Gebraucht AQ 470L nötige Ausstattung Technik und Pflege

  • Hallo Ihr Spezialisten.

    Ich betreibe seit ca. 1 Jahr nun ein 60L Nano von Dennerle. Das System hatte ich mir für den Einstieg geholt und lediglich eine andere Lampe von HydroGalaxy geholt. Zur Pflege ist das recht einfach zu handhaben. Ich mache im Grunde nur Wasserwechsel und füttere mit Plankton und ab und zu Artemia für die Krebse.

    Ich habe jetzt ein tolle Angebot für ein 470L Becken 130x60x60cm. Es ist diverse kleine Technik dabei wie Pumpen und Nachfüllanlage. Die genauen Bezeichungen fehlen mir jedoch.
    Technikbecken sowie Gestell sind ebenfalls mit dabei.

    Ich würde gerne von euch kurz und bündig wissen. Was nötig ist um so eine Größe vernünftig zu führen. Also was für Nährstoffe Zusätze usw. gebt Ihr zu. Wieviel Aufwand ist die Pflege usw. Einfach aus eurer Erfahrung heraus.

    Ich habe mir schon immer diese Größe gewünscht, scheue mich jetzt aber gerade etwas weil ich nicht so recht einschätzen kann was da auf mich zu kommt.
    Das dies Ausstattungsabhängig ist, ist mir bewusst. Ich würde nur gerne eure Erfahrungen hören.

    Gruß Kay

  • Hi Kay

    Es gibt keine Musterlösung. Was willst du denn für Tiere in dem Becken halten? Sollten es auch "Harte" sein wirst du um eine Versorgung mit Balling/ATI Essentials und was es noch alles gibt oder einen Kalkreaktor nicht herumkommen. Zudem brauchst du einen anständigen Abschäumer und die passende Beleuchtung.
    Zum Einfahren meines Beckens bin ich nach der Dosieranleitung von Sangokai vorgegangen. Aber denke das geht genau sogut mit Microbelift/Triton/etc...

    Mein Becken hat eine vergleichbare Grösse, mein Pflegeaufwand ist relativ gering.
    -Scheiben reinigen (täglich mit Tunze Putzdingens)
    Fütterung (täglich FroFu flocken und pellets 3 mal am Tag aber per Automat)
    Abschäumertopf leeren/reinigen (3 mal die Woche)
    Filtersocken wechseln (alle 2-3 Tage)
    Algen im Refugium auslichten (1-2 mal im Monat)
    Wasserwerte messen (je nach dem zwischen 1 mal in der Woche bis 1 mal im Monat)
    Balling-Lösungen anmischen (kannst du selber steuern wenn du grössere Behälter nimmst, bei mir alle 60 Tage)
    Seltener wirst du Korallen zurückschneiden, Pumpen entkalken etc. müssen.
    Am Anfang wirst du je nach System das du fährst täglich mittelchen/Bakterien/Bakterienfutter etc. dosieren müssen. Meine Erfahrung, nach ca 1 1/2 Jahr Standzeit. Weniger ist mehr. Dosiere auch kein Sangokai mehr, sonder fahre nur noch Standard Balling.

    Wasserwechsel mache ich nur selten, so alle 2-3 Wochen 7-8 Prozent (ergibt sich durch das 30 l Fass das ich verwende).

    Die liste ist wohl nicht ganz vollständig, sollte allerdings anhaltspunkte liefern. Ich habe ein Mischbecken mit SPS/LPS und einigen Weichen mit moderatem Fischbesatz. Keine Absorber/Kohle oder sonstiges im Einsatz, LS im TB und 80 % Keramik im Becken rest Totgestein.

    Hoffe geholfen zu haben :smiling_face:

    Gruss Stefan

  • Ja. Danke. Das ist doch schonmal ein erster Eindruck. Hast Du das alles aus reiner Erfahrung so gemacht oder via einem bestimmten Fachbuch?

  • Ein Buch zu lesen ist sicherlich nicht falsch, allerdings sind die meisten Bücher nicht aktuell (Triton/Sangokai etc. werden kaum erwähnt)...
    Gestartet habe ich ähnlich wie du, halt mit einem 300 l Würfel. erstmal nur mit Wasserwechsel. mit Microbelift eingefahren, allerdings hatte ich in dem Becken einige Probleme und Verluste.

    Dadurch habe ich mir angewohnt, weniger ist mehr. Hande raus, etc. Grundsätzlich habe ich mir mein Wissen selber erarbeitet, in Foren gelesen, wichtig dabei, immer kritisch zu bleiben, wer behauptet nur sein System sei das richtige klingt für mich sehr unseriös. Wichtig ist die Werte stabil zu halten und zu beobachten und dann nur leichte korrekturen vorzunehmen. Durch Laboranalysen haben wir zudem mittlerweile ein gutes Werkzeug in der Hand um richtig zu reagieren wenns aus dem Ruder läuft.

    Cyanos oder Dinos wirst du früher oder später kriegen, dann heisst es ruhe bewahren und geduld haben ja nichts mit der Brechstange versuchen. Das sind meine Learnings in den 3 Jahren Meerwasseraquaristik.

    Viele Grüsse

    Stefan

  • Hallo Kai,

    meiner Erfahrung nach braucht man diese ganzen Mittelchen nicht, um erfolgreich Riffaquaristik zu betreiben. Ich kenne wohl Aquarianer, die mit diesen Mittelchen die Farben ihrer Korallen auf die Spitze treiben - und auch ebensoviele Aquarianer, die sich damit ihr Becken an die Wand gefahren haben. Für mich ist das klassische "Berliner System" nach wie vor die erfolgversprechendste Variante, gerade wenn man beginnt.

    Dazu möchte ich Dir ein gutes Buch ans Herz legen: Rüdiger Latka - Das Riffaquarium: Praxis für Neueinsteiger
    Darin wird sehr anschaulich beschrieben, wie man vorgehen kann und wie es auch zum Erfolg führt. Ich habe selbst bereits 4 Becken nach dieser Methode eingefahren - und nebenbei keine Cyanos bekommen.

    Ansonsten möchte ich Stefan beipflichten - am Wichtigsten ist es, Ruhe zu bewahren und nicht ständig etwas Neues auszuprobieren.

    VG,
    Bernhard

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