Korallen und ihr Alter

  • Moins liebe Forianer,

    da gerade an anderer Stelle hier in einem thread über das alter von Doc´s geredet wird viel mir wieder eine Frage ein die mir meine Frau mal vor einigen Wochen stellte. Es ging auch um das Alter unsere Pfleglinge und das Fische bei guter Pflege durchaus über 15 Jahreim Becken leben können ist ja bekannt. Dann kam sie mit der Frage :

    Und wie ist das bei den Korallen ?

    Da war im am Ende meines Wissens. Wie ist das den nun bei den Korallen im allgemeinen? Das sie bei schlechten Verhältnissen eingehen ok, aber wie ist das bei guten Bedingungen oder im Meer? Wachsen sie immer weiter ins unendliche, oder gibt es soetwas wie "Altersschwäche" bei denen? Bei riesen großen Stöcken im Meer die sich selber im unteren Bereich schon abschatten kann ich mir vorstellen das jene Bereiche absterben, aber deswegen wächst eine Steinkorallen ja oben weiter oder, deswegen ist sie dann ja nicht "tot" .

  • Wielange gibt es wohl das Great Barrier Reef ? Dann musst Du noch abschätzen wie viel Evolutionswechsel es gab.

    Ich würde aber einigen Ökösystemen zu trauen das 10.000 Jahre kein Problem darstellt. Schwere Stürme können
    halt Unterwasser"sandstürme" auslösen oder z.B. ein Tsunami, wo sehr viel Sand und harte Partikel ein Riff
    anschmirgeln können.

    Aber abgesehen von solchen äußeren Einflüssen, würde ich sagen sie leben "ewig". Wenn Du das nun auf einen
    einzelnen Polypen herunterbrichst, würde ich mal Hans-Werner den Vortritt lassen :smiling_face:


    MfG Philipp

  • hi marcus,

    es ist schon so wie du vermutest - hängt allerdings auch etwas von der korallenstruktur selbst ab.

    bei diversen z. b. großen pocis oder auch stylos ist die belebte zone nur in den oberen 5 - 6 cm zu finden.

    darunter beginnt das lebendgestein zu wachsen.

    acropora tumida mit ihren geweihen besitzt auch bei 60cm stockgröße meist noch gewebe bis unten hin.

    einen großen korallenstock können somit tote und lebende bereiche ausmachen.

  • Hallo Marcus,

    es ist bei Dir schon angeklungen, die Korallen wachsen eigentlich unendlich weiter und solange ein Tier wächst, altert es nicht. Korallen sind deshalb potentiell unsterblich.
    Große Hirnkorallen oder Porites-Stöcke, wie sie in den "Mikroatollen" gefunden werden oder auch große monospezifische (monoklonale?) Bestände von raschwachsenden Arten sind Jahrhunderte oder vielleicht sogar Jahrtausende alt.

    Im Grunde können also die Korallen, die sich bereits in den Aquarien befinden, unendlich vermehrt und weitergegeben werden.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo,

    also doch wie ich es vermutet habe, danke für eure bestätigung :smiling_face: :thup
    Ist es bei den Weichen auch so? Wenn man jetzt mal vom Abschnüren absieht, was dann im Grunde ja auch das gleiche Individuum wäre, wie alt wird so ein " Muttertier" einer Weich- oder Lederkoralle ?

  • Hallo Marcus,

    das Problem beginnt doch schon damit, dass wir bei kolonienbildenden Polypen nicht von einem Tier sprechen können. Bei Seeanemonen und solitären LPS und Ähnlichen mag das gehen, aber bei SPS und Weichkorallen stoßen wir hier an eine Schwierigkeit.

    Grüße
    Ingrid

  • Ooch doch, Ingrid, können wir. Ich würde nicht bei jedem Polypen von einem Individuum sprechen. Ich habe sie mir mit drei Jahren aus der Nase ziehen lassen. :grinning_squinting_face:
    Bei klonalem Wachstum ist das mit dem Individuum etwas unklar, die Botaniker, die das Problem öfter haben, sprechen dann von Ramets, siehe S. 85.

    Grüße

    Hans-Werner

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