kupferanemonen unterschiedliche arten?

  • moin,

    war eigentlich schon immer der meinung, daß kupferanemonen zwei verschiedene sp. beinhalten.

    -eine art bleibt recht klein, vermehrt sich sehr schnell
    -eine art wird wesentlich größer (hab tiere von über 60cm gesehen) und vermehrt sich sehr langsam

    beleg dafür scheinen mir zwei klone in meinem becken zu sein.

    zwischen den tieren der unterschiedlichen arten kommt es zu kräftigen vernesselungen,
    wohingegen sich tiere des gleichen klons (der gleichen art?) untereinander völlig neutral verhalten!

    was meint ihr?

    p.s.: in meinem fall dominiert die große die kleinen eindeutig!

    mfg
    michael

    Einmal editiert, zuletzt von mbb (11. September 2007 um 11:01)

  • Hi,

    dass es sich um verschiedene "Formen" handelt, ist ja ziemlich klar. Allerdings ist die Frage, ob es sich um zwei verschiedene Arten handelt nicht gerade trivial. Sowas kann man nicht per Abstimmung im Forum beschließen oder so. Das ist ganz trockene Wissenschaft (und doch nicht ganz objektiv ;)). Aber letztendlich spielt es ja auch für die Aquaristik keine bedeutende Rolle, ob das nun verschiedene Arten, Unterarten oder Variationen sind. Ist im Endeffekt sowieso fraglich inwieweit der Artbegriff natürlich und damit universell anwendbar ist...

    Grüße
    Hanno

  • Hi,

    Darüber zu spekulieren bringt rein gar nichts, da die Bestimmung von Nesseltieren ohne Untersuchung der Nesselkapseln witzlos ist.

    Mal so folgende Gedanken zu dem Thema: Entacmaea vermehren sich überwiegend durch Teilung, d.h. Tiere, die durch Teilung entstanden sind, werden sich auch nicht gegenseitig vernesseln- weshalb auch, sie nehmen sich ja nicht als getrennte Organismen wahr, da sie genetisch gleich sind. Das schließt jedoch nicht aus, dass Mutationen auftreten, sodass es dann innerhalb der sich asexuell fortpflanzenden Art mehrere unterschiedliche Linien mit unterschiedlichem Genotyp und Phänotyp gibt; zumal ja eine gelegentliche Rekombination der Gene auch nicht ausgeschlossen ist, sofern diese Art auch sexuelle Linien enthält.
    Gutes Beispiel dafür ist auch Lepidodactylus lugubris- obwohl sich die Art stets durch Parthenogenese vermehrt, sind dennoch mehrere Linien bekannt, welche sich nicht nur genetisch, sondern auch durch ihr äusseres Erscheinungsbild unterscheiden.
    Oder Hottentotta hottentotta, von dem sowohl parthenogenetische wie auch sich sexuell fortpflanzende Populationen bekannt sind, obwohl es sich ansonsten um die gleiche Art handelt.

    Soll heißen: Je näher die Tiere genetisch aneinander sind, umso weniger werden sie sich auch vernesseln. Dass sie es trotzdem tun, heißt nicht, dass sie anderen Arten angehören, sondern lediglich, dass sie anderen Linien angehören. Ähnlich dürfte es mit der Teilungsfreudigkeit sein.

  • Hi,

    Zitat

    Mal so folgende Gedanken zu dem Thema: Entacmaea vermehren sich überwiegend durch Teilung, d.h. Tiere, die durch Teilung entstanden sind, werden sich auch nicht gegenseitig vernesseln- weshalb auch, sie nehmen sich ja nicht als getrennte Organismen wahr, da sie genetisch gleich sind.


    Korrekt.

    Zitat

    Das schließt jedoch nicht aus, dass Mutationen auftreten, sodass es dann innerhalb der sich asexuell fortpflanzenden Art mehrere unterschiedliche Linien mit unterschiedlichem Genotyp und Phänotyp gibt;


    Wobei sich Mutationen in somatischen Zellen ja nicht unbedingt auf den ganzen Ramet ausbreiten müssen. Parthenogenese/Selbstung ist da auch was anderes als Teilung, da sich das ganze Individuum aus einer Zelle entwickelt.

    Zitat

    zumal ja eine gelegentliche Rekombination der Gene auch nicht ausgeschlossen ist, sofern diese Art auch sexuelle Linien enthält.


    Im Aquarium kann man das schon ziemlich ausschließen denke ich.

    Zitat

    Soll heißen: Je näher die Tiere genetisch aneinander sind, umso weniger werden sie sich auch vernesseln.


    Das kann man, glaube ich, nicht so sagen.

    Zitat

    Dass sie es trotzdem tun, heißt nicht, dass sie anderen Arten angehören, sondern lediglich, dass sie anderen Linien angehören. Ähnlich dürfte es mit der Teilungsfreudigkeit sein.


    Man kann daraus nur sagen, dass sie nicht Rameten mit identischer Genexpression sind. Ausserdem hängt zumindest die Teilungsfreudigkeit auch noch von äußeren Faktoren ab (behaupte ich jetzt einfach mal so :D).

    Und wie gesagt: all das berührt die Frage, ob es sich um verschiedene Arten handelt, nicht (die organismischen Eigenschaften spielen bei der systematischen Analyse quasi keine Rolle mehr). Aber das hast ja selbst geschrieben.

    Grüße
    Hanno

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