Neues Becken geplant - Was wird benötigt?

  • Hallo Forumsgemeinschaft,

    als Frischling in diesem Forum möchte ich mich zunächst kurz vorstellen.
    Mein Name ist Patrick, ich bin 38 Jahre alt und komme aus BaWü. Mit Aquaristik selbst beschäftige ich mich schon seit meiner Kindheit. Zunächst hatte ich viele Jahre mit Süßwasser in Form von Gesellschaftsbecken zu tun. Nach mehrjähriger Pause interessierten mich dann Themenaquarien, die ich dann in Form von Malawi - und Tanganjika - Becken umsetzen konnte.
    Vor ca. 1 Jahr habe ich die Süßwasservariante beendet und angefangen mich mit der Meerwasseraquaristik zu beschäftigen.

    Ich habe mich in diesem Forum angemeldet um Wissenswertes, jedoch auch angebrachte Kritik - falls ich auf dem falschen Weg bin - zu erfahren!

    Was will ich?

    Geplant ist nun ein Wandaquarium mit ca. 684 L Gesamtvolumen:

    L = 115 - H = 70 - T= 85.

    Die etwas krummen Maße kommen durch die baulichen Gegebenheiten.

    In einem kleinen Raum hinter der Wand befinden sich ein Wasseranschluss, ein Waschbecken und ein Bodenablauf. Außerdem soll in dem Raum das Technikbecken untergebracht werden.

    In dem Becken sollen später überwiegend Korallen und Anemonen und nur wenige Fische leben.

    Welche Technik und welchen Aufbau habe ich bereits geplant?

    Bisher noch nicht wirklich viel. Sicher entschieden habe ich mich bislang nur für den Abschäumer 9415 von Tunze mit passendem Ozonisator. Außerdem möchte ich auch mindestens 2 Strömungspumpen, ebenfalls von Tunze, einbauen.

    Vom eigentlichen Becken habe ich geplant, lediglich das Oberflächenwasser am oberen Beckenrand über einen Kamm ablaufen zu lassen. Hierbei geht es mir um Sicherheit, so dass bei Stromausfall maximal ca. 50 L Wasser in das Technikbecken auslaufen können. Das Technikbecken selbst soll ein Gesamtvolumen von 160 Liter haben, wobei sich bei Normalbetrieb nicht mehr als 80 Liter im Becken befinden sollen, damit das mögliche Überlaufwasser genug Platz hat.

    Das Technikbecken selbst will ich wie folgt einteilen:

    Die erste Kammer möchte ich lediglich mit Auqaballs befüllen, hier soll sich die Strömung aus dem Ablaufrohr etwas beruhigen. Das Wasser soll dann über einen geschlossenen Steg in die zweite Kammer laufen, in der dann der Abschäumer stehen soll. Anschließend soll das Wasser über zwei weitere Kammern durch Schwämme laufen und in der fünften Kammer möchte ich dann einen Nitrat- und einen Phosphatfilter, sowie die Rücklaufpumpe einbauen. Einen UV Klärer möchte ich in die Rücklaufleitung einbauen.

    Welche Beleuchtung?

    In Sachen Beleuchtung gehen meine Überlegungen in Richtung 2x Radion XR30W G2 von EcoTech Marine

    Und Nun zu meinen Fragen:

    1. Was haltet Ihr von der Tunze 9415?

    2. Sind 2 Strömungspumpen ausreichend?

    3. Ist die geplante Einteilung des Technikbeckens ausreichend?

    4. Hat jemand die genannte LED - Beleuchtung im Einsatz, bzw. kann mir jemand etwas darüber erzählen?

    5. Habe ich bei der Technik etwas vergessen, was Eurer Meinung nach unbedingt erforderlich ist?

    6. Kennt sich jemand mit automatischer Wassernachfüllung aus?

    7. Ist ein automatisches Aufkalken möglich?

    8. Kennt sich jemand mit den Profilux Aquariencomputer von GHL aus - Hilfreich oder Spielzeug?

    So, ich denke, dass ich für meinen ersten Beitrag genug Fragen gestellt habe und würde mich über zahlreiche Antworten und Anregungen bezüglich meines Projekts freuen. Wie oben schon erwähnt, darf auch kritisiert werden wenn Ihr der Meinung seid, dass ich auf dem Holzweg bin.
    Weitere Fragen meinerseits werden ganz sicher folgen.

    Ansonsten wünsche ich einen guten Start für das Jahr 2013!

    Grüße aus dem Schwarzwald, Patrick

  • Hallo Patrick,

    willkommen im Forum! Ich versuchs mal als Erster:

    1. Was haltet Ihr von der Tunze 9415?
    Ist einer der weniger gebräuchlichen Abschäumer. Tunze zeichnet sich in erster Linie durch Strömungspumpen aus. Die Qualität ist unterschiedlich. Ich habe selbst eine Wavebox und Nanostreams im Einsatz und bin damit zufrieden (zuverlässig, aber nicht "unhörbar").
    Als Abschäumer habe ich (768Liter Becken) einen von Meerwassertechnik Klewinski; kann ich nur empfehlen. Sehr gute Abschäumerleistung und gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

    2. Sind 2 Strömungspumpen ausreichend?
    Ja, für den Anfang auf jeden Fall. Du solltest umgefähr das 15 - 20 fache des Beckeninhaltes an Strömungsleistung haben, also bei 700Liter dann zwischen 11000 und 14000 Liter/Stunde.

    3. Ist die geplante Einteilung des Technikbeckens ausreichend?
    - Lass auf jeden Fall die Biobälle raus, diese werden nach kurzer Zeit als biologischer Filter fungieren und Dir alle Eiweisverbindungen zu Nitrat wandeln, bevor diese den Abschäumer erreichen. Damit bekommst Du eine Nitratschleuder und Nitratwerte um 70-100mg/l sind zu befürchten (habe ich selbst erlebt).
    Wenn Du einen "ruhgigen" Ablauf möchtest, dann nehme einen 40er Ablauf mit Kugelhahn (oder noch besser Schrägsitzregelventil) und einen 32er Notablauf, und staue das Wasser im Ablaufschacht bis ca. 1-2cm unterhalb des Notablaufs an. Dann hörst Du so gut wie nichts mehr.

    Einen Nitratfilter brauchst Du dann auch nicht (das ist Technik von vorgestern). Investiere lieber in gutes Lebendgestein im Becken, welches dann die biologische Filterfunktion übernimmt.

    4. Hat jemand die genannte LED - Beleuchtung im Einsatz, bzw. kann mir jemand etwas darüber erzählen?
    Ich habe als LED die Vertex Illumina SR260. Kann ich nur empfehlen: Es lassen sich alle möglichen Farbkombionationen und Intensitäten mischen, nicht hörbare Lüfter, tolle Verarbeitung.

    5. Habe ich bei der Technik etwas vergessen, was Eurer Meinung nach unbedingt erforderlich ist?
    Du brauchst noch eine Rückförderpumpe aus dem Technikbecken ins Hauptbecken. Z.B. Royal Exclusiv RD 5000 Speedy.

    6. Kennt sich jemand mit automatischer Wassernachfüllung aus?
    Meiner Meinung nach die beste Wahl ist der Tunze Osmolator.

    7. Ist ein automatisches Aufkalken möglich?
    Ja, es gibt prinzipiell zwei Systeme:
    a.) Kalkreaktor
    b.) Dosieren von Ballinglösungen (CaCl2 und NaHCO3)
    Einfach mal googeln ....
    Ich habe beides probiert und finde Variante b besser, da weiß ich genau, was ich ins Becken kippe. Der Kalklreaktor hat für mich etwas Un"kalk"ulierbares.

    8. Kennt sich jemand mit den Profilux Aquariencomputer von GHL aus - Hilfreich oder Spielzeug?
    Meiner persönlichen Meinung nach Spielzeug .....

    Ansonsten möchte ich Dir dringend ans Herz legen, wenigstens eines der Standardwerke zum Einstieg in die Riffaquaristik zu lesen (D. Knop; D. Brockmann, oder R. Latka), bevor Du loslegst. Ich finde das Buch von Rüdiger Latka am besten für den Einstieg.

    LG,
    Bernhard

    ***** FISCH VOR KORALLE ****** Mein Becken: 768 Liter + Video  :afish:

    Einmal editiert, zuletzt von wasserpanscher (29. Dezember 2012 um 23:50)

  • wasserpanscher

    Hallo Bernhard,

    zunächst möchte ich mich für Deine schnelle und gut geschriebene Antwort bedanken!

    Zum Deiner Meinung nach, event. nicht unbedingt geeigneten Abschäumer von Tunze:

    Ich werde trotzdem erst einmal so anfangen, da ich ihn schon habe.

    Sehr Hilfreich war Deine Antwort zu den Aquaballs:

    Ich habe diese schon in meinem bereits laufenden Versuchsbecken verwendet und tatsächlich ist es so, dass ich Anfangs keine Nitratprobleme hatte und diese erst nach ca. 7 Monate aufgetreten sind. Duch den Einsatz eines entsprechenden Filters konnte ich wieder bessere Werte erreichen, werde jedoch mit dem neuen Wissen noch heute die Aquaballs herausnehmen.

    Thema Tunze Osmolator:

    Verstehe ich es richtig, dass ein Sensor den Wasserstand bei laufender Anlage überwacht und der zweite so angebracht wird, dass die Automatische Füllung gestoppt wird? Was passiert dann, wenn man aus irgendwelchen Gründen die Förderpumpe ausschaltet und demnach der Wasserstand im Technikbecken deutlich ansteigt?
    Mir kam vorhin mal noch der Gedanke, alles mit einer Osmoseanlage zu kombinieren, allerdings ist die Frage ob es hier in meiner Wohngegend viel Sinn macht, da wir generell gute Wasserwerte haben - Derzeit denke ich lediglich an einen Silikatfilter.

    Nochmal Danke und einen schönen Sonntag,

    Gruß, Patrick

    Einmal editiert, zuletzt von Badenser (30. Dezember 2012 um 14:07)

  • Automatische Wassernachfüllung ist eigentlich überflüssig, wenn Du einen separaten Raum hast.
    Du kannst einen Aqua Medic Kalkwasserrührer (den 1000er NICHT den 500er, wegen zu kleiner Einfüllöffnung) benutzen und diesen sogar, wenn Du magst, in´s Filterbecken stellen. Der Auslauf sollten auf jeden Fall dort hineintropfen.
    Wenn Du jetzt ein höher gelegenes Vorratsgefäß für Osmsose- oder gutes Leitungswasser hast, kannst Du beides mit einem dünnen Osmsoseschlauch verbinden und dazwischen ein kleines Gardena - Ventil setzen.
    Dann tropft das Kalkwasser am Auslauf des Kalkwassermischers je nach Einstellung mehr oder weniger schnell in´s Filterbecken. Somit hast Du eine kontinuierliche Kalkwasserzugabe über den ganzen Tag verteilt.
    Man hat schnell raus, wieviel man einstellen muß, im Sommer etwas mehr, da auch mehr verdunstet. Aber so ein System ist total simpel, kann niemals überlaufen und funktioniert immer!
    Bei diversen elektronischen Geräten habe ich da meine Zweifel.
    Das selbe gilt für einen Computer - nette Spielerei, aber am Anfang nicht wirklich nützlich, Du solltest Dich auf die Beobachtung Deiner Tiere konzentrieren und lernen, wie diese auf bestimmte Veränderungen im Becken reagieren. Ein Computer wiegt einen nur vermeintlich in Sicherheit. Gute LED Lampen bringen heute Ihre eigene Steuerung mit.

    Strömung muß nicht steuerbar sein, am Anfang gibt es genug andere Investitionsmöglichkeiten.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Hallo Patrick,
    habe zwei Radion laufen. Die Ventilatoren sind trotz regelmäßieger Reinigung ganz schön
    laut geworden.

    MfG Axel

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