Aufzucht von Elacatinus multifasciatus???

  • Hallo liebe KeWeGemeinde,

    Wie sicher einige wissen, habe ich zwei 60Liter Nanos, die an ein Algenrefugium angeschlossen sind und mit verschiedensten LEDs beleuchtet, keine weitere Technik, bis auf Pumpen! Ich habe ein Pärchen El.multifasiatus in einem der Becken! Putzige kleine Kerlchen, die sich vollkommen eigenständig mit vorhandenen Algen und Kleinstlebewesen versorgen! Nun stellte ich vor kurzem fest, dass das Männchen ziemlich emsig damit beschäftigt war, unter einem Stein eine Höhle zu graben, was beide vorher nicht gemacht haben! Das begann vor etwa 10Tagen! Nun habe ich, da die Höhle sehr nah an der Frontscheibe ist, mal hineingeschaut und auch mit großer Lupe gekuckt und siehe da, er bewacht Laich! Befächelt den, räumt kleine, störende Steinchen raus und vertreibt sogar die deutlich größere C.hasselti mit weit aufgerissenem Maul, wenn diese sich 3cm an die Höhle heran "verirrt"!

    Nun komme ich zur eigentlichen Frage: hat jemand von euch Erfahrungen mit der Aufzucht? Laut MeWeLexikon soll es gehen, aber nicht so einfach sein! Wie lange brauchen die kleinen, bis sie schlüpfen? Was kann man als Futter anbieten? Oder reicht die eigentliche Biologie im Becken aus?
    Wenn ich die Pumpen auf Futtermodus, sprich "Pause" stelle, dann sieht man, wie nach und nach winzige, nicht mal 1mm große, zuckende Lebewesen an die Oberfläche "schwimmen"! Die sind so klein, dass sie, wenn sie sich nicht bewegen im Wasser irgendwo "hängen" wie festgeklebt! Leider habe ich noch keine unters Mikroskop bekommen! Sicher sind es kleine Krebse oder ähnliches... Aber würde soetwas von denen als Futter gehen?

    Bin gespannt, wie es weiter geht und ob sie überhaupt schlüpfen und ich es dann mitbekomme! Für Hinweise wäre ich dankbar! Dass die beiden sich vermehren wollen, hatte ich zwar nie angedacht, aber ich nehme es mal als Wohlfühlindikator!

    Danke für die Hinweise im Voraus schon mal!
    LG
    Stefan

  • Hallo Stefan ,

    laut Wittenrich's buch schlüpfen die larven in der 5. oder 6. (temperabhängig) nacht nach der eiablage
    sie sind dann ca. 3 mm , und bräuchten futterorganismen die anfangs nicht grösser als ca. 0,15 mm sein dürften

    Sie benötigen zunächst rädertierchen , und zwar am besten kleinere arten als die gewöhnlichen brachionus plicatilis , oder copepodennauplien , ab 10 tagen frischgeschlüpfte artemien , die nach 18 tagen angereichert werden müssen (wie auch die rädertierchen , die ca. 14 tage benötigt werden)

    Copepoden (es gibt sehr viele arten davon) sind die tierchen , die du erwähnst , ob es möglich ist ,deine zu kultivieren (und ob deren nauplien klein genug sind )müsstest du ausprobieren.

    Du brauchst auch mikroalgen (phytoplankton) , entweder selbstkultiviert oder als konzentrat gekauft.

    Diese grundelart braucht zufolge wittenrich und mofib :

    http://www.marinebreeder.org/forums/viewtopic.php?f=180&t=4226

    4-5 wochen bis zur umwandlung zum fisch , was eine gute ernährung und wasserpflege voraussetzt (= haufen arbeit)

    alles in allem keine ideale art für anfänger in der zucht würde ich sagen, aber viel möglichkeit , alles gut zu üben :winking_face:

    dort kannst du dich zu themen wie rädertierchen (brachionus) und copepdoden , futteralgen und anreicherung schlau machen :

    http://www.meerwassernachzuchten.de/

    http://www.ifmn.net/

    viel glück

    thomas

    GRÜSSE AUS DEM HOHEN NORDEN
    mein Bilderbuch

    3 Mal editiert, zuletzt von Thomas Engels (28. Februar 2013 um 21:38)

  • Hallo Thomas,
    Vielen Dank für deine tolle Beschreibung der Machbarkeit! Habe mir mal die von dir vorgeschlagenen Seiten angeschaut und werde mit vielleicht Wittenrichs Buch zulegen! Hatte ja noch nicht mal daran gedacht, nun in die Zucht einzusteigen und kommt mir auch nicht gelegen, da es sich schon nach sehr viel Arbeit anhört, die ich zur Zeit vom Aufwand nicht betreiben kann! Aber in Zukunft, wäre es eine Option....
    Hatte auch nicht damit gerechnet, dass die Kleinen sich so vergnügen würden! :winking_face:

    Aktueller Stand:
    Scheinbar waren die Eier schon länger da, als ich sie bemerkte, denn gestern waren sie weg! Im hinteren Teil der Höhle, habe ich noch sowas wie leere Hüllen, die von der Seite weghingen gesehen, als ob so eine Art transparente Galerthülle dort hängt! Habe im näheren Umfeld geschaut, ob es vielleicht irgendwelche Algen sein könnten, aber die sehen alle ganz anders aus! Entweder sind es wirklich die leeren Eihüllen oder es waren unbefruchtete, was ich mir aber nicht vorstellen kann! Ich habe jedoch keinerlei Larven irgendwo entdecken können, was aber angesichts der Strömung dort unten auch nicht verwunderlich ist! Nur auffällig ist, dass das Männchen nun vollkommen, na fast rastlos, die Höhle vergrößert und dabei Steine mit seinem Maul transportiert, die Größer als sein Kopf sind - Hut ab!

    Aber wie sollte Ann die Larven finden bzw. seperieren? Muss ich, wenn ich nächste mal ein Gelege finde, es aus dem Becken nehmen und in ein gesonntes Behältnis tun? Ich habe hier im Forum mal so eine selbstgebaute Larvenfalle gesehen....oder damit die Tierchen dann herauslocken? Der Laich braucht je eine Brutpflege, die ich doch selbst nicht sicher stellen kann oder?

    Mein, zugegebener Massen, etwas naives Denken, beruht ja darauf, dass ich es schaffe, ein solch "natürliche Umgebung" zu schaffen, dass das Nahrungsangebot automatisch da ist, aber das geht wohl eher nicht? Aber dass sich verschiedenste Mikroorganismen im Wasser, ob Oberfläche oder in den vielen Algen oder dem Gestein befinden und die auch einem staddy state folgen müssen, habe ich beobachtet, da ich eine Zeit lang sehr, sehr viel Ostracoden in einem der Becken hatte, die jetzt noch da sind, aber deutlich vermindert in der Zahl!

    Na gut, sollte ich irgendwann hunderte E. multifasiatus im Becken in den kommenden 3-6Wochen entdecken, melde ich mich nochmal :grinning_squinting_face: , wobei ich schon erkannt habe, dass die Wahrscheinlichkeit so leider gegen Null geht :face_with_rolling_eyes:

    Danke trotzdem für die tolle Erklärung, allein die Tatsache, dass die beiden Kleinen es versucht haben, finde ich toll und zeigt mir, dass es ihnen gut geht!

    LG
    Stefan

  • Hallo alle Miteinander....
    habe heute mal wieder in mein Aquarium geschaut, war 3 Tage nicht da uns siehe da, was schwimmt denn da so unruhig durch die Gegend....

    Habe etwa 15 Fischlarven entdeckt, knappt 5mm lang und einen habe ich mal gefangen und unters Mikroskop gelegt,...man sind die schnell, kann man kaum knippsen...bin mal gespannt, wie es weiter geht...

    Das besagte Männchen hat seine Höhle vervielfacht von der Größe, das Weibchen ist immer wo anders, nie in der Höhle und ich habe bisher auch keine neuen Gelege entdecken können, wobei die Höhle nun so tief ist, dass ich nicht mehr reinschauen kann...

    So, nun werde ich mal sehen, wie lange die Geister in der Gegend herumschwirren...und halte euch auf dem Laufenden...

    Stefan

  • Hallo Stefan

    das ist sehr interessant, was Du da berichtest. Auch ich habe ja diese kleinen niedlichen Grundeln


    http://www.meerwasserforum.com/index.php?page…streifengrundel


    Und habe da auch schon Larven gesehen, als ich einmal Seepferdchenjunge aus dem Becken abgeschöpft habe.

    Zur Zeit bin ich aber hiermit


    http://www.meerwasserforum.com/index.php?page…&threadID=59648

    beschäftigt, aber die kleinen Grundeln sind im Hinterkopf. Allerdings ist es sicher sehr schwierig, wie Thomas schon gesagt hat. Man braucht eben sehr kleine Brachionus.

    Aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert!

    Also trau Dich!

    Viele Grüße

    Kathrin

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!