Kardinalbarsch / tot durch Giftfang?

  • Hallo zusammen.

    Ich habe vor ca 3 Wochen ein Paar Kardinalbarsche (Pterapogon kauderni) gekauft. Nach weniger als einer Woche lag der erste über Nacht tot im Becken. Der zweite einen Tag später.
    Mein Händler hatte für den Ausfall keine Erklärung worauf ich mir eine Woche darauf noch einmal ein Paar holte, in der Hoffnung das erste mal war nur Pech. Keine Woche später, genauer gesagt heute, lag der erste Fisch wieder tot im Becken. Für den zweiten befürchte ich für die kommende Nacht nun das selbe.

    Was allen 3 Todesfällen vorrausging, war ein schnelleres Atmen an der Wasseroberfläche. Dies geschah aber immer erst weinige Stunden vor ihrem Tod. Die Tage davor haben die Tiere ein ganz normales Verhalten gezeigt und auch gefressen.
    Allen anderen Fischen im Becken geht es sehr gut. Keiner zeigt solche oder andere Atemprobleme.

    Nun habe ich mehrfach gelesen das wohl insbesondere diese Kardinalbarsche oft mit Gift gefangen werden und dadurch solche
    Todesfälle auftreten. Es handelte sich bei meinen Tieren um Wildfänge,
    was diese Vermutung also unterstützt. Mein Händler hat mir jedoch versichert, daß die Tiere zu 100% nicht mit Gift gefangen worden sind.

    Wie ist eure Meinung dazu?
    Ist es bei Giftfang typisch, daß die Tiere ca. 2 bis 6 Stunden vorher an der Wasseroberfläche nach Luft schnappen bevor sie sterben?
    Gibt es eine Möglichkeit an dem toten Fisch herauszufinden woran er gestorben ist?

    Vielen Dank schon mal für Eure Hilfe.

    Gruß, Stefan

  • hey! Sag mal wo haste die her? war nämlich auch vorgestern in der absicht kaudernis zu kaufen unterwegs und habe sogar welche gefunden. als der händler mir sie in die tüte packte, sagte er 2 minuten später, er könne sie mir nicht mitgeben, beide hätte sich auf den rücken gelgt. er gab sie zurück ins becken, dort konnt ich sehen das die zweit total fertig waren. und bevor er sie in die tüte gab waren beide fit..nageblich NACHZUCHTEN!

    gerne auch per PN wo du sie herhast (wohne in deiner nähe, daher nehme ich an wir waren im selben laden)

  • Zitat

    Original von Stefan23
    Nun habe ich mehrfach gelesen das wohl insbesondere diese Kardinalbarsche oft mit Gift gefangen werden und dadurch solche
    Todesfälle auftreten. Es handelte sich bei meinen Tieren um Wildfänge,
    was diese Vermutung also unterstützt.


    Hi,
    wo hast du denn das gelesen? P. kauderni lebt nicht in Riffspalten verborgen, so daß er sehr einfach mit dem Netz gefangen werden kann. Ich denke eher an eine Erkrankung deren Ereger in deinem Becken leben. Informiere dich mal in dieser Richtung.

  • moin,

    zunächst mal, wie klaus schon schrieb.

    außerdem erscheint mir unlogisch, deine sterben, die beim händler sind fit, deine sterben wieder 8o. spricht eindeutig gegen deine theorie, meine ich.

    mfg
    michael

  • Hallo.

    Zitat

    wo hast du denn das gelesen?

    Zum Beispiel hier:

    Pterapogon kauderni

    Zitat

    Ich denke eher an eine Erkrankung deren Ereger in deinem Becken leben.

    Sollten dann nicht alle Fische das Problem haben?

    Gruß, Stefan

  • Hallo Stefan,

    Zitat

    Original von Stefan23


    Sollten dann nicht alle Fische das Problem haben?


    nein, nicht unbedingt. Wenn die Fische in Deinem Becken Abwehrkräfte gegen diese Erreger entwickelt haben, haben sie kein Problem. Neue Fische, die noch niemals mit diesen Erregern in Kontakt kamen, können (müssen aber nicht) dann erkranken oder sterben daran. Vielfach hängt das eben auch vom Allgemeinzustand der Tiere ab. Allerdings sind Neuzugänge vielfach ohnehin gestresst, neue Umgebung, neue Mitbewohner, vorher der Stress durch Transport usw., so dass deren Abwehrkräfte vergleichsweise geringer sind.

    Viele Grüsse Kathrin

    150x50x60=450l, 2x4x54Watt Lumimaster, Tunze DOC Skimmer 9015, Tunze Stream 6060, Marea Stream 6000

  • Hallo,

    Kaudernis sind auch eher Stressanfällig. Besonders Jungtiere und bei Transport.
    Möglich wäre auch, dass es sich jeweils um kein Paar gehandelt hat (denn dann zieht einer den Kürzeren) - ist allerdings die Frage warum dann auch der zweite verstarb.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo.

    Zitat

    Wenn die Fische in Deinem Becken Abwehrkräfte gegen diese Erreger entwickelt haben, haben sie kein Problem. Neue Fische, die noch niemals mit diesen Erregern in Kontakt kamen, können (müssen aber nicht) dann erkranken oder sterben daran.

    Ich hatte zeitgleich 2 Korallengrundeln mitgekauft und eingesetzt. Denen geht es prächtig.

    Zitat

    Möglich wäre auch, dass es sich jeweils um kein Paar gehandelt hat (denn dann zieht einer den Kürzeren) - ist allerdings die Frage warum dann auch der zweite verstarb.

    Beim ersten Paar kann ich nicht sagen ob das der Grund war. Beim zweiten waren es zu 95% ein Männchen und ein Weibchen. Gestorben ist das Männchen, was deutlich größer war. Ich konnte auch keine Kämpfe unter den Tieren beobachten.

    Gruß, Stefan

  • Hallo Stefan,

    Zitat

    Original von Stefan23


    Ich hatte zeitgleich 2 Korallengrundeln mitgekauft und eingesetzt. Denen geht es prächtig.


    ich schrieb ja bereits, KÖNNEN aber müssen NICHT erkranken. Ausserdem spielt dabei vielleicht noch eine Rolle, dass die P. kauderni aus einer Region kommen, wo vielleicht der Erreger, der für ihren Tod verantwortlich ist, nicht vorkommt. Sie sind also damit bisher niemals damit in Berührung gekommen. Im Gegensatz dazu "kennen" die Grundeln diesen schon und haben dagegen Abwehrkräfte. Wobei es trotz allem Spekulation bleibt, ohne eine Untersuchung eines toten Fisches wird man den wahren Grund vielleicht niemals rausbekommen. Und dafür ist es nun zu spät.
    Nur Du hast nach einer Erklärung gesucht und ich wollte Dir eine der Möglichkeiten nennen. Was dagegen tun kannst Du ohnehin kaum, entweder findest Du Dich damit ab, dass bei Dir im Becken eben keine P. kauderni zu halten sind oder Du versuchst es solange, bis Du ein Paar erwischst, dass überlebt (das ist keineswegs eine Empfehlung!!!!! nur eine Möglichkeit).

    Viele Grüsse Kathrin

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  • Hallo.

    Zitat

    Wobei es trotz allem Spekulation bleibt, ohne eine Untersuchung eines toten Fisches wird man den wahren Grund vielleicht niemals rausbekommen. Und dafür ist es nun zu spät.

    Ist es nicht. Ich habe den Fisch noch. Er ist ja erst heute gestorben und im Eingangspost hatte ich ja bereits gefragt ob es Möglichkeiten gibt am toten Fisch die Ursache zu finden und wenn ja, wie?

    Zitat

    entweder findest Du Dich damit ab, dass bei Dir im Becken eben keine P. kauderni zu halten sind

    Darauf wird es wohl hinaus laufen.

    Zitat

    oder Du versuchst es solange, bis Du ein Paar erwischst, dass überlebt (das ist keineswegs eine Empfehlung!!!!! nur eine Möglichkeit).

    Für mich ist das nicht mal eine Möglichkeit sondern Tierquälerei.
    Mag sein das es Leute gibt die so etwas in Betracht ziehen, aber ich gehöre da sicher nicht dazu.

    Gruß, Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan23 (28. Mai 2006 um 17:06)

  • Hallo Stefan

    Setz dich hierzu mal mit unserem Tierarzt Harald Muelder in Verbindung. Er kann dir hier eine adäquates Labor nennen.
    Auch ob es Sinn macht oder nicht kann er Dir sicherlich beantworten.

  • Hallo Stefan,

    Zitat

    Original von Stefan23
    Ist es nicht. Ich habe den Fisch noch. Er ist ja erst heute gestorben und im Eingangspost hatte ich ja bereits gefragt ob es Möglichkeiten gibt am toten Fisch die Ursache zu finden und wenn ja, wie?


    ich denke nicht, dass das wirklich was nützt. Bei mir sind mal einige Fische an Vibrionen gestorben und ich wollte das auch untersuchen lassen und hab dann einen toten Fisch eingefroren und nächsten Tag zur Untersuchung gebracht. Durch das Einfrieren waren zuviele Zellen zerstört, aber selbst wenn ich den Fisch nur kühl gelagert hätte, wäre das nicht besser gewesen. Damals sagte man mir, dass es am zuverlässigsten klappt, wenn man den Fisch sofort nach dem Tod hinbringt, je mehr Stunden vergehen, umso unzuverlässiger wird das Ergebnis.
    Abgesehen davon ist so eine Untersuchung nicht gerade billig und es stellt sich die Frage nach dem Nutzen. Du weisst dann vielleicht zwar, an welchem Erreger die Fische verstorben sind, und was dann? Neue Fische haben ja kein Schild um den Hals, dass sie keine Abwehrkräfte dagegen haben. Also letztendlich bleibt es dann trotzdem Glückssache, dass sowas nicht wieder vorkommt.

    Zitat


    Für mich ist das nicht mal eine Möglichkeit sondern Tierquälerei.
    Mag sein das es Leute gibt die so etwas in Betracht ziehen, aber ich gehöre da sicher nicht dazu.


    Ich würde das auch nicht machen, wie gesagt, es war keine Empfehlung. Nur es ist eben so, entweder lässt man es dann eben und findet sich damit ab, dass jedes Becken eben auch eigene Regeln hat oder man versucht es solange, bis es klappt. Mehr Möglichkeiten gibts halt nicht. Und ich denke mal, es gibt auch genügend, die es erzwingen wollen... leider....

    Viele Grüsse Kathrin

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  • Hi.

    Zitat

    Und ich denke mal, es gibt auch genügend, die es erzwingen wollen... leider....

    Und das nicht nur bei Aquarien. Generell in der Tierhaltung treffe ich immer wieder auf Leute die trotz beherzter Ratschläge ihr Ding durchziehen zum Leid des Tieres. Gerade bei Nagern oder wirbellosen Terrarientieren sind die Anschaffungskosten sehr gering, weshalb manche Menschen die hohen Ausfallzahlen gerne in Kauf nehmen und immer weiter die Tiere falsch halten.

    Meine Forderung: Tierhaltung nur mit Sachkundenachweis!

    Danke an Alle die geantwortet haben.

    Gruß, Stefan

  • Hai

    Vieles ist ja schon gesagt... Ich glaube nicht an einen Giftfang, Caudernis leben als Jungtiere zwischen Seeigelstacheln und sind eigentlich eher einfach zu fangen.

    Aber sie sind sehr transportempfindlich und erst nach einer Eingewöhnungsphase stabil.
    Deine Verluste führe ich auf eine Vibriobnen infektin zurück, ganz sicher. Alle Anzeichen sprechen dafür.
    Was fütterst du denn?

    Eine Sektion mit Bakteriologischer Untersuchung würde es bestätigen.
    Du könntest mir den Fisch auch schicken und ich mache eine Organquetschprobe. Aber gut gekühlt muss er sein und eilversand. denn 12 Std sind schon vergangen... eine lange Zeit.

  • Viele der Kardinalbarsche sind extrem Transport empfindlich und bekommen schnell eine Bakterielle Infektion.

    Ich gehe auch von einer erhöhten Keimzahl in deinem Becken aus. An diese hat sicher der Altbestand gewöhnt und neue Tiere bekommen oftmals shcnell Probleme.

    Gerade gegen hohen Keimdruck in der Wassersäule hilft bei neuen Tieren vorher ein großer Wasserwechel (< 50%) und der Einsatz von Ozon.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo.

    Lohnt es sich noch den Fisch zu schicken? Bis er ankommt sind locker 3 Tage seit seinem Tod vergangen. Zur Zeit habe ich ihn noch im Kühlschrank. Wenn ja, wohin soll ich ihn schicken?

    Der zweite Barsch hat die Nacht übrigens gut überstanden und sieht gesund aus.

    Gefüttert habe ich die letzten 2 mal lebende Artemia, die auch gut angenommen wurden.

    Gruß, Stefan

  • Hi Stefan

    Lass es , drei Tage Kühlschrank sind zuviel.

    wenn dann per Express und tiefgefrorener Zustand. Dann hätte Harald dir helfen können.

    Zudem muss man sagen das es eben bei Kardinalbarschen (bei fast allen) wirklcih so ist das die sehr transportempfindlich sind und oft einen na ja sagen wir es ruhig Herztod erleiden.
    Sie regen sich zu sehr auf.

    Das kann hier auch gut der Fall gewesen sein.

  • Hallo Robert.

    Das war mir nicht bekannt das diese Tiere so streßanfällig sind.

    Der andere Barsch sieht immer noch fit aus. Im Moment gehe ich davon aus, das er es auch bleibt. Alleine kann man diese Art nicht halten, oder? Ich habe immer von Paarhaltung gehört. Zur Zeit pendelt es zwischen Grundeln und Anemonenfisch und sucht Anschluß. Das Interessante ist, er wird ihm sogar gewährt und darf bleiben ohne vertrieben zu werden.

    Ist es sinnvoll ihm noch einen Partner zu holen und diesen so schonend wie möglich umzusiedeln oder soll ich es lieber bleiben lassen? Ich möchte ja nicht das sich der kleine unwohl fühlt ohne Artgenossen.

    Gruß, Stefan

  • Hi Stefan,
    leider wird im Lexikon immer wieder mal ein totaler Schmarrn ergänzt und dieser dann oftmals weiterverbreitet :face_with_rolling_eyes: Ich habe mir deshalb zur Angewohnheit gemacht nur eigene Erfahrungen/Beobachtungen weiterzugeben, was eigentlich die Regel sein sollte.

    Ich würde Dir schon ein zweites Tier empfehlen, aber wie stellst Du einen Geschlechtsunterschied fest :confused_face:

  • Hallo Klaus.

    Mein Fachhändler hat mir erklärt das man zwischen den Afterflossen beim Männchen einen kleinen "Stachel" erkennen kann (keinen mm lang), der beim Weibchen fast gar nicht zu erkennen ist. Wenn das so stimmt ist mein verstorbenes Tier ein Männchen gewesen und das noch lebende ein Weibchen.

    Kannst Du die Aussage des Händlers so bestätigen?

    Gruß, Stefan

  • Hallo zusammen,

    ich habe vor etlichen Jahren (>10?) auch einmal 4 P. kauderni gekauft, die sich alle auf exakt die geschilderte Weise verabschiedet haben. Wenn ich mich recht entsinne war schon eine Weile (1 Woche oder mehr?) zwischen dem Kauf/Einsetzen und den Todesfällen vergangen. Erst verschwand einer, nach ein paar Tagen der nächste, beim dritten und vierten fiel mir dann das schwere Atmen am Abend auf, bevor sie bei Nacht verschwanden. Geholt hat sie sich eine Krabbe, die unter einem Stein wohnte, aber ziemlich sicher erst als sie tot oder sterbend waren. Es lagen immer ein oder mehrere Tage zwischen den Todesfällen. Das hatte ich noch nie erlebt, dass Fische so unauffällig und fast ohne äußere Anzeichen aber zuverlassig verschwanden. Ich fand das so seltsam, dass ich mir nie mehr P. kauderni gekauft habe.

    Falls das mit dem Giftfang eine Mär ist, könnte sie von ähnlichen Todesfällen herrühren. Ich denke, Giftfang ist mitunter eine Standard-Erklärung für ungeklärte Todesfälle, insbesondere wenn keine äußeren Krankheitszeichen und ein zeitlicher Verzug zu beobachten sind.

    Grüße

    Hans-Werner

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