Was spricht gegen Kalkrührer

  • Hallo,

    habe hier seit Jahren einen Deltec Kalkrührer stehen, den ich mal mit übernommen habe.
    Da ich aktuell etwas wenig Calcium im Becken habe (350mg/Ltr.) überlege ich, ob ich das
    Gerät an meine Nachfüllautomatik ankopple.
    Es gibt aber immer viele Stimmen die davon abraten.
    Jetzt würde mich mal interessieren, was dagegen spricht und ob evtl. auch jemand positive Erfahrungen
    damit hat.

    Gruß
    Thorsten

    Einmal editiert, zuletzt von Thorsten Gethmann (15. April 2008 um 16:20)

  • problem ist dass das calciumhydroxid po4 ausfällt das dir in der dekoration bleibt und dann spätfolgen haben kann, deswegen verwendet praktisch niemand mehr kalkwasser heutzutage ...

  • Hallo Horst-J.

    Nein, kann es nicht. Der Trick bei Kalkwasser ist folgender: Die Calciumhydroxid Lösung hat einen extrem hohen pH Wert (>12), sobald sich das Zeug mit Aquarienwasser mischt kommt es zur Bildung von Oxyhydroxyden , das ist dann dieser weiße Nebel. Diese Oxyhydroxyde sind nur schwach kristalline Substanzen, sie haben eine enorme Oberfläche an die sich wie wild PO4 anlagert. Im weiteren Verlauf können sich aus diesem Zeug auch noch andere Minerale bilden, Armin hat das mal untersucht. Das gebildete Material ist relativ schwer löslich und verschwindet dann im Bodengrund oder in der Deko und lagert so PO4 im Becken ein. Wenn es dann zu einer Verringerung des pH Werts kommt, oder sich die Bakterienfauna mal so richtig breit macht (z.B. durch die Vodka Methode) dann können diese Minerale wieder in Lösung gehen und das PO4 freisetzen.
    In einem Kalkreaktor wird durch CO2 der pH Wert herabgesetzt, wodurch verstärkt Calciumcarbonat in Lösung geht, welches dann ins Aquarium tropft. Sehr beliebt ist der Umstieg von Kalkwasser auf Kalkreaktor. Wenn dann der Reaktor nicht 100% richtig eingestellt ist und am besten noch eine Reaktionskammer nachgeschaltet hat, dann gelangt freies CO2 ins Aquarium, der pH Wert fällt, und plötzlich haben die Leute ein echtes Problem an der Backe.
    In Becken mit sehr niedrigem PO4 Wert kann man in Maßen ruhig Kalkwasser einsetzen, z.B. um darüber den pH Wert etwas zu stabilisieren. Aber mit Kalkwasser den PO4 Wert runterbringen wird über kurz oder lang Probleme bereiten

    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo Jens!
    Danke für die Aufklärung! Ich habe den Kalkrührer grade wegen dem niedriegen Ph-Wert im Einsatz, weil ich im Glauben war,diesen dadurch anheben zu können. Jetzt werde ich ihn wohl erst mal verbannen,da ich auch mit PO4 und dadurch Algen zu kämpfen habe.

  • Hallo Thorsten,
    ich selbst habe nach langem Zögern des Einsatzes nun beste Erfahrungen mit Kalkwasser.
    Wenn man sich genauer mit Anwendung und Einsatz beschäftigt, gibt es kein Argument dagegen.
    Richtig angewandt passiert nämlich nichts außer dass der Ca-Wert steigt (und pH) .

    Selbst wenn Phosphat ausfallen sollte, bräuchtest du so niedrige pH-Werte im Becken, um Rücklösungen zu forcieren...da würde kein Fisch und Koralle mehr leben.
    Bakterien und Algen in Kombination können allenfalls einmal gebundenes Phosphat lösen. Aber hier sind die Mengen verschwindend gering.

    Servus
    Stefan

  • Hallo Horst

    Ich würde den Kalkrührer drin lassen und versuchen über Adsorber den PO4 Wert zu senken. Meiner Meinung nach sind diese pH Schwankungen im Becken nicht zu unterschätzen. Das ist etwas was die Korallen im Meer niemals erleben müssen. Die Werte wirklich absolut konstant zu halten ist wahrscheinlich der Schlüssel für den Erfolg bei vielen Tieren.

    Grüße
    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo Stefan & Jens!
    Ich habe nicht das Problem von Ph-Schwankung. Mein Ph ist seit Anbeginn nie über 7,2-7,4 gekommen. Deshalb habe ich den Kalkrührer installiert. Aber auch das hat,obwohl ca. 15-18L Nachfüllwasser pro Woche darüber laufen,den Ph nicht erhöht. Letztendlich habe ich zu TM Tripple Buffer gegriffen. Damit bin ich jetzt, innerhalb einer Woche schon mal auf Ph 7,8 konstant. (die plus/minus 0,2 Nacht/Tag zähle ich mal nicht). Ich denke,ab dem Wochenende werde ich den Wert auf 8 haben. Somit dachte ich jetzt,das der Kalkrührer überflüssig geworden ist und evtl. mehr schaden als nutzen könnte.
    PO4 Adsorber liegt schon bereit. Da ich im Moment aber auch noch Algen EX dosiere,muß der noch warten.

  • Hallo Horst,

    wenn du deinen Kalkwasserrührer nicht mehr brauchst, kannst ihn mir ja verkaufen. Ich suche einen günstigen gebrauchten Kalkwasserrührer.
    Wenn du nur 15-18L pro Woche Auffüllwasser hast, ändert sich nicht viel mit dem pH-Wert. Beim meinem Becken sind es ca. 60L pro Woche, da hoffe ich doch den pH-Wert nach oben zu bringen.

    Gruß
    Peter

  • Zitat

    Original von Horst-J.
    Hallo Stefan & Jens!
    Ich habe nicht das Problem von Ph-Schwankung. Mein Ph ist seit Anbeginn nie über 7,2-7,4 gekommen. Deshalb habe ich den Kalkrührer installiert. Aber auch das hat,obwohl ca. 15-18L Nachfüllwasser pro Woche darüber laufen,den Ph nicht erhöht. Letztendlich habe ich zu TM Tripple Buffer gegriffen. Damit bin ich jetzt, innerhalb einer Woche schon mal auf Ph 7,8 konstant. (die plus/minus 0,2 Nacht/Tag zähle ich mal nicht). Ich denke,ab dem Wochenende werde ich den Wert auf 8 haben. Somit dachte ich jetzt,das der Kalkrührer überflüssig geworden ist und evtl. mehr schaden als nutzen könnte.
    PO4 Adsorber liegt schon bereit. Da ich im Moment aber auch noch Algen EX dosiere,muß der noch warten.


    Hallo Horst,
    ich habe anfangs auch sehr zaghaft und dann nur nachts das Kalkwasser verwendet. Erfolg: jedenfalls kein meßbarer. Der pH-Wert, den ich mit KW etwas konstanter zu halten gedachte, schwankte tags/nachts trotzdem im 0,5er Bereich. Dann setzte ich die Intervallzugaben pro Std. auf eine Viertel Stunde auf 24 Std. /7 Tage; nach 14 Tagen schlug die KW-Gabe sichtbar am pH an. Vorher 7,5-8,10, jetzt 7,9-8,3.
    Ca legte minimal um 15 auf 450 zu. Wichtig finde ich bei KW-Zugabe, dass vorher Mg in den Opt.-Bereich gebracht wird.
    Das KW leite ich in starke Strömung des Filterbeckeneinlaufes ein. Wenn da Phosphat ausfallen möchte, dann kann es im dann strömungsberuhigten Bereich ruhig passieren. Es folgt der Abschäumer auf dem Weg der Filterung und danach fördern die Pumpen das Wasser zurück ins Hauptbecken. Die Sedimente, die wahrscheinlich phosphatbeladen am Boden des Filterbeckens liegen, werden je nach angefallener Menge bei irgendeinem Wasserwechsel später mit abgesaugt.

    Servus
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan C. (15. April 2008 um 20:37)

  • Hi,

    ich bin auch der Meinung wie Stefan, da ich selbst seit Jahren schon erfolgreich mit Kalkwasser arbeite und jedesmal wenn ich den Versuch starte, es abzusetzen, mit großen Problemen zu kämpfen habe.

    MfG Markus

  • Hallo Peter!
    Du hast ein 450L Becken und bei dir verdunsten 60L die Woche? Da würd ich mir nen Kopf machen... :wink
    @Stefan: Ich verwende ja nicht zaghaft. Bei mir läuft das komplette Verdunstungswasser, wie geschrieben 15-18L die Woche , über den Kalkrührer.Und das ganze automatisch 24H am Tag. Ich habe jetzt grade wieder 150g aufgefüllt. Verbrauch ist ca. 150g pro Monat.Das ganze läuft jetzt seit ca. 3 Monaten. Der Ph-Wert hat sich absolut nicht geändert. Somit bin ich jetzt auf TM Tripple Buffer gekommen. Damit habe ich meinen Ph zumindest schon mal angehoben. Wenn der Ph,wie erwartet,jetzt am WE auf 8 kommt, werde ich auch mal wieder Kh testen.

    Einmal editiert, zuletzt von Horst-J. (16. April 2008 um 18:31)

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