Montipora Sterben

  • Hallo,
    habe seit einigen Tágen ein unerklärliches Phänomen. Eine Montipora Nachzucht, die binnen einem Jahres aus einem 2 cm großen Bruchstück zu mehreren 10cm großen Ablegern gewachsen, stirbt seit einigen Tagen bzw. Wochen innerhalb kürzester Zeit ab. Es beginnt damit, dass sich eine Stelle beginnt aufzulösen und meistens ist am nächsten Morgen der gesamte Ableger in einer Schleimwolke abgestorben. Die Ableger befinden sich an unterschiedlichen Stellen im Becken, mit unterschiedlicher Beleuchtung, und Strömung. Nur diese eine Montipora Art stirbt ab, allen anderen Montis und sonstigen Korallen geht es bestens. Alle Wasserwerte sind wie immer (gut). Ich nichts am Becken verändert. Ich hatte vor längerer Zeit schon einmal ein ähnliches Phänomen mit einer Acropora, die sich über Nacht auflöste - ebenfalls ohne jede Erkärung.

    Hat jemand schon einmal eine ähnliche Erfahrung gemacht, bzw. kann es sich erklären ? (Strudelwürmer o.ä. scheiden ebenso aus, wie Milieuveränderungen des Wassers)

    Gruss
    Stephan

    Gruss
    Stephan

  • Hallo Stephan

    Dieses Problem hatte ich in meinem Becken auch schon.Ich gehe davon aus .daß es sich um eine massenhafte Vermehrung von latend vorhandenen Bakterien ( Ciliaten ) handelt , aus welchen Gründen auch immer .Es ist so ,daß nur eine spezielle Art von Korallen befallen wird . Leider scheint es noch kein 100% wirksames Gegenmittel zu geben.Die einzige mir bekannte Hilfe ist ,sofort weiße Sellen abzwicken u. Ableger machen u. sonst alle Wasserwerte immer im optimalen Bereich zu halten.Zum Trost : Du siehst , Du bist nicht allein.

    Gruß Bernd

  • Hallo Stephan
    das einzige Gegenmittel was ich dir aus eigener Erfahrung anbieten kann, ist ein Ozonisator.
    Dieser wurde bei meinen Freund, während des fast nicht mehr aufzuhaltenden Absterbens aller Steinkorallen eingesetzt, und die noch nicht so befallenen Korallen erholten sich.
    Die Ursache für so einen Ausbruch sehe ich entweder durch Einschleppen beim Einsetzen einer geschwächten Koralle, oder einem langsam auftretenden Spurenelementmangel, da sich das Becken zu sehr in eine Richtung bewegt.
    Ich Empfehle dir einen großzügigen Wasserwechsel.
    Ist nur eine Möglichkeit.

    Mfg Gunther

  • Hallo Gunther,

    Zitat

    Original von Gunther
    ***das einzige Gegenmittel was ich dir aus eigener Erfahrung anbieten kann, ist ein Ozonisator.***

    ***Dieser wurde bei meinen Freund, während des fast nicht mehr aufzuhaltenden Absterbens aller Steinkorallen eingesetzt, und die noch nicht so befallenen Korallen erholten sich.***

    Die Ursache für so einen Ausbruch sehe ich entweder durch Einschleppen beim Einsetzen einer geschwächten Koralle, oder einem langsam auftretenden Spurenelementmangel, da sich das Becken zu sehr in eine Richtung bewegt.
    Ich Empfehle dir einen großzügigen Wasserwechsel.
    Ist nur eine Möglichkeit.

    Ich habe auch den Verlust einer lachsfarbenen Montipora digitata zu beklagen. Die gleichen Symptome und trotz Ozon !

    Ich glaube nicht an einem Mangel an Spurenelemente, denn dadurch würde die Koralle nicht innerhalb von etwa 12 Stunden absterben.

    Aber angenommen ein Spurenelementemangel würde zutreffen, dann verringerst Du durch Ozon noch zusätzlich die Konzentration der Spurenelemente.

    Meine Koralle befand sich in einem sehr guten Wachstumsstadium, wie andere Korallen auch. Es war aber nur die Montipora davon betroffen. Leider geht das so schnell, daß auch die von Bernd Mohr empfohlene Maßnahme nicht helfen konnte. Es war einfach nichts mehr da was man hätte abkneifen können. Und das wie oben geschrieben innerhalb von 12 Stunden ! Zuerst war die Farbe komplett weg und dann lag das Gewebe wabernd um das Skelett herum.

  • [


    tag stephan,

    nun, ähnliches ist bei mir vor einigen wochen auch gewesen.

    einzelne äste einer recht senkrecht nach oben strebenden
    monti sind von dem verfall betroffen worden.

    andere direkt daneben, in nur wenigen millimetern abstand wachsende triebe, ist nichts geschehen.

    habe die weissen teile dann entfernt.

    der befall hat von selbst aufgehört.

    elementemangel vermute ich bei mir auf keinen fall.

    tritt meist nur dann auf, wenn weder wasserwechsel noch spurenelementezugabe stattfindet und gleichzeitig riesiege kolonien nur einer art wachsen.

    ozon habe ich auch im einsatz.

  • Hallo Joe
    das ist doch eine Möglichkeit das durch ein verstärktes Wachstum einer anderen Korallengattung irgendwelche Spuren verloren gehen die für zB. für Montiporas Lebenswichtig sind. Vielleicht ein Stoff oder Stoffe über deren Bedeutung wir noch nichts wissen wie schnell sie im Becken abgebaut werden .

    Mfg Gunther

  • hallo gunther,

    welche korallenart wächst bei dir denn übermässig und wie sieht deine wasserwechselgewohnheit oder die zugabe von spurenelementen bei dir aus?

    ähnliche phänomene gibt es auch bei z.b. pociloporas.

  • Hallo Joe,

    Wasserwechsel mache ich nach Zugabe von 2 Litern meiner Spurenelementlösung, angereichert mit 50g reinem Mineralsalz im Verhältnis zum Meersalz, dh. ca. aller 2 Wochen 50l.
    Spuren dosiere ich täglich.
    Übermäßig wachsen tut bei mir Montipora Platte und Ast, Orgelkoralle, Xenien weiß und braun, Briareum asbestinum (flachwachsende Kolonie) , Turbinaria reniformis.
    Das soll nicht heißen, das die anderen Korallen nicht wachsen, aber bei den hier genannten fäält es mir am meisten auf.

    PS: Was wollen wir jetzt daraus ableiten?

    MfG Gunther

  • Hallo Stephan,

    der schnelle Fortschritt der Krankheit könnte auf RTN (Rapid Tissue Necrosis) deuten, wobei diese aber gerade Montiporas wesentlich seltener betrifft als Acroporas oder Pocilloporas. Möglicherweise könnte in diesem Fall ein präventives Jodbad helfen.

    Eine andere schnell fortschreitende (bis zu 8 cm/Tag) Krankheit, RWD (Rapid-Wasting Disease), wurde ertsmals 1996 beschrieben . Hierbei wären aber auch Schäden am Kalkskelett zu erkennen. Ursachen werden in örtlich hohen Nährstoffkonzentrationen vermutet.

    SDR (Shut-Down Reaction) hat den schnellsten Krankeitsverlauf, wird öfter im Aquarium als in der Natur beobachtet und ist möglicherweise temperaturabhängig. SDR wird als außerordentlich ansteckend beschrieben, Erreger bzw. Auslöser sind nicht bekannt.


    Die Infos über diese Krankheiten habe ich dem Buch Aquarium Corals: selection, husbandry, and natural history von Eric Borneman entnommen. Erschienen 2001, ISBN 1-890087-47-5

    Eric stellt eine Liste der möglichen Verursacher bzw. Faktoren auf, die einzeln oder in Kombination zum Bleichen von Korallen führen:

    • Bakterien
    • Chemikalien
    • Ciliaten
    • Parasiten
    • Dunkelheit
    • Pilze
    • Schwermetalle
    • hohe Temperaturen
    • hoher Salzgehalt
    • niedriger Salzgehalt
    • ungenügende Strömung
    • Licht
    • Medikamente
    • Gifte
    • physischer Stress
    • Licht mit langer Wellenlänge (niedrige Kelvin)
    • Sedimentablagerung
    • Entkräftung, Verhungern
    • Stress
    • Temperaturänderung
    • UV-Strahlung (plötzlich erhöhte oder anhaltende Belastung)

    Ein englischsprachiger Artikel mit dem Titel BLEACHING AND TISSUE LOSS IN CORALS - WHAT'S THE DIFFERENCE? ist auch in der diesjährigen Februarausgabe von Advanced Aquarist's Online Magazin erschienen. Ein zweiter Artikel erschien dann im April.

    ---

    Du schreibst, daß du so ziemlich alle Verursacher wie Strudelwürmer, Wasserwerte und Milieuveränderungen ausschließt, andererseits aber die Montipora erst seit einigen Tagen betroffen ist. Ebenso seien die Wasserwerte gut, wie immer.

    In den letzten beiden Wochen hat unser Wetter für ziemlich starke und schnelle Temperaturschwankungen gesorgt, vielleicht auch in deinem Becken ?

  • moin thomas,

    (hast dir ja wieder mords arbeit mit suchen gemacht.

    alle achtung.)

    echt klasse liste, die eric da aufgestellt hat.

    so nach dem motto: darfs noch'n bischen mehr sein!

    hat so ziehmlich alles zusammengeschrieben, was es an

    den üblichen schädigungsfaktoren gibt.

    was soll man da jetzt mit anfangen????

    irgendwas wird sich doch schon anwenden lassen

    ( schmunzel )

    also würfeln wir mal oder ziehen pinnchen.

    und für sowas werden forschungsgelder bewilligt.....

  • Hi Joe,

    na, soo schlecht ist die Liste ja nicht. Wenn Korallen jahrelang gut stehen und dann plötzlich eingehen, solte man nicht würfeln, sondern in der Liste Punkt um Punkt diejenigen Faktoren abhaken, die nicht in Frage kommen. Wenn ernsthaft dabei vorgegangen wird, kann dann schon mal auffallen, daß die Lampen zu lange nicht getauscht wurden, der Salzgehalt das letzte mal vor 4 Monaten gemessen wurde, vielleicht hat die Heizung einen Wackelkontakt und es wird nachts zu kalt, im Nachbarraum wurde gestrichen, es wurde neues Substrat und damit Bakterien oder Parasiten eingebracht, ...

    Die Liste ist lang, weil eben alles zutreffen kann. Sie sollte anregen, den komplizierten Hintergrund des Sterbens von Korallen zu bedenken, und nicht immer alles nur auf die üblichen Übeltäter wie Parasiten und Spurenelementemangel zu schieben. Daß soviel Forschungsgelder ausgegeben werden und nicht viel dabei rauskommt, unterstreicht doch nur die Komplexität.


    schönen Sonntag wünscht

  • hallo thomas,

    das ist ja das, was ich meine.

    weil es so komplex ist, ist
    eine genaue diagnose nicht oder kaum möglich.

    zumindest für uns hobbyisten.

    oder es sei, man findet halt den strudelwurm.

    aber das wäre ja die einfachste art der feststellung, und von jedermann zu treffen.

    das gleich gilt m.e. auf die komplexität der fragen warum nun fadenalgen plötzlich wachsen oder irgendwelche schmieralgen u.äh. auftreten.

    trotzt der vielzitierten besten wasserwerte.

    vielleicht hast du recht, beim abhaken der liste wird der
    kreis der möglichkeiten kleiner.

    aber das evtl. überaltern der brenner wird hier oft als
    grund für plagen angesetzt.

    vielleicht ja aus dem einzigen grunde heraus, dass man mit seinem latein am ende und es sowieso nicht nachprüfbar ist.

    ebensolche wünsche zurück

  • Danke erstmal für alle statements. Scheine mit dem Phänomen ja nicht der Einzige zu sein. Ich konnte einen Ableger retten, der mittlerweile auch wieder wächst. Ich habe gestern noch einmal alle Wasserparameter überprüft, aber ausser nicht messbarem Nitratwert nichts ungewöhnliches festgestellt. Auch die Temperatur hat sich nicht erhöht (im Norden wirds meist (leider) nicht so warm ...) Wasserwechsel mache ich wie seit Jahren - es ist somit eigentlich nichts anders als sonst auch-es kamen auch keine neuen Korallen o.ä. hinzu. Somit fürchte ich wird das plötzliche Absterben der einen Montipora-Art wohl als ungelöstes Phänomen abgehakt werden müssen ...

    Viele Grüsse aus Hamburg
    Stephan

    Gruss
    Stephan

  • Hallo Stephan,
    deine Beschreibung deutet darauf hin, das du ein einseitiges
    Spurenelemente verhältniss erziehlt hast, du solltest
    eine Zeit lang keine dosieren, sondern mit verstärktem Wasserwechsel arbeiten, damit ein Gleichgewicht hergestellt wird.
    Montiporen reagieren z.b.auch auf erhöhte Jodzugaben sehr sensibel, nimmst du Kaliumjodid oder Lugol?
    Gruß
    Th.

  • Hallo Thomas,

    Wasserwechsel gibts bei mir regelmässig alle 14 Tage, Spuren eher wenig (die Spuris sind übrigens von Dir - hoffe nicht dass es daran liegt :smiling_face: ) Ansonsten verwende ich Lugolsche Lösung - aber auch eher sparsam. Wie gesagt, einen Ableger konnte ich retten, der mittlerweile auch wieder wächst als wäre nichts geschehen. Die restlichen Ablger, die in knapp einem Jahr förmlich explodiert waren, haben sich in Schleim aufgelöst ...

    Viele Grüsse
    Stephan

    Gruss
    Stephan

  • Nochmals...
    meine Versuche haben gezeigt, daß speziel Montiporen
    sehr sehr negativ auf zu hohe Jodwerte reagieren, so zumindest bei mir.
    Versuch doch mal 6-8 Wochen ohne Jod.
    Gruß
    Th.

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