Anfängerfrage bezgl. Filterung

  • Hallo Forum,
    vielleicht ist ja meine Frage äußerst dumm, aber ich habe da ein Verständnisproblem.
    Ich komme ja aus der Süßwasserszene und habe dort so ziemlich alle Filtersysteme durchprobiert. Fazit nach jahrelanger Testphase. Ein Hamburger Mattenfilter ist der günstigste und effektivste.

    Nun lese ich bei Fossa und Nielsen, dass eine biologische Filterung im AQ einen nicht zu unterschätzenden negativen Nebeneffekt hat.(Anreicherung diverser Stoffe)

    Nun mal meine Frage an die Spezis.
    Ich hatte mir gedacht, dass ich in mein Becken 800L einen Aussenfilter ca.200L integriere.
    In das AQ soll Lebendgestein -wieviel Kilo soll man da nehmen? 100KG =10% -ist das nicht etwas zuviel?
    Dann möchte ich mir einen Abschäumer zulegen. Tipp von Stefan Grotech HEA 200.
    Welcher letztendlich reinkommt ist mir ehrlich gesagt egal- hauptsache er funktioniert und ist nicht zu laut. Hier bin ich Euch für weitere Erfahrungen sehr dankbar.

    Nun zum Filterbecken: Da bin ich ehrlich gesagt Planlos: Aus der Süßwasserszene kenne ich nur Mehrkammerfilter die mit den unglaublichsten Materialien gefüllt wurden.
    Da ich ja alles neu mache bin ich auf Eure Erfahrungen angewiesen.
    Bei mir ging es bisher immer darum, möglichst biologisch zu filtern und die anfallenden Futterreste etc. schnellstmöglich aus dem Becken zu bekommen. Hier habe ich dann mit zwei unterschiedlichen Systemen gearbeitet. Einmal HMF und einen leicht zu reinigenden Schnellfilter. Beides miteinander kombieniert.
    Was ist im Meerwasser die optimalste Gestaltung eines Außenfilters. Ich lese hier so ziemlich alle Berichte. Aber es gibt scheinbar hundert verschiedene Möglichkeiten.
    Da ich ein Riffaquarium plane weiss ich nicht so recht was sinnvoll ist. Im Süßwasser gibt für unterschiedlich gestaltete Becken eine entspr. Anzahl an Filtermöglichkeiten. Denke das ist im Meerwasser nicht anders.

    Bin Euch bereits jetzt für Eure Antworten sehr dankbar und hoffe ich bekomme, auch wenn die Fragen nicht sonderlich schlau sind, eine Menge Antworten.
    Bis dahin schöne Weihnachten
    Hagen

  • Hallo. Ich bin zwar auch erst ein Anfänfer in der Meerwasseraquarisktik aber das sogenannte Topffilter oder Meerkammerfilter für die Meeresaquaristik nicht geeingnet sind weiß ich. Höchstens und über Kohle zu filter oder Silikat und Phosphatabsorber reinzuhängen. Mir sind als Filter nur die Tropffilter oder Rieselfilter, Algenfilter und das Jaubertsystem bekannt. Noch eine Möglichkeit wäre das Becken nach dem Berliner System zu fahren(d.h. keinen externen Filter, einen großen Abschäumer, viel Lebendgestein und gute Strömung). Ich fahre mein Becken mit einem Algenfilter(Schlammfilter oder Miracle Mud Filter genannt) und komme sehr gut damit zurecht bis auf ein paar Cyanobakterien die entstehen wenn mein Filter zu gut arbeitet und ich kein Phosphat und Nitrat mehr im Becken habe. Viele haben einfach nur ein Technikbecken wo sie den Abschäumer und andere Technische Geräte integrieren und Filtern das Becken einfach nur mit viel Lebenden Steinen und Schnellfiltern die alle 2 Tage ausgewaschen werden. Das ist meines erachtens auch das sinnvollste und wenn das mit der Wotka Methode(siehe Zeitschrift Der Meerwasseraquarianer 01/04) alles funktioniert auch die billigste und einfachste Variante. Gruß Kevin

  • Hallo Kevin,
    danke für Deine Antwort. Habe mir mal noch ein paar Technikbücher bestellt und mich ein wenig bei einem Händler in der Nähe schlau gemacht. Na ja, jeder erzählt einem etwas anderes. werde einfach mal versuchen was das beste ist.
    Mich wundert allerdings, dass Du der Einzige bist der mir Antwortet. Gelesen haben den Artikel 80 Leute. Entweder filtern sie nicht oder meine Frage war wohl wirklich blöde.
    Gruß Hagen

  • Ich denke der Großteil der Leute hier filtert tatsächlich nicht - von Eiweißabschäumern mal abgesehen.

    Ich selbst habe in meinem Filterbecken Einschübe für zwei kleine Kammern hinter dem Abschäumer vorgesehen. Bei Bedarf werde ich in die 1. blauen Filterschaumstoff und in die 2. Aktivkohle füllen. Aber nur für 3 - 5 Tage. Ansonsten kommt ein Riffbecken prima ohne Filter aus.

    Das einzige was manche Leute einsetzen sind Schnellfilterpatronen z.B. an Strömungspumpen im Becken (Powerhead + Schaumstoff). Das sollte allerdings häufig ausgewaschen werden, da biologische Schnellfilterung Nachteile mit sich bringt.

    Rieselfilter sind inzwischen vollkommen "verpönt", sie gelten als Nitratschleudern. Ich selber habe nie einen im Einsatz gehabt daher kann ich dazu keine Aussage machen.

    Etwas anderes sind natürliche System wie Jaubert oder MiracleMud. Dort wird in mehr oder weniger dicken Sedimentschichten Nitrat abgebaut. Dazu kann ich dir den Artikel von Jens Kallmeyer auf http://www.korallenriff.de empfehlen!

  • Der Unterschied zwischen Rieselfilter und anderen Systemen wie DSB, Jaubert, MiracleMud liegt u.a. darin, dass der Rieselfilter im sauerstoffreichen Milieu arbeitet. Die entstehenden Bakterienrasen bauen zwar Nitrat ab, können es aber nicht aus dem Kreislauf entfernen. Durch die absterbenden Bakterien wird wiederum Nitrat ans Becken abgegeben (die Spezialisten unter uns mögen mir diese reduzierte und laienhafte Darstellung verzeihen und gegebenenfalls kommentieren ;))

    Zu Zeiten, als der Rieselfilter in Mode war, wurde er - auch bei mir - anstelle eines Abschäumers eingesetzt. Das funktioniert zwar, ist aber gleichzeitig gefährlich, weil das System auf plötzliche Veränderungen nicht reagieren kann und dann überfordert ist. Ein toter Fisch im Becken kann das Becken plattmachen.

    Im Süsswasser läuft dieser Filter ja unter anderen Voraussetzzungen - dort ist eine Nitratdüngung für die Pflanzen ja auch erwünscht.

  • Die aeroben Bakterien im Rieselfilter produzieren Nitrat NO[T]3[/T] aus niederwertigeren Stickstoffverbindungen wie NH[T]x[/T] und NO[T]2[/T] dabei verbrauchen sie Sauerstoff.

  • Hallo Hagen,

    nun, hier meine Variante:

    Unterschrank-Filterbecken:

    1. Kammer:
    Filtervlies auf grobem blauen Filterschwamm gespannt zur Filterung des
    groben Drecks

    2. Kammer:
    Deltec Abschäumer AP 850, daran ist eine AquaBee UP 2000 mit Nadelrad zur Schaumerzeugung und eine AquaBee UP 1000 für den Durchlauf.

    3. Kammer:
    Zeolith, Aktivkohle, Ultraphos, blauer Filterschwamm (biologisch)

    4. Kammer:
    10 Liter Keramix (geschäumte Keramik), schwimmende Bactoballs

    5. Kammer:
    24 h beleuchtet mit 1x 39 W T5, Algenfilterung

    Kammer aus Glas für Osmose-Wasser mit Nachfüllanlage.


    Danach wird das Wasser mit einer Deltec 4040 wieder hochgepumpt.

    Im Becken habe ich für die Strömung eine Tunze 6080 stream.

  • Hallo Hagen

    Sagen wir es mal so, dumme Fragen gibt es nicht eher nur Dumme Antworten.


    Wie schon erwähnt, meist ist die erste Frage von einem ein oder umsteiger, die nach dem Filter.
    Dabei ist ein Filter in dieser Art nicht sinnvoll, im Gegenteil sogar eher wird es so sein das er zu einem Problem werden kann.

    Wichtig ist vorher zu wissen was möchte ich machen. Es gibt naturnahe Systeme wie Schlammfilter, Jaubert , DSB, oder eben das Berliner Modell das in Europa sicher am weit verbreitesten ist.

    Darüber eine Abhandlung zu schreiben wäre zu zeitaufwendig, Hier eine zusammenfassung der Filtersysteme:
    http://www.korallenriff.de/filtersysteme.html

    Darin sollte alles wichtige stehen, mit der Erkärung wie dort Nitrat und Phosphat abgebaut oder entfernt werden.

    Ich rate selbst seit Jahren schon zu keinem Rieselfilter mehr, ausser in grossen fischanlagen mit viel Durchsatz.

    So reicht heute eigentlich ein Glasbecken aus, das für die Technik geplant wird. Ich denke auch das eine Menge Lebende Steine im Filter nicht mehr sein müssen.

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