Unterschiede bei zwei Salifert Calcium+Magnesium Test

  • Hallo,

    da sich mein Ca + Mg Test von Salifert dem Ende entgegen neigte, hab ich mir gestern einen neuen gekauft.
    Und siehe da - ein Unterschied von 70 mg Ca

    Alter Test, gültig bis 01-2012 (neue version) 400 mg Ca
    Neuer Test, gültig bis 07-2013 (neue Version) 470 mg Ca

    70 mg Unterschied find ich etwas hoch

    Bei Mg kann ich leider nicht mehr parallel messen, da mein alter Test leer ist.

    Alter Test, letzte Messung 15.10.2008, gültig bis 02-2010 (neue Version) 1110 mg Mg
    Neuer Test, letzte Messung 30.10.2008, gültig bis 10-2011 (neue version) 1350 mg Mg

    Da ich nicht großartig Magnesium nachdosiert habe, ist mir dieser Unterschied auch nicht geheuer.
    Wieviel Magnesium müßte man denn zudosieren bei 300 Litter Netto, wenn man eine 240 mg Erhöhung in zwei Wochen erreichen möchte?

    Wie können diese Unterschiede zustande kommen. Oxidieren die Messreagenzen mit Suerstoff im Laufe der Zeit, das geöffnete Test ungenauer werden?

    Am Wochenende werde ich mal frisch angesetztes Salzwasser mit TM Pro Reef mit dem neuen Test messem. Mal schaun, was dabei rauskommt.

    Gruß Dirk :wink

  • Hallo Dirk,

    kauf Dir doch mal Referenzlösungen und miss damit nach, dann weißt Du es genau, vielleicht ist ja eventuell auch Dir ein Meßfehler passiert...

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo Markus,

    ich halte Deinen Blick auf die aquaristischen Standards für zu idealistisch. Wer garantiert Dir, dass diese Standards nicht noch stärker abweichen, als der Test. Einen guten Standard herzustellen ist schon nicht ganz trivial und einen möglicherweise noch Kombi-Standard lagerbar zu machen ist ein Problem, je nachdem was man alles kombiniert.
    Insofern sollte man Standards gegenüber genauso skeptisch sein wie gegenüber Tests und es wird auch hier solche und solche geben.
    Wie wär´s also mal mit einem Standard-Test? :grinning_squinting_face:

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo,

    nun ja - bei mir geht es ja auch darum, das zwei Test`s zur selben Zeit mit dem selben Wasser unterschiedliche Ergebnisse angezeigt hat.
    Einer von beiden ist ja völlig daneben. 10 mg Unterschied würd ich mir ja noch gefallen lassen, aber 70 mg find ich schon heftig.

    Meine Hauptfrage ist auch, ob die Meßreagenzen "schlecht" werden. Bei 50 Messungen würde es ja ein Jahr dauern, bis er alle ist, wenn man jede Woche mißt. Bei zwei Wochen Rhythmus wären es ja schon zwei Jahre. usw.

    Gruß Dirk :wink

  • Hallo Dirk,

    ein Calcium/Magnesiumtest ist nicht besonders kritisch und auch lange haltbar. Das siehst du schon am angegebenen
    Mindesthaltbarkeitsdatum 2013, also mindestens 5 Jahre. Natürlich musst du dazu die Gefäße immer gut geschlossen halten,
    Aufbewahrung im Kühlschrank verlängert die Lebensdauer noch weiter.

    Bei den großen Unterschieden, die du gemessen hast, gehe ich eher von einem Herstellungsproblem aus.
    Aber bevor wir auf eine falsche Fährte geraten: Wie oft hast du jeweils gemessen? Wie groß waren die Unterschiede
    zwischen den einzelnen Messwerten? Nach einer Einzelmessung würde ich niemals eine Aussage treffen, das Risiko
    eines Messfehlers ist viel zu hoch dafür.

    @Hans-Werner: Einen ordentlichen Standard herzustellen ist wirklich keine große Kunst. Schwierig wird es höchstens
    bei Nährstoffstandards wie NO3 und PO4, die gut konserviert werden müssen. Auf den Standard (aus vertrauenswürdiger
    Quelle) kann man sich vor allem aus einem Grund stärker berufen als auf den Test selbst:
    Das Risiko von Anwendungsfehlern ist geringer!

    Gruß Armin

  • Hallo zusammen,

    hatte/habe das selbe Phänomen auch schon vor einigen Jahren beim Ca-Test und Mg-Test von Salifert festgestellt.

    Mein Ca-Test (neue Version mit 2ml) zeigte ca. 55mg/l mehr an als mein alter (4ml) und verschiedene weitere Ca-Tests. Hatte daraufhin Habib dem Hersteller von Salifert meine Chargennummer bei reefcentral durchgegeben. Der konnte aber kein Problem mit der Charge erkennen und sagt es sollte alles in Ordnung sein :yrf

    Seitdem teste ich immer neue Ca-Tests mit weiteren gegen und nehme den Grundwert an, der mir realistisch erscheint. Die so vom Messtest festgestellte Differenz wird dann beim Ergebnis immer dazugenomen.

    Bei Korallenriff.de gibts auch ne Anleitung, wie man selber Standards herstellen kann. Dafür würde ich mein Eimer-CaCl aber nicht verwenden, sondern lieber ne kleine Menge in ner Apotheke mit definierter Wassermenge kaufen. Die Anleitung zum Erstellen der Standards war glaube ich vom Armin Glaser :grinning_squinting_face:

    Viele Grüße
    Frank

    2 Mal editiert, zuletzt von FrankE (1. November 2008 um 10:09)

  • Hallo,

    ich habe jetzt mit frisch angesetztem TM Pro Reef gemessen.
    Ich wußte nicht mit welcher Dichte der Standart ist, aber da ich im Becken eine Dichte von 1,023 bei 25°C habe, hab ich das bei dem frisch angesetzten Salz auch so gemacht. (Gemessen mit Präzisions-Aräometer von JBL)

    Ca:
    Alter Test, gültig bis 01-2012 (neue version) 360 mg Ca
    Neuer Test, gültig bis 07-2013 (neue Version) 420 mg Ca

    Mg:
    Neuer Test, gültig bis 10-2011 (neue version) 1245 mg Mg

    Ich geh jetzt mal davon aus, das der neu gekaufte OK ist und der alte "schlecht" geworden ist.

    Das mit der Referenzlösung schenk ich mir mal (Oder Armin stellt noch mal einen Link rein zu dem Thema - Rezept zum selber anmischen) und werd der Einfachheit halber mal alle drei Monate frisch angesetztes Salz messen, um einen Vergleich zu haben.
    Und kommt mir dann alles spanisch vor, kann ich immer noch gegenkontrollieren.

    Und nach Frank seinem Kommentar schein ich ja nicht der Einzige zu sein. :yrf

    Aber es ist schon traurig, das man sich einfach nicht auf solche Test`s verlassen kann.

    Gruß Dirk :wink

  • Salifert ist mir wegen der geringen Mengen Aquarienwasser ohnehin nicht ganz geheuer. Für Ca und Mg nehme ich lieber den Tropic Marin. Bei 5ml Wasser müssten sich nach meinem begrenzten Chemieverständnis Fehler weniger stark auswirken. Zumindest treffe ich damit bei mehrfachen Messungen immer wieder exakt den gleichen Wert. Und das, obwohl ich die Reagenzien immer mal aus verschiedenen Packungen mische.

    Gruß
    Stefan

  • Hallo Dirk,

    für selbst gemachte Standards kann ich dir den von Frank erwähnten Link liefern: http://archiv.korallenriff.de/05_beckum_standards.html

    Nach deinen Messungen würde ich mich auf jeden Fall auf den neuen statt auf den alten Test verlassen.

    Die Bedenken von Stefan teile ich auch: Je geringer die verwendete Probenmenge, desto größer die Gefahr von Dosierungsfehlern.

    Gruß Armin

  • Hallo,

    vielen Dank an alle.

    @Stefan und Armin

    Zitat

    Bei 5ml Wasser müssten sich nach meinem begrenzten Chemieverständnis Fehler weniger stark auswirken.
    Die Bedenken von Stefan teile ich auch: Je geringer die verwendete Probenmenge, desto größer die Gefahr von Dosierungsfehlern.

    Das leuchtet mir ein. Dann werd ich nächstes Jahr mal TM probieren.

    Gruß Dirk :wink

  • Hallo Armin,

    die Aussage zu den Standards bezweifle ich etwas. Lasse einfach einmal zehn Leute Calciumchlorid-Dihydrat bei einem Lieferanten ihrer Wahl bestellen. Dann setzt Du sehr sorgfältig damit Standards an und überprüfst sie auf den Calciumgehalt. Ich bezweifle sehr, dass alle Standards auch nur auf 10% genau sein werden. Calciumchlorid-Dihydrat ist eben hygroskopisch und eventuell ist sogar das Calciumchlorid aus der Apotheke schon mit zusätzlichem Wasser aus der Luft "verunreinigt". Du kannst also ohne aufwändige Prozeduren nicht sicher sein, dass die Aussgangssubstanzen für die Standards stimmen.
    Und ob z. B. 10°dKH und 420 mg/l Calcium in jedem Mehrelement-Standards über den angegebenen Zeitraum immer stabil sind, würde ich auch erst einmal überprüfen wollen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    ich hatte dich so verstanden, dass du von käuflichen Standards gesprochen hattest.
    Und ich hatte von einer "vertrauenswürdigen Quelle" gesprochen, als Beispiel kann ich dir den Multistandard von Claude Schuhmacher empfehlen.

    Und ich kann dich in eines der Geheimnisse der modernen Alchimie einweihen: Man nimmt für einen Standard kein
    Dihydrat, sondern trocknet CaCl2 bei 105°C mehrere Stunden lang. So hast du eine definierte Stoffmenge.

    Für die Stabilität des Standards würde die Alkalinität geringer ansetzen. Noch ein Tipp: Das Meer weist den Weg...

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    es war mir eigentlich relativ klar und Du hast es eben selbst noch einmal klar gestellt: Es ist schon ein gewisses Prozedere einzuhalten und Du machst das sicher, wenn Du Standards ansetzt.

    Was mich nur gewundert hat, ist, dass Du gewissermaßen für alle auf dem Markt befindlichen (und zukünftigen) Standards Deine Hand ins Feuer legst. Ich habe mindestens noch von einem zweiten Standard-Anbieter gehört und ich habe keinen bestimmten oder den verbreitetsten Standard auf dem Markt kritisiert.

    Es ging mir halt um die Frage, ob Standards grundsätzlich vertrauernswürdiger sind als Tests. Ich gebe Dir völlig Recht, dass bei der Anwendung eines Standards weniger Fehler gemacht werden können als bei der Anwendung des Tests und somit ein Standard zur Überprüfung der Durchführung und Ablesung des Tests sehr gut genutzt werden kann.

    Grundsätzlich ist es natürlich eine gute Sache, wenn sehr genaue Standards auf dem Markt sind, von der wir als Testanbieter nur profitieren können! Die Betonung liegt aber auf "genaue".

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    vielleicht sprichst du ein Problem an, das ich bisher unterschätzt habe. Persönlich kann ich nur meine Hand für
    Claudes Multireferenz ins Feuer legen, aber ich bin bisher davon ausgegangen, dass die wirklich nicht allzu schwierigen
    Anforderungen auch von anderen Referenzen eingehalten werden.

    Aber wie gesagt, vielleicht bin ich ja zu optimistisch. Ich werde mir mal vornehmen, weitere Standards zu überprüfen.

    Gruß Armin

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