Beiträge von Torsten Sause

    Hallo Olli,

    bei künstlich infizierten Becken mit erkrankten Fischen waren alle Becken nach 6 Wochen ohne Fischbesatz parasitenfrei und es kam zu keiner Re-infektion. Die Autoren haben dann aber noch einen Sicherheitszuschlag von 2 Wochen zugeschlagen. Gleichzeitig wurde die Temperatur auf 27-29°C gehalten, um die Entwicklung der Parasiten zu beschleunigen. In allen wissenschaftlichen Publikationen zu dem Thema ist aber eindeutig die Aussage enthalten, dass Cryptocaryon ohne Fisch nicht länger als den o.g. Zeitraum überleben kann und daher nicht als "Konserve" irgendwo lauert und irgendwann wieder zum Leben erwacht.

    Egal, welches Mittel Du ins Becken geben würdest (von denen, die auch wirksam sind), der Bodengrund, die restliche Biologie wäre mit Sicherheit irgendwie beeinträchtigt. Die Verfütterung von dem Medizinalfutter kannst du alternativ durchführen - führt aber nur zum Erfolg, wenn man es ebenfalls 6 Wochen durchhält.

    Nun ist Malachitgrünoxalat sicher nicht sehr gesund für den Fisch und wird auch in den inneren Organen angereichert. Aber sterben werden sie bei den geringen Mengen nicht. Wie immer gilt auch hier: keine Wirkung ohne Nebenwirkung - man muss es abwägen. Nicht richtig ist allerdings die Praxis ständig angereichertes Futter zu verfüttern, und es als Dauerprophylaxe zu geben. Das führt dann irgendwann zu Organschäden.

    Zitat

    Die Behandlung mit Ozon bei Pünktchen habe ich im Meerwasser-Lexikon gelesen, das dies im Notfall angewendet werden kann. Und das ein UV Klärer in diesem Falle nix bringt, bzw. wenig.

    Ozon ist ein extrem starkes Oxydationsmittel. Wenn man Parasiten im Wasser damit abtöten möchte, muss man zwangsäufig in einen so hohen Konzentrationsbereich, dass die empfindlichen Fischkiemen ebenfalls zerstört werden. Bei durch Cryptocaryon vorgeschädigten Kiemen ist es daher eher kontraproduktiv. Ohne Redoxmessung sollte man Ozon nicht einfach "aufdrehen" - man müsste es dann aber auch schon mit der Nase wahrnehmen, weil einiges davon in die Luft entweicht. Natürlich kann man den Ozon-Overkill in einem Reaktor oder geschlossenen Technikbeckenbereich durchführen und es dann über Aktivkohle wieder zu Sauerstoff zerlegen. Aber das muss dann von der Konstruktion des Technikbeckens auch gewährleistet sein.

    Dagegen ist UV-Bestrahlung für die Fische absolut ungefährlich und erwischt natürlich nur einen Teil der freischwimmenden Schwärmer - Wunder darf man von beiden Verfahren nicht erwarten - sie wirken nur unterstützend -aber nicht 100%ig. Bei massiven Infektionen müssen wie beschrieben noch weitere Massnahmen ergriffen werden.

    Hallo Olli,

    Cryptocaryon irritans befällt u.a. auch die Augen und es kann dort dann über Sekundärinfektionen mit Bakterien zu Trübungen kommen. Normalerweise verschwinden die wieder, wenn die Krankheit erloschen ist.

    Ich würde immer versuchen, Cryptocaryon aus meinen Becken zu eliminieren, da ich nie genau berechnen kann, was im Falle von Neubesatz und/ oder Stresseinwirkung oder im Vertetungsfall (Urlaubsabwesenheit) mit den Fischen passiert.

    Für den Umzug würde ich so vorgehen: alle Materialien und niederen Tiere ins neue Becken umziehen - dann elend lange 6-8 Wochen abwarten. Ohne Wirtsfisch stirbt Cryptocaryon in dieser Zeit vollständig aus. Die Fische müsste man solange in dem alten Becken halten und könnte sie hier prophylaktisch mit einem geeigneten Mittel behandeln - es muss nicht unbedingt ein Kupferpräparat sein. Wenn alle Fische längere Zeit ohne sichtbare Pünktchen und Symptome bleiben - umsetzen ins neue Becken. Das alte Becken evtl. als zukünftiges Quarantänebecken halten oder ein kleineres Becken dafür vorsehen. Das wäre eine Möglichkeit, um die Parasiten auszusperren im zukünftigen Becken. Alle Kescher und Gerätschaften müssen dann natürlich streng getrennt bleiben bzw. vorher desinfiziert werden.

    Die temporäre Immunität ist bei den div. Fischarten unterschiedlich ausgeprägt und allzu sehr darauf verlassen würde ich mich auch nicht. Evtl. ist das ständig entzündete Auge auch eine Immunreaktion auf ständigen Parasitenbefall - aber das ist schon wieder Spekulation.

    Hallo Oli,

    da ist wohl einiges schief gelaufen. Es wäre besser gewesen, erst einmal nur den Altbesatz zu übernehmen und dann einige Wochen abzuwarten, wie das Becken nach dem Umzug reagiert. Wenn Du vorher noch nie ein MW-Becken gepflegt hast (?), hätte hier die Stabilisierung des Beckens erst einmal im Vordergrund gestanden. Aber nun ist schon viel passiert.

    1. Garnelen werden von der Pünktchenkrankheit nicht betroffen. Wenn sie trotzdem sterben, sind noch andere Faktoren mit im Spiel.

    2. Ozon bringt nicht viel, besser wäre eine UV-Anlage.

    3. Wenn derart viele Fische plötzlich sterben, deutet das ebenfalls auf eine weitere Ursache hin. Evtl. sind zu viele Fischkadaver und/oder abgestorbene niedere Tiere mit im Spiel.

    4. Ein Quarantänebecken könnte zumindest die überlebenden Fische aufnehmen und dort wäre auch die gezielte Behandlung der Pünktchen möglich (siehe Fachartikel zu Cryptocarion irritans). In der Zeit könnte man dann in Ruhe nach der anderen Ursache suchen und diese abstellen bzw. das Becken könnte sich wieder stabilisieren.

    Zitat

    Original von Sabine Sax
    Hallo Torsten,

    ahh...ich bin sicher Shhnappi und Sir John würden sich prächtig verstehen :grinning_squinting_face:


    Was fütterst du denn da? Ganz normale gefrorene Frutti die Mare aus der Lebensmittelabteilung?
    Ich füttere derzeit nur Stinte - ab und zu 'gefüllt' mit einer gesunden Portion Lipovit, würde aber gern etwas mehr Abwechslung auf den Speiseplan bringen.

    Viele Grüße,
    Sabine

    Hallo Sabine,

    ja, das glaube ich auch, dass sich die gelb-rote Anglergesellschaft gut zusammen machen würden. :grinning_squinting_face:
    Ich füttere nur noch sehr selten Stinte, manchmal Futtergarnelen, um den Jagdtrieb wieder zu aktivieren.

    Meistens gebe ich aber den Beutelinhalt von preiswerten Frutti di Mare-Mischungen (200 g/ 2,99-3,99 €) aus der Tiefkühlabteilung. Oder auch einfach nur blanchierte Garnelen, die ich teilweise mit dem Messer etwas kleiner schnitzen muss, damit er sich nicht übernimmt. Der Beutel hält dann einige Wochen. Bei den Frutti di Mare schluckt mein Schnappi sowohl die Tintenfischringe, die Muscheln, Garnelen bis hin zum Mini-Octopus. Ich schaue mir vorher aber an, was auf der Packung deklariert ist. Die Fruttis sollten ungewürzt und ohne besondere Zubereitung sein. Manchmal steht noch Zitronensaft mit drauf. Der wird im Wasser sofort verdünnt. Dem Schnappi schmeckt es jedenfalls vorzüglich und ich habe immer eine abwechlungsreiche Kost.

    Mein Schnappi hat seine gelbe Farbe nicht verändert seit ich ihn habe. Wenn Du Astaxanthin ins Futter mischen möchtest (so wie das alle Koi-, Lachs- und teilw. Forellenzüchter machen), dann schau mal unter dem Link nach.

    http://cgi.ebay.de/Astaxanthin-re…0512118002r6748

    Zitat

    Original von C. Schuhmacher

    Es sind aber auch leider immer weniger Menschen bereit den Aufwand für Hälterung und
    Pflege bis zu einem weiteren Versand zu bezahlen.

    Hallo Dirk,

    Claude hat es auf den Punkt gebracht - leider wird häufig nur noch über den geringsten Preis verkauft - die Konditionierung und der Zustand der Tiere geraten immer mehr in den Hintergrund. Ich bin ein Anhänger der qualifizierten Quarantänenhaltung, in der die Fische wieder aufgepäppelt werden und potentielle Krankheiten und Unterernährung professionell bekämpft werden können. Der Direktverkauf aus der Kiste nach einer stressigen Transportkette birgt ungleich größere Risiken. Und natürlich ist solch ein Direkt-Import-Kisten-Fisch deutlich günstiger zu haben.

    Ein gut konditionierter Fisch, der einige Zeit ohne sichtbare Erkrankungen und mit der Gewöhnung an Ersatzfutter überlebt hat, bedeutet nach meiner Meinung ein wesentlch geringeres Risiko für den Endkunden. Aber natürlich liegen dann die Kosten für Anfangsverluste, evtl. Behandlungen, Futterkosten und längere Hälterung allein beim Händler. Und wenn der dann diese Kosten umlegt, wird er als zu teuer gemieden. Qualität hat wie überall auch hier seinen Preis. nur den möchten immer weniger Leute bezahlen.

    Hallo Dirk,

    leider kaufen die meisten Leute ihre Fische mit dem "Bauch" statt mit dem "Kopf". Völlig abgemagerte Tiere, die die Flossen klemmen und bei jeder Umstellung am Ende sind führen dann zu solchen Ergebnissen. Viele Wildfänge werden auf der Transportkette vom Fanggebiet über div. Zwischenhändler bis zum Aquarianer häufig nur unzureichend gefüttert oder auch gar nicht gefüttert bzw. verweigern die Tiere aufgrund der massiven Umstellung ihrer Lebensumstände die Nahrung. Solche äußerlich schon mageren Hungerkandidaten sollte man niemals mitnehmen. Oft ist der Wunsch, die Tiere zu besitzen übermächtig, dass hat wohl jeder schon erlebt. Und man redet sich dann ein, dass es trotz des schlechten Zustandes schon "gut" gehen wird - aber man tut sich und den Fischen damit keinen Gefallen. Also: Beim nächsten Hungerhaken oder Krankheitsanzeichen - niemals mitnehmen!

    Ich habe gerade in einem anderen Thread gelesen, das Du die Tiere wohl über den Versandhandel bekommen hast (online-shop). Da mußt Du Dich natürlich auf das Urteil und die Qualitätsphilosophie des jeweiligen Händlers verlassen und möglichst nur dort kaufen, wo ausreichend positive Erfahrungen vorliegen. Fischtransport über den Versandweg kann im Einzelfall immer mal aufgrund nicht vorhersehbarer Umstände Verluste bringen. Aber abgemagerte Tiere haben hier die schlechtesten Überlebenschancen.

    Hallo Claudia,

    auch wenn es ohne Foto ziemlich gewagt ist, würde ich deine Beschreibung als "normale" Wundheilung bezeichnen. Wenn es in die Tiefe gehen würde mit ständig größerem Radius, dann hätte der Fisch bald ein Problem. So hört es sich aber schon sehr optimistisch an. :thup

    Hallo AshenKeen,

    die Grammas sind leider in dieser Hinsicht etwas heikel. Sie bekommen relativ schnell Hautläsionen, die sich dann mit Bakterien und/oder Parasiten infizieren. Leider geht es meistens so aus, wie Thomas es beschrieben hat. Wenn der Fisch irgendwann so schwach ist, dass er leicht zu fangen ist, ist die Nekrose bereits so weit fortgeschritten, dass man nichts mehr machen kann. Im Anfangsstadium kann man manchmal mit gezielter Antibiotikagabe noch was erreichen (sofern es sich "nur" um Bakterien handelt), der dazu nötige Aufwand (Fisch fangen, Abstrich aus Wunde, evtl. Restistenz bestimmen lassen, Antibiotika über Tierarzt beschaffen) ist für den normalen Aquarianer aber meistens nicht durchführbar. Daher weiterhin abwechslungsreich füttern, Vitamine zuführen und hoffen, dass er es alleine schafft.

    Hallo Claudia,

    das klingt nach einer "normalen" Verletzung mit einer nachfolgenden Gewebeentzündung. Wenn der Fisch ansonsten kerngesund ist und gut frißt, würde ich hier auf die Selbstheilungekräfte setzen und erst einmal abwarten. Wie groß ist denn die Stelle ?

    Hallo Jens,

    danke für die Bilder. Es ist die von mir zuvor beschriebene Erkrankung, die in USA auch manchmal mit "bloody fins" oder in deutsch mit dem schönen Begriff "Unterblutung" beschrieben wird. Es gibt hier Vermutungen von Vitamin K-Mangel über bakterielle Infektionen bis hin zu entzündlichen Stoffwechselprozessen. Wie gesagt, in der Praxis konnte man die "yellow docs" mit reiner Fleischnahrung fast immer in diesen Zustand bringen. Sobald man abwechslungsreicher und mit dem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost fütterte, verschwanden diese Krankheitsbilder von selbst. Viele Halter der gelben Docs bemerken teilweise auch nur eine stärkere Orangeverfärbung der Haut oder sehen kleine rote Streifen unter der Haut im Gegenlicht, was dann evtl. eine leicht verlaufende Variante dieser Erkrankung ist.

    Hallo Jens,

    die Beschreibung kommt mir bekannt vor. Schau dir mal das Bild an - sieht dein Doc so ähnlich aus ?

    Im Forum hatten wir bereits wir ähnliche Fälle:
    Forenbeitrag 01:
    Forenbeitrag 02:

    Ursache für dieses Krankheitsbild können a) eine schlechte Wasserqualität sein und b) und das halte ich in den meisten Fällern für die wahre Ursache - falsche Ernährung, sprich, zuviel Frostfutter.

    Behandeln kann man diese roten Stellen nicht und es ist wahrscheinlich eine entzündliche Stoffwechselerkrankung. Wenn man den gelben Doc konsequent mit pflanzlicher Nahrung füttert, verschwinden die Symptome meistens innerhalb von 1-2 Wochen von selbst. Im Gemeinschaftsbecken daher vor der Verfütterung von Frostfutter zuerst immer viel Pflanzenflocken und Algen verfüttern, so dass die gelben Docs möglichst wenig Frostfutter noch aufnehmen. Vielleicht glückt Dir noch ein gutes Foto, dann kann man die Geschichte besser beurteilen.

    Hallo Benjamin,


    Seemandelblätter werden in der Tat vielfältig bei Süßwasserfischen zur Zucht, zur Herstellung naturnaher Wasserverhältnisse bei Schwarzwasserfischarten und zur Behandlung von leichten Krankheitsbildern verwendet.

    Der Effekt beruht auf der Abgabe von Taninnen und anderen Gerbstoffen, zudem wird das Wasser mit der Zeit angesäuert, d.h. der pH-Wert geht bei dem häufig eingesetzten Weichwasser für z.B. Amazonasfischarten langsam in Richtung "sauer" (pH 5-6). An Amazonas-Nebenflüssen im Schwarzwasserbereich habe ich schon Werte von pH 4,5-4,8 und eine Gesamthärte von <1°dGH bzw. eine Leitfähigkeit von 2-8 µS/cm gemessen. Daher muss man beim Einsatz dieser Blätter im Weichwasserbereich (Osmosewasser) mit sehr geringer Karbonathärte extrem vorsichtig sein, da der pH-Wert sonst leicht in einen für Fische tödlichen Bereich absinken kann (Säurekrankheit).

    Früher hat man Erlenzapfen bzw. ganz einfach Eichenblätter gesammelt und diese ins Wasser gegeben. Ähnliche Effekte bekam mit der Filterung über Schwarztof. Ich selbst habe viele Jahre im Großhandel den roten Neonsalmler (Paracheirodon axelrodi) so als Wildfang eingewöhnt. Wenn keine Blätter verfügbar waren, tat es aber auch ersatzweise eine Ansäuerung mit verdünnter Phosphorsäure.

    All diese Verwendungen sind aber für die Verhältnisse im Meerwasser wenig tauglich bis schädlich für die Wasserchemie bzw. werden von dem stark gepufferten Meerwasser einfach wegkompensiert. Daher hat sich der Einsatz der Seemandelblätter bisher hier wohl nicht etablieren können. Manche Seemandelblätter können auch gefährlich wirken. Wenn sie zu früh geerntet wurden, befinden sich noch fischschädliche Stoffe, ähnlich agressiv dem Teebaumöl, in den Blättern. Über das einigen und Trocknen in alten Telefonbüchern wird in Indien häufig auch viel schädliche Druckerschwärze in bzw. auf die Blätter gebracht.

    In Süßwasserforen werden den Blättern inzwischen leider oft viel zuviel gute Eigenschaften zugeschrieben- und der Beweis fehlt meistens. Das endet dann mit der pauschalen Behauptung, ein Blatt ins Aquarium und man ist alle Sorgen los. Wie gesagt, schon mein Großvater hat Pilzerkrankungen und Flossenfäule mit Eichenblättern bzw. selbstgebrauten Eichenextrakten behandelt. Heute sind die Seemandelblätter "in" und die alten Techniken werden mehr und mehr vergessen.

    Sehr informativer Link zum Thema Seemandelblätter

    englische Bezeichnung für Seemandelblätter: Terminalia Catappa Leaves

    Hallo Markus,

    diese Fleckenbildung wird bei ocellaris und anderen Clownfischen recht häufig beschrieben, ohne dass man bisher die genaue Ursache geklärt hat. Der Beitrag von "Rosendorn" zuvor hat für mich immer noch Gültigkeit in seinen Aussagen. Ich denke, es ist auch nicht eine Folge von zuviel UV-Strahlung, da die Fleckenbildung auch bei anderen Becken mit einer völlig anderen Lichtausstattung aufgetreten ist. Zuverlässige Gegenmittel sind bisher nicht beschrieben - daher kann man wohl nur abwarten, wie sich diese Pigmentierungen weiter entwickeln und ob sie irgendwann wieder verschwinden ?

    Hallo,

    es handelt sich bei dieser Geschichte immer um Phyllobates terribilis. Ich selbst habe auch jahrelang Dendrobatiden zu Hause gehalten, wusste aber, dass von Nachzuchten keine Gefahr mehr ausging, da ihnen das Toxin fehlt. Auf jeder Reptilienmesse bekommt man diese Story zu hören und ich habe sie lange Zeit nicht geglaubt. In Südamerika habe ich allerdings öfter Berichte über Hühner und Hunde gehört, die nach Kontakt mit Oberflächen, auf denen ein Phyllobates terribilis saß oder auch nur drüber gelaufen ist, danach starke Kreislaufprobleme bekommen haben oder sogar gestorben sein sollen. Teilweise findet man diese Angaben auch in der Literatur und in Berichten wieder. Ich habe das natürlich nie selbst ausprobiert und habe mich an die weniger giftigen Verwandten dieser tollen Froschfamilie gehalten.

    Wiki_Golden_Poison_Frog

    Zitat

    Chickens and dogs have died from contact with a paper towel on which a frog had walked.


    http://www.mundoandino.com/Colombia/Golden-Poison-Frog

    Toxic animals

    Zitat

    I can report developing mild local neurological symptoms after immersing my hand in sea water in which a large blue-ring had been shipped.

    Quelle: http://www.thecephalopodpage.org/bluering2.php

    Hallo zusammen,

    nun, wenn die Hand schon leichte neurologische Symptome nach dem Kontakt des Transportwassers zeigt, dann kann ein verendetes Tier hier bei Lebewesen mit ungleich geringerer Körpermasse als beim Menschen sicher verheerend wirken. Ich stimme da Jannes zu, dass man hier kein Risko eingehen sollte. Schließlich ist der Hund eines Pfeilgiftfroschbesitzers auch "überraschend" gestorben, nachdem er das Kleenex-Tuch ins Maul genommen hat, welches der Besitzer zum Reinigen der Scheiben des Terrariums verwendet hatte. :winking_face_with_tongue: Das sollte man nicht unbedingt nachmachen...

    Hallo Pedro,

    so wie sich der ocellaris verhält, kann man eine Schwimmblasenentzündung bzw. eine Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems vermuten. Leider kann man dafür keine Behandlungstips geben - da hier mit den üblichen Medikamenten nichts ausgerichtet wird. Man kann ihn eigentlich nur weiter beobachten und abwarten, ob sich das wieder gibt bzw. es sich verschlimmert. Sorry, mehr kann ich dazu im Moment nicht sagen.

    Vorbildlich, dass Du ein Foto und vor allem die Videos ins Forum gestellt hast !

    Hallo (Name ?),

    wie Benjamin bereits geschrieben hat, kann man gegen die Gasblasenkrankheit nur sehr wenig machen (bessere Durchlüftung, um Gasüberschüsse auszutreiben, sofern es sich hier tatsächlich um diese "Krankheit" handelt).

    Wenn sich im Brutbeutel immer wieder Luftblasen bilden, leidet das Seepferdchen an einer Infektion, die man nur über einen Abstrich beim spezialisierten Tierarzt feststellen kann. Es ist immer hilfreich, wenn man ein gutes Foto einstellt, auf dem man die Symptome erkennen kann.

    JBL-Online-Hospital-Gasblasenkrankheit

    Zitat

    Hallo, wenn Uwe recht hat (Luft im Beutel), dann liegt meistens eine Bekterielle Infektion vor, bei meinem Männchen war es damals Peritricha sp., bestimmt durch einen spezialisierten Tierarzt, leider war dem Tier trotz Antibiotikagabe nicht mehr zu helfen traurig Gruß Benjamin

    Hallo Benjamin,

    Peritricha ist ein Wimperntierchen (Protozoon), welches fakultativ parasitisch lebt und schwere Infektionen bei Seepferdchen verursachen kann. "Normale" Antibiotika sind meistens wirkungslos, da sie in ihrem Wirkungsspektrum nur gegen manche Bakterien wirken, aber nicht gegen Protozoen. Dafür muss man spezielle Mittel gegen diese Protozoen einsetzen.

    Hallo (Name zum Ansprechen wäre nicht schlecht),

    zur Frage 1 kann ich sagen, dass es im Forum bereits mehrere Fälle von Wirbelsäulenverkrümmungen bei Lippfischen gegeben hat. Auch die beschrieben S-Form ist mir bekannt. Der Fisch schwimmt wie gelähmt und diese Verkrümmung hält meistens längere Zeit an. In manchen Fällen hat sie sich abgeschwächt bzw. ist ganz verschwunden. In manchen Fällen musste der Fisch aber auch erlöst werden.

    Die Ursachen sind noch nicht ganz klar, die Symptome tauchen aber immer nur bei Lippfischen auf.

    Nun verstecken sich Lippfische häufig im Bodengrund und könnten sich irgendwo in der Einrichtung einklemmen und verletzen. In seltenen Fällen lag es an der Jagd mit dem Kescher, wo der Fisch in den Sand geflüchtet ist und dann an der Aquarienscheibe fixiert wurde und dadurch eine Wirbelsäulenschädigung erlitten hat. Da Du den Fisch aber gesund eingesetzt hast, scheidet der letzte Grund schon mal aus. Ich würde noch etwas abwarten, ob sich der Fisch wieder regeneriert.

    Hallo Paulie,

    der Weißkehldoc, wie alle anderen Acanthurus-Arten auch, sind etwas empfindliche Fische, die sehr schnell vom Transport oder Fang einen Schleimhautschaden davon tragen. Ich kenne natürlich die Aussagen, dass Weißkehldocs und andere schnell Pünktchen bekommen.

    Zitat

    Viele meinen ja, dass der Erreger irritans immer im Becken ist und nur die schwächsten Fische befallen werden. Aber diese Theorie ist ja eigentlich falsch, wie ich das verstehe und wie ich das teilweise wohl auch schon erfahren habe.

    Richtig, C. irritans, der Erreger der Pünktchenkrankheit ist nicht immer im Becken! Nur wenn er einen geeigneten Wirtsfisch infizieren kann, dann hält sich der Erreger im Becken. Er sitzt also nicht viele Wochen und Monate irgendwo im Sand oder auf Steinen und wartet darauf, dass wieder neue Fische zugesetzt werden, die dann plötzlich über Nacht weiße Pünktchen zeigen. Wenn das Becken vorher absolut frei war von dem Erreger, dann haben immer die neuen Fische den Erreger mitgebracht.

    In der Praxis erlebt man aber auch folgende Geschichte. Und an diesem Beispiel sieht man, wie komplex die Abläufe in einem Aquarium sein können und warum man manche Rätsel lösen muss, um das Geschehen zu verstehen. Ich habe die Geschichte deshalb auch etwas ausführlicher beschrieben, weil die Herkunft mancher Krankheiten eher einer "Detektivgeschichte" ähnelt:

    In einem Becken lebt eine Fischgesellschaft, die bereits seit einigen Monaten dort zusammenlebt und kein Anzeichen von Krankheiten zeigt. Ganz selten tauchen immer mal wieder sporadisch einige Pünktchen auf, aber merkwürdigerweise vermehren sie sich nicht und die Fische zeigen auch keine Symptome einer Krankheit. Der Besitzer des Beckens hat sich damit "arrangiert", kennt aber die eigentlichen biologischen Hintergründe nicht. Jetzt kommt noch hinzu, dass er noch nicht einmal eine UV-Anlage hat und trotzdem bleibt es bei vereinzelten Pünktchen, die keinen Schaden anrichten, aber auch nie ganz verschwinden. Dann tritt plötzlich eine Änderung in diesem "Gleichgewicht" ein. Er kauft neue Fische, setzt sie ein und jetzt ist er da! C. irrtans zeigt sich in Form von vielen neuen Pünktchen nur auf den neu zugesetzten Fischen! Die Fische sehen schlimm aus. Sie atmen heftig, sind apathisch, gehen nicht mehr ans Futter. Die Pünktchen werden immer mehr, einige Fische sterben - alle alten Fische zeigen nur vereinzelt Pünktchen, manche haben gar keine und vor allem, sie sind putzmunter! Der Aquarianer versteht die Welt nicht mehr. Schon wieder schlechte Fische gekauft! Das muss doch wohl am Händler liegen ?

    Was ist hier passiert? Nun, der alte Bestand wurde von einer bestehenden und latent im Becken vorhandenen C.irrtans-Infektion immer mal wieder infiziert. Aber der Erreger konnte sich nicht ausbreiten. Seine Vermehrungsrate lag am absolut unteren Level, so dass er gerade noch in dem Becken überleben konnte und nicht ganz ausgestorben ist. Alle Fische hatten nämlich die Infektion früher bereits durchgemacht und überlebt. Sie hatten gegen den Erreger einen hohen Antikörperspiegel im Blut gebildet und alle Neuinfektionen wurden erfolgreich von dem Immunsystem der Fische abgewehrt. Die sporadisch weiterhin über vereinzelte C.irritans erfolgten Attacken auf die Fische verhinderten den Abbau der wichtigen Antikörper und das Immunsystem wurde immer wieder neu trainiert. Die "alten" Fische waren dadurch sehr gut geschützt. Die neu hinzu gekauften Fische hatten diesen Schutz aber nicht. Jeder einzelne Erreger konnte sich hier erfolgreich ansiedeln und nach mehreren Vermehrungszyklen war ihre Anzahl so angestiegen, dass die neuen Fische massiv infiziert wurden und erkrankten.

    Natürlich sollte man jetzt nicht auf den Gedanken kommen, Krankheitserreger ständig in geringer Anzahl im Becken zu halten, damit die Fische ihr Immunsystem trainieren können. Es gibt viel zu viele Einflußgrößen, die eine deratige Situation schnell eskalieren lassen. Und nach ca. 6 Monaten ohne Infektion haben die meisten Fische bereits keinen Immunschutz mehr gegen C.irritans. Besser ist auf jeden Fall eine vorgeschaltete Quarantäne von 6-8 Wochen, um die Erreger erst gar nicht ins Becken zu bekommen.

    Hallo Janina,

    viele Fragen auf einmal !

    Zitat

    Ist es sinnvoll Medizinalfutter anzuwenden, obwohl in meinem Fall seit 4 Tagen keine Pünktchen mehr zu sehen sind oder sollte ich noch warten, ob das Immunsystem der Fische die nächsten Wochen damit klar kommt?


    Füttere es noch mal 4 Tage weiter, wenn dann keine Pünktchen mehr sichtbar sind, o.k. - absetzen.

    Zitat

    Gibt es häufig auftretende Nebenwirkungen? Können Schäden im Becken auftreten (nicht jede Futterflocke wird ja vertilgt)? Die Nebenwirkungen im Fachbericht beziehen sich m.E. auf Bäder.


    Die Wirkstoffemnge ist sehr gering und ich kenne bisher keine Schäden, die auf nicht gefressen Flocken zurück zu führen sind. Früher wurde kommerziell sehr hoch angereichertes Futter (mit Malachitgrün) prophylaktisch an Fische ständig, d.h. über mehrere Monate verfüttert. Dann haben sich u.U. Leberschäden bei den Fischen eingestellt. Keine Wirkung ohne Nebenwirkung - aber bei ein paar Tagen ist das Risiko sicher überschaubar.

    Zitat

    Sollte das Futter bei jeder Fütterung verabreicht werden? Wenn ja, in welcher Menge (Thema Überdosierung)? Wie lange sollte es verabreicht werden?

    Einmal am Tag reicht, wenn man keine Punkte mehr sieht. Bei einer akuten Infektion würde ich es aber ständig verfüttern - bis zu 14 Tage lang.

    Zitat

    Wenn es die Fische per Selbstimmunisierung schaffen, sind sie ja für ein paar Monate immun. Dann müsste es ja sinnvoll und möglich sein in eben dieser Periode weitere Fische einzusetzen, oder?

    Theoretisch ja, aber bitte bedenken, es sind bisher nur eine Handvoll Fischarten auf diesen Effekt hin untersucht. Und die Immunität war höchst unterschiedlich von 4,5,6 bis zu 12 Monaten. Ich würde ein Quarantäenbecken für neue Fische Bevorzugen, anstatt weiter auf Risiko zu setzen.

    Zitat

    Und rein interessehalber meine letzte Frage: Was genau bewirkt Knoblauchsaft? Was ist der Wirkstoff und wie wirkt dieser im Fisch?

    Nun, die Beantwortung könnte den ganzen Abend ausfülllen. Viele Aquarianer setzen Knoblauch gegen Ektoparasiten ein. Leider gibt es bis heute keinen wissenschaftlichen Beweis, das er tatsächlich gegen Hautparasiten wirksam ist, im Sinne von Erreger abtöten. Schaden wird er nicht - aber auf seine Wirkung gegen Parasiten würde ich mich auch nicht verlassen. Hier wird häufig von der Wirkung beim Menschen auf den Fisch geschlossen - das muss dann jeder selbst entscheiden. Auf den Fertigpräparaten steht häufig zu lesen, der Saft wirkt gegen Viren, Bakterien und u.a. auch gegen Protozoen - aber leider fehlt die Konzentrationsangabe. Bei einem Experiment hat man konzentrierten Saft auf eine Bakterienkultur gegeben und die Bakterien sind dann später abgestorben. Da wäre dann vergleichsweise so, als würde man zur Krankheitsbekämpfung die Fische in dem konzentrierten Knoblauchsaft baden. Einige Tropfen im Futter sind etwas völlig anderes als dieser beschriebene Nachweis. Ich halte mich wie immer an belegbare und reproduzierbare Experimente.

    Hallo Thomas,

    es kann sich hier um eine Verletzung bzw. Schleimhautschaden vom Kescherfang oder von einer unsanften Berührung mit der Einrichtung des Beckens handeln (z.B. nach einer Flucht). Ich würde jetzt mal aufmerksam die Atmung beobachten. Wenn die nicht auffällig schneller ist/wird und sich die Grundel völlig normal verhält, würde ich erst mal nicht von einer Krankheit ausgehen.

    Hallo Thorsten,

    leider gehört der Hersteller zu der Sorte, die keine Angaben über die Inhaltsstoffe öffentlich machen, zumindest kann man sie im Internet nicht recherchieren. Damit ist schwer zu sagen, welche Inhaltsstoffe in dem Mittel wirksam oder unwirksam sind? Ich persönlich habe damit noch nicht behandelt und keine eigenen Erfahrungen gemacht.

    Zitat

    Auch wenn ein Aquarianer der von der "Pest" betroffen ist, eine solch "akademische" Begeisterung eher weniger teilt.

    Hallo Lars,

    ich habe gerade einen Artikel über einen kleinen, aber gemeinen Einzeller mit dem schönen Namen Uronema marinum geschrieben. Ob Du´s glaubst oder nicht, die Recherchen dazu waren mindestens so spannend, wie einen guten Krimi zu lesen. Aber ich verstehe, dass sich die Begeisterung über diese Plagegeister in Grenzen hält. :grinning_squinting_face:

    Zitat

    Echt? :confused_face: Immunität gegen Exoparasiten?


    Hallo Lars,

    ich habe zwar beruflich viele Jahre eine Zierfisch-Importabteilung und ein Fischuntersuchungslabor geleitet, aber "nur" mit Erfahrungen, die man vielleicht 1-2 mal gemacht hat, wäre eine solche Aussage trotzdem nicht belegbar.
    Nein, ich verlasse mich ausschliesslich auf wissenschaftliche Publikationen, wo in Experimenten mit bewußt infizierten Fischen und nachfolgenden Infektionsversuchen solche Ergebnisse heraus kommen. Daher versuche ich auch immer in den Fachberichten (2 weitere erscheinen demnächst) möglichst die Quellen anzugeben. Man liest viel von Wundermitteln und Erfolgen, die dann aber leider bei näherer Prüfung nicht belegbar sind.

    Zum Thema zurück: Es gibt tatsächlich wissenschaftliche Berichte, die über den eindeutigen Nachweis einer erworbenen Immunität gegen Ektoparasiten berichten. Gegen Amyloodinium ocellatum sind Fische, die die Infektion durchgemacht haben, sogar lebenslang immun. Bei unserem Freund "Cryptocaryon irrtans" hält der Immunschutz leider nur einige Monate an. Das liest sich dann in der verblüffenden Aussage von hilfesuchenden Aquarianern so:"... nur der neue Fisch hat Pünktchen, alle anderen nicht !" - so ein Rätsel muss man erst einmal knacken.

    Es gibt auch schon Ansätze in Aquakulturen, Fische gegen Ektoparasiten per Schutzimpfung zu schützen. Das funktioniert aber bisher nur bei Viruserkrankungen (z.B. bei Forellen).

    Hier ein paar Quelltexte, die sich mit dem Thema befassen:

    Woo, Patrick T. K., 2004. Protective immune response of fish to parasitic flagellates
    Axelrod Institute of Ichthyology, and Department of Zoology, University of Guelph, Guelph,
    Ontario, Canada N1G 2W1

    Cobb, Charles S., Levy, Michael G. and Noga, Edward J. 1998.
    Journal of Aquatic Animal Health Article: pp. 259–263 Development of Immunity by the
    Tomato Clownfish Amphiprion frenatus to the Dinoflagellate Parasite Amyloodinium
    ocellatum

    Hallo Paulie,

    deine "Feile" macht es nicht leicht, Pünktchen sicher zu erkennen, da er von Natur bereits so viele kleine Borsten und Stacheln auf der Haut hat, die einem Pünktchen manchmal ähneln. Das diffuse "Etwas" oben am Ende der Rückenflosse würde ich für eine mechanische Verletzung halten, die unkritisch ist. So direkt am Ende einer Flosse das einzige Pünktchen im Aquarium zu sein, ist schon etwas unwahrscheinlich. Da Du den Erreger aber lange Zeit im Becken hattest, bitte weiter beobachten, erst wenn weitere Pünktchen auftauchen, musst Du was unternehmen.

    Hallo Janina,

    ja, Du kannst das Mittel verwenden - es enthält insgesamt die richtigen Chemikalien für die Medizinalfutterzubereitung und ich werde es wohl in eine der nächsten Versionen der Fachberichte gegen Ektoparasiten mit aufnehmen. Damit Du einen ungefähren Eindruck hast, was Du da später an die Fische verfütterst und wogegen die Mittel wirksam sind, habe ich die Mittel mal der Reihe nach kommentiert:

    pro 1 ml:
    2,5 mg Methylthioniniumchlorid - ist sicher bekannter unter dem Namen Methylenblau - ein sehr bekanntes Mittel gegen Parasiten und Bakterien, darf auch verfüttert werden, färbt stark.

    1 mg Malachitgrün - wirkt gegen Ektoparasiten

    0,5 mg Methylrosaniliniumchlorid - ist auch unter den Namen Methylviolett bekannt und hat ähnliche Eigenschaften wie das Methylenblau.

    0,3 mg Acriflaviniummonochlorid - das wurde früher Kindern als auch Erwachsene bei schmerzhaften Mundschleimhautentzündungen verordnet - wirkt gegen Bakterien.

    Zitat

    Hoffe ich bekomme die Lösungen in der Apotheke.

    Hallo Janina,

    nimm besser handelsübliche Fertigarzeneimittellösungen gegen Pünktchen wie JBL Punktol bzw. Sera Costapur oder Tetra ContraIck. Reines Malachitgrünoxalat wird an Privatleute nicht abgegeben und zudem altert die Lösung in Wasser sehr schnell und wird unbrauchbar.

    Hallo Janina,

    C. irritans im Quarantänebecken zu behandeln macht nur dann Sinn, wenn man einzelne, sehr stark infizierte Fische (d.h. sehr viele Pünktchen) retten möchte. Dort kann man, im Gegensatz zum normalen Korallenbecken" auch sehr viel effektiver gegen den Erreger vorgehen.

    Aber zurück zu deiner Frage, wie werde ich den Erreger jetzt in meinem mit Korallen und Wirbellosen besetzten Becken wieder los ? Wenn Du den Fachbericht über C.irritans hier im Fischkrankheitenboard gelesen hast, dann kennst Du jetzt auch den Entwicklungszyklus des Parasiten (Pkt. 5 Entwicklungszyklus von Cryptocaryon irritans). Und dort kannst Du ansetzen. Bekämpfen kannst Du immer nur die Schwärmerphasen des Erregers und das wichtigste Hilfsmittel dafür ist eine ausreichend dimensionierte UV-Anlage, die jetzt permanent über die nächsten 8 Wochen mitlaufen muss. Damit fängst Du viele der entstehenden Parasiten ab.

    Du wirst auch feststellen, dass die Fische unterschiedlich befallen werden, manchmal sieht man kaum bzw. gar keine Punkte mehr und hofft, die Krankheit wäre bereits überwunden, dann wieder gibt es scheinbare Rückschläge und sie haben sich wieder deutlich vermehrt. Anhand der Anzahl der Pünktchen kannst Du ungefähr die Befallsrate ermitteln und sehen, ob deine Bekämpfungsmassnahmen greifen.

    Da Du im Schaubecken keine Chemikalien anwenden darfst, kommt jetzt die zweite Behandlungsmethode, die Du anwenden solltest. Die Verfütterung von angereicherten Flocken- bzw. Frostfutter. Die genaue Anleitung gibt es hier ebenfalls im Fischkrankheitenboard "Eigenherstellung von Medizinalfutter".

    Wenn Du beide Methoden anwendest, sollten die nachkommenden Erreger immer mehr "ausgedünnt" werden und nach und nach verschwinden. Absolut sicher kannst Du aber erst sein, wenn über 6-8 Wochen kein einziger Punkt mehr sichtbar war. Übrigens haben die Fische, die eine Infektion mit C.irritans durchgemacht haben, vorläufig eine gewisse Immuntät gegen den Erreger, die aber leider nur einige Monate (6-12) anhält. Daher kommt oft die Bemerkung von Aquarianern, dass nur die neu gekauften Fische Pünktchen zeigen, alle anderen nicht.

    Bzgl. Mindestanforderungen für ein Quarantänebecken bereite ich gerade einen neuen Fachbericht vor, den ich demnächst ins Forum stelle.

    Hallo Jörg,

    d.h. , Du hast die neu zugesetzten Fische erst tot aufgefunden und nicht irgendwo vorher mit wahrnehmbaren Problemen angetroffen ?

    Tut mir leid, aber das klingt weder nach Vergiftung, auch nicht nach einem Opfer der bisherigen Bewohner (Docs) und auch nicht nach irgendeiner mir bekannten Krankheit. Irgendwo fehlt uns hier noch ein Puzzlestein, um das Rätsel zu lösen... :frowning_face:

    Zitat

    Würde es denn Sinn machen, eine kleine Anlage für den Dauerbetrieb anzuschaffen und die große (mit neuer Lampe) nur in Reserve zu haben?


    Hallo Christiane,

    natürlich kannst Du für den Dauerbetrieb einen an das Aquarienvolumen angepassten UV-Brenner verwenden, um ggfs. Strom zu sparen. Wie Peter geschrieben hat, macht ein ständig mitlaufender UV-Brenner durchaus auch dann noch einen Sinn, wenn man keine Krankheitserreger bekämpfen muss. Joe hat die Lebensdauer des UV-Brenners angesprochen. Hier solltest Du mal die Angaben des Herstellers prüfen, bei Dauereinsatz verlieren die meisten UV-Brenner nach ca. 6 Monaten bereits 50% ihrer Leistung und nach spätestens einem Jahr sollten sie endgültig ausgetauscht werrden. Der 36-W-Brenner ist weiterhin gut geeignet, um beim Auftreten von Krankheitserregern dazu gescvhaltzet zu werden, um hier mehr Effizienz zu erreichen.

    Wenn Du über 6 Wochen keinen einzigen Punkt mehr gesichtet hast, dann kannst Du dir relativ sicher sein, dass die Krankheit in dem Becken inzwischen ausgerottet ist. Der Errger benötigt immer einen Fisch, um zu überleben und zumindest vereinzelt würde man dann von Zeit zu Zeit Pünktchen wahrnehmen. Wenn Du nicht vor hast, in nächster Zeit wieder Fische dazu zu setzen, kann dann auch von außen nichts dazu kommen. Im Forum wirst Du auch immer höchst unterschiedliche Meinungen zu UV hören, viele haben noch nie UV verwendet und haben auch keine Krankheiten in dem Ausmaß erlebt. Es ist immer eine Frage, wie viel Sicherheit leistet man sich oder auch nicht ? Der nächste Zukauf kann alles verändern...

    Hallo (ein Name zum Ansprechen wäre nicht schlecht :)),

    leider kann man aus deinen Angaben nicht viel ableiten.

    Welche Fische hast Du dazu gesetzt ? So wie es formulierst, sind bereits mehrfach Fische nach dem Einsetzen innerhalb von 3 Tagen verstorben ? Was war in der Zwischenzeit (Verhalten, Auffälligkeiten, Angriffe ?)
    Was lebt sonst noch im Becken ?
    Wie lange schwimmen die beiden Docs bereits allein im Becken ?
    Kannst Du evtl. mal ein Bild vom Becken einstellen ?
    Wie hast Du die Neuankömmlinge eingewöhnt ?

    Zitat

    Falls es "Ektoparasiten" sind - Gibt es weitere Anzeichen hierfür auf die ich achten sollte ?

    Hallo Janina,

    achte vor allem auf die Atmung - sie sollte nicht mit erhöhter Frequenz verlaufen. Die meisten Ektoparasiten sitzen zunächst auf den Kiemen, bevor sie sich ausbreiten. Pünktchen und graue, verdickte Schleimhautflächen wären die nächsten Anhaltspunkte - aber dann würden sich die betroffenen Fische bereits ständig an Gegenständen scheuern und zeigten noch mehr Symptome. Ich hoffe, es bleibt bei einem sich in Abheilung befindlichen Flossenschaden. :smiling_face:

    Hallo Janina,

    auf dem Foto kann ich erkennen, dass die Grundel am Beginn der Schwanzflosse eine Verletzung hat. Das weiße "Ding" dort kann beschädigtes Gewebe sein, es kann sich aber auch um einen entstehenden Pilzbefall handeln, das kann man so nicht erkennen. Wie lange hast du die beiden Grundeln schon im Becken und wann sind die letzten Bewohner dazu gekoimmen ? Meistens handelt es sich bei derartigen Verletzungen um mechanische Verletzungen des Gewebes (Bisswunden oder Verletzung an scharfen Steinen). dann heilt das gut allein wieder aus. Wenn der Fisch sonst gut frißt und sich normal verhält, besteht kein Grund zur Sorge.

    Zitat

    Weiterhin scheint es, dass der Fisch ständig mit dem gesamten Körper über den Boden scheuert.

    Dieser Satz gefällt mir allerdings nicht. Das solltest Du weiter beobachten. Die kleine Verletzung ist normalerweise kein Grund, sich am Boden zu scheuern. Das könnte auch noch auf irgendwelche Ektoparasiten hindeuten, muss aber nicht sein. Also beobachten und bitte weiter berichten, was passiert.

    Hallo Wolfgang,

    die Grundel wird versuchen, die Borsten an allen möglichen Gegenständen abzustreifen und mit der Zeit wird sie alle nach und nach verlieren. Selten gibt es dabei Komplikationen bzw. Folgeinfektionen. Alle Vorschreiber haben da bereits aus der Erfahrung mit derartigen Vorfällen die Geschichte richtig relativiert. Ganz falsch wäre es, die Grundel heraus zu fangen und eine "Entborstung" durchzuführen. Dabei wird der Fisch nur zusätzlich gestresst und wird sich erheblich gegen die Prozedur wehren, was evtl. weitere Verletzungen nach sich zieht. Wie Peter schreibt, wenn keine Augen mit direkten tiefsitzenden "Pfeilspitzen" betroffen sind, besteht zwar ein ziemliches Unbehagen bei dem Anblick des Fotos (wie ein Löwe, der sich mit einem Stachelschwein angelegt hat), aber die Grundel wird es überleben und hoffentlich bald wieder los sein.

    Nebenbei bemerkt: tolles Fotos !

    Hallo Melanie,

    das "Flocken-Medinzinalfutter" ist sicher geschmacklich nicht der Hit. Aber damit kann man mehr Wirkstoff in den Fisch reinbekommen. Beim Frostfutter kommt sicher weniger an, aber wenn er nur ein bißchen davon verschluckt, reicht das schon aus. Alle 2 Tage über einen Zeitraum von ca. 14 Tagen wiederholen.

    Bei den Würmern (Haut- und Kiemenwürmer) gibt es lebendgebärende und eierlegende Arten. Daher musst Du das Mittel als Kurzbad mindestens 2 mal im Abstand von 7 Tagen anwenden, besser dann noch ein drittes Mal, um auch alle neuen Würmer zu erwischen.