Oberflächenabzug?

  • Solangsam beginnt mein Becken Gestalt anzunehmen, die Teile treffen ein und einen guten Händler meines Vertrauens habe ich auch gefunden. Ich stelle mir jetzt nur die Frage ob ich unbedingt einen Oberflächenabzug brauche oder ob ich mit dem Innenabschäumer (AquaMedic Miniflotor) im Becken trotzdem hinkomme. Wenn ich einen Oberflächenabzug brauche habe ich mir überlegt ob ich nicht in die rechte hintere Ecke schräg eine PVC-Platte mit Kamm am oberen Ende einkleben könnte und dahinter den Abschäumer unterbringe, sowie eine Pumpe die das Wasser aus der Kammer ins Becken zurückbefördert (Aquabee 500). Zur Erinnerung mein Becken wird die Maße 60*30*35cm haben und mit Krustenanemonen, Scheibenanemonen und Weichkorallen besetzt werden. Fischbesatz ist vorläufig nicht vorgesehen, wenn das Becken aber sehr gut läuft (hoffe das es irgendwann so sein wird) könnte ich mir als Besatz eine sehr kleinbleibende Grundelart (ca. 4-5cm) vorstellen. Als Wirbellose Algenvertilger sind noch einige Einsiedler angedacht.
    Ich werde zur Einrichtung des Beckens 100% lange eingefahrenes Lebendgestein aus Tonga verwenden und als Bodengrund eine sehr dünne Schicht Lebendsand (ca. 1cm). Als Anfangswasser bekomme ich 70l Meerwasser aus dem Korallenbeckenkreislauf des Händlers (ca. 8000l), so dass ich mit 100% eingefahrenem Wasser, Sand und Gestein beginnen kann. So hoffe ich die Anfangsprobleme weitgehend entschärfen, wenn nicht sogar vermeiden zu können.
    So und jetzt gebt mal euren Senf dazu ab :O :O :O

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

    120x90x70cm (750l) / 640 w LED (China) / Bubblemagus C7 / 3xTunze Stream mit Multicontroller / RD3 5 m² Förderpumpe / Vliesfilter im Unterschrank (MC 5000)

  • Hi Aurora

    Also hier kommt mein Senf :grinning_squinting_face:
    Der Oberflächenabzug hat den Vorteil dass Du damit die Kammhaut(eine Schicht aus kleinsten Partikeln wie Staub und Teile mit Auftrieb) entfernen kannst. Durch den Abzug wird das Oberfächenwasser ständig abgeleitet und so kann keine hartnäckige Kammschicht entstehen.
    Den selben Effekt kannst Du erzielen indem Du den Oberfläschenbereich mit bewegst, z.b. eine Strömungspumpe welche einfach etwas gegen die Wasseroberfläche strömt, so dass es immer leichten Wellengang hat im Becken. Somit wird die oberste Schicht immer durchwirbelt und es kann keine Kammhaut entstehen.

    Eine Kammer würde ich nicht machen in so einem kleinen Becken, nimmt Dir nur wieder viel vom eh schon knappen Platz weg.

    Was ist denn 100% lange eingefahrenes Lebendgestein aus Tonga? Da Du Dein Becken ja neu stellst, pressiert es ja auch nicht so mit den niederen Tieren. Da würde ich dann in Deinem Fall schon auf frisch importiertes Lebendgestein zurück greiffen,- auch wenn dann halt die normale Einfahrphase stattfindet.
    Ich habe das Gefühl als möchtest Du dann sehr schnell mit dem Besatz von Tieren beginnen,- anders kann ich mir es nicht erklären dass Du auch das Wasser vom Händler nimmst.
    Sei Dir einfach immer bewusst: Im Wasser vom Händler können Krankheitserreger oder Reststoffe von Medikamentenzugaben drin sein, welche Du niemals messen kannst.

    Frueher oder später wird es sich bezahlt machen wenn Du Dein Becken normal einfahren lässt,- frischen Korallenbruch, frisches Wasser und frisch importierte lebende Steine. Die Einfahrphase darf nicht als "Anfangsproblem" betrachtet werden, sondern ist ein ganz natuerlicher Prozess.

  • Hallo Thomas,
    ich habe auch mal eine Zeit lang ein 60*30*30cm Aqua gepflegt. Dazu hatte ich an einer Seite eine PVC Platte eingeklebt etwa 10cm von der Seitenscheibe enfernt, natürlich mit Kamm wo das Wasser rein lief und einen Loch wo die Abschäumerpumpe das Wasser wieder ins Aqua zurück förderte. In der Abtrennung befand sich dann Abschäumer, Heizung und die Pumpe. Es funtionierte sehr gut. Hatte da ein paar lebende Steine, Anemonen, Krusten und Scheiben, Xeniden und ein Pärchen Ocelaris drinne. Als ich umgezogen bin habe ich dieses Aqua still gelegt. Es stand etwa 15 Monate sehr stabil. Damals hatte ich vom größen Aqua Wasser genommen und auch die Steien und es sofort besetzt. Beleuchtet war es mit 1*15W Marine blue und 2*W daylihgt Röhren. Für die Strömung sorgten 2 kleine Hagen Powerheads. So erstmal genug getippselt :grinning_squinting_face:

  • Hallo Aurora,

    bedenke noch eine Sache: das komplette Wasser, das verdunstet, wird sich ausschließlich auf den Wasserstand in der Abschäumerkammer auswirken. Und da diese Kammer sehr klein wäre, hätte der Abschäumer ständig stark schwankende Wasserstände und könnte fast nie optimal arbeiten.

    Grüße
    Hanno

    P.S. Allerdings würde ich mir auf jeden Fall was für die Oberfläche überlegen!

    P.P.S. Die Kahmhaut ist übrigens vor allem eine Bakterienschicht aus proteinverwertenden Organismen. (Bacillus subtilis)

  • Erst mal danke für eure schnellen Antworten. Das mit der Kammhaut ist mir bekannt, allerdings betreibe ich auch ein Süßwasseraqua, wo ich dieses Phänomen auch am Anfang hatte, im eingefahrenen Becken tritt bei mir keine Kammhaut mehr auf (ich bewege die Oberfläche kräftig mit dem Pumpenstrahl). Macht eigentlich eine solche Schicht irgendwelche Probleme oder sieht die nur unschön aus?
    @Tabata: Ich habe eigentlich nicht vor extrem schnell zu besetzen. Allerdings habe ich mir überlegt, dass mit eingelaufenen Zutaten ein solch kleines Becken von Anfang an stabiler wäre und somit vermutlich auch weniger Probleme bereiten würde. Wenn ich da falsch liege korriegiere mich, aber ist es nicht sinnvoller gleich ein stabiles Milieu zu haben und Algenwuchs und ähnliche Probleme auf ein Minimum zu begrenzen. Ich hatte mir gedacht trotzdem erst mal die Entwicklung des Beckens abzuwarten und dann wenn alles gut steht die ersten Lebewesen einzusetzen. Das mit dem Lebendgestein verhält sich wie folgt:
    1. Ich habe vor nur Lebendgestein zu verwenden (deshalb "100%")
    2. Dieses Lebendgestein stammt aus Tonga und wurde vor etwa 3 Monaten importiert, nach Angaben des Händlers kann er momentan kein weiteres importieren, da alle Lieferungen aus Tonga zu Zeit gestoppt seien. Ansonsten hat er nur Gestein aus Kenia, was aber schwer und wenig porös ist und auch nicht neuer. Warum sollte eigentlich neues Gestein besser sein, nach meiner Literatur (Delbeek und Knop, Internet) stirbt beim Import erst mal eine Menge der Bakterien und Tiere ab und belastet dann das Wasser mit Ammonium, Nitrit, Nitrat und Phosphat. Mit der Zeit erholt sich das Gestein dann im Becken wieder. So hab ich das jedenfalls verstanden.
    Der Sand den ich bekommen könnte ist voller Kleinstlebewesen und Bakterien, das erscheint mir sinnvoller als toter Sand, denn eine möglichst große Anzahl an Lebewesen ist ja gerade wünschenswert, oder etwa nicht?
    3. Der Händler den ich gefunden habe betreibt sein Geschäft nur nebenbei (Abends und Samstag) und hat seine Becken alle gekoppelt und unter anderem auch sein Wohnzimmerbecken mit dranhängen (deshalb insgesamt 8000l). Der Mann hat in diesen Becken auch nur wenige Fische, die alle einen ausgezeichneten Eindruck auf mich machten. Er betreibt zudem noch drei extra Kreisläufe für seine "Fischbecken". In einem der Korallenbecken schwamm außerdem ein meinem Eindruck nach kerngesunder Weißkehldoktor, der auch schon drei Jahre in dem Becken gehalten wird. Alles machte auf mich einen Top-Eindruck (so wie man sich sein Privatbecken halt vorstellt) und der Mann wirkte auf mich eher wie ein Überzeugungstäter als wie ein knallharter Geschäftsmann. Ich habe mich heute drei Stunden mit ihm unterhalten und er hat unter anderem zum Thema Medikamente gemeint, dass würde eher nichts bringen und er würde lieber versuchen mit optimalen Bedingungen und Vitaminen den Fisch zu retten als so was in sein Becken zu tun. Prüfen kann ich das alles natürlich nicht wie du schreibst, aber ich kann selbst sehr ruhigen Gewissens darauf vertrauen. Er hat gemeint, dass er wenn er gelegentlich neue Becken einrichtet, dass er da immer Wasser aus seinen Becken als Starthilfe dazugäbe, da hab ich halt gefragt ob ich auch ein paar Liter haben könnte worauf er meinte bei meiner Größe sei das kein Problem, ich könne gerne auch 100l haben. Ich fand das wie ich oben geschrieben habe eine gute Idee, aber ich lasse mich gerne von dir mit Argumenten vom Gegenteil überzeugen.

    So das wars erst mal :smiling_face_with_sunglasses: :smiling_face_with_sunglasses: :smiling_face_with_sunglasses:

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

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  • Zitat

    Original von Aurora


    1. Ich habe vor nur Lebendgestein zu verwenden (deshalb "100%")
    2. Dieses Lebendgestein stammt aus Tonga und wurde vor etwa 3 Monaten importiert, nach Angaben des Händlers kann er momentan kein weiteres importieren, da alle Lieferungen aus Tonga zu Zeit gestoppt seien.

    tag aurora,

    nun, gegen drei monate altes lebendgestein aus vernüftigen hälterungsbedingungen ( becken mit guter strömung, ab und beleuchtung sowie ausreichenden wasserwerten) ist m.e. nichts einzuwenden.

  • Joe: Was ist mit "ab und Beleuchtung gemeint", versteh ich irgendwie nicht?

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

    120x90x70cm (750l) / 640 w LED (China) / Bubblemagus C7 / 3xTunze Stream mit Multicontroller / RD3 5 m² Förderpumpe / Vliesfilter im Unterschrank (MC 5000)

  • Hallo Aurora

    Es ist richtig dass auf frisch importiertem Gestein immer viel Abgestorbenes drauf ist. Daher ist es auch von Vorteil wenn die Steine schon einige Zeit beim Händler im Becken waren und sich "erholen" konnten.
    Allerdings musst Du bei einem Kauf schon sicher wissen wie lange die Steine dort sind. Denn sind sie zu lange drinn, kann sich unter Umständen ganz schön Phosphat angesammelt haben. Das Selbe gilt auch für Bodengrund.
    Einfach kritisch sein und und nicht blindlings den Händlern vertrauen,- manchmal wollen die auch nur alte Ware loswerden.
    Ich kenne Deinen Händler ja nicht und will hier auch niemandem was unterstellen. Ich möchte einfach dass Du auch an den Aspekt der Phosphateinlagerung denkst und das nicht verharmlost.
    Daher plädiere ich wenn es nicht pressiert mit einem Becken (wenn z.b. keine Tiere umziehen müssen), immer zu neuimportierten Steinen und frischem Korallenbruch (den man animpfen kann mit Korallenbruch aus eingefahrenem Becken).
    Abschätzen musst Du selber was Dir wichtiger ist.
    Du kannst natuerlich auch Glück haben und sehr tolle Steine ohne Phosphatbelastung kriegen. Leider ist die Belastung nicht immer (Algen) auf den ersten Blick sichtbar.
    Wenn Sie wirklich erst 3Monate beim Händler sind, und das Becken gut steht, dann sind die Steine sicherlich noch in einer Topqualität und frisch importierten vor zu ziehen.
    Bodengrund empfehle ich aber auf alle Fälle frischen Korallenkies und den Animpfen mit ein paar Handvoll aus gut eingefahrenen Becken.

  • Mal ne blöde Frage wo soll das Phosphat denn herkommen, aus dem Wasser von nem gut stehenden Becken wohl eher nicht, so viel kann da doch nicht drinn sein, oder irre ich mich da?

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

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  • Zitat

    Original von Aurora
    Joe: Was ist mit "ab und Beleuchtung gemeint", versteh ich irgendwie nicht?

    hallo aurora,

    habs auch bemerkt.

    ab = abschäumer.

    händler, die ihre lebendgesteinanlage auch noch beleuchten, um lichtbedürftige organismen zu erhalten, haben beim mir den vorzug.

    wenn man sich oft bei seinem händler herumtreibt, hat man auch den überblich über das dort lagernde gestein.

    becken sind mal voll mal leer - also kann man von gutem verkauf mit immer frischimportierter ware ausgehen.

    liegen immer die selben brocken über wochen dort herum, hats was mit der frische.

    ansonsten so wie monika sagt.

  • Na super, mein Beitrag den ich gestern geschrieben habe ist von der blöden Wartung geschluckt worden, also nochmal:

    Also die Steine wurden beleuchtet mit Neonröhren und befinden sich in einem ganz normalen Beckenkreislauf mit Abschäumer und Co. Der Händler hat ja gar nicht behauptet dass sie frisch seien, sondern es so dargestellt wie von mir beschrieben. Da es ein sehr kleiner Laden ist, kann ich mir schon vorstellen dass er auch nur selten neue Steine braucht, da ja die Mehrzahl séiner Kunden bereits Becken am Laufen hat und somit keine mehr benötigt.
    Also die Sache mit dem Alter der Steine und dem Phosphat würde mich schon interessieren. Als Naturwissenschaftler bin ich sehr an den Hintergründen interessiert. Wo kommt also das Phosphat her? Wie lange sind Steine eigentlich frisch? Dieser Prozess den ihr da postuliert (Phosphateinlagerung/Alterung) passiert ja auch in meinem/eurem Becken, demnach bräuchte man ja regelmässig neue Steine, das ist doch irgendwie wiedersinnig, oder? Mein Wissenstand nach Literatur ist doch, dass gerade alte und eingelaufene Becken am besten stehen, oder ist da was falsch dran? So jetzt klärt mich bitte auf, denn so richtig schlüssig kam mir das ganze noch nicht vor.... :confused_face: :confused_face: :confused_face:

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

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  • Hallo Aurora

    Es ist so dass Phosphatausfällungen sich im Gestein und Bodengrund ablagern. Das häuft sich dann langsam an,- im Wasser ist es weg- dafür in den Steinen drinn. Kommt halt auch drauf an mit welcher Methode man Ca zugibt.
    Es kommt oftmals vor dass Becken die tadellos standen nach 2-4 Jahren beginnen Probleme zu machen. Oftmals ist das auf diese Phosphateinlagerungen zurück zu führen.
    Ich selber wechsle immer mal wieder einen lebenden Stein durch einen "neuen" lebenden Stein aus. Und da nehm ich dann nur frisch importierte.
    Die Bakterien bauen sich zwar erst mit der Zeit so richtig schön in den Steinen auf, -aber halt auch Ablagerungen.
    Sicherlich sind hier die Meinungen geteilt und es kommt wie gesagt drauf an wie man das Phosphat los wird im Becken. Phosphat kann man nicht vermeiden. Man kann es dann höchstens auf verschiedene Arten loswerden. Da kennt man z.b. Rowaphos,- das Granulat bindet Phosphat. Es gibt aber auch Flüssigprodukte die es ausfällen,- oder dann halt eben mit Kalkwasser. Im Gegensatz zu Rowaphos das Phosphat bindet, fällen die meisten Flüssigprodukte das Phosphat aus. Das ausgefällte Phosphat wird teilweise abgeschäumt und teilweise setzt es sich auf Steinen und Bodengrund ab. Je nachdem wie man das Phosphat entfernt geht es langsamer oder schneller mit der Belastung. Etwas wird sich immer ausfällen und absetzen.
    Daher bin ich auch bei kurzer Hälterung von Steinen vorsichtig,- man weiss einfach nie was alles ins Wasser geschmissen wird. Aber ich denke da muss jeder selber entscheiden können wie vertrauenswürdig denn der Händler ist.

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