Folgen: stoppen von Vodkazugabe

  • Hallo,

    was passiert eigenltich, wenn ein Aquarium seit 3 Monaten mit der Vodka-Methode betrieben wird und diese von einem Tag auf den anderen gestoppt wird?

    Angenommen sei eine Dosierung von 15 ml Vodka auf 1000 Liter Wasservolumen pro Tag. Dies seit mehreren Monaten. Nun versagt die Dosierpumpe und die Vodkadosierung unterbleibt völlig für mehrere Wochen.

    Ich hörte, das sei "schlecht". Aber was passiert dann genau und wie sind die Folgen?

  • wenn du dicke bakterienbeläge durch den vodka hast, sind dort natürlich nährstoffe drin gespeichert.
    verhungern die bakterien durch fehlende nahrung, können sie einen teil der nährstoffe wieder abgeben.

    aber bei 15ml / 1000l wirst du wohl kaum nennenswerte beläge haben

  • Hallo Artur,

    die Folge ist, dass das, was sich monatelang im Aquarienwasser verändert hat, in ganz kurzer Zeit wieder rückgängig
    gemacht werden kann. Hat sich durch die Wodkazugabe z.B. dein Nitratwert von 20 auf 2 mg/l verringert, dann
    besteht jetzt die Gefahr, dass er sich ganz schnell wieder auf 20 mg/l erhöht. Deine Korallen haben ihren Stoffwechsel
    aber auf 2 mg/l eingestellt. Schlagartige Veränderungen mögen sie nicht. Wenn du Pech hast, gehen sie dir daher ein.

    Gruß Armin

  • hi,

    das kommt natürlich auch ganz auf deinen abschäumer an, je nachdem wieviel absterbende biomasse ( die vom wodka ernährten bakterien ) er in kurzer zeit aufnehmen kann ...
    es muss nicht unbedingt dramatisch enden, du kannst ja mal die wodka dosierung runterschrauben und schaun was passiert und eventuell auf anderes bakterienfutter umsteigen, es hat sich gezeigt dass wodka mehr risiken mit sich bringt als andere kohlenstoffquellen.

  • Hi,
    ich kann mich da dem Matthias nur anschließen, ich benutze Wodka ausschließlich im Wodkafilter!
    Selbst wenn der mal zuviel Wodka bekommt wird mein ganzes Becken trübe( Bakterienblüte)
    Im freien Wasser hat Wodka meiner Meinung nach nichts verloren, da sich auch unerwünschte Bakterien von dem Kohlenstoff ernähren und sich somit auch stark vermehren!
    Also lieber mit Red Bull trinken, anstatt mit Wasser :thup
    MfG Alex

  • Hallo,

    ich habe diesbezüglich letztes Jahr ein sehr ausführliches Gespräch mit Michael Mrutzek und Jörg Kokott. Mein 500 Liter Becken sollte in ein 1200 Liter Becken umziehen.

    ich habe im kleineren Nitratwerte zwischen 50 und 100 gehabt und habe täglich 25 ml Wodka zudosiert. Da es ein Fischbecken war/ist, war ich noch am aufdosieren. :winking_face_with_tongue:
    Wie sollte ich nach dem Umzug Verfahren? Einfach die Menge von vorher weiterdosieren und weiter steigern? Michael meinte dazu, dass ich nicht weiterdosieren sollte und zwei drei Wochen warten solle. Wenn sich die Werte einigermaßen konstant verhielten sollte ich gleich wieder mit deutlich höherer Dosierung weiterfahren...

    Die Dosierungspause (mind. 6 Wochen) hat sich nicht negativ ausgewirkt, außer, dass der Nitratwert wieder in ähnliche Höhen gewandert ist wie beim kleinen Becken.
    Ich bin weiter am aufdosieren...und liege derzeit bei 45 ml/Tag...

    Michael dosiert übrigens seit längerem in einem 30000 liter Becken jeden Tag 600 ml. Wo sind die genannten Nachteile?

    M.f.G

    Markus

  • Die bekannten nachteile sind dass ethanol auch von sehr unerwünschten bakterien verstoffwechselt werden kann und deswegen der keimdruck für die fische deutlich höher ist als z.b. bei acetat ...

    ... ich erkenne das daran, dass bei dosierung von wodka mein weißkehl am nächsten tag pünktchen bekommt ( danach kann man die uhr stellen ), bei dosierung einer anderen kohlenstoffquelle mit ähnlicher wirkung ist dies allerdings nicht der fall.

  • Hallo Matthias,

    okay, das ist dann nachvollziehbar. Meine Fische sind nun besonders unempfindlich, ich hatte allerdings auch mal Probleme mit Pünktchen...interessanterweise während der Wodkapause.

    Was für eine Kohlenstoffquelle verwendest Du denn?

    M.f.G

    Markus

  • Hallo Markus,
    also ich nutze die Ultralithmethode von FaunaMarin. Der grundsätzliche Vorteil ggü. nur Vodka ist m.E. ein komplettes System, dh ich kann meine messbaren Nährstoffwerte auf Null runterziehen und laufe nicht die Gefahr eines Stickstoff- oder Phopshormangels bei richtiger Anwendung der jeweiligen Lösungen. Ich selbst komme hiermit deutlich besser zurecht als mit der Zeovitmethode von Korallenzucht, ist sicherlich aber ein Frage der persönlichen Präferenz.

  • hallo zusammen,

    hört sich ja alles echt interresant an, aber ich finde es ist von becken zu becken einfach verschieden.
    ich habe seit ca. 5jahren einen weißkehl im becken und dosiere so ca. 40ml wodka (auch ca.seit 5 jahren) auf mein becken jeden tag. bin voll zufrieden, habe so gut wie kein nitrat und die anderen werte sind auch super.
    würde auf jedem fall, wenn man aufhören will langsam runterfahern. denn sicher ist sicher.

    gruß
    uwe:thup

    Einmal editiert, zuletzt von Uwe Kaufmann (9. April 2008 um 21:50)

  • Hi Uwe,

    ja das ist wirklich interessant, könnte zum einen natürlich am fisch liegen der empfindlicher ist, zum anderen auch daran ob du z.b. eine uv-anlage benutzt ? ich nehme nämlich keine.
    Außerdem wäre es auch möglich dass sich unterschiedliche bakterienkulturen in den unterschiedlichen becken etablieren, das halte ich aber eher für unwahrscheinlich.

  • hi matthias,

    habe zwar keine uv- anlage, dafür aber einen ozonisator. wäre natürlich auch möglich, wobei ich eher glaube dass es von becken zu becken einfach verschieden ist.
    die genauen abläufe werden wir wohl nie bis ins kleinste ergründen können, ist halt natur!!

    gruß
    uwe:thup

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