Hallo Alex,
es ist extrem schwierig aus der Entfernung das Problem bei deinem Becken zu beurteilen und dann noch einen Tip abzugeben, der die Ursache aufdeckt. Deine Angaben ergeben bisher jedenfalls keinen Fehler oder Ansatzpunkt für das Fischsterben. Völlig absurd wird die Situation dadurch, dass es offensichtlich Fische in dem Becken gibt, denen es gut geht und die dort auf Dauer überleben. Das mal ein neu zugesetzter Fisch nach wenigen Stunden/ Tagen aus nicht geklärter Ursache verstirbt, das hat wohl leider jeder Aquarianer bereits einmal erlebt. Das aber Fische systematisch neben dem überlebenden etablierten Besatz ohne äußere Anzeichen ständig wegsterben, das ist schon eine sehr rätselhafte Geschichte, die ich so in über 30 Jahren Aquarianerpraxis noch nicht erlebt habe.
Ich möchte Dir auch keine Illusionen hinsichtlich "faulender" Stellen unter Steinen machen. Wenn eine Schwefelwasserstoffvergiftung auftritt, dann sind immer alle Fische betroffen und alle zeigen deutliche Vergiftungssymptome. Wasserparameter kann man natürlich analysieren lassen, aber auch hier kann ich nur dazu sagen, solange man nicht weiß, wonach man genau suchen muss, enden diese Analysen nicht selten mit völlig unauffälligen Datenreihen, die Dich hinterher auch nicht schlauer machen. Das gilt im Prinzip auch für die Obduktion toter Fische. Evtl. ergibt der Befund z. B. "Tod durch Ersticken". Was leitete man davon dann ab ? Das Becken ist gut belüftet, allen anderen Fischen geht es gut ?
An einen speziellen Krankheitserreger glaube ich nicht. Sicherlich mag es , so wie Sabine es angedeutet hat, restistenten Fischbesatz in einem Aquarium gegen Ektoparasiten oder Bakterien geben, aber dann würden die Neuankömmlinge zumindest doch von der Krankheit befallen und würden Symptome zeigen und nicht einfach mehr oder weniger symptomlos versterben.
Also wie kannst/ solltest Du weiter machen ?
Ich finde den Ansatz von Christoph nicht schlecht. Noch einmal systematisch das "System" Meerwasseraquarium auf Schwachstellen durchleuchten. Dann regelmässige Wasserwechsel als Prophylaxe gegen einen "Feind", den man nicht kennt. Dann nach einigen Wochen erneut mit einem "Testfisch" beginnen. Ein möglichst kleiner Fisch, den ich in einer Schwimmschule ins Becken setzen und beobachten würde. Parallel dazu ein kleines Zweitbecken bereit halten, um ihn jederzeit herausnehmen zu können. Du kannst dabei auch einige Experimente machen, z.B. den Fisch auch zuerst in das Zweitbecken setzen und es ausschließlich mit dem Meerwasser aus dem Hauptbecken auffüllen. Wenn er dort eine Woche überlebt, dann liegt es schon mal nicht unbedingt an der Wasserqualität. Evtl. ergeben sich noch mehr Ansätze, die man testen könnte. Was Du hier gerade erlebst, ist sicher ein Grenzfall der Aquaristik und kein Forenuser kann reflexartig eine bereits fertige Lösung präsentieren. Da hilft nur ein systematisches Vorgehen mit parallelen Aufzeichnungen und viel Ausdauer. Sorry, mehr kann ich Dir im Moment dazu nicht raten.