Reidi Weibchen schnappt daneben

  • Hallo Leute,
    es ist zum Mäusemelken.
    Mein Reidi Weibchen hat heute morgen noch gefressen. Allerdings ist mir aufgefallen, das es das Maul nicht mehr richtig zu macht ( wie Atemnot). Heute Abend nun kann es nicht mehr fressen, d.h. es schnappt nach dem Futter, allerdings immer daneben und kraftlos.
    Ich habe mit der Augenlupe nach geschaut ob etwas im Maul steckt, aber da ist nichts drin.

    Was kann ich noch tun, um es zu retten? Das Tier ist etwa 1Jahr alt. Das Männchen frisst munter weiter, da ist nichts zu sehen bzw. zu merken.

    Gruß, Franz-Josef

    Gruß, Franz-Josef

  • In einem anderen Beitrag habe ich gelesen, das Süsswasserbäder helfen können (evtl. mit Betaisodona).
    Was meint ihr? Hat da schon jemand Erfahrungen gemacht?

    Franz-Josef

    Gruß, Franz-Josef

  • Hallo Franz-Josef,

    das von Dir beschriebene Problem kommt häufig nach mechanischen Verletzungen oder einer Infektion des komplizierten Saugmechanismus der Seepferdchen vor. Wenn eine mechanische Verletzung über Futtertiere oder Fremdkörper ausgeschlossen werden kann, so kann es sich hier um eine Beeinträchtigung durch Kiemenparasiten handeln, die dann ebenfalls die benachbarte Muskulatur für den Saugapparat in Mitleidenschaft ziehen. Symptome wie Atemnot und das offene Maul sind hier ebenfalls typisch.
    Dageben spricht, dass das Tier bisher bereits ein Jahr ohne Symptome gehalten wurde. Sind in letzter Zeit andere Bewohner dazugekommen ?

    Du kannst es mit einem Süßwasserbad 10 Minuten probieren - wenn es Kiemenparasiten waren, dann müsste es dem Seepferdchen nach einigen Tage deutlich besser gehen. Betaisodona würde ich in diesem Fall aber nicht anwenden.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo Torsten,
    das einzige was letzte Woche dazu kam, war eine Tubastrea. Ich werde auf alle Fälle ein Süßwasserbad (Osmosewasser) ausprobieren. Eine mechanische Verletzung? Ich wüßte nicht woher...Es wurde nichts verändert und mit der Futterreuse kennt es sich aus. Die ist von Anfang an drin und das funktioniert ganz gut.

    Ich werde weiter berichten, wie es ihm geht.

    Gruß, Franz-Josef

    Gruß, Franz-Josef

  • Wie kann ich eine mechanische Verletzung feststellen und wie könnte ich ihm dann helfen?
    Die Futterreuse ist aus Glas und da wäre es schon denkbar, das es versucht hat etwas zu fangen was auf der anderen Seite des Glases war und mit dem Saugmaul fest gegen das Glas geschlagen ist.
    Wie gesagt, normalerweise kennt es sich damit aus. Aber möglich wäre es....

    Gruß, Franz-Josef

    Gruß, Franz-Josef

  • Zitat

    Original von Frajore
    Wie kann ich eine mechanische Verletzung feststellen und wie könnte ich ihm dann helfen?
    Die Futterreuse ist aus Glas und da wäre es schon denkbar, das es versucht hat etwas zu fangen was auf der anderen Seite des Glases war und mit dem Saugmaul fest gegen das Glas geschlagen ist.
    Wie gesagt, normalerweise kennt es sich damit aus. Aber möglich wäre es....

    Gruß, Franz-Josef

    Hallo Franz-Josef,

    eine mechanische Verletzung kommt überwiegend über Stacheln oder Borsten, die manche Kleinkrebsarten besitzen, um sich gegen Freßfeinde zu wehren. Diese verhaken sich dann im Röhrenmaul der Seepferdchen und verursachen Entzündungen. Habe ich bisher aber nur bei Importen gesehen, die zuvor noch "natürliche Nahrung" aufgenommen haben. Wenn das Seepferdchen mal beim Freßversuch gegen eine Glasscheibe schlägt, dürfte hier noch kein derartiger Schaden entstehen.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo Torsten,

    wenn das Seepferdchen sehr dicht vorne an der Scheibe schwimmt, kann ich mit einer Lupe in das Röhrenmaul schauen. Aber da ist nichts zu erkennen bzw. zu sehen. Vielleicht hat es ja versucht einem Borstenwurm noch etwas wegzunehmen.....Ich weiß es nicht.
    Auf alle Fälle wird es gebadet.

    Gruß, Franz-Josef

    Gruß, Franz-Josef

  • Es ist vollbracht. Das Seepferdchen hat das Süsswasserbad überstanden. Das Osmosewasser habe ich mit Aqua Safe für das Tier erträglicher gemacht. Dauer des Bades = 13Min.
    Nun heißt es abwarten. Nach einer 1/2 Std. im Meerwasserbecken, sieht es so aus, als ob das Reidi husten würde/ wollte ( rein optisch). Hoffentlich bringt das Bad den erhofften Erfolg.

    Gruß, Franz-Josef

    Gruß, Franz-Josef

  • Zitat

    Original von Frajore
    Nun heißt es abwarten. Nach einer 1/2 Std. im Meerwasserbecken, sieht es so aus, als ob das Reidi husten würde/ wollte ( rein optisch). Hoffentlich bringt das Bad den erhofften Erfolg.

    O.k. - evtl. ist das Husten eine Folge des SW-Bades. Würgende bzw. "hustende" Bewegungsmuster sind ein typisches Verhalten, um "etwas" von den Kiemen loszubringen bzw. auch sehr typisch bei Kiemenparasiten. Wenn es zutrifft, das dort die Ursache war, wird über ein SW-Bad in den meisten Fällen die Situation verbessert. Danke für die Zwischenberichte.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo Torsten,

    wie lange muß ich warten, um ein SW-Bad evtl. zu wiederholen? Ich hoffe, das es nicht sein muß, aber wenn es hilft, muß es da durch.

    Gruß, Franz-Josef

    Gruß, Franz-Josef

  • Zitat

    Original von Frajore
    Hallo Torsten,

    wie lange muß ich warten, um ein SW-Bad evtl. zu wiederholen? Ich hoffe, das es nicht sein muß, aber wenn es hilft, muß es da durch.

    Gruß, Franz-Josef

    Hallo Franz-Josef,

    man kann es max. 1x täglich wiederholen, d.h. es sollten jetzt erst einmal 24 h dazwischen liegen. Besser ist es, max. 2-3 Bäder mit einer Pause von 48 h über 7-10 Tage zu verteilen, dann kann sich das Reidi besser erholen. Bei dem ersten Bad mit 13 Minuten bist Du auf jeden Fall von der Einwirkdauer gegenüber potentiellen Parasiten auf der sicheren Seite gewesen. Parasitische Protozoen gehen nach wenigen Minuten kaputt und Kiemenwürmer nach ca. 7-10 Minuten. Jetzt erst mal beobachten und abwarten, ob das "Würgen" nachläßt.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo,

    kurzer Zwischenbericht. Das ,,Husten,, hat nachgelassen. Aber es frisst immer noch nicht. Heute morgen war es richtig schwarz/weiß gefleckt und den Schwanz konnte es nicht richtig einrollen. Mit dem Schwanz geht es wieder
    besser und die Flecken sind auch kleiner geworden. Eben ist es das erste mal wieder etwas geschwommen.
    Vielleicht ein Hoffnungsschimmer.....

    Gruß, Franz-Josef

    Gruß, Franz-Josef

  • Also der Hoffnungsschimmer hat sich zerschlagen. Als ich gestern Abend von der Arbeit kam, mußte ich es
    in ein Quarantänebecken umsetzen. Es wurde von der Strömung hin und her gespült. Das macht keinen Sinn. Im Quarantänebecken habe ich das Wasser mit Activol und Phytoplankton angereichert. Zudem sind noch frischgeschlüpfte Artemia und Glasgarnelenlarven mit drin, sowie etwas Aqua Safe. Also eigentlich alles zum Überleben.
    Heute mußte es dann noch ein Süsswasserbad von 20Min. über sich ergehen lassen.
    In diesem Süsswasser (10L.) habe ich von JBL eine Tablette FURANOL aufgelößt.

    Nun muß ich weiter abwarten.

    Weiß jemand, wo ich eine Bauanleitung o.ä. für eine kleine Druckkammer herbekomme? Vielleicht kann man ja mit veränderten Druckverhältnissen eine positive Wirkung erzielen.

    Gruß, Franz-Josef

    Gruß, Franz-Josef

  • Hallo,

    für kurzfristige Druckveränderungen könntest du das Pferdchen in einen Kanister setzen, diesen fest verschließen und mittels Schraubzwinge zusammendrücken (also nur ein wenig). Aber wieso sollte Druck was verändern?
    Es klingt auf alle Fälle interessant, also bitte weiterberichten und viel Glück für dein Pferdchen.

    Gruß
    Benjamin

  • Hallo Benjamin,

    ich weiß nicht ob der Druck eine Rolle spielt. Aber in der freien Natur haben die Tiere andere (höhere) Druckverhältnisse. Ich weiß auch nicht, wie oft in der Natur dieses Krankheitsbild im Verhältnis vorkommt.
    Aber ich weiß, das ich versuchen werde meinem Tier zu helfen und da ich in meinem Aqua allerhöchstens 0,5bar Druck habe während in der Natur aber mind. 1-1,5bar oder mehr (je nach Wassertiefe) herrscht, will ich mal versuchen den Druck zu erhöhen. Vielleicht kann ich ja etwas positives erreichen.

    Auf alle Fälle werde ich so schnell nicht aufgeben und von den gesammelten Erfahrungen, egal ob positiv oder negativ, kann dann u.U. der eine oder andere etwas anfangen bzw. fortsetzen.

    Gruß, Franz-Josef

    Gruß, Franz-Josef

  • Hallo Franz-Josef,

    eine Druckerhöhung würde ich mit dem Seepferdchen nicht unbedingt durchführen. Bis auf wenige Ausnahmen (Tiefseeorganismen) sind eigentlich alle Meerestiere in der Lage, einen Druckausgleich für die unterschiedlichen Wassertiefen durchzuführen. Einziger Ansatzpunkt für ein derartiges Verfahren wäre die Therapie einer Gasblasenkrankheit oder Luftembolie. Aber das kann nur in einer richtigen Druckkammer mit einer sehr sensiblen Steuerung passieren. Die Methode mit dem Kanister und der Schraubzwinge kann schnell tödlich enden, da der Druckanstieg nicht geregelt und überwacht werden kann und der Druckanstieg evtl. über die Schraubzwinge auch viel zu schnell kommt. Schäden an der Schwimmblase u.a. können so auftreten. Nach dem Stress mit wiederholten SW-Bädern wäre ich hier sehr vorsichtig.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo,
    also ich werde keine Schraubzwinge zum Einsatz bringen. Ich will mir schon eine vernünftige Druckkammer bauen, die ich ganz gezielt steuern kann.

    Mein Seepferdchen hat das Maul permanent offen stehen. Es sieht zwar den Artemia hinterher, aber das was dann auch. Ich weiß echt nicht, was ich da noch machen soll.
    So wie es aussieht, muß ich zusehen, wie es mir verhungert. Es ist zum verzweifeln. Was ist das für eine verd....
    Krankheit? Da muß es doch was geben....

    Gruß, Franz-Josef

    Gruß, Franz-Josef

  • Hallo Franz-Josef,

    also abgesehen von der zugegebenermaßen ungenauen und gefährlichen Kanistermethode fallen mir nur noch medizinische Druckkammern ein, diese sind aber vermutlich keine Option. Oder kennt hier jemand eine Möglichkeit?. Aber du solltest dir zum Schutz der verbleibenden Seepferdchen überlegen was du mit dem Tier machst wenn es jetzt tatsächlich sterben sollte (nicht das ich euch das wünschen würde). Es gibt Labore die eine Sektion machen und zumindest am toten Tier eine Diagnose (Tipp: Fisch-TBC ?) erstellen können.
    Als meine Tiere mit identischen Symptomen verstarben, wurde unter Anderem der Fischtuberkulose Erreger identifiziert. Ob der nun eine Folgeinfektion oder den Auslöser darstellt konnte nicht geklärt werden.

    Gruß
    Benjamin

  • Hallo,
    das Seepferdchen hat es leider nicht geschafft. Es ist zum verzweifeln. Ich habe es jeden 2. Tag in Süsswasser gebadet. Außerdem ,,Trimarin,, ( Medikament für Meerwasser) nach Anweisung in das Quarantänebecken getan.
    Temperatur im Quarantänebecken = 22°C . Dichte mit Spindel gemessen = 1,021 -1,022. Zusätzlich wurde das Wasser mit Phytoplankton und Ativol angereichert. Sämtliche Geräte, mit denen irgendwie hantiert wurde ( Aräometer, u.ä.) sowie die Hände, wurden peinlichst desinfiziert um eine weitere Übertragung und erneute Selbstansteckung zu vermeiden.

    Es hat nichts genützt.

    Ich weiß nicht, ob ich mit den Pferdchen weitermachen werde. Normalerweise gebe ich nicht so schnell auf, aber es ist einfach Frustrierend wenn man so etwas wiederholt erlebt.
    Von dem finanziellen mal ganz abgesehen, ist die Gefahr einer erneuten Ansteckung durch das Männchen doch vorhanden. Ich weiß es nicht, aber denkbar wäre es auf alle Fälle. Und das ist dann wieder nur eine Quälerei, die ich mir und den Tieren ersparen will. Oder gibt es ein wirksames Mittel bzw. eine Methode zur Vorbeugung?

    Na ja, mal sehen was ich mache.

    salzige Grüße von der Saar, Franz-Josef

    Gruß, Franz-Josef

  • Hallo Franz-Josef,

    bei den Seepferdchen treten leider immer noch Krankheitsbilder auf, die nicht eindeutig zu diagnostizieren sind und damit dann in der Folge noch schlechter therapierbar sind. Viele Halter haben deshalb die Pflege dieser Tiere aufgegeben oder erst gar nicht angefangen. Niemand postet gerne derartig negative Erfahrungen - trotzdem ist es wichtig, diese Daten zu sammeln, damit man mehr über diese Probleme lernt und evtl. irgendwann wirkungsvolle Behandlungsmethoden ableiten kann. Ebenso wichtig ist es, auch vom Ausgang bzw. Ende einer Erkrankung zu hören.

    Aus einem anderen Seepferdchen-Thread (Link) habe ich den Kommentar von Inken Krause rauskopiert. Ich denke, Inken hat den gegenwärtigen Stand der Seepferdchenhaltung recht gut beschrieben:

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

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