... und ich dachte immer, sowas gibt's nur in "Zooabteilungen" von Baumärkten!
Heute war ich in Wiesbaden im Zoopalast, was ich da erleben durfte, muss ich einfach hier loswerden.
Vorweg soviel: Ich bin seit über 50 Jahren Aquarianer (die meiste Zeit Süßwasser), seitr mehr als 10 Jahren habe ich (Gartenteiche ausgenommen) komplett auf Meerwasser umgestellt. Zoogeschäfte jeder Art (vom Keller-/Garagenladen bis zum großen Fachmarkt kenne ich Bundesweit und lasse keine sich bietende Gelegenheit aus, neue kennenzulernen.
Zurück zum "ZOOPALAST": in der Meerwasserabteilung war gerade eine Sendung mit Fischen angekommen, und der "Fachverkäufer" schlitzte Tüte um Tüte auf, um den Inhalt in bereit stehende Interims-Wannen zu verteilen. Dieses Verfahren ist soweit wohl jedem bekannt. Alles was noch Leben zeigte, wurde zusammengekippt und kurz begutachtet.
Dann jedoch (verstrichene Zeit maximal 10 Minuten!) wurden die noch taumeligen und vom Transport und Umkippen gestressten TIERE mit schnellen Kescherzügen aus den Wannen gefangen, und der Fischverkäufer lief suchend und überlegend an der VERKAUFSANLAGE herum, um die Fische dann in die Becken zu verfrachten, die ihm angemessen erschienen.
NIX QUARANTÄNE - NIX EINGEWÖHNUNG - NIX BEOBACHTUNG ODER OPTISCHE ÜBERPRÜFUNG AUF ERKRANKUNG, VERLETZUNG ETC... ![]()
Doch dann der Hit: Mehrere Acanthurus japonicus wurden auf diverse Becken verteilt, in denen sich natürlich schon andere Docs befanden. Die "Altinsassen" waren natürlich "hocherfreut" über das eingesetzte Frischfischfleich
und begrüßten mit entsprechenden Gesten die wortwörtlich am Boden liegenden Neuzugänge. In einem Aquarium vergnügten sich so unter anderem Aca. sohal, Zebr. veliferum, Zebr. scopas. Cte. hawaiiensis mit dem Neuen.
Ein anderer Kunde beobachtete mit seiner kleinen Tochter voll Entsetzen, wie ein weiterer Ac. japonicus von einem halbwüchsigen Zebr. veliferum traktiert wurde. Sein Ruf: "Der wird ja gekillt!" wurde durch den Fischverkäufer mit einem "Das ist immer so - normal." abgetan. Ich sah mr das Elend dann auch an: Der A. japonicus lag seitlich, fast regungslos auf dem Bodengrund, der Zeb. veliferum biss Stück für Stück die Beflossung des Leidgeplagten ab. Ich machte den Fischverkäufer ebenfalls darauf aufmerksam, und wies darauf hin, dass der veliferum WIRKLICH den japonicus verbiss - Antwort: "Das macht dem garnichts, ganz normal, ich mach das schon seit Jahren so." Mein Einwand, dass man doch die Tiere nicht nur so verbraten muss wurde mit einem "Hier wird nichts verbraten" abgetan.
Für mich stellen sich u.a. diese Fragen:
Wieviele Tierleben werden auf diese Art und Weise "einkalkuliert"?
Welche Überlebenschance hat ein dort gekaufter Fisch - man führe sich die Stresskette vor Augen? ![]()
Wieviel "eingewöhnte" Tiere werden durch DIREKTE Neuzugänge stressbedingt geschwächt?
Welche Qualität erhält der ahnungslose Käufer, der am nächsten Tag, oder eine Stunde später z.B.so einen Aca. japonicus erwirbt?
Entspricht dies einem FACHGESCHÄFT?
Wie soll ich als Aquarianer dem die Tiere am Herzen liegen da reagieren?
Auf welchem Weg macht man dem Mann klar, dass er mit dieser Einstellung besser bei der NORDSEE arbeiten würde, als in einem Zoogeschäft?
Ich werde dort wohl nicht mehr hingehen. ![]()
Natürlich ist mir bekannt, dass in einem Geschäft nicht die Zeit da ist, wie sie der "Heimaquarianer" hat, auch der Unterschied zwischen Handel und Hobby ist mir geläufig. Aaaber hier geht es um lebendige Wesen, für die wir Verantwortung haben, die uns "ausgeliefert" sind.
Ich möchte den Fischverkäufer mal sehen, wenn er in ein Zimmer verfrachtet wird, indem ihn ein "freundlicher" Zeitgenosse zur Begrüßung mal 2 Finger abreißt und ihm am Oberschenkel 15cm² Haut abzieht....
