Aquariumkühlung

  • Hallo,

    da ich wie alle, die ihr Aquarium stark und lange beleuchten, auch mit dem ewigem Problem der starken Erwärmung zu kämpfen hatte und die Ventilatormethode, mit den damit verbundenen hohen Raumtemperaturen und der feuchten Luft, mir nicht zusagte, habe ich nach einer anderen Lösung gesucht.

    Als erstes fand ich im www Kühlmethoden mit umfunktionierten Kühlschränken, die ich natürlich sofort mit einem gebrauchtem Gerät in die Tat umsetzte. Pustekuchen, bei meinem 1200 Liter Aqua brachte das natürlich nicht viel. So wurde nun ein größerer Gefrierschrank gebraucht erworben um die Kühlleistung zu steigern. Dieser vermochte aber leider auch nur mein Aquarium geringfügig abzukühlen. Es war zwar im Wohnzimmer nicht mehr so heiß, da der Ventilator nur noch 18 Stunden!!! am Tag laufen mußte, aber dafür war es in Nebenzimmer, wo ich den Großteil meiner Aquarienuntensilien aufbewahre und wo sich auch der Gefrierschrank befand, immer so um die 32 Grad warm.

    So das war also nun auch wieder nichts und so überlegte ich weiter, kam aber zu dem Entschluß, daß mir nur noch ein Kühlaggregat weiterhelfen könne. Die Preise für diese waren natürlich bei meiner Beckengröße extrem hoch, sodaß ich weiterhin auf der Suche nach einer billigeren Lösung war.

    Einen sehr guten Tip gab mir dann Siegfried aus unserem Forum und auch Claude sollte nicht unerwähnt bleiben, Danke Euch zwei!!!!!!

    Diesen Tip mußte ich dann für meine Zwecke noch modifizieren und schon sollte es kein Problem mehr sein mein Aqua zu kühlen. Aber nun zum wichtigsten, der eigentlichen Kühlmethode nämlich:

    Sie ist nicht für jeden machbar, den man braucht dafür kaltes Grundwasser und einen Behälter für dieses. Aber diese Methode der Kühlung hat einen riesigen Vorteil, sie kostet außer die einmaligen Materialkosten, die sich aber auch in einem sehr kleinem Umfang bewegen, NICHTS !

    Und so funktionierts. Ich habe mir in meinem Hauptbecken einen 12/16er Schlauch mit PVC-Teile über den Beckenrand ins Aqua gehängt, der an der Unterseite mit einem Ansauggitter versehen ist . Dann habe ich zwei Mauerdurchbrüche vorgenommen, einen für Vor- und den anderen für den Rücklauf, habe an der Außenmauer unseres Hauses Kabelschächte bis in das Erdreich verlegt. Von diesem Punkt verlegte ich einen 12/16 er Schlauch 0,5 m tief im Erdreich bis zu unserem umgebautem Schwimmbad, das mitlerweile in einen Regenwasser- und Grundwasserspeicher umfunktioniert wurde. Die Wassertemperatur dieses Speichers beträgt im Durchschnitt 13 Grad und in diesem verlegte ich dann noch ca 30 m 12/16er Schlauch. In diesem Schlauch fließt das warme Wasser des Aquariums und wird durch das kalte Wasser des Speichers abgekühlt. Die Verlegung des Schlauches unter der Erde brachte eine zusätzlichen aber nicht so starken Einfluß auf die Kühlung, wie das kalte Wasser es hatte..
    Von diesem sog. großem Wärmetauscher ging ich dann wieder unter der Erde zurück, durch meinen zweiten Mauerdurchbruch wieder ins Gebäude. Den Rücklauf verlegt ich dann ins ein Meter tieferliegende Filterbecken.
    Durch diesen Höhenunterschied sollte das Wasser nach dem "Schlauchprinzip" von allein fließen, sobald ich am Rücklauf ansaugte. Das tat es dann auch und sogar sehr gut, mit einer Strömungsgeschwindigkeit von gut 2000 Litern am Tag.
    Damit nun aber bei einem Stromausfall dieser Schlauch nicht mein Hauptbecken auspumpt und somit meine Wohnung überschwemmt werden würde, habe ich mir folgende Schutzmaßnahme eingebaut. Der Ansaugkorb im Hauptbecken beginnt ein Zentimeter unter der Wasseroberfläche mit seinen Ansaugschlitzen, sodaß wenn bei einem Stromausfall der Wasserstand fällt, dieser Schlauch Luft zieht und somit nicht mehr weiter läuft.
    Er sollte aber auch nach einer Unterbrechung von selbst wieder beginnen zu fließen und das habe ich folgendermaßen realisiert. An der höchsten Stelle der PVC-Verrohrung des Ansaugkorbes habe ich einen 4/6er PVC-Nippel eingeklebt und ihn mit dem Diffusor einer meiner Strömungspumpen verbunden. Diese Pumpe zieht nun nach einem Stromausfall, mit Unterbrechung des Zirkulationskreislaufes, die Luft aus dem Bogen und der Kreislauf beginnt von selbst wieder zu laufen.

    Um das ganze noch zu automatisieren habe ich mir einen Thermostat mit Temperaturfühler(ELV-100), der im Filterbecken hängt, besorgt. Dieser steuert ein seewasserfestes Magnetventil, das im Vorlauf des Kühlkreislaufes eingebaut ist, so, das sich der Kühlkreislauf bei zu hohen Temperaturen des Aquariumwassers einschaltet und wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist wieder abschaltet.

    Mit diesem Kühlsystem kann ich mein Aquarium mit 1200 Litern problemlos, ohne der Verwendung von weiterer Kühlmethoden, kühlen. Und habe keine Unterhaltskosten wie bei Kühlgeräten oder Kühlschränken und den bei diesen Methoden benötigten Pumpen.

    Dieses Kühlsystem kann man auch mit 300 Liter Regentonnen, bei denen natürlich das erwärmte Wasser immer wieder durch kaltes ersetzt werden muß, realisieren.


    Dieser Bericht wird demnächst auch auf Korallenriff.de, mit einigen Photos erscheinen. Falls jemand Fragen dazu hat, kann er mich gerne anmailen oder anrufen(Die Nummer findet ihr auf meiner Homepage).

    So nun nach etlichen wundgetippten Fingern ist alles geschrieben............

    Cu Markus R.

  • Hallo Markus,

    das ist eine sehr gute Idee. Zusätzlich zur Kuhlung wird ja auch noch die Gesamtwassermenge des Aquariums vergrößert. Nur sehe ich im Moment ein wirklich großes Problem: Was machst Du im Winter mit dem Wasser???? Bei uns gefriert alles weil es sehr kalt werden kann :frowning_face: .
    Du müßtest ja den kompletten schlauch entleeren und aus dem Regenwasserbehälter entfernen, damit dir der Schlauch nicht kaputt geht.

    MfG, Frank.

    MfG, Frank


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    Bremsen ist die Umwandlung hochwertiger Geschwindigkeit in sinnlose Wärme....

  • Zitat

    Original von Markus R.


    So das war also nun auch wieder nichts und so überlegte ich weiter, kam aber zu dem Entschluß, daß mir nur noch ein Kühlaggregat weiterhelfen könne. Die Preise für diese waren natürlich bei meiner Beckengröße extrem hoch, sodaß ich weiterhin auf der Suche nach einer billigeren Lösung war.

    tag markus,

    nicht schlecht deine kühlung.

    kostet scheinbar nur ein paar euros.

    bis aufs schwimmbecken - kostet tausende.

    (soll'n scherz sein)

  • Hallo Markus -

    freut mich riesig, dass deine Kühlung auch funktioniert! Meine läuft (fast) genauso schon jahrelang :] :] :]
    Das Winterproplem ist keines - man läßt die 'Kühlschlange' leer laufen: ganz einfach!! Wenn's wieder warm wird wird sie halt wieder in Betrieb genommen!

    Gruß: Siegfried

    Sei wer du bist und sag, was du fühlst! Denn die, die das stört, zählen nicht und die, die zählen, stört es nicht!

  • Hi @ all,

    für den Winter habe ich mir meine Gedanken auch schon gemacht, den unser Regenwasserbecken ist auch im Winter voll mit Wasser ohne das es gefriert, weil ständig Grundwasser zulaufen kann und dieses ca. 5 Grad warm ist. Und zu aller Sicherheit habe ich an der Außenmauer unseres Hauses die Möglichkeit die Kühlschlange zu entleeren oder einfach zu verkürzen, sodaß die Verweilzeit in der Kälte geringer ist. Außerdem gefriert Salzwasser ja nicht so schnell wie normales Wasser. Man wird sehen wie ich diese Sache dann löse, aber bisher ist es fast nicht zu übertreffen, vom Kosten-Nutzen Faktor her gesehen.

    Cu Markus R.

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