Beiträge von Burkhard Ramsch

    Hallo zusammen,

    wie alle Pflanzen verwerten Algen nur die Blau- und Rotanteile - eine Rot-Blau-Beleuchtung ist also o.k.. Kommt noch Grün dazu wird das Licht zwar weiß, aber die Algen können den Grünanteil nicht verwerten. Eine Blau-Rot-Beleuchtung auf LED-Basis ist somit die effektivste Lichtquelle.

    LG Burkhard

    Nee, man kann nur so viel aus dem Wasser nehmen, wie entfernbar ist.

    Das ist allgemeine Voraussetzung, dass abschäumbare Substanzen vorhanden sind - sonst läuft die ganze Adsorptionsgeschichte natürlich nicht. Ein Vliesfilter nimmt auch nichts heraus, wenn nichts da ist. Hans-Werner, das war jetzt ein wenig kleinlich von Dir ausgelegt.
    Ansonsten steht der Grundsatz, dass eine doppelte Fläche potentiell das Doppelte pro Zeiteinheit herausnehmen kann.

    LG Burkhard

    Ich will die Wahrheit.

    Andre,

    die will hier fast jeder. Doch wir werden sie nicht bekommen - sie ist nämlich meist Definitionssache und getrübt durch unsere Sinne. Nur Produkte einzusetzen, die vollständig entschlüsselt sind, ist vielleicht ein Ziel. Es ist aber nicht erreichbar. Konsequenterweise darfst Du dann gar keine Meerwasseraquaristik betreiben:
    Aktivkohlefilter: es ist nahezu unbekannt, welche aquaristisch relevanten Stoffe mit welcher Priorität adsorbiert werden - bis auf wenige Modellstoffe, mit denen versucht wird, eine Charakterisierung durchzuführen. (bei Abschäumern ist dieser Modellstoff bis jetzt BSA, auch wenn er überhaupt nicht im Aquarium vorkommt)
    Beleuchtung: welche Blauverschiebung ist für welches Tier die genau richtige? Nur Grundwissen ist bekannt.
    Strömung: welches Strömungsmuster, welche Strömungsstärke ist für jedes Tier optimal? Nur grobe Vorstellungen sind bekannt. Welches Plankton wird durch Pumpen zerschreddert, welches nicht? Fast nichts bekannt. Haben wir überhaupt Plankton in unserem Aquarien? Ich fürchte nicht nennenswert.

    Das kann ich beliebig fortsetzen bis hin zum eingesetzten Rohwasser (Trinkwasser). Wird der und der Stoff wirklich mit einer Umkehrosmoseanlage herausgeholt? Ist das überhaupt sinnvoll? Nur mal für den Eindruck: es dürfen ca. 2000 unterschiedliche Stoffe von den Wasserwerken in das Trinkwasser gemischt werden - sollen die alle getestet werden?
    Das Funktionieren eines Aquariums - und da gibt es schon wieder unbegrenzte Vorstellungen darüber, was ein funktionierendes Aquarium ist - wird beeinflusst von einer nahezu unendlichen Anzahl von Faktoren, die sich alle mehr oder weniger gegenseitig beeinflussen. Es ist ein Wunder, dass Meerwasseraquaristik überhaupt funktioniert, dass es möglich ist, Tiere zum Wachsen und Vermehren zu bekommen. Noch in den 1980er Jahren gab es anerkannte Wissenschaftler, die Korallenwachstum in Aquarien für unmöglich hielten - Hobbyaquarianer haben der Wissenschaft das Gegenteil gezeigt, ohne genau zu wissen wieso es funktioniert.

    Eine lebhafte Diskussion ist immer wichtig, um in der Sache weiterzukommen. Wir kommen aber nicht weiter, wenn sich an einer Studie festgebissen wird und die Ergebnisse gebetsmühlenartig falsch interpretiert werden.
    Man muss sich an vielen unterschiedlichen Stellen informieren, z.B. auch auf dem 18. Meerwassersymposium in Lünen, das nächsten Monat stattfindet - es sind noch Plätze frei: https://www.meerwassersymposium.de

    LG Burkhard

    Warnung an alle Anfänger-Aquarianer,

    die Theorien werden immer wilder und das ohne grundsätzliches Wissen und man könnte meinen, dass es vollkommen egal ist, welcher Abschäumer in der welcher Größe mit welcher Leistung verwendet wird. Hier meine Zusammenfassung der wissenschaftlichen Grundsätze in Bezug auf Abschäumer:

    1. Die Wirkung von Abschäumern (die Effekte auf den Gashaushalt eines Aquarium einmal ausgenommen) beruht auf dem Prinzip der Adsorption, d.h. Stoffe können sich an Oberflächen mehr oder weniger gut anlagern und zusammen mit der Oberfläche aus dem Wasser genommen werden. Im Falle eines Abschäumers ist die Oberfläche die Gesamtmenge an Luftblasen.
    2. Je mehr Oberfläche zur Verfügung steht, desto mehr an Stoffen kann aus dem Wasser genommen werden. Die Luftleistung in Liter pro Stunde ist demnach eine Faktor, der die Leistung eines Abschäumers bestimmt.
    3. Je mehr Wasser an der Oberfläche der Luftblasen vorbeiströmt, desto mehr an Stoffen kann aus dem Wasser genommen werden. Die Wasserleistung ist demnach eine Faktor, der die Leistung eines Abschäumers bestimmt.
    4. Adsorptionsprozess sind aufgrund physikalischer Gesetzmäßigkeiten sehr langsam. Die Aufenthaltszeit des Wassers im Abschäumer ist demnach eine Faktor, der die Leistung eines Abschäumers bestimmt.
    5. Substanzen, die nicht amphoter sind (sie haben einen wasserliebenden Teil und einen nicht-wasserliebenden Teil - wie z.B. Spülmittel), können nicht durch Adsorption aus dem Wasser entfernt werden. Sie können aber teilweise durch Ozon oder andere Mittel in ihrer Struktur verändert werden, so dass sie amphoter werden und somit abschäumbar sind. Ozon (oder eine andere elektrische Aufladung) erhöht die Menge an Stoffe, die abgeschäumt werden.
    Es ist nicht möglich zwischen "guten" und "schlechten" Substanzen zu unterscheiden.
    Ebenfalls können Substanzen, die nicht abschäumbar sind, mit aus dem System gerissen werden (Co-Abschäumung). Aber das in ein komplettes neues Thema.

    Neben vielen "Kleinigkeiten" sind das die Grundsätze der Abschäumergrundlage. Dass in einer Studie ähnlich große Abschäumer auch ähnliche (nicht gleiche!) Leistungen aufweisen, ist zunächst erst einmal erfreulich: wenn ich einen Abschäumer kaufe, wird er auch mehr oder weniger gut abschäumen. Daraus zu schließen, das es grundsätzlich keine unterschiedlichen Leistungen (siehe Punkt 1 bis 5) gibt, ist grob fahrlässig. Ein Aquarium, dass mehr belastetet wird (mehr Fütterung und/oder größeres Volumen), bei dem sollte auch die Filtertechnik der Mehrbelastung gerecht werden. Wie das gemacht wird, ist zunächst völlig egal: Abschäumer, Aktivkohle, Zeolith, andere Adsorber, Feinfiltration, Wasserwechsel. Die Belastung sollte aber nicht nur umgewandelt (entgiftet) werden, sondern auch aus dem System genommen werden, um den Trophiegrad (vereinfacht gesprochen wieviel Müll im System ist) nicht ins Unermessliche ansteigen zu lassen; das kann mit Abschäumern, Feinfiltration und Wasserwechsel inkl. Bodenabsaugung gemacht werden.

    Ein Abschäumer ist nicht ein absolutes Muss, jedoch eine elegante Technik, den organischen Gehalt aus dem System zu entfernen und das einzige System, bei dem man sofort ohne Hilfsmittel erkennt, ob eine organische Belastung vorhanden ist und ob sie gerade entfernt wird (das kann kein anderes Adsorptionssystem: Aktivkohle, Zeolith müssen blind betrieben werden, Phosphatadsorber können zumindest noch durch regelmäßige Phosphatmessungen gesteuert werden). Wenn vor der nächsten Fütterung der Abschäumer nicht aufgehört hat abzuschäumen, ist die Belastung zu hoch oder der Abschäumer zu klein.

    LG Burkhard

    gehören also gerade zu den Antreibern der Abschäumung.

    fragt sich nur durch sich selbst (Bakterien) oder durch ihre Produkte. Ich weiß es wirklich nicht.
    Gecrackte / oxidierte Bakterien sind sehr gut abschäumbar. Das Foto zeigt einen Abschäumer bei 700 mV (Ozon), der das Ablaufwasser einer 3 m3/h Denitrifikation auf Ethanolbasis behandelt. Nach der Abschäumerstufe waren keine Bakterien nachweisbar.

    Mit dem "gut" und "böse" warst nicht Du gemeint :loudly_crying_face:


    LG Burkhard

    dass Bakterien praktisch nie ausdrücklich erwähnt

    Es gibt sogar Hersteller, die damit werben.

    http://aquacare.de/download/propekt/p-acf_1DE.pdf

    Der Bakterienentfernungstest ist tatsächlich relativ einfach durchzuführen. Bei der Standardisierung wird es dann wieder kompliziert, weil meines Wissens Bakterien durch Co-Abschäumung entfernt werden, also haben die anderen Substanzen wieder einen Einfluss auf das Abschäumverhalten von Bakterien. Und es wird wieder sofort ein Einwand kommen "werden die guten oder die bösen Bakterien gleich abgeschäumt?".

    LG Burkhard

    Ähnlich mit dem Durchfluss, oder Höhe, ja auch Raum der Reaktionskammer.
    Sogar Holzabschäumer…

    Andre, ist Dir vielleicht aufgefallen, dass alle untersuchten Abschäumer ähnlich groß waren (Volumen, Durchfluss)?

    Gibt es für Dich einen Unterschied zwischen 0,17± 0,03 und 2,3 ± 0,8?


    Bitte nur auf diese beiden Fragen antworten und nicht den ganzen Kram wiederholen.


    LG Burkhard

    hier muss man die Hunde zur Jagd tragen

    Hallo Hans-Werner,

    die Effekte von Abschäumer (O2, TAN, Partikel, Bakterien, NO3, NO2) sind hinlänglich bekannt. Doch danke für die links. Nur beim Inhalt des Abschäumertopfes sind nur ganz grobe Aussagen machbar und das wird wahrscheinlich auch so bleiben. Da gibt es wirklich wenig zum Lesen.

    LG Burkhard

    Hi Laurens,

    zu hell kann es eigentlich nicht sein (nur am Anfang einer Kultur, wenn sie sehr dünn ist; Deine ist ja schon richtig grün).
    Ich kann das Spektrum der LED-Beleuchtung nicht einschätzen (habe ich keine Erfahrung); deshalb der Vorschlag mit natürlichem Sonnenlicht.
    Abluft kann nur gefiltert werden, wenn eine sogeannte Waschflasche dazwischen ist.

    Abluft aus der Algenröhre rechts hinein (das Rohr in der Flasche muss kürzer sein; links kann dann ein Abluftfilter eingebaut werden. In der Flasche kondensiert die feuchte Abluft aus der Algenröhre und der Abluftfilter kann nicht mehr nass werden.

    LG Burkhard

    möglich ist alles. Tageslichtspektrum hat sich bei Algen eigentlich bewährt. Du kannst die Kultur auch einfach mal an ein sonniges Festerplätzchen stellen, ob es dann besser wird. (Ich gehe davon, dass Du von Deiner Beleuchtung keine Daten (PAR) oder eine Spektrum hast.)

    LG Burkhard

    Taugt der Filter überhaupt?

    Injektionsfilter sind hydrophil, weil Wasser durch muss. Du brauchst einen hydrophoben Filter.

    So aus der Ferne ist es schwer zu sagen, was nicht stimmt. Nimm bitte eine Probe (Temperatur sofort messen), lasse sie sich absetzen und mess den Überstand: pH, NO3, PO4, Salzgehalt. Vielleicht kommen wir da weiter.

    LG Burkhard

    Hajo,
    ich bin zwar nicht Klaus, aber ich gebe meinen Senf auch dazu. Weitere Punkte wären:
    ideal vermischter Reaktor oder Pfropfenstromreaktor; Aufenthaltszeit der Blase im Wasserkörper; ganz wichtig: Turbulenzen im Abschäumer; Strömungsmuster der Blasen-Cluster; Ladungszustand; Schaum-inhibierende Substanzen; und bestimmt noch viele Dinge, die wir noch gar nicht kennen.
    Wie gesagt: hochkomplexes Thema

    LG Burkhard

    Um diese Theorien zu unterstützen wäre es nützlich die Veröffentlichungs Links zu haben.
    Ansonsten ist das alles wieder ein stochern im Nebel.

    Andre,
    1. ich habe sie nicht in digitaler Form und ich werden nicht 100te von Seiten einscannen, (manchmal muss ich sogar arbeiten)
    2. Du würdest sie nicht verstehen, da Dir die Grundlagen fehlen. Deshalb: lese erst einmal Grundlegendes über die Adsorption: Adsorptionsgeschwindigkeiten, Adsorptionskapazität, Adsorptionsisotherme u.v.a.

    LG Burkhard

    Selbstverständlich habe ich mehr Infos: Diplomarbeiten, Doktorarbeiten, Masterarbeiten, interne Untersuchungen - aber alles nicht in digitaler Form. Selbst im Sander-Buch stehen einige Dinge über Abschäumer, die Dir weiterhelfen könnten.
    Aber wie gesagt: bitte erst die Grundlagen der Adsorptionstheorie verinnerlichen. Sonst ist jede Diskussion müßig.

    LG Burkhard

    Du kannst ja voraus gehen und die Messergebnisse anerkennen

    Andre,
    die Ergebnisse ja, aber nicht Deine Interpretation (und teilweise auch nicht die der Autoren).
    Solange Du nicht allgemeine gültige Gesetzmäßigkeiten der Adsorption verinnerlichst, hat das keinen Zweck:
    - die Adsorptionsleistung ist proportional zur Oberfläche des Adsorbens (Luftblasen)
    - die Adsorptionsleistung ist proportional zum Durchfluß
    - die Adsorptionsleistung ist proportional zur Aufenthaltszeit
    um nur die wichigsten zu nennen. Und nein, diese allgemeinen Gesetzmäßigkeiten werden ich nicht beweisen (auch nicht für Aktivkohle, auch nicht für Phosphatadsorber, auch nicht für Zeolith); das haben viel schon vor mir gemacht. Auch die Mathematik in Feldman et al. basiert auf diesen Grundsätzen.

    LG Burkhard

    Das erstaunt mich jetzt doch. In jedem anderen Bereich würden interessierte Hersteller sofort zur "Gegenuntersuchung" blasen, unabhängig davon, ob man die dann glauben oder zerfleddern kann oder nicht. Haben sie das im Falle der Aquaristik nicht nötig, weil offensichtlich die Kundschaft so blöd gutgläubig ist, dass sie schaumigen Werbeversprechen mehr glaubt als Untersuchungsergebnissen?

    Hallo Wolfgang,

    wie Du an den ewig zitierten Untersuchungen von Feldman gesehen hast, ist der Aufwand, Abschäumer zu charakterisieren, extrem groß und der Nutzen war gering. In der 1. (BSA-Messungen an einem künstlichen System) kam heraus, dass kein Unterschiede festzustellen waren (dass das einige Leute als Beweis dafür ansehen, dass es keine Unterschiede gibt ist eigenartig), weil die Methode zu ungenau und keine statistische Sicherheit geben konnte. Im 2. Test haben die Abschäumer unterschiedliches Abschäumverhalten gezeigt (bei der Geschwindigkeit Faktor 4,4, bei der Entfernung Faktor 1,9), wobei Geschwindigkeit und Entfernung voneinander unabhängig waren. Bei der Flotatanalyse wurde ein hoher organischer Anteil nachgewiesen, ebenfalls ein hoher P-Austrag. Welcher nun der beste Abschäumer von den getesten war, kann objektiv nicht bewertet werden, weil nicht geklärt werden kann, ob Geschwindigkeit oder Ansprechgrenze/Entfernung der ausschlaggebende Faktor ist. Diese Autoren haben sich für die Geschwindigkeit entschieden. Solange es keine allgemeingültige Untersuchungsmethode für Abschäumer gibt (z.B. DIN-Vorschrift), ist jede Untersuchung angreifbar. Unsere Branche ist so unbedeutend, dass es wohl nie eine DIN geben wird. - Der Aufwand der Feldman-Untersuchungen war schon als recht hoch anzusehen. Und ich bezweifle, dass ein Abschäumerhersteller diesen hohen Aufwand für wenig Ergebnis durchführen wird. Wir werden es definitiv nicht machen.

    LG Burkhard

    Aha,
    die Einheiten sind anders: einmal µg/l und einmal mg/l - Phosphat ist doch stimmig.

    Nitrat sollte auf jeden Fall mit einem Tropfentest auf die schnelle überprüft werden - wenn die Größenordnung gleich ist, dann ist zu viel Nitrat im Wasser.

    LG Burkhard

    Hallo zusammen,

    ich diskutiere gern und mir als Hersteller ist schon bewußt, dass beim Thema Abschäumung extrem große Lücken vorhanden sind und dass die Materie mehr als extrem komplex ist. Demnach müsste die Flotation als experimentelle Technik verkauft werden (die PR-Menschen werden gerade blass).
    Ich weigere mich aber bei Argumenten wie "es gibt keine Unterschiede in der Größe" u.ä. weiter zu diskutieren.

    Es ist allen klar, dass ein auf Adsorption fußendes System nicht selektiv nach "gut" und "böse" unterscheidet. Eine vollständige Liste welche Stoffe in welchem Maß entfernt werden, wäre toll. Wir wissen nur, dass amphotere Substanzen entfernt werden und unter gewissen Umständen auch nicht-amphotere (Co-Abschäumung). Wie sollte das den potentiellen Kunden verkauft werden? "Unser Abschäumer entfernt einen Teil der amphoteren Substanzen und manchmal auch weitere Stoffe". Einiges an PR ist wirklich übertrieben, Auswüchse gibt es nun einmal in jeder Branche.

    Ein Produkte kann durchaus anhand einer Modellsubstanz getestet werden. So wird z.B. Aktivkohle mit der sogenannten Iodzahl charakterisiert und jedem ist bewußt, dass Iod eigentlich nicht aus dem Meerwasser entfernt werden soll (von einem Überdosierunfall einmal abgesehen). Bei Abschäumern sehe ich BSA wirklich nicht als schlechte oder gar unbrauchbare Substanz, weil seine Abschäumeigenschaften die von Aquarienwasser recht nahe kommt.

    Ein Produkt, ausschließlich anhand eines technischen Parameters zu beurteilen, ist sowohl in der Studie als auch von heißen Befürwortern dieser Thesen, nur ein ganz kleiner Teil der Wahrheit. Ein vollständiges Bild der technischen Leistung bei Abschäumer anzugeben ist in meinen Augen in den nächsten Jahrzehnten als unrealistisch anzusehen - wenn nicht jemand eine ganz clevere Idee hat. Vollkommen vernachlässigt werden andere Produkteigenschaften: wie Verarbeitung (einige Fernostprodukte zerfallen bereits in der Transportbox zu Einzelteilen), After-Sale-Service, Bereithaltung von Ersatzteilen und noch vieles mehr. Das kostet alles Geld und muss mit in die Preisfindung eines Produktes einbezogen werden.

    LG Burkhard

    "Lieber Kunde,

    wir haben ein Gerät entwickelt, dessen Name ein wenig klobig wirkt: luftblasenbasiertes Gerät zur Entfernung einiger Stoffe aus dem Wasser mit hervorragender Stabilisierung des Gashaushaltes. So genau wissen wir nicht, was es entfernt. Dass dabei auch für die Tiere wichtige Stoffe dabei sind, ist selbstverständlich und wird von uns bewußt in Kauf genommen. Wir haben uns bei der Konstruktion für das Schwebeverfahren entschieden, weil es einfach irgendwie gut klingt.

    Einige Aquarien brauchen es definitiv nicht. Bei allen anderen Aquarien ist es egal, welche Größe Sie wählen - paßt schon. Zur Steigerung Ihres Selbstwertgefühls empfehlen wir die großen Modelle - die machen schließlich etwas her. Aber die 60 EUR Abschäumer aus den fremen östlichen Landen machen genau das Gleiche. Aber das schöne Logo gibt es ausschließlich bei uns.

    Wir hoffen, dass Sie mit dem Kauf des Geräte, uns ein wenig weitergebracht haben.
    Ihr luftblasenbasiertes-Gerät-zur-Entfernung-einiger-Stoffe-aus-dem-Wasser-mit-hervorragender-Stabilisierung-des-Gashaushaltes-Team"

    Ja, ich habe heute einen Alptraum gehabt und das obige Zitat stammt daraus. Wenn alle Hersteller ihre PR umstellen würden, gäbe es Aussagen, die der "Wahrheit" entsprechen, aber leider gibt es dann keine Firmen und Aquarien mehr.

    "Unsere Aktivkohle entfernt für Fische und Krebse lebensnotwendiges Iod", "Unsere Leuchten erwärmen das Wasser so, dass es im Sommer zu Tierverlusten kommen kann", "Es besteht die Möglchkeit, dass Tierbestand und Mensch durch einen elektrischen Schock ums Leben kommt", "Unsere Pumpen können auch Fische schreddern und ermöglichen die Zubereitung einer perfekte Bouillabaisse - natürlich nur, wenn Sie zusätzlich unseren bimetallverbackenen Heizstab verwenden", "Dieses Flockenfutter enthält Farbstoffe damit es schön bunt aussieht", "Unser Adsorber entfernt 5 g Phosphat pro Liter - bei welcher Restkonzentration wissen wir leider nicht, da wir den Aufwand zur Bestimmung einer Adsorptionsisotherme meiden", "Unser Vliesfilter entfernt alle Partkel, auch die wichtigen, die filtrierende Organismen zum Gedeihen benötigen", "Von der ausgeklügelten Rezeptur unsere Spurenelemente wissen wir definitiv nicht, wie sich die Bioverfügbarkeit für die Tiere im Laufe der Zeit verhält",

    Genug des Spaßes.

    Wenn noch neue Argumente kommen sollten, werde ich gern mich dazu äußen. Ansonsten klinke ich mich jetzt aus.

    LG Burkhard

    Hast Du es schonmal mit Xanthan, sehr dünnen Alginat-Lösungen oder Methylcellulose probiert?

    Hans-Werner,

    Alginat-Lösungen funktionieren. Leider ist dieser Naturstoff von Charge zu Charge und Hersteller und Hersteller so unterschiedlich, dass man mit den Ergebnissen überhaupt nichts anfangen kann - also wieder kein Standard. Die anderen Stoffe habe ich noch nicht ausprobiert.

    LG Burkhard

    Das hängt vom pH-Bereich ab: je extremer man misst, desto häufiger muss kalibriert werden (in der Aquaristik ist das nicht so extrem, wenn man nicht jeden Tag sein Kalkwasser überprüft). Ich würde nach 4 Wochen das zweite Mal kalibrieren. Wenn die Messergebniss "vorher" und "nachher" zu weit abweichen (mehr als 0,1), dann sollte öfter kalibriert werden.

    LG Burkhard

    Abschäumer entfernen kein Protein, BSA ist keine geeignete Modellsubstanz.

    Hans-Werner,

    BSA ist ein Protein und es wird abgeschäumt. Jedes amphotere Protein ist von der Theorie abschäumbar. Dass Rinderserumalbumin (BSA) nicht im Meerwasser vorhanden ist (wäre mir jedenfalls nicht bekannt), ist aus Ermangelung geeigneter anderer Substanzen jedoch kein k.o.-Kriterium. BSA zeigt nämlich ähnliches Abschäumverhalten, wie reales Aquarienwasser. Im Gegensatz dazu sind Tenside (Spülmittel) absolut unbrauchbar, weil sie in Aquarienabschäumer nicht ausreichend angereichert werden können. Das Gleiche gilt für das Prozesswasser in der Kondomherstellung. Selbst mit extrem verlängertem Kontaktrohr ist die Konzentrierung nahezu unmöglich. Da ist der gleiche Effekt, wenn zu viele Vitaminlösung ins Aquarium gegeben wird: der Abschäumer wirft (nahezu) vollständig nur Wasserschaum aus. Auch PVP (ein Polymer) zeigt ein vollkommen anderes Abschäumverhalten verglichen mit Aquarienwasser.
    Wenn jemand eine bezahlbar und realistische Chemikalien weiß, bitte bei mir melden. Ich bin gern der erste, der es ausprobiert.

    LG Burkhard

    Auf einmal kann die Wirksamkeit eines Abschäumers mit der Messung des Redoxpotentials nachgewiesen werden.
    Also, könnt man ja "allen" Abschäumern ein bestimmtes Potential mit Redox nachweisen.

    JA. Die Methode ist aber leider so ungenau, dass Unterschiede unterschiedlicher Abschäumer nicht aufgelöst werden können. Der grundsätzlich Unterschied Abschäumer / nicht Abschäumer sehr wohl.

    Die Betonung liegt dabei auf "kann", denn viele Redoxreaktionen laufen nicht spontan ab, auch wenn das Redoxpotential dies eigentlich verlangen würde.
    Oft sind Bakterien notwendig um eine Redoxreaktion tatsächlich in Gang zu setzen.

    Wie im Namen Potential impliziert, sagt es nichts über den Ablauf der Redoxreaktionen aus - vollkommen richtig. Einfach erzählt, misst das Redoxpotential das Verhältnis reduzierter zu oxidierter Verbindungen. Und wenn DOCs aus den genannten 6 Kategorien entfernt werden, verändert sich das Verhältnis zu den oxidierten Verbindungen, das Redoxpotential steigt.

    Dabei entfernst Du ja angeblich die Nahrung für diese Bakterien.

    Wie bei Feldman beschrieben, entfernt ein Abschäumer DOCs, die auch von Baktereien im Aquarium entfernt werden können. Fazit: DOCs mit Abschäumer aus dem System genommen (nämlich im Abschäumertopf) = weniger Nahrung für Bakterien = Trophiegrad weniger angestiegen. Wenn in der Aquaristik die Trophie nicht oft erwähnt wird, ist das nicht mein Problem. Ich habe es auch nur einmal angeschnitten gesehen in einem JBL-Ratgeber. Aber die Ausdrücke "belastetes" Aquarium und "weniger belastetes" Aquarium sind wohl ehr üblich (ist zwar nicht das Gleiche, aber kommt dem schon nahe).

    Ich kann einen Abschäumer also überflüssig machen, wenn ich zeitnah nach einem Nähstoffeintrag einen Wasserwechsel mache und damit den TOC Level niedrig halte.

    JA. Wenn ich 35% DOCs mit einem Abschäumer bei jeder Fütterung heraushole, kann ich alternativ 35% Wasserwechsel kurz hinter jeder Fütterung machen. Vollkommen richtig! Aber wohl kaum sinnvoll, außer bei ultra-low-NP-tanks.

    Wenn man Technik einsetzt sollte man deren Funktion beweisen können.

    JA. Es ist bewiesen, dass Abschäumer einen positiven Betrag zur Riffaquaristik beitragen. Dass in Zahlen zu fassen, wird erst möglich sein, wenn eine Methode entwickelt wurde, die mit geringem Aufwand ein hochauflösendes und reproduzierbares Ergebnis ergibt. Die Aussicht, dass es diese bald geben wird, ist in meinen Augen eher als gering einzuschätzen.

    Wir haben ein Hobby und das heißt meistens "Pflege von Lebewesen in einem Aquarium"
    Da es sich um Lebewesen handelt ist das kein Spiel oder dergleichen.

    RICHTIG! Und deswegen sollte man den anerkannten Stand der Technik einsetzen und nicht back to the roots.

    Nur die haben das veröffentlicht und mit jeder Menge Material versehen.
    Es liegt nun an Dir, diese Informationen zu übernehmen für dein späteres tun.

    JA. Das machen wir (schon seit 23 Jahren) und vergleichen jeden neuen AquaCare-Abschäumer mit den älteren Modellen (und manchmal mit Nicht-AquaCare-Abschäumern). Leider können wir nur diese vergleichende Methode anwenden, da wie gesagt das passende Messwerkzeug nicht existiert.


    Bitte, Du als Hersteller, kannst doch bestimmt nachweisen welche quantitativen TOC Entfernungsraten den nun vorliegen.

    Wie schon geschrieben: es gibt keine hochauflösende und reproduzierbare Methode, um diese Rate zu bestimmen. Warum den hohen Aufwand betreiben, wenn es kein brauchbares Ergebnis gibt. Die Feldman-Studie war ein Ansatz für eine Methodenentwicklung, mehr aber auch nicht.

    LG Burkhard

    kehren dann jedoch über 24 Stunden mit Ratenkonstanten in etwa (aber nicht notwendigerweise genau) zurück

    Andre, da ist es wieder, das ganz große Missverständnis. Der TOC wurde aus dem Freiwasser ohne Abschäumer durch Bakterien entfernt ABER NICHT AUS DEM SYSTEM (=Aquarium) - der Freiwasser-TOC wurde zu Bakterien-POC umgewandelt, ist aber immer noch im System und erhöht damit den Trophiegrad.

    Steile These, das mit der Überzahl der Bakterien.

    Besorge Dir bitte ein Buch "Limnologie Grundlagen", dort sind die Trophiegrade Grundwissen und keine steile These - in Meerwasserliteratur steht das meist nicht so deutlich drin. Die Bakterienpopulation entwickelt sich immer nach dem Angebot von energiereichen verwertbaren Stoffen: DOC, Ammoniak, Nitrit (ich habe nur die aus phototrophen Systemen aufgeführt und Cyanobakterien ausgelassen). Je mehr Stoffe angeboten werden, desto schneller wächst die Bakterienpopulation an - Grundlagenwissen.

    Bakterien sind im Aquarium wichtig - ohne Frage. Aber wie immer ist es eine Sache der Konzentration: zu wenig und die energiereichen Verbindungen reichern sich im Freiwasser an (Einfahrphase), zu viel und der Trophiegrad steigt und verursacht letztendlich Probleme im Bodengrund oder in den porösen Materialien wie Lebendgestein, offenporig Riffkeramik (Umkippphase). Wenn der Bakterienmulm aus dem System entfernt wird (nacktes Aquarium, Super-Feinfiltration), dann ist der Abschäumer (im Sinne der TOC-Entfernung aber nicht des Gashaushaltes) nutzlos. Nicht zu vergessen, dass Bakterienaktiviät immer mit Sauerstoffverbrauch (phototrophe ausgeschlossen) einhergeht.

    Die 38% organische Masse beziehen sich auf den Inhalt im Flotatbecher der über eine längere Zeit (siehe Beitrag) gesammelt wurde.

    Klarer kann ich es auch nicht sagen: es wurde entfernt (und nicht umgewandelt, was geschehen wäre, wenn der Abschäumer nicht gearbeitet hätte).

    um TOC-Niveaus bei einem annehmbar niedrigen Gleichgewichtsniveau ohne die Intervention eines Protein-Abschäumers effektiv zu halten

    Und da ist es wieder: es wurde nur das Freiwasser beachtet und nicht das komplette System. Die Autoren haben nicht den Anstieg des Bakterien-POCs beachtet, also die Erhöhung des Trophiegrades. Das ist er Hauptgrund, warum früher (Vorabschäumerzeit) so viele Aquariensysteme nach einer Weile umgekippt sind, insbesondere auch weil der Hauptaugenmerk auf Fische und der dazugehören Fütterung lag.

    Das Bild von einem Becher nach Tagen ist Blödsinn.

    Ich meine den Schaum, nicht das Flotat. Leider ist der Schaum nicht sehr gut zu erkennen.
    Ich könnte jetzt fieß sein bei Deinem Foto: der Schaum ist ja blau. Aber das führt zu nichts.

    wenn man tatsächlich nicht beschreiben kann was im Flotat ist (bitte etwas zeigen),

    Ein Summenparameter wie DOC, POC, TOC sind eine Beschreibung des Inhalts und dass sie eindeutig biologisch abbaubar sind, belegt der Gestank und die Farbe der Flotats. Wofür soll ich die genauen Inhaltsstoffe des Flotats wissen, wenn das Grundlagenwissen die Senkung des Trophiegrades vorhersagt. Der Trophiegrad kann auch mit dem Hilfsparameter (Redoxpotential) erkannt werden. Und das ist bewiesen, dass ein System mit Abschäumer ein höheres Redoxpotential aufweist als das selbe System ohne. Und mit dem Totschlagargument "was ich nicht weiß, hat auch keinen Sinn" darfst Du weder Aktivkohlefilter, Adsorber, Biofilter, Partikelfilter noch wahrscheinlich die gesamte Aquarientechnik einsetzen. Dann bleibt zugespitzt nur noch der Pazifik übrig und die Riffaquaristik existiert nicht mehr.

    LG Burkhard

    Hi Andre,

    Du behauptest jetzt, das es "erforderlich" sei "irgendetwas" "schnell" abzuschäumen.
    Gleichzeitig gibst Du eine Antwort mit: "weil Bakterien and den selben organischen Verbindungen knabbern"

    DOC = dissolved organic carbon (gelöster organischer Kohlenstoff, das was von Abschäumern abegeschäumt und von Bakterien umgewandelt wird)
    POC = particular organic carbon (fester organischer Kohlenstoff, dad was von Abschäumern per Co-Abschäumung teilweise entfert werden kann)
    TOC = total organic carbon (gesamter organischer Kohlenstoff) = DOC + POC

    Um ein niedrig belastetes System (oligotroph; Riffe gehören dazu) auch niedrige belasten bestehen zu lassen, muss der Eintag gering gehalten werden (wenig Futter) oder der Austrag muss erhöht werden. Bakterien im Aquarium können selbstverständlich die gleiche TOC-Umwandlung schaffen, wie ein Flotationsgerät einen TOC-Austrag schafft (von der Einfahrphase einmal abgesehen). Wie Du an den verschiedenen Begriffen (Umwandlung / Austrag) ersiehst, die als Ergebnis zwar die gleiche niedrige Reduzierung auf den Grund-TOC-Wert (genauer der DOC = dissolved organic carbon; das ist in der Studie leider ein wenig durcheinander geraden; in den batch-Versuchen entspricht TOC = POC = DOC; im Aquarium aber überhaupt nicht), aber die Bakterien haben den DOC nicht entfernt sondern umgewandelt, nämlich in ihre eigene Bakteriemasse, sie sind einfach mehr geworden, weil gut gefüttert. Zusammenfassend:
    Bakterien wandeln DOC in POC; Abschäumer entfernt TOC aus dem System.

    Die zurückbleibenden Bakterienmasse ist die Krux (POC). Je mehr Bakterienmasse im System desto mehr entfernt sich ein oligotrophes System und steuert auf ein eutrophes System. Mit all den Folgen: verdichtete und anaerobe Bodenzonen, Bakterienblüten im Freiwasser, Sauerstofferniedrigung. Die Anzahl der Bakterien entscheidet über oligotroph (gut) und eutroph (schlecht). In niedrige belasteten Aquarien (ultra-low-NP tanks) ist die Anzahl der Bakterien o.k. - ein Abschäumer hat fast keine Exportaufgabe. Je mehr Futter pro Tag dazukommt, desto mehr nimmt die Bakterienmasse zu. Und da schlägt der Abschäumer zu: er nimmt einfach den Bakterien einen Teil ihres Futters weg, so dass sie sich nicht mehr so stark vermehren können - das System bleibt auf einer niedrigeren Belastungsstufe. Nicht dass Du mich falsch verstehst: nicht die "Filterbakterien" sind schlecht, sondern nur eine Überanzahl.


    Nochmals, der Schaum ist grundsätzlich weiß. Ich empfehle mal einen Selbsttest, einfach mal mit dem Finger etwas "Schaum" aus dem Abschäumer und rein in den Mund.


    Wenn das weiß ist, dann ist das weiß. Wie zuvor beschrieben, ist der Farbeindruck des Schaums von Konzentration, Art der Stoffe und Beleuchtung abhängig.


    Kommen wir nochmals zu dem "Der Inhalt ist weitestgehend unbekannt "

    In dieser Studie wurden nur die Feststoffe und ein Teil der gelösten Stoffe des Flotats untersucht. Und 38% organische Masse halte ich jetzt nicht für wenig, mal von der überdurchschnittlichen P-Entfernung abgesehen. Ein unbekannter Teil der DOC-Fraktion wurde jedoch nicht analysiert. Die durch Abschäumer entfernte TOCs werden somit höher sein, als die analysierten Proben. Auch leider eine unglückliche Interpretation der Autoren, weil nicht einmal versucht wurde die Methodik auf diesen Punkt hin zu untersuchen/analysieren.

    Laut den Schlussfolgerungen in diesem Beitrag besteht der größte Anteil des Flotats aus einer Mikroflora.
    Ich kann nicht erkennen, warum diese in die Kategorie "5. TOC, das (mittelbar oder unmittelbar) den Tanktieren schadet" fallen sollen und möglichst schnell entfernt werden müssen.
    Was hat den eure Messreihe dabei ergeben?

    Muss man schon genau lesen: da ist ein Konjunktiv "would". Das auch feste Stoffe (POC) durch den Abschäumer entfernt werden (Co-Abschäumung) ist dem Autor vielleicht unbekannt. :frowning_face:
    Selbst, wenn das Flotat größtenteils aus Mikroflora besteht (die flüssige nicht trübe Fraktion des Flotat spricht eher dagegen): der Abschäumer exportiert damit Nährstoffe (N, P, C). Die Kategorie "5. TOC" hat damit gar nichts zu tun. Ich glaube niemand behauptet, dass Abschäumer ausschließlich Giftstoffe entfernen. Es geht darum, den oligotrophen Zustand des System beizubehalten und da spielen Geschwindigkeiten eine ausschlaggebende Rolle (habe ich zuvor schon dargelegt, zwei Reaktionskinetiken, die in Konkurrenz stehen). Den oligotrophen Zustand zu erhalten machen Wasserwechsel, Aktivkohlefilterung, Vliesfilter und Adsorber ebenso. Der Abschäumer hat aber sehr niedrige laufende Kosten und spielt eine wichtige Rolle im Gashaushalt.

    Vor allem die Geschwindigkeit dabei. Unabhängig von Inhalt und Bewohnern des Beckens.
    Wie kommst Du denn darauf?

    Wir geben eine durchschnittliche Aquariengröße für jeden Abschäumer an
    http://aquacare.de/index.php/anla…bschaeumer.html
    und wer genau hinsieht am Tabellenende:
    Die Auslegung des Abschäumers hängt von vielen Faktoren ab; z.B.: Besatz,
    Futtermenge, Temperatur, Art der Tiere zusätzlich eingebaute Technik wie
    Biofilter, UV-Bestrahlung, Ozoneinsatz und gewünschte Wasserqualität.
    Bitte halten Sie bei nicht eindeutigen fällen Rücksprache mit AquaCare.

    * Der Ozonbedarf ist extrem abhängig von der organischen Belastung des
    Wassers. Die angegebene Ozonleistung - eine Ozonisierung ist jedoch
    nicht zwingend erforderlich - ist für normal besetzte Systeme ausgelegt.
    Bei sehr starker Belastung (Intensivzucht, Meeressäuger, Haie,
    Bakterienentfernung) kann ein Vielfaches an Ozon verbraucht werden. Die
    Angaben bei Typ "C" sind für absolute Sterilisation (ca. 700 mV
    Auslaufwasser) berechnet.
    Bei den Hobbysystemen haben wir uns diesen Hinweis tatsächlich erspart, weil wir glauben, dass es mehr Verwirrung als Aussage enthält.

    LG Burkhard

    PS: Das kann man übrigens auch mit jedem anderen Abschäumer erreichen. Auf Zeit gesehen schäumen nämlich alle dasselbe ab.

    Andre, leider hast Du immer noch nicht den Unterschied zwischen kontinuierlich und batch verstanden: im batch-Versuch hat ein Abschäumer beliebig viel Zeit, um abzuschäumen. In einem kontiuierlich betriebene Aquarium hat der Abschäumer aber nicht beliebig viel Zeit, weil Bakterien and den selben organischen Verbindungen knabbern.
    Und leider hast Du die Artikel nicht gründlich gelesen. Ich werde nicht noch einmal die gleichen Abbildung von Feldman einfügen - es wird nämlich langweilig.
    Diese Diskussion ist die gleiche, ob es eine menschenverursachte Klimaveränderunge gibt oder nicht oder ob die Evulotionstheorie ein Hirngespinst ist. Alle Daten müssen interpretiert werden und nicht nur die, die einem passen.

    Was hat den deine Firma gemessen, was dabei heraus kommt?
    Welchen nachvollziehbare Hintergrund hat RE gesehen um 2 Abschäumer einzusetzen?
    Warum sollte das denn so an diesem Becken sein?

    Zwei Abschäumer (oder ein größerer mit der doppelten Leistung) haben potentiell die doppelte Leistung; die Reaktionsgeschwindigkeit ist verdoppelt, die Ansprechgrenze bleibt unverändert (ganz einfache Grundlagen von Reaktionskinetiken). Im selben Aquarium können zwei Abschäumer die Grund-TOC-Konzentration schneller erreichen.

    Und was sagst Du denn zu dem Inhalt des Abschaums?

    Der Inhalt ist weitestgehend unbekannt (bei Feldman wurde eine Untersuchung erwähnt, die eine Unzahl von Verbindungen gefunden hat). Der Name Eiweißabschäumer ist aus Ermangelung eines besseren Namens entstanden, weil Abschäumer auch auf Eiweiß reagieren (auch bei Feldman schön beschrieben). Wissenschaftlich heißen Abschäumer "Flotationsgeräte". Wenn Dir der Begriff mehr zusagt, können wir ihn gern verwenden.

    Über den Sinn oder Unsinn eines Abschäumers kann man diskutieren, über das Funktionieren und dass es Unterschied gibt, ist bewiesen (u.a. die Artikel von Feldman et al.). Deine Meinung verunsichert nur Anfänger, die sich nicht mehr sicher sind, ob sie einen Abschäumer brauchen oder nicht. Ja, auch wir stellen Abschäumer her und verdienen Geld damit. Aber warum kaufen Großaquarien, die zumindest außerhalb von Deutschland wirtschaftlich arbeitetende Betriebe sind, teuere Geräte ein, die Deiner Meinung nach nicht benötigt werden? Nur weil wir so gut verkaufen können? Wenn jemand Geld ausgeben muss, wird normalerweise sehr genau gerechnet.

    Ja, es wird viel in dieser Branche erzählt, überhöht oder sogar gefälscht, aber nicht alle Hersteller arbeiten wie VW in Bezug auf den Dieselbetrug. Andre, persönliche Unterstellung gehören nicht hier in das Forum. Wenn Du einen Beweis für einen Betrug hast, dann her damit. Ich maße mir an, Klaus gut genug zu kennen, um zu sagen, dass er absolut integer ist.

    LG Burkhard

    30 Grad noch unproblematisch

    Es gibt keine allgemeingültige T-Maximalgrenze. Ob eine Steinkoralle ausbleicht hängt von sehr vielen Faktoren ab und es sollte versucht werden, diese 30°C auf keinen Fall zu akzeptieren. Faktoren für die Korallenbleiche oder andere Schädigungen:
    - Höhe der Temperatur
    - Zeitdauer der Temperatur
    - Strömung
    - jede Spezies reagiert unterschiedlich (Genotyp)
    - Adaptationseffekte
    - jede Art von Belastung / Stress (Bakterien, Nährstoff....)
    und noch vieles mehr.

    Und bitte die Fische nicht vergessen. Je wärmer es ist, desto niedriger ist die Sauerstoffkonzentration.

    LG Burkhard

    Messketten werden nicht neutralisiert - sie sind weder sauer noch alkalisch. Wenn das Schutzkäppchen ausgetrocknet sein sollte, dann 3 M KCl (das gleiche Zeugs, was in der Messkette ist) in das Käppchen geben, Messkette hinein und 1 Tag die pH-Membran wieder "aufweichen". Ein-Punkt-Kalibierung können die meisten Messgeräte nicht und ist auch nicht sinnvoll. Es werden zwei Punkte benötigt, um eine Kalibriergerade zu berechnen. Ohne zweite Lösung hast du keine Chance, den pH-Wert zu messen.

    LG Burkhard

    Dieser Punkt der Aquariumökologie ist mir wichtig,

    Es gibt einfach zu viele unterschiedliche Aquarientypen von fischdominiert Typen bis SPS-Plantagen, von kunterbuntem Riffaquarium bis zum Spezialbecken für Extremtiere. Jede Ökonische hat ihre Besonderheiten und dementsprechend muss die Technik darauf abgestimmt werden.
    Leider schaffen sich immer noch zu viele Anfänger erst ein Aquarium mit aller möglichen Technik an und setzen dann mal ein paar Tiere ein und beobachten, was so passiert. Kann klappen, aber die Zahl der frustrierten Aussteiger belegt leider das Gegenteil.
    Es wird nur ein Schuh daraus, wenn sich vorher überlegt wird, welches Biotop mit welchen Tieren ich nachbilden möchte und muss aus dieser Entscheidung die Technik zusammenstellen. Und dann passieren immer noch zu viele Dinge, die nicht geplant waren. :frowning_face:

    LG Burkhard

    Nun habe ich mich doch noch vom Riesengeschäftemachen gelöst und den zweiten Artikel schneller durchgearbeitet als geplant. Übrigens: Andre, Du darfst noch eine Null bei den Preise der größten (ups, da war schon wieder das böse Wort) Abschäumer machen.


    Wie versprochen, meine Interpretation des Artikels:

    https://www.advancedaquarist.com/2010/1/aafeature


    1. Dass nicht alle TOCs von Abschäumer entfernt werden können, ist schon lange bekannt (siehe Gelbstoffdiskussion), hier aber sehr schön in Daten verdeutlicht. Und das ist auch ein Hauptargument, einen regelmäßigen Wasserwechsel durchzuführen (vs. Triton-Methode, aber das ist eine andere Diskussion).


    2. Abbaurate und erreichbare Tiefstgrenze (Ansprechgrenze) sind unabhängig voneinander! So hat der in den Versuchen benutzte EuroReef CS80 eine höhere Entfernungsrate (bei diesen Versuchenreihen konnte die Methode anscheinend verbessert und Unterschiede aufgezeigt werden), aber auch eine definitiv höhere Ansprechgrenze: bei 80% war Schluss, wo der BubbleKing mini 160 noch weiter munter abschäumte, bei ca. 70% hörte leider der Versuch auf. Fazit: schneller ist nicht gleich gründlicher. Dieses Ergebnis zeigten auch die batch-Versuch (Tabelle 1): EuroReef hat 20±6, der BubbleKing 37±6 (entschuldige bitte, Klaus, dass ich Werbung für Dich machen muss). Die ideale Kombination wäre natürlich schnelle Abbaurate plus tiefe Ansprechgrenze. Aber wenn ich entscheiden müsste, nähme ich die tiefere Ansprechgrenze. Mit der Schlussauswertung, bei der allein die Abbaurate in die Wertung mit einbezogen wurde, bin ich nicht einverstanden, weil die für mich überzeugende Ansprechgrenze des BubbleKing unbeachtet bleibt.


    3. Es gibt Unterschiede in der Abbauleistung. In der unteren Abbildung sieht man deutlich, dass die beiden Abschäumer den nichtabbaubaren TOC-Anstieg unterschiedlich verlangsamen. Leider wurden die Kurven nicht normalisiert, d.h. sie beginnen auf unterschiedlichen Höhen (TOC-Konzentrationen). Ausschlaggebend ist die Steigung der Kurven. Aber da gibt es eindeutig Unterschiede! Schade, dass kein Versuch ohne Abschäumer gemacht wurde, um ein Gefühl dafür zu haben, wie stark die Leistung der Abschäumer ist. Auch wieviel gefüttert wurde ist offen: wird ein schwach, stark oder superstark belastetes System getestet.


    Zusammenfassend haben Feldman & Maers tolle Untersuchungen durchgeführt und der Aufwand dafür war enorm. Ich wage zu behaupten, dass 95% der Abschäumerhersteller diesen Aufwand nicht durchführen können. Und die, die es könnten, tummeln sich nicht in der Hobbybranche.


    Aber es wären Versuchsreihen bei unterschiedlichen Belastungen wünschenswert. Dass Aquarien ohne Abschäumer erfolgreich betrieben werden können, ist unbestritten. Aber wie sieht es in Aquarien mit Steinkorallen und vielen Fischen (die auch gut gefüttert werden) aus? Da halte ich den Einsatz von Abschäumer für unabdingbar.

    Im Gegensatz zu Deiner (Andre) Interpretation sind sowohl Unterschied in den Abbauraten (im Test davor hat die Methodik für signifikante Unterschiede nicht ausgereicht) als auch in den Ansprechgrenzen nachgewiesen. Sieh Dir bitte noch einmal die Tabelle 1 an. Die Daten der Extrema sind deutlich unterschiedlich, auch wenn nicht zwischen allen Abschäumern ein Unterschied festzustellen ist.


    https://www.advancedaquarist.com/2010/2/aafeature:

    Nach Feldman sind 34% TOC im Flotat und überdurchschnittlich viel Phosphat. Abschäumer entfernen also einen hohen Prozentsatz organische Substanz aus dem Wasser. Dass auch andere Stoffe abgeschäumt werden, ist nicht überraschend. Der Begriff der Co-Abschäumung ist alt und beschreibt die Tatsache, dass Stoffe, die nicht abschäumbar sind, wohl mit dem Schaum entfernt werden können. Bei großen (ich weiß nicht, welches andere Wort ich nehmen soll) Abschäumern können Partikel bis zur Sandkorngröße im Flotat festgestellt werden. Natürlich wird auch Calciumcarbonat aus dem Aquarium entfernt, wenigsten dieser Anteil sinkt nicht in den Boden und verdichtet denselben. Natürliches Oberflächenmeerwasser auch Riffaquariumwasser ist nun einmal übersättigt mit Calciumcarbonat und es muss ausfallen. Der Aquarianer muss bei dem Einsatz eines Abschäumers keine Angst haben, dass überdurchschnittlich Calcium entfernt wird - zumindest nicht direkt. Die Verbesserung des Gashaushaltes und Anhebung des Redoxpotentials kann jedoch die Calciumausfällung verstärken. Es gibt leider nichts umsonst. Eine regelmäßige Calcium- und KH-Zufuhr ist mit und ohne Abschäumer notwendig - mit Abschäumung jedoch leicht verstärkt.


    Es gibt nur wenige aktuelle Berichte über Aquarien ohne Abschäumer, weil sich die Technik einfach durchgesetzt hat. Da können Hersteller noch so viel Werbung machen wie sie wollen, wenn es keine Effekt gibt, verschwindet ein hochpreisiges Produkt recht schnell wieder vom Markt - Abschäumer sind ein halbes Jahrhundert vertreten.

    Bitte, Andre, jetzt mal "Futter bei die Fische" und berichte über Dein Aquarium. Wir sind alle neugierig geworden.

    LG Burkhard

    Hi Laurens,

    0,2 µm hydrophober Luftfilter in der Zuluft, Abluft in eine sogenannte Waschflasche, um Aerosole zu vermindern. Säuberung der Gerätschaften mit Chlordioxidlösung. Beleuchtungs-/Nachtphase 10 h : 2 h, wenn ich auf Leistung gehe und viel Plankton benötige. T meist um die 30°, eine aktive Kühlung steht nicht zur Verfügung.
    Je nach Robustheit der Alge/Bakterie 1-50% Starterkultur und regelmäßiges Verdünnen, damit die Organismen immer im optimalen Zustand sind. Dieser wirkt sich auch auf die inneren Werte des Phytoplanktons aus.

    LG Burkhard