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Tridachia crispata

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    • Tridachia crispata

      Hallo liebe Forengemeinde,

      nun nachdem ich wegen einer Bryopsis-algen-plage 2 dieser herlichen Schnecken gekauft habe (sie bekämpfen diese Algen sehr gut) musste ich heute feststellen, daß sie sich in meinem Aquarium so gut fühlen und gleich erst einmal Eier gelegt haben. Tja und da ich gerne probiere, möchte ich diese nun auch schlüpfen lassen.
      Hat jemand schon irgendwelche Erfahrungen mit der Nachzucht dieser Schnecke??

      Gruß
      Olaf

      Hier ein Bild des Gelege:
      Bilder
      • Schnecken.jpg

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      Zitat:
      Yoda: Dunkel die andere Seite ist, sehr dunkel
      Obiwan: Mecker nicht, sondern iss endlich deinen Toast
    • Hallo Rainer,

      ja hatte, könnte sein. Im MeWa Lex hat Jannes dies auch schon angemerkt.
      Ich selber kenne mich da nicht so besonders aus und meine Schnecken haben auch nicht so die Farben wie die auf den Fotos. Sie sehen mehr so hellgrün mit dunklen ( grau/braun/grün) Punkten aus das Einzige woran ich wirklich sagen kann das es sich um eine Tridachia crispata sp. handelt ist diese wellige Form der Ränder.

      Ich werd mal ein Bild von den Elterntiere einstellen sobal sich diese mal in "Foto-Laune" befinden und ordentlich zeigen.

      Gruß
      Olaf
      Zitat:
      Yoda: Dunkel die andere Seite ist, sehr dunkel
      Obiwan: Mecker nicht, sondern iss endlich deinen Toast
    • Hallo Community,

      ich darf euch von einem Haltungserfolg betreffend Elysia (Tridachia) crispata berichten und dafür gleich diesen Thread verwenden. Thematisch passt er bestens, und ich hoff, der seinerzeitige Ersteller hat nix dagegen.

      Vor ein paar Monaten hab ich meinen Bestand an Gemüseschnecken augestockt, nachdem eins meiner Seepferdchenbecken (60/30/30) zu fast einem Viertel des Volumens mit Bryopsis zugewachsen war. Die nunmehr 3 Schnecken hatten die Algen binnen weniger Wochen komplett aufgegessen, sodas ich mich nach einer neuen Futterquelle umsehen musste. Wie oft in solchen Fällen ist grad nix verfügbar, wenn man's braucht. Es war ausgesprochen mühsam, Bryopsis aufzutreiben, schließlich hab ich je eine Handvoll vom Haus des Meeres und vom Megazoo bekommen. Einem Thread im Österreichischen Riffaquaristikforum hatte ich entnommen, dass die Algen bei zusätzlicher Gabe von Vitamin C besonders gut wüchsen, also habe ich mit einer Bryopsis-Zucht begonnen. Ganz reicht es noch immer nicht für die adulten Tiere, aber immerhin haben sich die Algen ganz gut etabliert. Mit Multivitaminsirup vermehren sie sich tatsächlich recht gut.

      Und jetzt darf ich auch noch Nachwuchs durchfüttern: Heute hab ich zum ersten Mal 2 Jungschnecken entdeckt. Sie sind bereits ungefähr 5 mm groß und werden wohl aus dem ersten Gelege vom Juni stammen.

      Näheres zum 'Zucht'becken und zur Zeitigungsdauer des Geleges reich ich nach, ebenso Fotos vom Gelege und von den Zwergerln.

      Zuerst einmal wollte ich einfach nur meine Freude mit euch teilen :)

      Liebe Grüße
      Linda
    • Hi Linda


      Na dann herzlichen Glückwunsch, bei meinen 8 Schnecken hat
      es leider nicht hingehauen. ;( ;(
      Gruß Ewald

      _______________________________________________________________________________________________________________________________

      Früher hatte ich Angst im Dunkeln.
      Wenn ich heute so meine Stromrechnung sehe,
      hab ich Angst vorm Licht. ;(
    • Hallo Ewald,

      danke schön für die Blumen :)

      Bei mir liegt es möglicherweise daran, dass das Aquarium zwar winzig ist, aber keine größeren Fressfeinde drin wohnen und es ziemlich 'versifft' ist. In weniger biotopgerechten Becken dürfte die Chance auf überlebende Jungtiere grundsätzlich gegen null gehen.

      Im Gegensatz zu den grünen Seehasen hat es bei den Elysias funktioniert - war wohl auch viel Glück dabei. Bis jetzt habe ich 3 kleine Elysias gefunden.

      Kein Vergleich halt zu dem Bericht von Paul Baldassano aus 2004 im Seaslugforum, in dem er von mehr als hundert Nachzuchten schreibt. Aber ein schöner Anfang ist es trotzdem für mich.

      Ebenfalls im Seaslugforum habe ich schon vor längerem den Hinweis gefunden, dass E. crispata auch an Halimeda und Penicillus geht. Diesen Angaben liegen Untersuchungen des Mageninhalts zugrunde. Ich kann allerdings nicht bestätigen, dass meine Schnecken dauerhaft an anderen Algen saugen als an Bryopsis sp..

      Die dritte adulte Schnecke (die habe ich im Seepferdchenbecken belassen), sucht sogar selbständig einen 'Fütterungsplatz' auf, an dem ich jeden Tag ein kleines Büschel Bryopsis deponiere.

      Bei der Gelegenheit noch die Angaben zur Dokumentation:

      Das erste Gelege habe ich nicht wie zunächst angegeben Anfang Juni gefunden, sondern erst einen Monat später, am 09.07.16.

      Der Schlupf der ersten Veliger dieses Geleges fand statt am 16.07.16, also genau 7 Tage nach der Eiablage. Über die fogende Larvalphase kann ich leider weder Berichte noch Fotos beibringen, obwohl ich eifrig nach Belegen für Elysia-Veliger gesucht habe.

      Sofern die jetzt gesichteten Jungtiere nicht von einem früheren Gelege stammen (das ich ggf. übersehen hatte), wird das Veligerstadium etwa 4 Wochen dauern.

      Ewald: Wenn du die Möglichkeit hast, ein eigenes Minibecken im Bypass mit deinem großen zu führen, dann glaub ich ziemlich sicher, dass es auch bei deinen Gemüseschnecken klappt mit der Vermehrung.

      Liebe Grüße
      Linda

      PS: Vor dem Fotoshooting musste ich erst die Kalkrotalgen von den Scheiben entfernen. Die Reste finden sich jetzt als hässliche Schuttablagerungen auf den Algen. Ganz so arg schaut's normalerweise nicht aus :)
      Bilder
      • Elysia crispata_2016-07-09_Gelege(1)_Ausschnitt.jpg

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      • Elysia crispata_mit Jungtier_2016-08-23.jpg

        93,98 kB, 640×480, 412 mal angesehen
      • Elysia crispata_Jungtier 2_2016-08-23_Ausschnitt.jpg

        74,63 kB, 640×480, 410 mal angesehen

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Linda ()

    • Hallo Reinhard,

      in dem Aquarium werkt eine Kreiselpumpe JBL ProFlow 500, mittels in das Auslaufrohr eingelegten 4/6er Schlauchstücks gedrosselt auf eine adäquate Pumpenleistung für die Oberflächenströmung. Auf dem Ansaugstutzen befindet sich wie bei Linda üblich ein Schwammaufsatz (Eheim Air Filter).

      Im Auslauf ist weiters ein 4/6er Schauch eingebaut (ganz praktisch mit einem Verbinderaus der Gardena Micro Drip-Serie), der das Wasser in das Hauptbecken befördert. Der Rückfluss erfolgt über ein 16 mm Rohr nach dem Prinzip der kommunizierenden Gefäße.

      Liebe Grüße
      Linda

      PS: Irgendwann war eh wieder einmal eine gute Nachricht fällig =)
    • Hallo Freunde der Gemüseschnecken!

      Ich möchte kurz über den aktuellen Stand berichten und was sich an interessanten Beobachtungen so angehäuft hat in der Zeit nach dem letzten Post.

      Also: Eine der adulten Schnecken im 'Zuchtbecken' ist offenbar gestorben. Offenbar deswegen, weil ich keine Leiche gefunden habe. Aber das ist bei Lebewesen, die zu einem derart großen Teil aus Wasser bestehen, nicht wirklich eine Überraschung.

      Dafür konnte ich in diesem Aquarium heute in der Früh 8 Jungtiere verschiedener Größe zählen. Dazu kommt 1 adulte und 1 halbwüchsige Elysia aus dem ersten Gelege im angeschlossenen Seepferdchenbecken sowie 4 weitere Schneckenkinder in regelrechten 'Atobecken' mit zwischen 1 und 1,5 Liter Fassungsvermögen. Im kleineren von den 2 befinden sich an Höheren Algen nur eine Handvoll Caulerpa brachypus aus der letzten Auslichtaktion im 'Zuchtbecken' vor 4 Wochen'. Dort hab ich vor wenigen Tagen ein Jungtier entdeckt, das offensichtlich die Caulerpa als Ersatznahrung akzeptiert.

      Dem Anschein nach besitzen die Jungschnecken noch nicht die Fähigkeit, Chloroplasten einzulagern und aus ihnen mit Lichtenergie Kohlenhydrate zu gewinnen. An besonders lichtexponierten Stellen ruhend findet man sie erst ab einer Größe von etwa 5 mm.

      Bryopsis ist zwar die bevorzugte Futtersorte (für die andere Algen ignoriert werden), aber ich bin in der Zwischenzeit sicher, dass Elysia crispata auch an Cladophora saugt, und Jungtiere auch an 'gewöhnlichen' Fadenalgen. Ulva intestinalis wäre möglicherweise auch eine Kandidatin, aber die Menge, die bei der Fütterung der Seepferdchen gelegentlich mit den Tiggerpods ins Becken gelangt, ist von den anderen Pflanzenessern verputzt, ehe die Schnecken überhaupt bemerkt haben, dass es auch noch was Anderes zu essen gibt.

      Die augenscheinliche Akzeptanz von Ersatznahrung hat meine Sorge, den Schneckenbestand ohne Bryopsis nicht längerfristig erhalten zu können, ein wenig kleiner werden lassen.

      Ich bin gespannt, ob die Altschnecken im 'Zuchtbecken' und in der Pferdchenkoppel noch leben, wenn die ersten Jungtiere geschlechtsreif sind. Zumindest die Bestandserhaltung dieser interessante Geschöpfe würde mir nämlich große Freude bereiten.

      Liebe Grüße
      Linda
    • Hallo Reinhard!

      Ja, ich freu mich wirklich sehr über die Schneckenkinder!

      In Beitrag #10 hab ich meine Beobachtungen zur Entwicklung von der Sichtung des Geleges bis zur Entdeckung der ersten kleinen Schnecken beschrieben. Wissenschaftlich exakt ist das natürlich nicht, aber dass Elysia ein Larvenstadium durchmacht ist hinreichend dokumentiert. Die Dauer des Larvenstadiums ist im Seaslugforum halt als deutlich kürzer beschrieben:
      E. crispata has lecithotrophic larval development [non-feeding planktonic larvae] with veliger larvae metamorphosing into juvenile slugs after about 5 days.
      Das mag daran liegen, dass ich die fertigen Jungschnecken in den ersten Tagen nach der Umwandlung gar nicht erkennen konnte. Sie müssen ungeheuer winzig sein.

      Liebe Grüße & gute Nacht!
      Linda

      PS: Ich glaub mittlererweile, dass der 'Zuchterfolg' auch dem neuen Salz geschuldet ist.
    • Hallo Reinhard,

      Wiki weiß zum Stichwort <lecithotrophic> folgendes:
      Lecithotrophic larvae generally have greater dispersal potential than direct developers. Many fish species and some benthic invertebrates have lecithotrophic larvae, which are provided with a source of nutrition to use during their dispersal, usually a yolk sac. Though some lecithotrophic species are capable of feeding in the water column, many, such as tunicates, are not, and must settle before depleting their food source. Consequently, these species have short pelagic larval durations and do not disperse long distances.
      Wenn Bill Rudman im Seaslugforum von bloß 5 Tagen Larvalentwicklung schreibt, dann könnte es schon sein, dass die Veliger von Elysia crispata nicht im Freiwasser leben, sondern benthisch und dabei keine Nahrung aufnehmen.

      Beim nächsten Gelege kann ich mir vielleicht ein bissl mehr Zeit nehmen für eine genauere Beobachtung. So schnell wird's eh nicht gehen, weil die adulten Schnecken räumlich getrennt sind und die Kinder noch eine Zeit brauchen werden bis zur Geschlechtsreife. Hoffentlich - denn die Fütterungsproblematik ist trotz erfreulicher Beobachtungen aus letzter Zeit noch nicht ganz gelöst.

      Freuen würd ich mich natürlich, wenn sich jemand, der mindestens genauso verrückt ist wie ich und die Schnecken um ihrer selbst willen pflegen möchte, für ein paar der Nachzuchten interessiert ;)

      Liebe Grüße
      Linda
    • Hallo Community,

      mit dem angehängten Foto möchte ich den Beitrag wieder aus der Versenkung holen. Vielleicht hilft es, den Karfiolschnecken ihren Nimbus als reine Funktionstiere zur Algenlimitierung zu nehmen.

      'Nach dem Essen sollst du ruhen' - diese Redensart passt auf die 3 Daltons, die sich heute an der Rückscheibe des Seepferdchenbeckens nahe der Oberfläche zur Siesta eingefunden haben. Es handelt sich um eins der Alttiere und 2 ihrer Nachwüchse.

      Von den Adulten hab ich noch 2, die verbliebenen 9 Jungtiere sind derzeit auf 2 Aquarien aufgeteilt. Diese Anzahl kann ich auch noch vernünftig ernähren mit den Bryopsis aus eigener Zucht und denen, die ich gelegentlich als Gastgeschenke bekomm :). Außerdem saugen die Schnecken wie schon erwähnt doch auch an Halimeda und an Cladophora, damit hat sich die Fütterungsproblematik gottlob erledigt.

      Für AquarianerInnen, die sich die salzige Welt auch mal abseits des Riffs nach Hause holen wollen (und entsprechende Nahrungsquellen kennen), ist Elysia crispata ein einfach zu haltender und dennoch ausgesprochen interessanter Bewohner.

      Liebe Grüße
      Linda
      Bilder
      • Elysia crispata_2016-11-14_Daltons.jpg

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