Wie werden PH-Sonden und Leitfähigkeits-Sonden ausgelesen?

  • Hallo,

    ich möchte einen kleinen Einplatinen-PC bauen, an den ich eine PH-Sonde und eine Leitfähigkeits-Sonde anschließen kann, damit ich damit die Meßwerte der Sonden auslesen und weiter verarbeiten kann.

    Ich würde gerne dafür die entsprechenden Sonden der Firmen WTW oder Greisinger nutzen. Fall jemand noch weitere gute Hersteller solcher Meßsonden kennt, dann nur her mit den Herstellernamen :winking_face:

    Die Frage ist nun, ob die Sonden das Meßergebnis als Veränderung eines Widerstands an den Anschlüssen ausgeben, oder ob da eine Stromsenkung stattfindet. Mir ist schon klar, dass die Sonden vermutlich nicht nur zwei Anschlüsse haben, an die ein simples Ohm-Meter angeschlossen werden muss und man das Ergebnis umrechnen kann.

    Ich erwarte hier natürlich keine Anleitung, wie das genau funktioniert, sondern möchte mir nur ein paar Tipps zum Einstieg abholen, falls sich schon Jemand (außer mir) im Forum mit dem Thema beschäftigte.

    Wäre für eine Antwort dankbar.

  • Hallo Armin,

    vielen Dank für die Informationen. Das klingt nicht besonders schwierig.

    D.h. die PH-Sonde erzeugt selbst eine minimale Spannung.

    Ich plane entweder einen kleinen Einplatinen PC, der unterschiedliche für MW-Aquarien relevanten Sonden bedienen kann oder eine USB-Schnittstellenkarte, welche einen Anschluß dieser Sonden an einen PC ermöglichen soll.

    Wann ist der angepeilte Termin, wann der Umbau des Aquariums im Museum in Karlsruhe auf LED komplett umgerüstet sein soll, damit man es besichtigen kann? Bin sehr gespannt darauf, wie es dann aussehen wird.

    Leider wohne ich nicht mehr in BaWü, aber um das Ergebnis zu sehen, ist mir fast kein Weg zu weit.

  • Das klingt nicht besonders schwierig.

    :grinning_squinting_face:

    Sorry, konnte ich mir bei besten Willen nicht verkneifen!
    Ich will Dir das ja nicht ausreden, aber so einfach wie es klingt ist es nicht!
    Wenn Du halbwegs stimmige Werte dauerhaft erhalten möchtest kommst Du um relativ aufwendige Schaltungen nicht herum!

    Ich würde eher dazu raten. Damit erreichst Du recht schnell und genau das was Du möchtest!
    Ich verwende diese Teile schon mehrere Jahre und bin mehr als zufrieden damit!

    Bezugsquelle in Deutschland

    Grüße,
    Jens

  • Hallo,

    ich meine mal gehört zu haben, dass eine gleichzeitige Auslesung zu Mssfehlern führt.

    Sehr empfehlenswert sind Sonden von Jolub (einem echten Guru auf dem Gebiet).

    Gruss

    Sven

  • Hi,

    (erster Post :smiling_face: )

    Das Verhalten von PH sonden lässt sich grundsätzlich mit der Nernst- Gleichung bestimmen. Für neue Sonden gilt 59mv/PH wobei PH 7 ein im Mittel ausgeglichenes Verhältnis zwischen sauren und basischen Bestandteilen darstellt. Wie aber bereits angedeutet muss in regelmäßigen Abständen kalibriert werden weil die Steilheit der Messonde nachlässt. Dauerhafte Messungen sind wegen Algen/Bakterienablagerungen und der daraus resultierenden Abweichungen nicht empfehlenswert. Außerdem sinkt durch die dauerhafte Messung die Lebensdauer der Sonde dramatisch. Lagerung in Kcl 3mmol ist daher für eine lange Lebensdauer obligatorisch.

    Die Messung ist ebenfalls wie bereits angesprochen heikel. Die Spannungen müssen praktisch ohne Stromfluss abgenommen werden. Für einen Laien kann ich das nachbauen daher nicht empfehlen, zumal ohne einem geeigneten Zweitgerät keine Möglichkeit zum Referenzieren des Systems besteht.

    Bei der Leitwertmessung wird nur deshalb eine Wechselspannung angelegt, damit weniger/keine Ionen an den Messflächen an die Flüssigkeit abgegeben werden. Hier wird der Stromfluss gemessen zur angelegten Spannung. Hier besteht die Herausforderung ebenfalls in der Auslegung der Sonde und dies nachzubauen ist ebenfalls nicht trivial.

    Ich habe mir mal bei Eb** je ein Gerät von WTW für Leitwert und PH erstanden die beide sehr zuverlässig funktionieren. Die gibt es auch als Kombigerät für das 3-fache eines einzelnen. :winking_face:

    Grüße

    Christian

  • Hallo,

    dass ich so viele Antworten zu dem Thema bekomme, hätte ich nicht gedacht. Ihr seid Super!

    Jens, die Platinen, auf die Du hingewiesen hast, sind super. Genau an sowas dachte ich.

    Christian, die WTW Geräte kenne ich und hatte ich auch mal, bis ich das Hobby Umzugshalber aufgeben musste. Nun möchte ich wieder damit anfangen und wollte alles perfekt machen und dazu auch mit einem Steuerungs-Computer arbeiten, der die ganze Meerwasseranlage steuert und aus der Ferne bedienbar ist, sowie auf bestimmte Fehler oder Umstände selbst richtig reagieren kann. Die Sonden wollte ich nicht selbst herstellen, sondern nur die Elektronik. Dabei würden mir auch zwei Elektroniker helfen, die nichts anderes den ganzen Tag machen, als fast genau so was zu entwickeln. Aber, da wusste ich von den Platinen, die Jens nannte, noch nichts.

    Die Sonden sollen nicht ständig im Meerwasser verbleiben, sondern nur zur Messung mechanisch im Technikbecken zu regelmäßgen Abständen geführt werden.

    Fehlt quasi nur noch eine Calcium Sonde, welche eine zuverlässige Messung ermöglicht. Diesbezüglich weiß ich noch am wenigsten. Ich weiß aber, dass WTW mal Calcium Sonden herstellte. Habe nämlich eine uralte (vermutlich defekte) solche Sonde sogar noch irgendwo herumfahren.

  • Hallo Artur,

    mit LED beleuchtete Meerwasseraquarien kannst du im Vivarium des Naturkundemuseums Karlsruhe
    schon seit längerem sehen. Das 240.000 Liter Becken soll 2015 fertig sein.

    Die Dauermessung des pH ist unkomplizierter als es klingt. Ich habe schon seit Jahren eine
    einfache Gelelektrode aus dem Aquarienbedarf im Technikbecken hängen, die nur ab und zu gereinigt wird.
    Bei der regelmäßigen Vergleichsmessung mit meinem Labor-pH-Meter zeigen sich erstaunlich geringe Abweichungen.

    Ob du mit einer elektronischen Calcium(dauer)messung dagegen weit kommen wirst, wage ich eher zu bezweifeln.

    Gruß Armin

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