Centropyge argi - geschlechtsloser Raufbold???

  • Hallo,

    ich habe vor ein paar Tagen einen Centropyge argi ergattert. Der Händler hatte leider nur ein Exemplar dieser Art, sonst hätte ich natürlich direkt zwei gekauft. Ist ein kleines/junges Tier (ca. 3,5 cm), das sich prima in mein Becken eingefügt hat. Habe noch je zwei G. oki's und G. oce's drin. Eine der beiden G. oki's stupst den C. argi zwar ab und an mal aus dem Weg, aber ansonsten geht es absolut harmonisch zu.

    Nun möchte ich bei sich nächstbietender Gelegenheit einen Partner (hat jemand hier vor meiner Haustür zufällig einer "Single-C.-argi" in Pflege, den er dringend loswerden möchte????) für den C. argi einsetzen. Hierzu habe ich zwei "brennende" Fragen:

    1. Ich habe mal in irgendeinem Beitrag hier im Forum gelesen, daß die C. argi's dazu neigen, Neuzugänge egal welcher Art ein paar Tage lang intensiv zu bedrängen. Hat jemand Erfahrung damit, was so abgeht, wenn man beim C. argi ein artgleiches Tier nachträglich zusetzt? Fetzen u/o töten die sich?
    2. Ich würde natürlich gerne ein Paar zusammenstellen, habe aber in keinem meiner Bücher einen Hinweis auf die Geschlechtsunterschiede bzw. das Geschlechtswechselverhalten gefunden. Kann mir hier jemand helfen? Gibt es sichtbare GU u/o sind die Tiere obligatorische oder fakultative Geschlechtswechsler?

    Wie gesagt: Literaturrecherchen bislang ergebnislos! Darum zähle ich jetzt wirklich auf Euch.

    Fasst schon zur Gewohnheit gewordenen "Gewittergrüße vom Alpenvorland"

    Andreas

  • Hi Andreas, C. argi kannst Du nach meinen Erfahrungen problemlos nachsetzen. Raufbold? Ich kenne da mehr "Sensibelchen". Vielleicht wenn das Tier schon alt und jahrelang solo im Aquarium schwimmt :confused_face:

  • Hallo Klaus,

    Danke! Das hilft mir/beruhigt mich.

    Das Geschlechtsthema bleibt aber dennoch offen. :frowning_face: Wäre super, wenn wir im Forum jemand hätten, der hierzu was sagen kann!

    Zum Thema "Raufbold" und Deiner :confused_face: : Wie w.o. geschrieben: Ich habe hierzu keine eigene Erfahrung! Ich bezog mich in meinem Post auf Sabine's Beitrag im Klassenprojekt zum C. argi unter http://forum.korallenriff.de/index.php?page…i&hilightuser=0 .

    Bis bald 'mal
    Andreas @MUC

    3 Mal editiert, zuletzt von Andreas Stein (18. Juni 2003 um 01:40)

  • HAllo Andreas

    Vorweg Argis als Paar sind einfach toll.

    Jedoch ist ihre große Schwäche das sie eine neu eingesetzt Pocillipora nicht widerstehen können.

    Meine Argis sind in der Tat diejenigen Fische die Neuzugänge beharrlisch über mehrere Tage attakieren.
    Danach werden sie aber aktzeptiert und völlig in Ruhe gelassen.

    Bei einem Versuch einen Geschlechtspartner zuzusetzen würde ich auf jedenFall eine Schwimmschule empfehlen.
    Ich habe dafür zuletzt einfach die Fischfalle genommen und den Zuzögling darin eingesperrt.
    Du hast dann immer noch die Möglichkeit bei zu langandauernder und zu heftigen attaken ihn herauszunehmen.
    Damit er sich wohlfühlt einfach ein paar Algen mit hineingeben.

  • Peter,

    war klasse zu lesen. Besonders das mit der "Weißfärbung" wird mir einen gehörigen Schrecken ersparen, wenn/falls ich das auch bei mir 'mal beobachten darf.

    Harald,

    guter Tip. Jetzt frage ich mich natürlich, wie/wo ich in meinem Minibecken die Fischfalle unterbringe :smiling_face: .

    Eine Pocillopora habe ich auch im Becken, die ignoriert der C. argi aber (bislang!) genauso wie alle anderen Korallen. An den LS zupft er zwar rum, Nori und Salat rührt er aber nicht an. Scheint eher auf TK-, Granulat- und Flockenfutter zu stehen, da stürzt er sich wie wild drauf.

    Grüße & Danke
    Andreas

  • Hi Andreas
    Ich will ja jetzt nicht sticheln, aber glaubst du nicht das 40Liter nicht abissal wenig ist für dein Vorhaben?
    In so einer Pfütze werden sicher Aggresionen aufkommen.
    Bitte überdenke noch mal aber es nicht zuviel wird für dein doch sehr kleines Becken.
    Gruß Frank

  • Hallo Andreas,

    ich habe auch einen C.argi, er ist inzwischen seit ca. einem halben Jahr bei uns und ca. 7 cm gross. Vorallem ist er aber sehr aktiv und den ganzen Tag im Becken unterwegs. Er ist zwar nicht sonderlich aggressiv, aber er scheucht schon mal die anderen durch's Becken, wenn ihm danach ist. Jedenfalls denke ich, dass er ausreichend Bewegung und Schwimmraum braucht. Ich hatte auch zwischenzeitlich mal für einige Zeit ein so kleines Nano eingerichtet, wie Du es hast. Auf die Idee, den argi da reinzusetzen, wäre ich nun keinesfalls gekommen. Ich denke einfach, dass in solchen Aquarien nur wirklich kleinbleibende Fische (mit klein meine ich richtig klein!) ohne grossen Bewegungsdrang und in sehr geringer Anzahl gut aufgehoben sind.

    Viele Grüsse Kathrin

    150x50x60=450l, 2x4x54Watt Lumimaster, Tunze DOC Skimmer 9015, Tunze Stream 6060, Marea Stream 6000

  • Hi Frank,
    gefragt war nach Geschlechtsunterschieden. Im Tread "Blauringelkrake" freust Du Dich, daß die Diskussion sachlich bleibt und keine Vorhaltungen kommen. Hier fängst Du aber selbst damit an. :angry_face:

  • Hi Klaus
    Die Geschlechtsbestimmung war eine von mehr Fragen. Wurde nur jetzt mehr behandelt.
    Es geht auch um die Art selbst. Dazu mein Beitrag und meine Meinung.
    Oder bist du der Meinung das 2 argis in 40 Litern glücklich werden? + natürlich die Fische die schon drin sind. :confused_face: :confused_face:
    Gruß Frank
    P.S. der blauithread ist doch auch gut *freu* schöne Bildchen, paar lustige sachen und auch ernstes. paßt :winking_face:

  • Hallo Klaus,

    Zitat

    Original von KS
    Hi Frank,
    gefragt war nach Geschlechtsunterschieden. Im Tread "Blauringelkrake" freust Du Dich, daß die Diskussion sachlich bleibt und keine Vorhaltungen kommen. Hier fängst Du aber selbst damit an. :angry_face:

    Du hast zwar eben nicht mich angesprochen, aber ich seh es ja genauso wie Frank. Das Topic heisst "geschlechtsloser RAUFBOLD". Okay, mit Sicherheit hast Du viel mehr Erfahrung als ich, aber gerade deshalb weisst Du ja auch, wie sich C.argis verhalten und welche Bedürfnisse sie haben. Glaubst Du wirklich, dass sie sich in einem so kleinem Becken wohlfühlen und man ihnen einen Gefallen tut, sie da zu halten? Auch wenn es nicht die Frage war, ob dieser Fisch nun reinpasst oder nicht, im Interesse des Fisches ist der Hinweis zum Schwimmraum nicht ganz unnütz. Und kann es nicht sein, dass manche Fische gerade dann auch zu Raufbolden werden, weil sie sich langweilen?

    Viele Grüsse Kathrin

    150x50x60=450l, 2x4x54Watt Lumimaster, Tunze DOC Skimmer 9015, Tunze Stream 6060, Marea Stream 6000

  • Hallo Andreas,

    auch ich muss zugeben, das ich nicht gesehen habe das die in eine Nanno sollen.
    In ein solchens Becken sollte nicht mal ein einziger Zwergkaiser gesetzt werden, denn die Tiere haben doch realtiv große Reviere.

    Sorry, aber ich denke das ist echt unter der Minimal Anforderung die ein Centropyge benötigt !!

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Klar ist das Becken klein.

    Der C. argi ist aber z.Zt. wirklich noch ein Winzling (3,5 cm siehe w.o. im Thread) und wird in einigen Monaten dann in ein großes Becken (ca. 700l) umziehen, daß ich gerade in Planung habe. Ein ausgewachsenes Tier (6-7 cm) würde ich auch nicht in so ein Becken stecken.

    Ansonsten fühlt er sich pudelwohl und hat bei meiner Beckengestaltung (rein horizontal wie ein Riffdach mit vielen Minihöhlen) für seine jetzige Größe genügend Spielwiese. Und da die anderen Fischarten bei mir nicht gerade Vielschwimmer sind, gibt es auch kein Gerangel/Agressionen. Ganz im Gegenteil: alles ist wunderbar harmonisch, selbst bei der Fütterung gibt es keine Streitereien. Hinter dem "Raufbold" im Titel standen ja noch drei "???", da ich es bei mir eben nicht sehe; aber gelesen hatte, daß sie so sein können bei Neuzugängen.

    Also bis bald
    Andreas

  • Hi Anderas
    Dann machs doch einfach so das du wartest bis dein großes Becken steht und kauf dir dann einen dazu.
    Wenn die sie dann gleichzeitig einsetzt gibt es sicher keine Probleme.
    Gruß Frank

  • Also soweit ich weiß ist es bei vielen Centropyge folgendermaßen mit den Geschlechetern:

    Ein großes Männchen bewacht einen Harem von kleinenren Weibchen. Wenn das Männchen stirbt (oder weggefangen wird) wird das nächst größere Weibchen zum Männchen. Ob die Verwandlung auch in die andere richtung funktioniert ist nicht klar.

    Wenn man also einen kleinen Zwergkaiser, der in der Natur bestimmt ein Weibchen war, zu einem größeren setzt, dann sollte das nach einiger Zeit gehen. Man sollte nur nie einen großen dazusetzen, da wohl dominante Tiere Männchen werden und man dann zu seinem dominanten Einzelgänger-Männchen noch eins zusetzt. Da nicht klar ist, ob Männchen dann wieder zu Weibchen werden können ist das ungünstig.

    Einmal editiert, zuletzt von Nils (18. Juni 2003 um 15:54)

  • Hi Nils
    Sorry, aber das hab ich bis jetzt nur von Anemonenfischen gehört.
    Kann es sein das du da was verwechselst?
    Leben alle Kaiser nicht normal in Paaren?
    Wenn ich mich da jetzt täusche dann möge man mir verzeigen und mich eines besseren belehren.
    @Nils, dann entschuldige bitte.
    Gruß Frank

  • Nee... Ich verwechsel das nicht mit Anemonenfsichen. Das gibts im Riff sehr häufig, da ja bei der Artenvielfalt oft nicht viele Individuen einer Art in einem Gebiet vorkommen. Da wär es äußerst unpraktisch für den Arterhalt, wenn diese Individuen dann auch noch auf ein Geschlecht festgefahren wären und sich nicht paaren könnten.

    Gib einfach mal in google centropyge und hermaphroditism ein. Bekannt ist es vom bicolor, potteri, loriculus, bispinosus und ich denke mal, dass das schon die Regel sein wird. Hab mich da mal informiert, als ich mit den Zwergkaisern angefangen hab

    Einmal editiert, zuletzt von Nils (18. Juni 2003 um 17:31)

  • Hi Frank Mohr,

    Nils hat da schon recht - diese Geschlechtsumwandlung machen viele Fische...

    MfG, Frank


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
    Bremsen ist die Umwandlung hochwertiger Geschwindigkeit in sinnlose Wärme....

    Einmal editiert, zuletzt von iXware (18. Juni 2003 um 18:22)

  • Hi Ix
    Es mit der Geschlechtsumwandlung wußte ich. Trotzdem danke :grinning_squinting_face:
    Nur das es bei Twergkaisern in der Natur eine Haremsbildung gibt wu?te ich nicht. Aber man lernt ja nie aus. :confused_face:
    Gruß Frank

  • Zitat

    Original von Nils
    Ein großes Männchen bewacht einen Harem von kleinenren Weibchen. Wenn das Männchen stirbt (oder weggefangen wird) wird das nächst größere Weibchen zum Männchen. Ob die Verwandlung auch in die andere richtung funktioniert ist nicht klar.


    Hallo Nils,
    soweit richtig. Aber nicht immer Haremsbildung. Manche Centropyge-Arten leben überwiegend in Gruppen (an anderen Orten wieder in Paaren).
    Manche Centropyge-Arten leben überwiegend in Paaren (an anderen Orten in Gruppen). Die Gruppen umfassen aber meist auch nur drei bis fünf Tiere.
    Ich habe in Kenia z.B. C. acanthops nur in Paaren gesehen. Dann hat mich ein Exporteur mal in einen Creek (Meeresbucht, Fjord) mitgenommen. Dort waren die Steilwände (Fels) fast ausschließlich mit 10-20cm hohen Gorgonien bewachsen. Hier lebte dann eine riesige Population von C. acanthops. Trotzden hielten die Tiere etwas Abstand voneinander und bildeten keine größeren Gruppen.
    Das ist halt nicht so einfach mit den Zwergkaisern.

    Hier kann ich dem Interessierten das Buch "Kaiserfische" von Frank Schneidewind empfehlen. Nicht so teuer, aber sehr ausführlich und informativ.

    Einmal editiert, zuletzt von KS (19. Juni 2003 um 02:32)

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