Auch mein Phosphat /versteckt/ sich?

  • Hallo zusammen,

    ich habe seit knapp zwei Monaten ein leichtes, aber zunehmendes Problem mit Fadenalgen, teils auch Makroalgen (Kugelalgen ?() im Becken. Meine Salifert-Tests haben bzgl. PO4 nie irgendwas angezeigt, auch wenn ich die Ausgangsprobe zu 50% mit Osmosewasser verdünnt habe. NO3 liegt konstant seit knapp drei Monaten um die 5mg.

    Also dachte ich: ">Jetzt muß ein ordentlicher Test her" .... und habe mir den PO4-Test von Peter Gilbers kommen lassen (btw: viele Grüße an Herrn Gilbers...). Und was messe ich damit? Nix - eigentlich sollte das Testwasser ja leicht blau werden für 0,0 PO4 - das war allerdings klar wie die Vergleichsprobe. Also habe ich das Testwasser zu 75% mt UO-Wasser verdünnt, und das gleiche Ergebnis bekommen :O.

    Und nein, ich war nicht müde. Und nein, ich hatte viel Zeit dafür. Also wie kommt es, dass der Test so gar nicht reagiert? Einen Fehler am Test und an der Durchführung schliesse ich an der Stelle mal aus. Eine Multireferenz liegt mir leider nicht vor. Bedeutet dies, dass ich mehr als 2 mg/l PO4 in meinem Becken habe? Wie erklärt Ihr das meinen SPS, die zwar bräunlicher in der Farbgebung sind, als sie sollten, aber alle unbeschadet stehen? Und meinen LPS, denen das nicht großartig anders geht?

    Eine Idee? Die Fadenalgen würde ich natürlich gern loswerden, und die Farbigkeit der Korallen auch verbessern... das ist teilweise richtig schade, wenn ich an das Farbbild denke, was die nach dem Einsetzen hatten.

    Abgesehen davon, gibt es natürlich die Möglichkeit, dass die Algen aufgrund eines verschobenen Farbspektrums meines HQI-Brenners wachsen. Den neuen Brenner habe ich schon da, wird aber erst morgen getauscht - der bisherige verrichtet seit nun 10,25 Monaten seinen Dienst. Könnte das auch das Farbspektrum der Korallen ins bräunliche verschieben?

    Bin für jeden Tipp dankbar

    Beste Grüße
    André

    Einmal editiert, zuletzt von 1Andre (13. Januar 2012 um 21:56)

  • Hi Andrè

    nur mal als Verständnisfrage:

    Wenn Du das Testwasser verdünnst,
    wird es auch logischerweise weniger Po4 anzeigen, oder???

    Das sich manche Algen leider ihre Nährstoffe auch aus dem Gestein / Bodengrund lösen können, ist leider nicht zu ändern.
    Wenn es Deinen Korallen allerdings gut geht, mal abgesehen von den Brauntönen, wird ein gewisses Gleichgewicht im Becken vorhanden sein.

    Alle Änderungen diesbezüglich mußt Du entsprechend langsam angehen.

    Fütterst Du Deine Korallen, oder bekommen sie " nur " Licht?

    Hab aus Versuchszwecken eine grüne Monti, keine digidata, im Azoo LPS Becken, bei entsprechenden Werten.
    Sie wächst gut und ist auch schön leuchtend grün......
    Viele Nährstoffe und weniger Licht ist in dem Fall mein Denkansatz.....

    LG,
    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    die Idee hinter der Verdünnung war, dass ich den Test u.U. mit Wasser außerhalb seiner Messparameter penetriere - sprich: Wenn mein Wasser mehr als 0,5 mg PO4 hat, würde der Test u.U. nicht mehr funktionieren. 0,5 mg PO4 ist halt die Grenze des Tests. Bei 75% UO-Wasser und nur 25% Beckenwasser als Probe müsste ich ja im Beckenwasser mindestens 2 mg PO4 haben, damit der Test nicht mehr funktioniert :winking_face_with_tongue: - das wollte ich halt ausschließen. Das habe ich doch richtig gedacht, oder?

    Einerseits macht mich stutzig, dass die blaue Färbung, die das Wasser aufgrund der zwei Chemikalien bekommen sollte, nicht eintritt. Andererseits kann ich nicht glauben, dass ich kein PO4 im Wasser habe - die Tiere, auch die Fische (und ich bin am oberen Ende der räumlichen Möglichkeiten meines Beckens was den Fischbesatz angeht - wenngleich mittlerweile "Sündenfrei" =)) werden ordentlich gefüttert.

    Ich mag ja gern glauben, dass in meinem Livesand und in meiner Riffkeramik über die knapp 12 Monate ein PO4-Depot entstanden ist. Aber das müsste ich doch im Freiwasser auch messen können? Abgesehen von den grünen Algen sind halt die Korallen mehr oder weniger deutlich bräunlich geworden. Eine Acropora, die voll im Licht des HQI steht, ist so braun (mit nach wie vor schönen lila Spitzen), dass ich mich schon öfters gefragt habe, was mich beim Kauf da geritten hat. Wenn ich aber das WYSIWYG-Bild aus dem Shop damals mit der Koralle heute vergleiche, dann weiß ich a) warum ich sie gekauft habe und b) das irgendwas nicht optimal ist.

    Fütterung:
    Die LPS füttere ich zwei Mal pro Woche mit Fauna Marin Ultra Grow and Color
    Die SPS füttere ich nicht, allerdings habe ich auch eine Tridacna im Becken, die alle 10 Tage mal etwas Filtriererfutter bekommt. Dazu füttere ich regelmäßig Frofu auch mit kleinem und sehr kleinem Zooplankton (Bosmiden, Lobstereier, Zyklop Eeze) - davon bekommen die SPS auch sicher etwas ab, sofern diese das verwerten können.

    LG
    André

  • Hi Andrè,

    kenne die Tests von Peter Gilbers nicht, im Sinn von noch nie selber verwendet.

    Wenn mein Rowa / Merck blau wird, ist deutlich zuviel drinnen ;-))
    Deshalb die Frage mit dem Verdünnen.

    Denke mal das im Normalfall der Test sehr schnell zu einem der Enden der Scala tendieren wird....
    Vor allem wenn zuviel drinnen ist.

    Hatten selber das Problem das lange nichts, oder kaum etwas nachweisbar war, und dann recht schnell die Latte hochging. Bei uns war es aber definitiv der langjährige Kalkwassereinsatz......
    Bzw der Umstieg auf Balling und die daraus resultierenden Folgen.....

    Hast Du es schon mal mit der Bodengrund - auskochmethode probiert?
    Hatten wir erst letzens hier, glaube es hieß auch wo ist mein Phosphat hin....

    LG,
    Wolfgang

  • Hallo Andre,
    wenn nichts im Wasser enthalten ist, kann auch nichts blau werden.
    Die Verdünnung hilft da auch nicht weiter, weil dass dann alles nur noch heller wird.
    Und wenn, dann musst Du mit einer PO4-freien Salzwassermatrix verdünnen.
    Sonst ruf am Montag einfach mal an.
    Gruß,
    Peter

  • Hallo André,

    bei der braunen Korallen sehe ich noch andere Ansatzpunkte:

    - Sah die Koralle bei Dir jemals so aus wie auf dem WYSIWYG-Foto? Diese Bilder sehen ja immer toll aus, was aber nicht zuletzt an Blick von oben, Licht und Bildbearbeitung liegt.

    - Wie sieht es mit Deinem Licht aus? Die meisten Lichtquellen verlieren relativ schnell ihren Blauanteil, mit dem Ergebnis, dass die Farben der Korallen u. U. brauner werden oder vielleicht auch nur so wirken.

    - Und es kann an der sonstigen Wasserchemie liegen, dass sie vielleicht tatsächlich brauner geworden ist, Spurenelemente etc.. Es könnte sogar an zu wenig Phosphat liegen, besonders, wenn Du noch reichlich Stickstoff (Nitrat) im Becken hast. Gerade Fluoreszenzfarben reagieren darauf.

    Viele Grünalgen wachsen auch ohne messbares Phosphat noch, wenn sie Phosphat aus dem Gestein/Sand und Stickstoff aus dem Wasser aufnehmen können. Da sind sie mitunter besser als die Korallen.

    Grüße

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (14. Januar 2012 um 16:36)

  • Hallo Peter,

    vielen Dank für das Angebot (Telefonat), aber ich habe mal den Tipp von Wolfgang versucht, und den Bodengrund zwar nicht ausgekocht aber mal etwas Bodengrund entnommen, umgerührt, und ca. 50 Minuten stehen lassen. Das Wasser sah dann wieder recht klar aus. Der Test war dann auch entsprechend blau. Ergo: Keine Überraschung, ich habe PO4 im Bodengrund, wie vermutlich alle Aquarianer auch.
    Bzgl. Verdünnung: Ich wußte nicht, wie der Test bei mehr als 0,5 mg PO4 reagiert (gibt ja zwei Möglichkeiten: Blau, aber nicht unterscheidbar bzw ablesbar mit der Farbkarte; Ohne Färbung: Da außerhalb der Spezifikation gar keine Blaufärbung). Daher die Verdünnung mit UO-Wasser, denn natürlich habe ich keine Salzwassermatrix :smiling_face:
    Hab ich aber auch nicht gewusst :winking_face:


    @Hans-Werner
    Auch Dir vielen Dank für die Tipps.
    Als ich die betreffende Acropora eingebracht habe, wirkte sie schon recht nahe an dem Bild aus dem Shop. Die Koralle habe ich von Claude - natürlich ist das Bild eher von oben als von einer seitlichen Perspektive aufgenommen, aber auf dem Bild war kein erkennbarer Blaustich auf der Lichtrasterplatte zu sehen, und eine diesbezügliche Bildbearbeitung schließe ich bei Claude (wohlwollenderweise) mal aus.
    Die Koralle sah ungefähr so aus, nur mit lila statt blauen Spitzen:

    Auf diesem Bild sieht man am Rand der LR-Platte durchaus leicht blaue Reflexe, die Beleutung wirkt auf mich dennoch (im aquaristischen Sinne) normal. Also: Natürlich ist die Grundfarbe der Koralle unterhalb der Spitzen nicht besonders farbig, aber eben auch nicht braun :smiling_face:

    Den HQI-Brenner habe ich am Samstag erneuert. Ich hatte nun etwas mehr als 10 Monate einen Giesemann Brenner drin (14.000 k) und nun einen Aqualight mit ebenfalls 14.000k. Der Aqualight-Brenner ist wirklich sehr blaulastig, so blau war der Giesemann-Brenner nie. Aber zuletzt kam mir das Licht schon etwas gelblich vor, im Vergleich zu den anderen Becken, die ich in der letzten Zeit in Natura gesehen habe. Das waren aber auch nur Händlerbecken, die ja grundsätzlich einen höheren Blaulichtanteil haben, als den die meisten Aquarianer zu Hause fahren.
    NO3 ist seit Wochen um die 2-3 mg, die Wochen davor bei maximal 5 mg/l (ich habe auf Wodka umgestellt und damit grundsätzlich auch Erfolg).
    Würde eine PO4-Limitierung sich nicht dramatischer äussern als durch eine Braunfärbung?

    Mittlerweile vermute ich auch das Licht als Problemquelle.
    Wie lange würde ich in diesem Fall warten müssen, bis sich dies durch ein verbessertes Farbbild bestätigen würde? Ich weiß, bissl arg groß die Glaskugel...

    Danke & LG
    André

    Einmal editiert, zuletzt von 1Andre (16. Januar 2012 um 15:18)

  • Hallo André,

    der Grad der Phosphatlimitation kann variieren. Wenn Du beispielsweise statt 0,02 mg/l nur noch 0,01 mg/l PO4 hast, ist das kein dramatischer Unterschied, kann aber die Farben verändern, u. U. auch ins Bräunliche.

    Phosphattest werden oberhalb des Bereichs normalerweise dunkelblau. Ich kenne keinen, bei dem das anders wäre.

    Wenn Du an das WYSIWYG-Foto zurückdenkst, da war ja alles anders. Anderes Licht, anderes Wasser, wahrscheinlich Zeolit usw.. Wann haben sich denn die Korallenfarben verändert?

    Farben sollten nach zwei oder drei Wochen sichtbar besser sein, wenn Du am richtigen Knopf gedreht hast.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    alles klar, vielen Dank. Dann warte ich mindestens mal zwei, drei Wochen, und schaue wie sich die Farben entwickeln. Die Algen werde ich, soweit ich kann, gärtnern und dann mal schauen, wie das mit denen weitergeht.

    LG
    André

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