Koralle stirbt

  • Hallo Leute,

    ich bin sozusagen neu in der Meerwasserbranche und hätte da eine Frage: Woran merkt man eigentlich, dass eine Koralle abstirbt, bzw. wann sollte man sie aus dem Becken entfernen.

    Ich habe gestern 2 Weichkorallen gekauft, die beide alles hängenlassen und leicht blass aussehen. Ich möchte sie ja nicht herausnehmen, wenn dieses Verhalten am Anfang normal ist. Allerdings möchte ich auch nicht, dass absterbende Korallen das Wasser belasten.

    Vielen Dank für eure Hilfe,

    Christof

  • P.S.
    Die Fingerkoralle auf dem Bild vorne, scheint nur aufgrund der Strömung aufrecht zu sein. Bei abgeschalteter Strömung, liegt sie genauso da wie die dahinter.

  • Hallo Christof,

    erstmal herzlich willkommen im Forum.
    Es ist eigentlich normal, das Weichkorallen ein paar Tage brauchen, um sich an die Umgebung und veränderten Wasserwerte anzupassen. Dann ziehen sie sich zusammen oder hängen erstmal schlaff in der Gegend rum. Wenn sich eine Koralle auflöst, dann zerfällt sie zu Schleim oder zerbröselt allmählich. Dann kannst du sie entfernen.
    Aber bei deinen denke ich ist es eher die Akklimation, die sie so hängen läßt.
    Wie lange steht denn dein Becken schon?

  • Hi Sabine,

    zuerst einmal vielen Dank für deine Antwort. Dachte schon, die zwei würden sich nicht lange halten.
    Mein Becken (ich traue mich kaum, in diesem Forum das Wort "Nano-Riff" zu verwenden) steht jetzt seit 2 Monaten. Mein Händler hat mir gesagt, die zwei Korallen wären sozusagen robust und somit für den Einsteiger geeignet.

    Ich hoffe, er wollte nicht nur was verkaufen. :-((
    Liebe Grüße,
    Christof

  • Schlisse mich den worten von Sabine an.
    Lass die Weichkorallen sich erstmal akklimatisieren.
    Und nur wenn sie sich über mehrer Tage nicht aufpumpen ,setz sie mal an eine andere Stelle, weil ihnen dann oft die Licht-und/oder Strömung nicht so zusagt.
    Oder einfach mal die Strömungspumpen ein paar Stunden am Tag ausschalten.

  • Hallo Thomas,

    auch dir zunächst mal vielen Dank. :-}

    Hab die Strömung auch schon leicht verändert, weil ich mir schon dachte, dass sie es möglicherweise nicht so wild mögen.

    Heißt das, dass ihr eventuell abgestorbene Korallen erst entfernt, nachdem sie sich aufgelöst haben?

    Eine zweite Frage hätt ich auch noch: wisst ihr, um welche Korallen es sich handelt, bzw. ob der Händler recht gehabt hat, dass es sich um robuste Korallen handelt?

    Liebe Grüße,
    Christof

  • Die Strömung sieht auf dem Bild wirklich etwas wild aus.
    Vermeide es den Strahl der Strömungspumpe auf die Tiere
    zu richten,lass die Strömung vorbeistreichen.
    Oft genügt auch die Gegenströmung von einer Aquarienwand.
    Wenn es den Tieren nicht behagt, sterben sie nicht einfach, sondern
    sie werden nur immer kleiner.
    Das vorder sieht aus wie eine xenia/cespitularia , das hintere capnella/
    lemnalia
    Eigentlich 2 Tiere die gut haltbar sind, die xenia können sogar zur Plage werden,wenn die Bedingungen optimal sind.

  • Hallo Christof,

    Zitat

    Heißt das, dass ihr eventuell abgestorbene Korallen erst entfernt, nachdem sie sich aufgelöst haben?

    wenn eine Koralle "nur jämmerlich" aussieht, entferne ich sie auf keinen Fall. Ich versuche die Ursache zu finden, wieso sie sich nicht wohlfühlt. Bei neuen Korallen dauert es oft einige Zeit, bis sie gut stehen. Da ist es auch nicht so ganz einfach festzustellen, ob der Platz einfach nur nicht so optimal ist oder ob sie sich erst eingewöhnen müssen. Das Fingerspitzengefühl dafür bekommste aber mit der Zeit :winking_face:
    Wenn Korallen aber tatsächlich sterben, dann versuche ich trotzdem noch alles, um sie vielleicht zu retten. Manchmal kann man kaputtes oder totes Gewebe abschneiden und aus dem übrig gebliebenen Teil wächst dann wieder eine schöne Koralle. Klappt nicht immer, aber oftmals gibt es eine Chance. Ich denke, die sollte man nutzen. Nicht nur, weil die Anschaffung neuer Korallen kostspielig ist, sondern auch, weil es schliesslich Lebewesen sind. Ich hänge schon irgendwie an jedem meiner Tiere.
    Die Wasserbelastung ist jedenfalls nicht so dramatisch, dass man die Koralle bei den ersten Anzeichen vom Absterben gleich entfernen müsste. Jedenfalls hab ich das bei mir so festgestellt. Mir ist eine Hammerkoralle innerhalb von 3 Tagen gestorben, an den Wasserwerten hatte sich in der Zeit gar nix geändert. Und eine Fingerlederkoralle wurde zum Futter meines Herzogs, die herumschwimmenden Stückchen konnte ich gar nicht herausfischen. Hat aber auch nix ausgemacht (ausser mir, weil die Koralle wirklich schön war).

    Viele Grüsse Kathrin

    150x50x60=450l, 2x4x54Watt Lumimaster, Tunze DOC Skimmer 9015, Tunze Stream 6060, Marea Stream 6000

  • Arten:

    Die hintere duerfte eine Bauemchen Weichkoralle aus der Gattung Lithophytum sein.

    Das vordere Tier halte ich absolut nicht fuer eine Lederkoralle sondern eher fuer eine Xenia / Anthelia Art.

    Bitte mach mal Photos wenn die Stroemung ausgeschaltet ist oder nimm eine schneller Verschlusszeit das man keine Bewegunsgunschaerfe hat.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo,

    Soweit man die Korallen bei der Schärfe des Bildes erkennen kann:
    die hintere könnte eventuell auch eine Nepthea sein...(sind immer wieder mal im "zusammengeschrumpelten" Zusatnd zu beobachten - ist aber normal, deswegen geht sie noch lange nicht ein)
    Die vordere tippe ich auch auf Xenia. Bei entsprechend stärkerer Strömung wird die so gebeugt.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo,

    habe versucht, ein besseres Foto zu machen, aber leider sind die 30 kB die man uploaden darf nicht genug für ein sinnvolles Bild. Werde später nochmal probieren, ein paar Details aufzunehmen.

    Im Übrigen hat sich die der Status noch nicht geändert. Beide hängen noch immer runter. Hoffentlich -eurer Wort in Gottes Ohr- ist das wirklich nur die Akklimatisation.

    Liebe Grüße,
    Christof

  • Christof,

    ich konnte seinerzeit auch nicht Versuchung wiederstehen und habe bereits einige Wochen nach Start des Beckens ein Kenia-Bäumchen (Capnella spp., also so etwas wie evtl. bei Dir hinten) eingesetzt. Das Tier hat dann einen guten Monat gebraucht, um sich einzugewöhnen und stand ständig eingeschrumpelt rum.

    Grüße
    Andreas

  • Hallo zusammen!

    Ich hab damals bei meinem ersten kleinen (Probe)Becken nach einer Woche eine Cladiella eingesetzt, die das bestens überstanden hat. In den dann ansteigenden Nitratwerten ist sie gewachsen "wie doof". Und auch die aufkommenden Algen haben diese herzlich wenig gestört.

    Ich denke, daß einige Weichkorallen deutlich mehr abkönnen, als wir ihnen zugestehen. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, daß viele Prozesse einfach langsamer ablaufen. So brauchen manche Korallen einfach eine ganze Weile, bis sie sich an die Verhältnisse im Becken gewöhnt haben.

    Ich habe mir mal eine wunderschöne Pachyclavularia violacea gekauft, die im Händlerbecken toll dastand. Zuhause dauerte es (trotz mehrstündiger Anpassung an meine Wasserverhältnisse im beheizten und durchströmten Eimer) drei Wochen (!), bis sie "aufmachte", dann aber überraschend von einem Tag auf den nächsten.

    Andere Korallen standen eine Stunde nach dem Einsetzen wieder voll da. Also gib Deinen Korallen einfach ein bißchen mehr Zeit. Und fang jetzt bloß nicht mit irgendwelchen hektischen Maßnahmen (große Wasserwechsel von 50% oder so) an, die werden eher schaden.

    Gruß,

    Michael

  • Hallo Michael,

    Zitat

    Zuhause dauerte es (trotz mehrstündiger Anpassung an meine Wasserverhältnisse im beheizten und durchströmten Eimer) drei Wochen (!), bis sie "aufmachte", dann aber überraschend von einem Tag auf den nächsten.

    also ich (und die meisten anderen hier im Forum wohl auch) passen ihre neuerworbenen Korallen nicht ans Beckenwasser an wie etwa Fische, Garnelen etc. sondern geben sie einfach ins Becken - halte das für absolut nicht notwendig. Denke auch nicht, dass es bei Deiner Pachyclavularia einen Unterschied gemacht hätte, wenn Du sie gleich reingegeben hättest. Besonders Weichkorallen können am Anfang einige Zeit brauchen (wie Du ja auch erwähnst), bis sie gut dastehen (den Steinkorallen sieht man es insofern nicht an, da sie ja nicht schlapp zusammen fallen können :D)


    Ich hab von einem Kollegen damals (Becken stand gut eine Woche) beim Einfahren neben etwas "Alt-Wasser" auch einen kleinen ca 1cm großen Ableger einer Fungi bekommen. Sie ist seither im Becken und ist auf eine Größe von gut 8-9cm herangewachsen. Hat alle Unbillen der Einfahrphase überstanden. Ansonsten hab ich mir aber beim Einfahren sehr viel Zeit gelassen. Also es kann schon klappen mit einzelnen Tieren, aber man sollte doch generell dem Becken die Zeit geben sich zu entwickeln.

    @Christof:

    Zitat

    Die Fingerkoralle auf dem Bild vorne, scheint nur aufgrund der Strömung aufrecht zu sein. Bei abgeschalteter Strömung, liegt sie genauso da wie die dahinter.


    Sieht mir aber eher aus, als ob sie von der Strömung (von rechts oder?) gebeugt wird. Dann müßte sie bei ausgeschalteten Pumpen gerade stehen.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

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