Sterberate von Fischen - vom Wildfang bis in den Handel

  • Hallo mbb,
    mal weiter denk:
    je mehr Jungtiere für die Aquaristik entnommen werden = weniger Tiere die in der Nahrungskette landen = weniger adulte Tiere die für die Vermehrung ihrer Art sorgen = weniger neue Jungtiere usw... das über Jahre gerechnet ich glaub da kommt mal was zusammen.
    Ansonsten hast du natürlich recht das adulte Tiere überhaupt nicht gefangen genommen werden sollten, außer zu Zuchtverzuchen vor Ort.
    Und um mal auf Claus´s Anfangsfrage zurück zu kommen, gut du möchtest das wir schätzen also je nach Art zwischen 25 und 75% versterben bis sie beim Händler ankommen.


    LG Stefan

  • Hallo,

    Stefan hats schon ganz richtig gesagt- die Tiere, die die Jungfische fressen, sind ja trotzdem noch da und fressen munter weiter. Im Grunde schadet man damit auf lange Frist beiden, denn es gibt weniger Tiere die adult werden UND weniger Nahrung für die Räuber...

    Was mir sehr lieb wäre, wäre, wenn es für Tierhaltung eine Art "Führerschein" gäbe. Ich weiß, dass das bei weitem nicht durchsetzbar ist, aber es könnte zumindest einiges verhindern.
    Ich kriege die Krise wenn ich z.B. im Meerwasserlexikon die Beiträge von manchen lese, speziell von dem Menschen dessen Namen ich hier nicht nennen möchte, den kann ja jeder selbst rausfinden- der mit den Plotosus lineatus. Ist ja ganz schön, was er da über seine Tiere schreibt, jedoch schreibt er nicht, dass er nur ein 200l-Becken besitzt und auch nicht daran denkt, dieses zu vergrößern. Und wenn man ihn denn dann mal drauf anspricht, ob er weiß, wie groß seine Plotosus werden, erklärt er nur ganz stolz, die Fische würden sich dem Aquarium anpassen, und wenn man ihn dann mal auf den Denkfehler darin hinweist, wird er agressiv und schreit herum wie ein kleines Kind- alles passiert in einem anderen Aquaristikforum(Süßwasser), in dem er meinte, sich mit seinem Meerwasserbecken dicketun zu können. Und ich bin der Meinung, dass solche Leute doch erst gar keine Tiere halten dürften, aber leider kann man dagegen ja nichts tun.

    Im Grunde ist dieses Thema aber vollkommen sinnlos, genauso wie unser Hobby.

    Zitat

    Die MAC fodert, das vom Fang bis zum Handel max. 1% sterben und im Händlerbecken in den ersten 3 (?) Wochen nochmal 1%
    Wenn ein Händler MAC zertifiziert ist, dann muss er diese Quoten erfüllen.


    MUSS ein Händler MAC-zertifiziert sein? Wie viele Händler in Deutschland sind das schon? Also die, die ich kenne, ganz sicher nicht.
    Und die wenigen wirklich guten Händler, die auch Kunden ohne Fische zurückschicken, sind nun mal leider in der Minderheit, auch wenn ich sie bewundere.

    Einmal editiert, zuletzt von Jannes Freiberg (12. Februar 2007 um 19:27)

  • Hallo Jannes,

    Mittlerweile ist bei dem leider noch ein flavescens dazugekommen und zwar ins gleiche Becken.... :yrf
    Ich persönlich würde gerne mehr für einen Fisch bezahlen, wenn GESICHERT ist, daß er erstens beim Kauf nicht bereits totgeweiht ist, bzw. zweitens nicht bei solchen leuten im Becken landet.
    Über gewisse Sanktionen, gerade beim Verkauf von bisher nicht nachzüchtbaren Meerwasserfischen könnte man meinetwegen gerne mal nachdenken. Ob dazu ein Sachkundigennachweis erbracht werden muss, ist IMHO fraglich, da viele sich zwar auskennen aber kaum eine vernünftige ethische Umgangsweise mit ihren Beckenbewohnern zustandebringen.

    Gruß Tobi

  • Zitat

    Original von mbb
    , wenn auch zugegebenermaßen etwas zynischer denkansatz

    Zitat

    Original von Hergo
    je mehr Jungtiere für die Aquaristik entnommen werden = weniger Tiere die in der Nahrungskette landen = weniger adulte Tiere die für die Vermehrung ihrer Art sorgen = weniger neue Jungtiere usw... das über Jahre gerechnet ich glaub da kommt mal was zusammen.

    moin,

    zitate:

    Ein Zyniker ist ein Schurke, dessen mangelhafte Wahrnehmung die Dinge so sieht, wie sie wirklich sind und nicht, wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Zynismus ist die Kunst, die Dinge so zu sehen, wie sie sind, und nicht, wie sie sein sollten. (Oscar Wilde)

    zynismus habe ich bewußt erwähnt :winking_face:

    mfg
    michael

  • :ironie:

    ... noch zynischer Ansatz:

    wie wäre es, wenn die Fischer nicht mehr 50 $ pro Monat bekommen, sondern nur noch 10 $ ? Dann würden sicher weniger Fische sterben. Menschen wohl leider eher mehr.


    PS.:
    ein Link zum Thema:
    Status Review Of Indonesian Marine Ornamental Fish Trade

    PPS.:
    noch ein Link, ein Artikel von Colette Wabnitz, einige kennen sie ja von Sindelfingen:
    The Trade in Marine Ornamentals Worldwide

    4 Mal editiert, zuletzt von Riffbarsch (13. Februar 2007 um 02:08)

  • Hallo,

    da wir ja leider nichts dran ändern können, wie viele Fische bis zum Händler versterben, sollte die Diskussion in eine andere Richtung gehen. Es sollte versucht werden, die Sinne der Aquarianer dahingehend zu schärfen, dass nachzüchtbare Arten ausschließlich von Züchtern und nicht als Import gekauft werden, auch wenn sie zum Teil teurer sind. Der Anfänger geht ja erst einmal zum Händler, lässt sich beraten und erfährt zum Teil oft erst später von der Fangproblematik oder den hohen Sterberaten und dem Vorhandensein erfolgreicher Züchter. Vielleicht sollte hier noch mehr Aufklärungsarbeit für die Einsteiger und Unterstützung für die Züchter geleistet werden.

    Für ein Einfuhrverbot für nachzüchtbare Arten bin ich nicht. Das würde die Konkurrenz ausschalten und ungewollte Monopole für z. T. einige wenige Züchter schaffen. Das kann auch nicht Sinn der Sache sein. Wenn aber Züchter durch bewussteres Kaufverhalten stärker unterstützt werden und es durch Aufklärung zu einer Selbstverständlichkeit wird, Nachzuchten zu kaufen, sollten sich die Preise auch langsam annähern. Außerdem wäre das eine weitere Motivation für die Züchter, sich an neue Arten zu wagen, die bislang noch nicht erfolgreich nachgezogen werden konnten.

  • Hallo Claus

    Nun ja, das mit den Nachzuchten ist so eine Sache. Die wenigsten Züchter können es sich erlauben, z.B. ocellaris bis zur gleichen Größe durchzufüttern wie die Standard Wildfänge. Wenn sie es tun würden, dann wären die Fische nicht nur ein bisschen teurer sondern ganz erheblich. Bei einem Gelbstreifen Premnas z.B. dauert es 8 bis 10 Monate bis die Streifen gelb werden, davor kann man für die Tiere schlecht einen Premium Preis verlangen. Aber so lange Füttern macht die Sache zu einem Verlustgeschäft.
    Warum keine Importverbote von nachzüchtbaren Arten? Von allen züchtbaren Arten sind genügend Tiere im Lande, und wenn jemand unbedingt züchten will, dann kann er oder sie auch ein Paar kriegen. Lass die Züchter doch mal etwas Geld verdienen, die meisten legen nämlich noch Geld drauf. Ausserdem sind die meisten deutschen Züchter Privatiers, so richtig professionell und im großen Stil hat es keiner aufgezogen. Wenn der Markt da ist, dann würden auch einige große Betriebe auf Seewasser setzen. Denk doch nur mal an ORA oder die paar anderen großen Züchter in USA, die können in so großen Mengen züchten und mit so gleichbleibender Qualität züchten, dass die Händler in USA gerne auf diese Tiere umsteigen.

    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Aber ich glaube, wir sind ein bisschen Off-Topic.
    Ich denke, unser gemeinsamer Nenner ist aber auf jeden Fall: Im Zweifel für die Nachzuchten!

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