Unterschiedliche Ballingmethoden

  • Hallo,

    richte mal meine Fragen an die Chemieexperten. Je mehr ich über Balling lese, desto mehr unterschiedliche Dosiermethoden können angelesen werde.

    Auf den Balling Salzen steht genau das Mischverhältnis Osmosewasser und Grammeinheit drauf. Dieses wird getrennt angesetzt. Ist für mich aber unlogisch oder ich verstehe was nicht.

    Dachte beim Balling werden die Differenzwerte ausgeglichen, und die können von Becken zu Becken vollig unterschiedlich sein. In meinem Becken z.B. habe ich einen deutlich höheren Magnesiumverbrauch als Calcium. Bisher habe ich wochentlich Calzium und Magnesium gemessen und die Soll-Ist Werte mit dem AquaCalkulator errechnen lassen. Darauf hin habe ich die drei Salze getrennt mit je 1 Liter Osmosewasser angesetzt und gebe es täglich zu. Habe noch keine Dosieranlage, kommt aber bald. Meine Werte ändern sich dadruch kaum, Schwankungen liegen so beim Magnesium zwischen 1310 und 1330 mg, beim Calzium zwischen 410 und 425.

    Folgt man den Anweisungen auf den Verpackungen werden ja die Salze in gleichen Teilen zugegeben ohne Rücksicht auf die tatsächlichen Soll-Ist werde und das finde ich absolut irreführend. Des weiteren wird immer über die Ionenverschiebung gesprochen. Wie stellt man eine Ionenverschiebung überhaupt fest ?

    Ich selber mache es bisher so, das ich wöchentlich 5 % WW vornehme, das verdunstete Wasser wird automatisch mit Osmosewasser nachgefüllt. Spurenelemente gebe ich wöchentlich von Hand zu und die Ionenverschiebung versuche ich so auszugleichen, das ich wie im AqauCalculator statt Natriumfreies Meersalz (Mineralsalz) einfach Salzwasser gegen Osmosewasser tausche (immer so 0,3 bis 0,5 Liter). Klar könnte auch Natriumfreies Mineralsalz nehmen. Was ist den besser ?

    Dann gint es noch die Methode "korrektur von Abweichungen" z.B. nach Glaser. Dort wird aber Na2CO3 statt NaHCO3 genommen. Was denn jetzt ???

    Komisch, für mich ist Balling eigentlich immer eine Korrektur von Abweichungen da ständig durch den Verbrauch an Salzen immer eine Soll-Ist Differenz entsteht. Zusätzlich gibt es erhebliche Differenzen bei den Salzsorten z.B. Tropic Marin klassic gegen Tropic Marin Pro Reef, so daß bei einem WW immer eine weitere Differenz zum Beckenwasser auftritt.

    Gibt es den nicht eine eindeutige, richtige Methode ohne wenn und daber ?

    Gruß


    Thomas


    Bisher haltet sich meine Dichte fast exakt auf 1,023 mit minimalen Schwankungen die kaum abzulesen sind.

    Zusätzlich wird über die Balling Light (meinde Methode), der Klassischen und noch zusätzlich über die Zugabe von Schwermetallkomplexen beschrieben. zusätzlich wird noch unterschieden ob

  • Tja Thomas
    genau die von dir gestellten Frage haben mich auch lange beschäftigt.

    ich denke eine der ausführlichsten ANleitung zur "Balling Methode" (wie sie inzwischen genannt wird) findest Du in meiner Wasserparameter FAQ . Schon gelesen ?

    ein paar kurze Antworten auf deine vielen Fragen

    - eine richtige Balling Methode hat Hans-werner nie publiziert, eigentlich nur einzelne Rezepturen
    - Die wohl am meisten zitierte Rezeptur ist die, die Ca / KH angelicht. ABER das tut sie nur in einem immer gleichen Verhältnis Ca/KH.
    - Der Wortlaut "Korrektur von Abweichungen" wurde von mir in ACalc einfach so gewählt, weil ich ihn sinnvoll fand.
    wenn du dementsrprechen vorgehst kann Ca unabhängig von KH angepasst werden
    und da kommt eben wieder das oft zitierte Ionengleichgewicht ins Spiel..... dem meiner meinung nach etwas zuviel Glauben geschenkt wird.
    - und jetzt bist Du genau bei dem thema wo es nicht mehr so einfach für Otto-Normaluser wird. denn wenn Ca/KH in untercshiedlicher Dosierung zugegeben werden soll, kann keine Hersteller mehr auf ide Verpackung etwas daraufschreiben, weil es sich ja ändern kann !
    - Verpackungsangaben auf salzen ohne Soll/Ist angaben sind m.e Mumpitz !
    - Natriumfreies Mineralsalz verwendet man da die Ballingsalze nicht Natriumfrei sind ABER im normalen Meerwasser ein Mix aus NaCl-haltigen und NaCl freien Salzen vorkommt, also einfach um möglichst naturnah zu sein.

    - Bei "Korektur der Abweichungen" wird entweder in Acalc für Na2CO3 ODER NaHCO3 entschieden. je nach aktuellem ph-wert, weil dieser beinflußt wird. Hast Du die Anleitung von ACalc schon gelesen ? :winking_face:

    - Das die käuflichen Salzmixe uneinheitliche Konzentartionen an Ca/Mg/KH hatten ist eben mal so. Wobei wir hier sicher wieder eine Diskussion aufmachen könenn wie genau die von mir ermittelten werte dafür sind :wink
    aber generell finde ist es natürlich sinnvoll ein Salz zu verwenden das die angestrebten Werte mindestens möglichst genau einhältr, evtl soagr leicht überschreitet. Um's leichter zu machen gibt es doch in der neuen Version soagr noch eine Extra-Funktion die nach der Wahl/Zugabe des Salzes die notw. Menge der Ballingsalze mit ausspuckt.


    lG Martin

  • Hallo Martin,

    das Thema scheint keine so großes Interesse zu haben. Habe deinen neuen Calkulator heruntergeladen. Super. Im Expertenmodus kann ich beim WW gleich mein SOLL-IST Korrektur mit Calcium und Magenisum berücksichtigen wie ich das sehe. Bis welcher Menge kann ich den alles au einmal machen, muß also nicht jeden Tag zugeben ? Dann hätte sozusagen immer einen vollen Tank und nach einer Woche bin ich immer noch auf Reserve bis ich wieder Tanke, na ja so ungefahr.

    Was ist denn besser , die Balling Light Methode oder die Balling klassig. Manche erweitern sogar die Balling klassig Methode und geben noch hier zusätzliche Jod und Schwermetallsalze hinzu.

    Ich selbe mache die Balling Light Methode + 5 % WW pro Woche. Ist es besser die Differenz Mineralsalz gegen Meersalz auszutauschen oder eine kleine Menge Beckenwasser gegen Osmose zu tausche. Ist in der Software so drinnen.

    Gruß


    Thomas

  • Hallo Thomas
    ich bin mir ganz sicher dass das Thema schon ganz viele interessiert hat. Du bekommst nur deswegen wenig Antworten weil hierüber eben schon so viele Threads hier im Board stehen.

    welche Methode für Dich die beste ist musst du schon selbst entscheiden.

    Beckenwasser gegen Osmosewasser zu tauschen brauchst Du generell nur wenn die Salinität im Becken zu hoch ist. Der Hinweis im Ca7Mg/Alk Berechnungsteil von ACalc ist deswegen drin, weil Du durch Zugabe der Ballingsalze ja auch die Salinität hochziehst. wenn Du jetzt immer nur Ballingsalze dosieren würdest, aber nie die Salinität messen würdest, würde die Salinität des beckens stetig ansteigen...deswegen der Hinweis.

  • Ich glaube hier liegt einfach ein falsches Verständnis des Ziels der Ballingmethode vor. Die Ballingmethode mit ihren drei Kanistern, von denen immer gleich viel zugegeben wird (je nach Verbrauch im Becken) dient dazu, den Verbrauch der Tiere im becken auszugleichen.

    Man kann die Salzlösungen auch einzeln verwenden um an bestimmten Wasserparametern rumzuschrauben, aber das macht man normalerweise einmal bis die Werte stimmen, ermittelt dann wie viel ml man täglich braucht um die KH konstant zu halten (die dann quasi Indikator für den Verbrauch ist) und gibt von da an immer diese Menge zu.
    Das verhältnis der Salze ist dann so errechnet, dass die Kompnenten zu gleichen Teilen verbraucht werden.

    Eine Nachdosierung von Magnesium macht man meines Wissens nach hauptsächlich für das Wachstum der lila Kalkalgen. Die Korallen verbrauchen selber kein Magnesium beim Wachstum. Es ist für die Korallen also in der Regel ausreichen die ganz klassische Ballingmethode zu verwenden (Ca, KH und Mineralsalz).

    Solltes bei dir nur ein Wert (KH bzw Calcium) deutlich zu niedrig sein, während Du den anderen nicht weiter erhöhen willst, gibst Du halt etwas mehr der entsprechenden Flüssigkeit zu. Sind erstmal alle Werte im Sollbereich, werden alle Flüssigkeiten in gleichen Mengen verwendet.
    Du solltest nur in der ersten Zeit die Werte zumindest wöchentlich überprüfen, um zu gucken, ob Deine Kalkulation stimmt.

  • Hallo Nils.

    aber das ist das Problem. Durch die unterschiedlichen Salzsorten, ich selber verwende HW Salz und TM Pro Reef, stimmen die Konzentrationen nach dem WW nicht mehr. Diese beiden Salzsorten haben bereits relativ gute Werte. Wenn die Hersteller sich mal einigen könnten generell Calcium bei so 400 bis 420 und Magnesium bei so 1300 zu belassen, dann wäre es viel einfacher über eben diese "3 Behälter" nur noch den Verbrauch zu dosieren.
    Wäre es nicht nicht noch besser und einfacher, dem Salz gleich den Verbrauch mit zuzugeben, so daß bei einem wochentlichen WW von 5-10% die Zudosierung total entfällt. Denke hiermit wäre auch die Ionenverschiebung kein Thema mehr. Beim ATI Salz ist das möglich, habe aber keine Erfahrung mit diesem neuen Salz.
    Ich selber habe die Erfahrung gemacht und habe keine Erklärung dafür, das bei mir der Calziumgehalt und die KH sinkt wenn der Magnesiumwert fällt. Bei mir ist der Verbrauch an Magnesium rund doppelt so hoch wie beim Calzium.

    Gruß

    Thomas

    Einmal editiert, zuletzt von thfeder (2. April 2007 um 08:30)

  • Hallo Thomas,

    dein Wunsch, dass die Calcium und Magnesiumwerte in den Saklzmischungen nicht unter den natürlichen
    Meerwasserwerten liegen sollten, ist gut nachvollziehbar. Aber auch damit gäbe es noch Unterschiede
    in der Dosierung in unterschiedlichen Becken, da der Verbrauch von Besatz, Temperatur, Licht usw. abhängig ist
    und ncht einmal das Verhältnis Ca/KH-Verbrauch fest ist, da auch Faktoren wie Nitrifikation und Photosynthese eine
    Rolle spielen.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • Hallo,

    interessantes Thema.

    Ich füge nun schon seit fast 3 Jahren keine gleichen Mengen der Ballingflüssigkeiten meinem Becken zu. Vielmehr messe ich alle 15 Tage die Wasserwerte und setze hiernach alle drei Flüssigkeiten mengenmäßig an und gebe diese dann in jeweils eine 1,5 Liter Flasche. Hierüber wird über eine Dosierpumpe dann die Flüssigkeit 1 x pro Stunde über 15 Tage verteilt zugegeben.

    Ich halte hiermit die Werte recht konstant und konnte bisher auch noch keine nagativen Auswirkungen feststellen.

    Ich muss dazu sagen, dass die Mengenunterschiede doch sehr schwanken können und dies vor allem merklich wird, wenn ich mal wieder in den Korallen gegärtnert habe, d. h. plötzlich der Verbrauch stark sinkt.

    Für mich ist dies recht einfach und nachvollziehbar. Natrumfreies Salz gebe ich schon seit 2 Jahren nicht mehr zu und fahre offenbar mit 10 % Wasserwechsel pro Woche hier recht gut. (reef Crystal und Trop. Marin pro reef)

    Übrigens Spurenelemente gebe ich den Ballingflüssigkeiten nicht zu.

    Gruß

    Guido

  • Hallo Guido,

    so wie du es machst ist es (fast) optimal.
    Die Zugabemengen dem wirklichen Verbrauch anpassen und durch regelmäßigen Wasserwechsel eine Änderung
    der Ionenbalance minimieren.

    Ich selbst gebe zusätzlich noch Mineralsalz zu, das ich als Mittelwert zwischen Natron- und Calciumchloridzugabe
    dosiere. Das ist noch einen kleinen Tick sicherer.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

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