Sonnenlicht

  • Hi,

    Im neuen Advanced Aquaristic Online Magazin gibt es zwei interessante Beiträge über Sonnenlicht als Riffbeleuchtung.

    Der erste Beitrag berichtet über die natürlichen Beleuchtungsverhältnisse verschiedener Zonen im Riff und vergleicht diese mit der HQI Beleuchtung.

    Der zweite Beitrag untersucht einige wenige mit Sonnenlicht zusätzlich beleuchtete Aquarien. Hier fällt insbesondere auf, daß im Vergleich zur HQI Beleuchtung (1250 PAR über der Wassergrenze) trotz einer etwas schwächeren Ausgangsleistung (1100 PAR) daß Sonnenlicht deutlich höhere Werte an verschiedenen Punkten im Becken erreicht (im Abschnitt "Testing Aquarium Sunlight"). Die Differenz schwankt zwischen dem 2 bis 7 fachen.

    Meine "provokante" Schlußfolgerung: Sonnenlicht ist erste Wahl bei der Aquarienbeleuchtung und kann bisher auch nicht vollständig ersetzt werden.

  • Zitat

    Original von Uwe Dolling
    Meine "provokante" Schlußfolgerung: Sonnenlicht ist erste Wahl bei der Aquarienbeleuchtung und kann bisher auch nicht vollständig ersetzt werden.

    moin uwe,

    die a.valida ist unter der jetzt üblichen hohen kelvinbeleuchtung nie so lila gewesen, wie seinerzeit beim osram ( ca. 6000 k) daylightbrenner...

    nimm mal korallen aus deinem becken, und betrachte sie im sonnenlicht.

    :smiling_face_with_sunglasses:

  • Hi Uwe

    Sonnenlicht ist natürlich immer das beste, was wir aber meist nicht so einfach verwirklichen können. Ich meine der schon beschriebene Mensch aus Jülich (Coenen) hatte auch natürliches Sonnelicht zu seinen 1000 Watt Strahlern. Das sah man aber auch an den Farben.

  • Klar ist BIO durch NICHTS zu ersetzten!!

    Ich habe in Mexico nen Becken gesehen das wird mit Sonnenfängern beleuchtet..extrem COOL aber lange nicht so blau wie die meisten das jetzt betreiben... ICH bin ja persönlich auch nicht sooo der Blaufanatiker wie man ja an meinem Lichtsetup sehen kann!! Der Typ mit den Sonnenfängern hat auch nichts zusätzlich dran..selbst MOND wird ja perfekt "eingespielt" Allerdings hat das wohl gut ne halbe Million Peso gekostet..glaub ich --- DOLLAR wohl hoffentlich nicht.... das ist dann allerdings ja auch nicht sooo billig mit 40000€ oder so....


    Marcus

  • Hallo,

    natürlich ist das Sonnenlicht in der spektralen Zusammensetzung eine absolute Referenz. Besonders unsere häufig eingesetzen 10.000 -20.000 Kelvin Brenner weichen hier doch erheblich ab.

    Für einen Aquarianer oder Korallenzüchter in unseren Breiten, halte ich aber natürliches Sonnenlicht aufgrund der jahreszeitlichen bis täglichen Schwankungen für extrem schwer zu handhaben.
    Sonnenlichteinstrahlung führt zwangsläufig zu extremen Schwankung (z.B. Nährstoffe) in einem Aquarium und der Pflegeaufwand wird dadurch deutlich erhöht.

    Sonnenlicht selber halte ich also für problematisch. Eine Lichtquelle, die jedoch Sonnenlicht herstellen könnte, wäre bestimmt eine Bereicherung, da es dann kontrollierbar wäre. Man sollte jedoch berücksichtigen, dass eine sonnenlichtähnliche Lichtzusammensetzungen für unsere Augen doch sehr gelb sind und auch nicht der Lichtzusammensetzung in 3-10 meter Meerestiefe entsprechen, worauf sich die Korallen schließlich in millionen von Jahren angepasst haben.

    Viele Grüße
    Oliver

  • Hi Olli
    gute Einwände!!

    Da hilft nur eins...AQ tief genug bauen ODER :rolleyes_g:


    Marcus

    PS: Deine Gründe GEGEN Sonnenlicht hören sich aber echt richtig an...DAS hatte ich bei dem Kollegen in Mexico natürlich NICHT gefragt...DER kann sich aber ja auch Wasser und Tiere direkt vom Meer ins Becken stecken und ist vermutlich deshalb auch sehr schmerzfrei!!

    M.

  • Hallo,
    die meisten Aquarianer, die ich so aus ihren Behausungen mit ihren Glasstürzen kenne, sind ja nun allesamt Käsemilben.(schneeweiße Haut :D) die holen sich den höchsten Sonnenbrand unter HQI-Brennern.

    Der Bericht mit Aquarien am Fenster ist ja wohl mit den Messungen (zumindest sehe ich das so) nicht ernst zu nehmen. (zum einen Fensterglas und das Aquarienglas, welche kein UV durchlassen)
    Alle Gründe gegen Sonnenlicht nehme ich insofern auch nicht ernst.


    Sicherlich können unsere Breitengrade nicht mit der äqutorialen Sonneneinstrahlung aufwarten, aber selbst in der Korallenheimat scheint der Planet maximal knapp 1,5 Stunden mit 100 % des vollen Spektrums auf eine Koralle ein.

    Bzgl. Nährstoffschwankungen: ich habe und hatte keine Probleme.
    und was für Streßsituationen sind die Korallen außer diesem nicht besonders nachvollziehbaren Grund sonst unterworfen?
    Die müssen in der Aquarienhaltung wesentlich mehr aushalten als eine Koralle aus der freien Wildbahn.
    Sie werden unter Nährstoffarmut oder in Kloaken gehalten, mit oder ohne Wodka oder Adsorbern, Tröpfelzusätzen über Monate widernatürlich bis zu Porzellanfarben getrieben, mit 9-10 Stunden und 90000+ Lux Dauerlicht gequält, mit Spurenelementen und diversen Mittelchen zugenebelt und gemästet, mit unpassender Vergesellschaftung aus allen Weltmeeren zusammen gepfercht; kurzum, sie sind zäh im Nehmen bis zum Exitus der sie früher oder später so oder so ereilt.

    Wenn die Sonne bei mir oben und zwangsläufig rundherum ins Becken scheint, so ist das das Beste und Natürlichste (mit UV-Eintrag).
    und dumme Frage:
    Wofür gibt's denn sonst die Blauröhren? Die habe ich mit weißen Röhren im Verhältnis 2:1 gemischt zusätzlich zu 10000er Brennern. Und ganz ehrlich: die Brenner haben ein Licht...*bäh*; die sind im Vergleich zur Sonne pißgelb. (subjektiv)

    Servus
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan C. (24. August 2005 um 22:59)

  • Hi ,

    Sonnenlicht hat mich auch schon immer in Bezug auf Meeresaquaristik interessiert , weil man ja eigentlich nie HQI brenner haben kann die hell genug sind ( siehe 1 000 bzw. 2 000 W brenner ) , und da scheint die sonne bei all den Stromkosten ja eine gute alternative zu sein.
    Unser altes 1 000 liter becken stand direkt unter einem Dachfenster, wir hatten also die möglichkeit es teilweise direkt mit sonnenlicht zu beleuchten ... es war aber nie die einzige beleuchtung , die 400 W brenner haben stets trotzdem gebrannt , doch wenn die sonne im Sommer voll schien hat man sie kaum gesehen . Genau das fand ich das problem , denn die farbe des sonnenlichts hat mir nun wirklich nicht gefallen , auch wenn ich kein fan von blaubrennern bin.
    Korallen sind auf jeden fall sehr gut gewachsen , da aber die 400 W brenner immer an waren kann ich nicht objektiv sagen ob das Sonnenlicht wirklich was gebracht hat.


    Gruß

  • Hai Matthias,
    eben, das ist das Problem; wenn du vor einem Becken stehst, in das der Planet von oben leuchtet, scheint es drinnen trotz eingeschalteter Beleuchtung 'finster' zu sein. Wenn dann noch zusätzlich eine ungünstige Lichtzusammensetzung (für das hausinterne Becken aber dennoch das Beste) drüberhängt, ist das Ergebnis gelber als gelb.
    Aber schau oben rein....phantastisch!
    Wenn die Sonne scheint, ist bei mir HQI ausgeschaltet.
    Es hängen zwar viele Funzeln über dem Becken, aber die Sonne schafft es tatsächlich, ohne zuviel Schattenwurf das Becken prima auszuleuchten. Und da bekommt jeder Winkel Licht ab.
    Selbst Weichkorallen am Boden pumpen sich auf bis zum geht nicht mehr.
    das Licht in Verbindung mit Blau/2 zu weiß/1 trotz ausgeschalteten HQI ist nicht zu übertreffen.
    Geht aber jahreszeitmäßig nur wochenweise und das nur für ein paar Stunden am Tag :frowning_face:

    Servus
    Stefan

  • Naja,

    wenn ich mir diesen Sommer in unseren Breiten so ansehe... ich kann mich nicht mehr erinnern, wann der letzte richtige Sonnentag war.

    Aber im Prinzip läßt sich fast alles machen. Acrylgläser sind UV-durchlässig, wer´s blauer haben will, könnte vielleicht sehen, dass er eine Art Filterscheibe bekommt. Bewölkter Himmel hat auch um die 10.000 K, wenn ich micht nicht täusche, aber das bringt dann auch nicht soviel Licht.

    In einem Wintergarten mit Acryl-SDP sollte die Nutzung der Sonne incl. UV kein großes Problem sein, dünne Schattierung in Blau....


    Grüße

    Hans-Werner

  • Hans-Werner,
    alter Skeptiker:-))
    glaube mir, mit der Sonne und der gemischten Röhrenbeleuchtung perfekt. Ohne diesen Zusatz wäre es in unseren Breiten Käse. Leider eben nur stundenweise; dann braucht's wiederum HQI dazu. Fakultative Beleuchtung sozusagen.
    Aber du hast durchaus recht.
    Natürlich eingedeckt mit PMMA, sonst wäre der Effekt der Sonne für die Katz.
    Sonnentage gibt's genug. Du arbeitest nur im verkehrten Wartenberg:wink

    Servus
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan C. (25. August 2005 um 23:20)

  • Hallo Stefan,

    ja, klar, der Süden ist da im Vorteil :).

    Wieviel Licht bekommt man in´s Becken ohne Sonne bei bedecktem Himmel? Hast du das schon mal gemessen.

    Hast du dein Becken im Gewächshaus oder im Wintergarten?

    Grüße

    Hans-Werner


  • Hallo Hans-Werner,
    heute mittag bei Bewölkung und grauem Himmel waren es 27 klux gemessen an Wasseroberfläche bei Eindeckung des Daches mit 5mm PMMA. Ist also um einiges besser als der gemessene Tages-Mittelwert in indonesischen Riffen =)(allerdings 1m Tiefe) mit 17-22 klux.
    Als Gewächshaus oder Wintergarten kann man die Hütte nicht bezeichnen. Hält den Regen ab... und von der Energiebilanz (besonders im Winter) naja, es gibt besseres.
    Falls aber doch mal die Sonne voll über dem Becken strahlt, habe ich schon Werte über Anschlag des Luxmeters bei 100klux.

    Noch ein Effekt des Sonnenlichtes, der meiner Meinung nach niemals nur annäherungsweise durch Leuchtstoffröhren in ihren mittlerweile Wahnsinnsstrahlungswerten erreicht werden kann und mich fasziniert ist in Band 1 von Delbeek und Sprung beschrieben.
    'glitter lines' (die Lichtkringel bspw. von HQI) welche durch die Sonne erheblich stärker auftreten (in einem Pool besonders gut zu beobachten). Dieser Effekt, der stroboskopartige Lichtblitze erzeugt und durch die Wellenbewegung des Wassers auftritt, ist noch nicht vollends erforscht.
    Jedoch wird das Licht in seine Spektren aufgeteilt und soweit ist man doch schon, das bestimmte Zooxanthellen und Algen äußerst positiv drauf reagieren.

    Einen Nachteil hat das Sonnenlicht im Aquarium allerdings, den ich auch schon mal beschrieben hatte. Bei voller Einstrahlung über einige Tage verschlechtert sich das Polypenbild im oberen Drittel des Beckens zusehends.
    Die SPS haben dann ganz schön was weg zu stecken, wenn sie sich wieder an Tage nur mit HQI und Röhren adaptieren müssen.
    Aber was nicht umhaut, macht nur stärker.....was man an der absolut gleichmäßigen Wuchsform (nicht das mühsame nach-dem-Licht-strecken) und Dicke der 'Äste' eindeutig feststellen kann (und leider auch am Kalkverbrauch :O ).
    Ich für meinen Teil werde mein Becken im Haus nach und nach auflösen und den Viechern den Platz an der Sonne gönnen (allerdings immer mit dem Blau der Röhren dazu).

    Servus
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan C. (26. August 2005 um 21:14)

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