KH und Ca völlig aus dem Ruder gelaufen...!!!

  • Hi,

    ich kann´s einfach nicht glauben, aber meine KH und der Ca sind komplett aus dem Ruder gelaufen und passen überhaupt gar nicht zusammen!!!

    KH 17 (!!!) JBL
    Ca 330 (!!!) Salifert, bestätigt mit JBL (350)

    Ich habe gerade eben eine Probe frisch angesetzten Salzwassers gemessen:
    da ist die KH 8 und der Ca 420, meine Tests stimmen also.

    Wie kann das denn um Himmels Willen sein?
    Können die Werte so voneinander abweichen?

    Ich benutze einen Kalkreaktor mit ca. 60 Blasen/min und seit ungafähr 2 Monaten in einer zweiten Säule Mg-Granulat.
    Kann das den KH-Anstieg verursacht haben?
    Aber wieso ist der Ca so niedrig...? Am Kalki habe ich nichts verändert!

    Wenn ich jetzt den Kalki runterfahre, dann sinkt ja der Ca noch mehr!!!

    Gruß, Karl

    Seit 1985 Aquarianer.
    Seit 2004 Salzwasser.

  • Gut, daß ich heute zuhause bin :confused_face:
    Ich werde jetzt als "Notmaßnahme" erst einmal einen Wasserwechsel machen.
    Dann werde ich für die nächsten Tage den Kalkreaktor komplett abschalten, um die KH nicht noch unnötig weiter zu erhöhen.
    Den Ca-Wert werde ich dann wohl durch Zugabe von flüssigem Ca auf 420 erhöhen müssen...

    Trotzdem: woher kommen diese Werte???

    Danke & Gruß, Karl

    Seit 1985 Aquarianer.
    Seit 2004 Salzwasser.

  • Hi Karl,

    bei Kalkreaktorbetrieb passiert es schon, dass mehr kH als Ca gebildet wird. Ich selbst begegne diesem Phänomen mit dem Mittel Alca-Balance von TM. Das erhöht den Ca-Gehalt bei gleichzeitigem absenken von kH. Ist auch recht preiswert, kann ich nur empfehlen.

    Gruss Marcus

  • Hi Marcus,

    danke für den Tip!
    Werd ich mir mal näher ansehen.

    Mich wundert´s eben nur, daß das Ganze so schlagartig kam.
    Vor einem Monat waren noch beide Werte im optimalen Bereich und jetzt das...

    Gruß, Karl

    Seit 1985 Aquarianer.
    Seit 2004 Salzwasser.

  • Hi,

    der Kalki ist ja jetzt abgeschaltet, außerdem läuft das Auslaufwasser des Kalkis über die Säule mit Mg-Granulat.
    Und dieses ist wiederum dafür bekannt, daß es im Betrieb einen hohen pH hat.
    Der Auslauf-pH dürfte also bei 8,5-9,0 liegen - mit dem nachgeschalteten Mg-Granulat.
    Ohne dieses (also im Kalki selber )wäre er bei 7,0.

    Gruß, Karl

    Seit 1985 Aquarianer.
    Seit 2004 Salzwasser.

  • Hi,

    aber mal im Ernst: das kann doch nicht die Ursache für einen zu hohen KH und einen zu niedrigen Ca-Wert sein, oder?
    Meine Einstellung am Kalki hatte die letzten Monate immer problemlos gepasst.
    Trotz des Kalki-pH´s von 7,0 hatte ich im AQ immer Werte von KH 10 und Ca 440...
    Ich glaube eher nicht, daß es daran liegen könnte.

    Ich weiß nicht warum, aber ich tippe irgendwie eher auf dieses blöde Mg-Granulat in der zweiten Reaktorsäule...

    Den niedrigen Ca-Wert kann ich mir (halbwegs) durch die relativ vielen SPS erklären, die in letzter Zeit hinzugekommen sind. Obwohl der Kalki das hätte kompensieren müssen... also doch eher zweifelhaft.
    Woher allerdings dieser immens hohe KH-Wert kommt, ist mir ein Rätsel.
    Ich kann mir das nur irgendwie durch das Mg-Granulat erklären, sozusagen als "Nebenwirkung".

    Wie dem auch sei: Kalki ist jetzt erst mal ausgeschaltet.
    KH wird jetzt hoffentlich sinken, den Ca-Wert werde ich mit flüssigem Ca erhöhen.

    Und danach? Mal schauen...

    Gruß, Karl

    Seit 1985 Aquarianer.
    Seit 2004 Salzwasser.

  • Hat denn keiner eine Idee?

    Den gesunkenen Ca-Wert schiebe ich jetzt einfach mal auf den Mehrverbrauch durch die SPS - das macht mir die folgenden Gedankengänge ein wenig leichter.

    Ich hätte da eine Theorie, aber die ist ja bekanntlich grau...

    Da im Kalki ja eigentlich Ca und Karbonate in gleichem Maße freigesetzt werden sollten, stimmt hier etwas nicht, denn die KH sollte ja dann auch abgesunken sein.
    Sie ist aber extrem erhöht, was ich nach wiederholtem Nachdenken nur dem Mg-Granulat zuschieben kann.
    Dieses Mg-Granulat besteht aus MgO, welches durch das Rest-CO2 aus dem Kalki aufgelöst wird.
    Jetzt kann ich es mir nur so erklären, daß das CO2 das MgO in Mg und CO3 zerlegt hat, sprich: in MgCO3.
    Dieses Karbonat könnte vom KH-Test miterfasst worden sein...

    An die Chemiker: könnte das so passen? Chemie liegt schon etliche Semster hinter mir...

    Aber eine andere Erklärung habe ich beim besten Willen nicht!

    Wäre um Gedanken/Erläuterungen zu dem Thema dankbar!

    Gruß, Karl

    Seit 1985 Aquarianer.
    Seit 2004 Salzwasser.

  • Hi,

    Hat denn wirklich keiner eine Idee?

    Keiner, der meine Theorie bestätigen oder widerlegen kann?

    Woher kann diese Diskrepanz zwischen Ca und KH kommen???

    Gruß, Karl

    Seit 1985 Aquarianer.
    Seit 2004 Salzwasser.

  • Hallo Karl

    Hmm, klingt schon alles irgendwie komisch. Wenigstens kann man schon mal falsche Tests ausschließen.
    Das die Probleme nur von dem Mg Granulat kommen kann ich mir nicht vorstellen, es sei denn, das Zeug ist nicht in Ordnung (schlechte Charge oder so).
    Bist Du Dir da ganz sicher, dass Du da MgO im Reaktor hast, und nicht Dolomit, also CaMg(CO3)2?
    Wenn Deine SPS so viel Ca verbrauchen würden, dann würden sie ja auch entsprechend KH verbrauchen, anders können sie nun mal keinen Kalk aufbauen.

    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Gruß, Karl

    Seit 1985 Aquarianer.
    Seit 2004 Salzwasser.

  • Hallo Karl,

    dein Verdacht mit dem Magnesium-Granulat ist richtig. Lass es einfach weg.

    Magnesiumoxid erhöht die Alkalinität (KH) genauso wie Magnesiumcarbonat und Calciumcarbonat.
    Das Magnesium wird nicht verbraucht sondern lagert sich irgendwo ab. Zurück bleibt die KH wie du selbst
    feststellen konntest. Ich vermute mal, dass auch dein pH ungewöhnlich hoch ist.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    es ist - wie immer - schön, von Dir zu hören!
    Und vor allem freut es mich, daß meine Idee mit dem CaO "richtig" war...
    Ich habe den Kalki gestern abend (nachdem die KH wieder auf 9 abgesunken war und ich den Ca-Wert mit Calciumchlorid angehoben hatte) wieder in Betrieb genommen, diesesmal ohne die MgO-Säule.

    Den Mg-Wert werde ich jetzt eben durch MgCl anheben, wenn überhaupt...

    Momentan scheint aber alles wieder im Lot zu sein!

    Euch allen Frohe Weihnachten!

    Karl

    Seit 1985 Aquarianer.
    Seit 2004 Salzwasser.

  • Hallo Karl, das Problem ist zwar schon gelöst. Ich kann es aber praktisch bestätigen mit einer KH nach dem Einsatz von Mg-Granullat. Ging auch in 2W nach Abschalten weg. Hab den Kalki dann stark runtergefahren. Aber so ein richtiges steady state zwischen Ca KH MG hab ich nicht einstellen können. Mache jetzt seit 4 Jahren Balling. Das funktioniert super.
    Kauf dir einfach MgCl und geb das zu, falls es beim MG brennt. Das kann man relativ grob dosieren.

    Frohes Fest! Bi

  • Hallo, bin in diesem Forum neu als Schreiberling. Lese aber häufig mit.

    Habe im Paralleluniversum mal folgende Hinweise gefunden, die, wie ich finde, hierher passen. Dort ging es auch u.a. um zu hohe KH-Werte und deren Regelung per Kalkreaktor Durchflussmenge/PH-Wert-Steuerung.

    Zitat an:
    Zu meiner Regelung. Nein, da muß ich Dich enttäuschen. Ich regele ganz wie viele anderen den pH-Wert über das CO2.
    Zusätzlich messe ich halt zyklisch den kH und verändere daraufhin das Zeitintervall der Schlauchpumpe.

    Den Zusammenhang hab ich in einer längeren Versuchsreihe ausgefunden. Längere Verweilzeit des Wassers im Reaktor = niedrigerer KH. Also mehr Durchfluss = mehr kH-Eintrag.
    Dagegen niedrigerer pH = mehr Ca und MG.
    OK, ganz unabhängig sind Ca und kH nicht, aber es ist unabhängig regelbar.

    Was mir immer wieder ein Problem darstellt, ist der Mg-Wert. Obwohl ich MGPro im Reaktor habe und zusätzlich in der Ausgaskartusche, muß ich öfters noch mit Balling nachdosieren. Das Zeugs löst sich einfach nicht so gut wie der Korallenbruch. Und einen zweiten Reaktor nur für MG möchte ich nicht auch noch aufstellen....

    Zitat aus.
    Auch ich kämpfe mit zu hohen KH Werten, resultierend aus einer zu hohen Durchflussmenge des Kalkreaktors, bei gleichzeitigem Magnesiummangel. Habe nun den Durchfluss von 80 auf ca. 30 Tropfen/min reduziert.
    Bin eigentlich kein Freund der Ballingmethode, werde sie aber zur Werteanpassung jetzt einsetzen. Gerade das Magnesiiumchlorid stellt ja, im Vergleich zu käuflichen Wässerchen, eine preisgünstige Alternative dar.

  • Hallo Symanzik,

    in dem Zitat steckt leider ein Denkfehler drin. Calciumcarbonat (und entsprechend Magnesiumcarbonat) löst sich immer
    nach der Formel CaCO3 -> Ca++ + CO3-- -> Ca++ + 2 HCO3-
    Das bedeutet, dass zu einem Molekül Calcium immer zwei Moleküle Hydrogencarbonat kommen, egal wie der
    Kalkreaktor betrieben wird. Was man verändern kann, ist die Menge des entstehenden Calciums und Hydrogencarbonats
    und die Menge an überschüssiger Kohlensäure, die den pH-Wert senkt. Mehr nicht.

    Gruß Armin

  • Hallo Karl,

    ich habe gerade nochmal mit Jens Kallmeyer über dein Magnesiumgranulat gesprochen.
    Er hatte eine zündende Idee zur wahren Zusammensetzung des Granulats:

    Die Angabe Magnesiumoxid auf der Packung ist Quatsch, da wurde eine in der Geochemie übliche Angabe
    des Magnesiumgehalts (1 g Mg = 1,67 g MgO) mit der Zusammensetzung verwechselt. Das gleiche gilt natürlich
    auch für die Calciumoxidangabe. In Wirklichkeit ist sicherlich Magnesiumcarbonat und etwas Calciumcarbonat
    in dem Granulat enthalten, keine Oxide.

    Diese Erkenntnis ändert natürlich nichts an der vorherigen Aussage, dass du das Granulat besser weglassen sollst.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    toll, daß Du Dir Gedanken darüber machst!
    Danke!!
    Ich habe die vermeindliche MgO-Säule schon vom System genommen und erhöhe den Mg-Wert jetzt durch MgCl-Zugabe.
    Die nun "leere" Säule habe ich jetzt mit ganz normalem Korallenbruch befüllt und lasse sie als CO2-Neutralisator nach dem Kalki mitlaufen, da mein Kalki keine Gasrückführung hat. So hat die Säule noch eine Funktion, die KH wird nicht unnötigerweise in die Höhe getrieben und der Mg-Wert wird schonend durch MgCl erhöht.
    Also alles in Butter.

    Gruß, Karl

    Seit 1985 Aquarianer.
    Seit 2004 Salzwasser.

    Einmal editiert, zuletzt von karl.p (28. Dezember 2007 um 10:24)

  • Hallo Karl

    Ich hatte den Link zu der Zusammensetzung noch kurz vor meiner Abfahrt in die Weihnachtsferien noch gesehen, hatte es aber nicht mehr geschafft, darauf noch zu antworten. Da hat mich echt der Schlag getroffen, von einem Anbieter solcher Produkte sollte man schon etwas mehr Fachwissen verlangen können.
    Bei meinen Eltern konnte ich nicht (bzw. nur mit einem 512k Modem) online gehen, da habe ich lieber mal mit Armin telefoniert und mit ihm darüber diskutiert. Er hat es dann ja auch gepostet. Armin war reichlich geschockt von meinem Verdacht, hat dann aber noch mal selber schnell nachgerechnet und mir dann zugestimmt. Armin glaubt halt immer noch an das Gute im Menschen.
    Was bei der Analyse von Deinem Granulat höchstwahrscheinlich passiert ist, ist folgendes: Das Material wird gewogen, dann in einem Ofen für mehrere Stunden auf über 800° C erhitzt und dann noch mal gewogen. Die Differenz ist dann der Glühverlust. Bei dem Glühen wird alles Karbonat ausgetrieben und die Verbindungen in ein Oxid überführt. daher auch der hohe Glühverlust von 20 %. Diese geglühte Probe wurde dann wahrscheinlich mit einer Röntgenflourenzenz analysiert. So weit so gut, das ist ein Standard Verfahren in der Geochemie und dagegen ist nichts einzuwenden, doch muss man solche Ergebnisse halt nachher auch entsprechend weiterverarbeiten und nicht einfach den Ausdruck der Maschine als die absolute Wahrheit verkaufen. Das ist dann schon ganz schön arm.
    Magnesium Oxid ist so gut wie unlöslich in Wasser, auf jeden Fall löst es sich deutlich schlechter als ein Karbonat. Wenn Du den Mg Wert ganz langsam in den Griff kriegen willst, kannst Du in das leere Rohr einfach etwas Dolomit rein packen, das geht dann langsam in Lösung und liefert etwas Mg. Den Rest kannst Du dann immer noch mit Balling einstellen.


    Guten Rutsch

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo Jens!

    Vielen Dank auch Dir für Deine ausführliche und erkenntnisreiche Antwort!
    Über diesen Hersteller verliere ich jetzt mal keine großen Worte, aber die Telefonate bezüglich des Granulats mit besagter Firma waren schon merkwürdig... da wird einem ein X für ein U vorgemacht!

    Danke, ebenso!

    Gruß, Karl

    Seit 1985 Aquarianer.
    Seit 2004 Salzwasser.

    Einmal editiert, zuletzt von karl.p (31. Dezember 2007 um 10:33)

  • Hallo Karl

    Bei Dolomit gibt es keine Begleiterscheinungen, ist halt ein Carbonat, dass Ca UND Mg enthaelt, mehr nicht

    Gruesse

    jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

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