Riffkeramik - kann Riffkeramik zum Problem werden?

  • Hallo erstmal in die Runde

    Also, Ich habe folgendes Problem mit meinem Becken:

    Daten 160x60x60 à ca. 570 Liter

    Das Becken wurde vor 7 Monaten in Betrieb genommen. Mit all den bekannten Wartezeiten usw.
    Es wurde 50% lebend Gestein und ca. 50% Riffkeramik verwendet.
    Dazu muss man sagen das ich die gesamte Rückwand mit den bekannten Keramikplatten verkleidet habe und noch zwei Rifftürme Installiert habe.
    Schon nach kurzer Zeit als „Leben“ ins Becken kam, stellte ich fest dass der KH- Wert sehr schnell und rapide zu sinken begann.
    Der Wert ging dann bis auf 3-4 KH zurück.Warum, konnte ich mir aber nicht erklären.
    Dies ist bis heute so, auch wenn ich den Eindruck habe dass es nicht mehr so schnell geht.
    Durch wöchentlichen Wasserwechsel von min. 10%, kann ich gerade mal KH 7-8 halten.

    Nun zu meiner Theorie die ich zur Diskussion stellen möchte:

    Ich vermute das durch das einbringen der Keramik Rückwandplatten und der restlichen Keramik eine dermaßen große Wachstumsoberfläche für Kalkrotalgen und andere Organismen entstanden ist, die aber nicht mehr im Verhältnis zu der zur Verfügung stehenden Wassermenge steht.
    Da Kalkrotalgen und andere Organismen doch gut sichtbar das ganze massiv bewachsen, wäre es doch möglich dass diese quasi mir den Kalk aus dem Wasser „saugen“.
    Somit wäre das ganze Problem Hausgemacht, durch Bereitstellung von zuviel Bewuchsfläche.

    Sicherlich müsste sich das Problem nach einer gewissen Zeit einpendeln, wenn Siedlungsfläche wieder knapper wird.

    Mich würde eure Meinung dazu mal interessieren.


    Gruß Micha

  • Zitat

    Original von Mgries007
    Da Kalkrotalgen und andere Organismen doch gut sichtbar das ganze massiv bewachsen, wäre es doch möglich dass diese quasi mir den Kalk aus dem Wasser „saugen“.
    Gruß Micha

    und da kommt dann ein kalkreaktor bzw. die ballingmethode ins spiel. denn damit steuerst du deinen Kh bzw. den Mg und Ca wert.

    hier ein link zur ballingmethode der mir sehr viel geholfen hat:
    http://www.miniriff.de


    lg
    andi

    Einmal editiert, zuletzt von Andreas Lesslhumer (17. Juni 2004 um 14:41)

  • Zitat

    Original von Mgries007
    Ich vermute das durch das einbringen der Keramik Rückwandplatten und der restlichen Keramik eine dermaßen große Wachstumsoberfläche für Kalkrotalgen und andere Organismen entstanden ist, die aber nicht mehr im Verhältnis zu der zur Verfügung stehenden Wassermenge steht.


    Wieso beziehst du das so speziell auf Riffkeramik?
    Wenn du statt Keramik mehr Lebendgestein genommen hättest wäre es doch genau die gleiche Oberfläche, oder nicht?

  • Hallo ...
    Danke für die Antwort.

    Sorry hab ich vergessen zu erwähnen.
    Ich hab nen Schuran Jetstream1 in Betrieb.
    Der aber nur Sinn macht wenn er ordentlich mit ner ph-messonde
    betrieben wird mit der der Ph Wert innerhalb des Reaktors auf ca 6.2 gehalten wird)
    Dies ist erst seit 4wochen der Fall.
    Nachdem ich Ihn erstmal (Überreaktion ist ja meist des Fehlers Ursache) voll Pulle hab laufen lassen.
    Konnte ich den KH Wert zwar steigern ohne Wasserwechsel, dann ist aber die Durchlaufmenge zu hoch so das der PH Wert in den Keller geht.
    Nun also hab ich die Durchlaufmenge erheblich reduziert und bin noch im Testlauf wie sich der PH Wert einpendelt.
    Nachdem der Reaktor sich einpendeln und auch das System sich einpendeln muss, sind Aussagen diesbezüglich meist erst nach min. einer Woche Laufzeit aussagekräftig.
    Ich werde aber alle auf dem laufenden halten.

    Die Meinung aller zu meiner Theorie intressiert mich denoch.

    Micha

  • Hallo Andreas

    Ich denk nicht das das gleiche wäre.
    Und zwar aus folgendem Grund.
    Die lebend Steine sind ja schon besiedelt, deshalb holst du sie dir ja ins Becken.
    Um Micro-Organismen ,Algensporen usw zu bekommen.
    Dagegen die Keramik ist erstmal reine Deko und bietet somit eine sehr hohe Freie Siedlungsfläche.

    Das waren so meine Gedanken Gänge.
    Wie gesagt wenn mir jemand ne bessere Theorie liefert laß ich mich gern überzeugen.

    Micha

  • Ich vermute das Du in dem Becken einen hohen CA-Wert hast, der durch die Riffkeramikwand verursacht wird. Das gibt sich im Laife der Zeit. Der CA-Anteil drückt auf den KH-Wert. Durch Zugabe von Natriumhydrogencarbonat (ein Bestandteil der Ballingsalze) kannst Du den KH-Wert anheben.

  • Hallo Günter

    Hab die selbe Vermutung wie Du gehabt.
    Der CA -Anteil war auch leicht erhöht aber nicht in erheblichem Maße.
    Ich hab Natriumhydrogencarbonat zugegeben was aber nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat.
    Wasserwechsel in größerem Umfang waren bis jetzt die beste Maßnahme.
    Wahrscheinlich ist es eine Kombination aller Umstände.
    Mir gehts auch nicht darum Riffkeramik gut oder schlecht zu beurteilen.
    Ich würde sie wieder nehmen, weil sie genial zum verbauen ist.

    Ich möchte nur das Thema aufgreifen um zu schaun ob es anderen ähnlich ging oder geht.

    Micha

  • Hi zusammen

    Wir haben auch ein wenig Riffkeramik im Becken, aber vom Verhätnis her zu den Steinen eher wenig.

    Ein so tiefes Absinken könne wir nicht bestätigen, der KH wert steht meist bei 6. Es wird aber nach Balling gearbeitet was Ca und Mg betrifft.

    Wäre für dich eine echte Alternative, zumindest den Versuch wert.

  • Kann den gleichen Effekt bestätigen.
    Trotz Ca und Mg im Sollbereich ging meine KH bis auf 4 zurück. Konnte das nur durch massiven Einsatz von Natriumhydrogencarbonat ausgleichen. Seit ich meinen Wasserwechsel auf 10% die Woche erhöht habe stabilisiert sich das ganze. Dier chemischen Zusammenhänge sind mir auch noch unklar, es scheint aber so zu sein das der Kalki zwar den Verbrauch an Ca und Mg ausgleichen kann ( bei mir per pH-Sonde und Wasserdurchsatz gesteuert ) aber nicht das verbrauchte Natriumcarbonat. Nur WO das Natriumhydrogencarbonat verbraucht wird habe ich nicht herausbekommen.
    Ich habe übrigends 90% Riffkeramik im Becken.

    mfg Uwe

  • Hallo Uwe ..

    Na dann sind wir ja schon zwei mit recht identischen Fakten.
    Einerseits schlecht andererseits bin ich froh.
    Hab schon an mir selbst gezweifelt. Ich bin zwar mit 2 1/2 Jahren Meerwasser wohl eher noch "semi Anfänger" :smiling_face: hab mich aber sehr mit der Materie befasst.
    Du hast im Prinzip die selbe Technik wie ich und es würde mich interessieren wies bei dir weiter geht.
    Halt mich doch bitte auf dem laufenden.
    Wenn nicht im Forum ,dann unter MGries007@aol.com

    Gruß Micha

  • Hallo Micha

    Hmm, ein echt interessantes Problem. Mit Use habe ich mich in Sindelfingen schon darüber unterhalten, konnte aber auch keine erklärung dazu finden. was ich mich vorstellen kann, ist eine Lösungs-Fällungs Reaktion innerhalb der Riffkeramik.
    Ich kann nur spekulieren, da ich das Zeug nicht im Becken habe und es auch noch nicht untersuchen konnte, aber kann es nicht sein, daß aus dem Zeug Ca und/oder Mg rauskommt. Das Ca/Mg kommt nur zum Teil ins freie Wasser (leichter Ca/Mg Überschuss), der größte Teil reichert sich lokal in den Poren der Keramik an und fällt dann als Carbonat innerhalb der Keramik aus. Dabei zieht es den KH Wert runter. Irgendwann ist die Keramit so stark von Kalkalgen etc. überzogen daß die Reaktion immer langsamer abläuft.
    Ist nur so eine Idee, kann stimmen, muß aber nicht.

    Viele Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo Jens

    Is vielleicht auch ein guter Denkansatz den du da bringst.
    Könnte sein.
    Läßt sich aber schwer überprüfen.
    Viele Köpfe , viele Ideen. Das ist ja das gute an so einem Forum.
    Das Thema ist für "Neueinrichter" wohl nicht ganz uninteressant.
    Wenn man schon mal weiß , da "könnte" was auf mich zukommen, kann man mit der Sache viel relaxter umgehn.
    Sollte sich die Sache dann einmal einpendeln ist es ja auch nicht weiter schlimm.
    Wenn man sein Problem kennt.

    Danke für den Beitrag

    Gruß Micha

  • Zitat

    Original von Jens Kallmeyer
    Hallo Micha

    Hmm, ein echt interessantes Problem. Mit Use habe ich mich in Sindelfingen schon darüber unterhalten, konnte aber auch keine erklärung dazu finden. was ich mich vorstellen kann, ist eine Lösungs-Fällungs Reaktion innerhalb der Riffkeramik.
    Ich kann nur spekulieren, da ich das Zeug nicht im Becken habe und es auch noch nicht untersuchen konnte, aber kann es nicht sein, daß aus dem Zeug Ca und/oder Mg rauskommt. Das Ca/Mg kommt nur zum Teil ins freie Wasser (leichter Ca/Mg Überschuss), der größte Teil reichert sich lokal in den Poren der Keramik an und fällt dann als Carbonat innerhalb der Keramik aus. Dabei zieht es den KH Wert runter. Irgendwann ist die Keramit so stark von Kalkalgen etc. überzogen daß die Reaktion immer langsamer abläuft.
    Ist nur so eine Idee, kann stimmen, muß aber nicht.

    Viele Grüße

    Jens

    Hallo Jens,

    das entspricht genau meiner Beobachtung. In unserem Nanobecken habe wir eine Kiffkeramik als Rückwand eingesetzt. Nach etwa 14 Tagen hatten wir im Wasser eine Mg-Gehalt > 1900 mit Salifert gemessen. Wir müssten die 1 ml-Spritze zweimal aufziehen. Der CA-Gehalt lag bei 580 . Die Werte gingen nur sehr langsam nach unten. Während dieser Zeit war der KH-Wert bei 4 bis 5 trotz aufhärtender Massnahmen.

  • Hallo zusammen,

    ich hab auch 2 Säulen aus Riffkeramik im Becken. Bei mir ist es so, dass CA konstant bleibt (420 / JBL), während MG ständig sinkt (war nach Auffüllungsmaßnahmen schon mal bei 1.100 (JBL), sinkt aber innerhalb weniger Tage wieder auf 950 ab). Habe keine Steinkorallen und nur einige wenige Weichkorallen.

    Viele Grüße vom Frischling
    Paul

  • Zitat

    Original von Günter Carstens

    Hallo Jens,

    das entspricht genau meiner Beobachtung. In unserem Nanobecken habe wir eine Kiffkeramik als Rückwand eingesetzt. Nach etwa 14 Tagen hatten wir im Wasser eine Mg-Gehalt > 1900 mit Salifert gemessen. Wir müssten die 1 ml-Spritze zweimal aufziehen. Der CA-Gehalt lag bei 580 . Die Werte gingen nur sehr langsam nach unten. Während dieser Zeit war der KH-Wert bei 4 bis 5 trotz aufhärtender Massnahmen.

    Den erhöhten Mg-Gehalt ganz am Anfang hatte ich auch. Da mein Riffhölensystem ca. 70 kg wiegt konnte ich den Block nicht vorher spülen und habe es deshalb auf den Brennstaub und Abrieb geschoben. Die Mangrove von 50 x 50 x 50cm hat da aber für Abhilfe gesorgt :grinning_squinting_face:
    Meine Keramik stammt von Korallenwelt aus Rostock. Der Hersteller sollte eigentlich über die Reaktionsmöglichkeiten der Keramik besser Bescheid wissen - nur meine chemischen Kenntnisse sind nicht gut genug um da mitreden zu können.

    mfg Uwe

  • Hallo Use

    auch meine Riffgestein kommt von "Korallenwelt aus Rostock" . Finde die Ware aber ganz ok. War am Anfang schneeweiss, was absolut schrecklich im Becken aussah. Heute nach 6 Monaten ist fast alles mit Kalkrotalgen tiefrot überwachsen.

    Einmal editiert, zuletzt von Günter Carstens (19. Juni 2004 um 06:25)

  • Zitat

    Original von Günter Carstens
    Hallo Use

    auch meine Riffgestein kommt von "Korallenwelt aus Rostock" . Finde die Ware aber ganz ok. War am Anfang schneeweiss, was absolut schrecklich im Becken aussah. Heute nach 6 Monaten ist fast alles mit Kalkrotalgen tiefrot überwachsen.


    Hi .. Günter

    Hast du die Keramik in ein bestehendes System (Becken) zusätzlich mit eingebaut oder auch neu eingerichtet?

    Wie gesagt , ich würd sie auch sofort wieder hernehmen.
    Es soll nicht darum gehn ob sie gut oder schlecht ist.
    Sondern ob man je nach verwendeter Menge damit rechnen muß das man erstmal eine gewisse Verschiebung von Ca , MG , KH erhält.
    Somit also sich die "Einfahrzeit" des Beckens bis empfindliche Gäste einziehen können verlängert.

    Wie man hier auf der Seite der Firma lesen kann, wirbt diese ja sogar damit das die Keramik hohe Calcium und Magnesium Anteile besitzt.

    http://www.korallenwelt.de/Keramikherstellung.htm

    Micha

  • Hi zusammen

    Die neuen Keramiken haben sogar noch einen 17% höheren MG Anteil als vorher.


    Zitat

    Original von Mgries007
    [Wie man hier auf der Seite der Firma lesen kann, wirbt diese ja sogar damit das die Keramik hohe Calcium und Magnesium Anteile besitzt.

    http://www.korallenwelt.de/Keramikherstellung.htm

    Micha

  • Hallo Robert

    Was hat man sich denn seitens der Firma davon versprochen das man Ca und MG mit erhöhten Anteilen einsetzt?
    Bei nachrüsten in bestende Systeme wo sagen wir mal unter Umständen "Mangel" an den diesen Komponenten herrschen könnte kann ich das ja noch verstehen.
    Aber bei Neueinrichtungen mit hohem Anteil an Keramik scheint mir das eher kontra produktiv zu sein.
    Würdest du mir da zustimmen?

    Micha

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