht :grinning_squinting_face:
    Nitrat und Phosphat war bis zur Übersiedlung nicht nachweisbar.
    PH Wert stabil bei 8,2
    Keine negativen Ereignisse wie Caulerpasterben oder sonstiges

    So mehr gibts leider nicht

    Grüße

    Markus

    Hallo Markus,

    danke. Zumindest aber einer, der sich zum Thema Algenrefugium gemeldet hat.

    H Hersteller

  • moin jörg,

    ich oute mich jetzt mal als matsch-fan, ich habe zwar nur 5kg MM als unterstützende filterung an meinem becken, aber ich bin davon überzeugt das der MM daran "schuld" ist das bei mir trotz kräftiger fütterung kein nitrat und kein phosphat nachweißbar ist.

    mfg uwe

    Einmal editiert, zuletzt von aquadody (4. März 2003 um 09:23)

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