Nitratfilterung mit Caulerpabecken?

  • Hallo Zusammen :smiling_face:

    mehrere Forianer diskutieren derzeit wieder über die azooxanthellaten Weichkorallen, Gorgonien, Filtrierer allg. etc.

    Dabei entstehen wie ambitionierte Aquarianer ja sicher Wissen, auch mal mehr oder mal weniger Probleme.

    Eines davon ist die Aufrechterhaltung der Wasserqualität. Da eigentlich Permanent Futter zugeführt werden sollte, dürfte spätestens jetzt jedem klar sein daß Wasserwerte wie Nitrat und Phosphat, allen anderen Voraus, nicht gerade die optimalsten Werte, wie sie in Steinkorallenbecken anzutreffen sind, aufzeigen! :frowning_face:

    Dabei wurde dann das Thema Schwefel-Nitrat-Filter und Contraphos von Aqua Connect angesprochen.

    Nach genauem Überlegen aber, und vor allem dadurch daß die Begeisterung über die "Chemischen" Filter wie eben der Schwefel-Nitrat-Filter nicht sonderlich groß war, wenn auch die Ergebnisse doch ganz Ok waren, kam mir dann die ja eigentlich schon längst bewährte Idee mit der Filterung durch Caulerpa Algen. Eine echte Alternative?


    Nun zur Eigentlichen Frage:

    Wer betreibt ein "klassisches" Caulerpabecken im Kreislauf mit?
    Welche Ergebnisse damit sind als real Anzusehen in punkto Nitratreduktion?
    Wie "Standhaft" und "Zuverlässig" ist diese Art der Filterung?

    Es gab schon einige Berichte darüber oder zumindest über ähnliche Systeme, aber wer hat es denn tatsächlich alles im Einsatz?
    Auch soll es nicht ganz ohne sein, da die Algen Die "Giftstoffe" in dem Sinne verwerten daß sie sie "Speichern". Was ist wenn das System kippt? :angry_face:

    Schon mal einer Negative Erfahrungen gemacht?? :confused_face:

    Wie schaute es Grundsätzlich mit der Empfehlung eines solchen Systems aus im Bezug auf das angesprochene Projekt "Filtriererbecken"?


    Besten Dank im Voraus!!

    mit hoffnungsvollen Grüßen Thilo :face_with_tongue:

  • Hi Thilo!
    Ich hatte jahrelang ein Caulerpafilterbecken und bin heute noch begeistert davon. :smiling_face:
    Leider mußte ich wegen Platzmangel das Becken aufgeben. Aber sinnvoll ist es nur, wenn es 20% von deinem Hauptbecken fast.
    Ich habe angefangen mit Strandpflanzenfilter mit Mangroven (1985), aber das Caulerpabecken fand ich super, vor allem was sich da auch an Getier herum treibt. :smiling_face:
    Die Caulerpas dürfen aber nicht überwuchern, sonst bleichen sie aus und geben ihre Stoffe an das Wasser ab, was zur Katastrophe führen kann, also regelmäßig etwas abernten.
    Die einzige Katastrophe die ich einmal hatte, war das mir das Becken einmal überging, weil feundlicherweise eine Schnecke mir den Abfluß reinigen wollte, während ich das Abflußgitter herausnahm (zur Reinigung).
    Aber sonst machte ich nur gute Erfahrungen und das mehrere Jahre. :smiling_face:

  • Hi Thilo !

    Ich hab im Pferdebecken seit ca. 4 Monaten Caulerpa in Massen (betreibe also fast schon dieses Becken als Caulerpabecken :)), hab aber (anderer Thread) mir durch Wassernachgiessen mit komplett verseuchtem Osmosewasser (Grüsse an den Händler, grrr...) liebenswerterweise auch Kugel-,Schmier-Faden-, und alle anderen Variationen, die es an Algen gibt eingefangen. Diese lebten mit der Caulerpa in Koexistenz, hab mir schon überlegt, die Dinger kiloweise an das nächste Sushi-Lokal zu verhökern.

    Anyway, zur Sache, weil Du ja auch über Phospat-Absorber geschrieben hast. Ich hab seit 2 Tagen Phos-Zorb im Einsatz, zum Zeitpunkt des Einsatzes hatte ich sowohl PO4 als auch Silikatwerte über 2.0
    Nun, nach 48h ist Phosphor nicht mehr nachweisbar, den Algen (allerdings auch der Caulerpa) gehts ziemlich dreckig. Muss das Zeug wohl jetzt absetzen und den Rest der unerwünschten Algen manuell erledigen.

    ALlerdings hab ich, als mir das letzte Mal (durch ziemlich schwachsinnige Röhrenwechseltests meinerseits) nahezu die gesamte Caulerpa gekippt ist (da waren aber noch keine Fische drin) die entstandene mörderische Trübung innerhalb weniger Stunden mit Aktivkohle und Easylife eliminiert, die Schadstoffwerte sind nur kurzzeitig minimalst gestiegen und waren bald wieder in der Norm. Der damals schon eingesetzten Wurdemanni-Garnele hats genausowenig geschadet wie der Röhrenwurmkolonie. Über das "Caulerpagift" das angeblich in so einem Fall auftritt kann ich nichts sagen, meinen Schützlingen hats nicht geschadet, ich hab aber kein Korallenbecken ...

    Was hast Du von Caulerpa ? Schwer zu sagen, das Zeug scheint ja (wohl wegen der Kippgefahr nebst Wassertrübung) schwer verhasst zu sein.
    Meine Beckenwerte (und ich mess mittlerweile mit Tests mehrere Hersteller, weil ich selbst Krisen hab das zu glauben): Nitrit, Nitrat, Ammonium nicht nachweisbar !!! Und das mit einem Billigst-Abschäumer, einem Mini-Hängefilter (in dem aber zugegebenrweise neben Nitrifikationsbakterien auch Tausende Minischwämme und andere Winzigstorganismen hausen, die wohl auch vor allem das Nitrat, das die Bakterien produzieren, fressen,den lebenden Steinen und ein paar kleinen no-name Muscheln.
    Und der Caulerpa !!!

    Ich glaube schon, dass es in vielen Fällen möglich ist durch natürliche Bewohner wie Caulerpa, Muscheln usw. viele chemische Geräte/Vorgänge zu ersetzen oder zumindest nicht jedem Neuling aufzuschwatzen, zumindest nicht für Becken, in denen keine ultraheiklen Bewohner stecken und absolut nährstoffarme Bedingungen vorherrschen müssen. Dann is nämlich natürlich nix mit Caulerpa.

    Nachdem ich mich nämlich Anfang des Jahres einem meiner Wiener Händler gegenüber als "Wiedereinsteiger, der keine Ahnung über die heutige Technik hat" geoutet habe hat der Gute sofort versucht mir einen Tricklefiler nebst Nitratfiler anzudrehen, ohne die Kombination hätte ich nämlich "nicht die geringste Chance".
    Kleinstlebewesen für NO2+3 Abbau haben sich durch die LS gratis im Cheapofilter angesiedelt, gebraucht hab ich daher bisher nichts von dem High-Tech Käse und will offengestanden auch sowenig Technik und Chemie verwenden wie möglich. Ich wollt mir schliesslich ein Stück Natur ins Haus holen und kein Chemielabor. Wobei mir bei dieser Aussage klar ist, dass man beim Züchten diverser Spezies nicht um grössere, auch chemische Eingriffe, rumkommt.

    Sicher, die Caulerpa muss beobachtet werden (obwohl ich, siehe oben, nicht davon überzeugt bin, dass beim Absterben die Schadstoffe wieder in grossen Massen abgegeben werden, auch das "Caulerpagift" hat meine Wurdemanni damals locker weggesteckt), ein Schwefelfilter, der nicht richtig will, ist ja, soweit ich im Forum gelesen habe, aber auch nicht ohne...

    Allerdings hätte die Caulerpa allein nie das ganze PO4 aus dem Becken holen kann. Dazu wären Unmengen nötig. Aber für eine Teilregulierung und Schadstoffverwertung macht es meiner Meinung nach durchaus Sinn. Abgesehen davon treiben sich in der Caulerpa, wie bereits beschrieben, etliche Kleinstlebewesen herum die meine beiden Mandarins happy machen :]

    Wie ich grad feststelle, treibt die Caulerpa, obwohl einige alte Blätter abgestorben sind grade neu aus.
    Scheint also alles in Ordnung zu sein.

    Liebe Grüsse aus Wien,
    Karl

    Juwel Vision 450l, 4xT5, Multiflotor 1000
    Nano 40l (Asylbecken für Krabben etc.)

  • Ein gutes Mittel gegen Nitrat ist sicher auch ein Jaubert Refugium oder ein Hauptbecken mit Jaubert Plenum. Phosphat kriegt man damit aber immer noch nicht in den Griff, neben der Möglichkeit der Ausfällung durch Kalkwasser bleibt da wohl nur der Griff zu PO-Adsorbern à la Rowaphos etc.

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