Fischtod durch Algen (Cyanos)

  • Hallo,

    bei einem Bekannten hat sich folgendes ereignet was mich etwas ins Grübeln bringt.

    Er hat ein Becken welches sich z.Zt. in der Einfahrphase befindet. Das Becken ist spartanisch mit einigen Lebenden Steinen und 3 Stängeln Caulerpa eingerichtet. Dafür hatte er aber trotz Warnung schon einige Fische. Grüne Algen und rote Schmieralgen (Cyanos) waren das einzige was da wächst. Vor drei Tagen sind dann alle Fische eingegangen, einziger Überlebender ein Seeigel.
    Da er die Ursache für seinen Problem nicht kennt und alle Wasserwerte wie immer super sind :winking_face: hat er Rat bei einem Spezialisten gesucht. Der sagt gab Ihm den Hinweis das die Fische an den Roten schmieralgen gestorben sind, da sein Becken (zwischen zwei Fenstern stehend) Sonnenlicht erhält und die Roten Schmieralgen dann Gift abgeben welches die Fische tötet. Ist da was drann :confused_face: was meint Ihr.

    Gruß Henry

  • Hallo henry!

    In fast jedem Fachbuch kannst du nachlesen welche Wasserwerte ein Becken in der Einfahrphase hat (bzw. welche Schwankungen). Das Thema passt genau zum Theme wegen der Anemonenrücknahme.
    Ich höre zum ersten Mal, dass Algen bei Sonnenlichtbestrahlung giftige Substanzen abgeben die Fische töten. Ich kenne aber Aquarianer die dies tun wenn sie Fische zu früh in das Becken setzen.
    Ich würde also auf das Wasser tippen (ohne irgendwelche wieteren Informationen zu haben natürlich recht unseriös aber etwas logischer nachzuvollziehen als bei den Algen).

  • Hallo Henry,

    ich halte die Aussage des "Spezialisten" für völligen Blödsinn.

    Ich habe selbst reichlich Erfahrung mit Cyanos sammeln dürfen :angry_face: ,auch bei mir scheint zeitweise die Sonne ins Becken,aber einen Fisch oder sonst ein Tier habe ich bei einer Cyanoplage noch nie verloren.

    Wenn dem so währe,hätte es meiner Ansicht nach auch zuerst den Igel gehimmelt.

    Das Massensterben muß einen anderen Grund haben !!

    Gruß Jürgen

    Panoramabecken 200x70x60, Photon Plus 2x400W Megachrome Coral 14K E40 + 4x54W T5 Aqua Science Special 15K, 2x Tunze Stream 12000 l/h,ATK Abschäumer150cm mit The Pump 40

    Die Summe der auf der Erde vorhandenen Intelligenz bleibt ewig gleich. Nur die Bevölkerung wächst ständig...

  • Hallo Henry

    Cyanobakterien können in der Tat starke Gifte produzieren.
    So ist eine Rinderherde verendet die aus einem Teich mit einer Cyanobakterienblüte getrunken hatte.

    Aber trotz allem denke ich eher an einen Nitrit Anstieg auch wenn er ihn nicht messen konnte. Unter Umständen war er zu diesem Zeitpunkt schon wieder verschwunden.

    Aber es sind nur Spekulationen da wir hier nicht die näheren Umstände des Beckens kennen.

  • Hi Harald!
    Was lernen wir daraus? keine Kühe aus dem veralgten Becken trinken lassen! :grinning_squinting_face:

    Nein, im Ernst ich höre das zum ersten Mal. Gut, dass es hier so viele Leute gibt, die MEHR wissen. :smiling_face:

  • Zitat

    Original von Harald Mülder
    Hallo Henry

    Cyanobakterien können in der Tat starke Gifte produzieren.
    So ist eine Rinderherde verendet die aus einem Teich mit einer Cyanobakterienblüte getrunken hatte.

    Hallo Harald,

    hast du einen Link dazu oder andere Infos um meine Zweifel zu zerstreuen??

    Gruß Jürgen

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  • Hallo "Kuhminator" und andere "Viehzüchter" :grinning_squinting_face: ,

    ob die Rinder wohl Cyanid und keine Cyanos gesoffen haben :grinning_squinting_face: ?
    In jedem! Gewässer leben Cyanos, mal unsichtbar wenig, mal viele......und dann in verschiedensten "Versionen". Zumindest habe ich das in einer Reportage im TV deutlich vernommen. Das ist ja auch gut vorstellbar :winking_face: !
    Das mit der Rinderherde geht nicht in meinen Kopf, darum bitte ich um die Quelle dieser Mitteilung....

    Ich weiß, dass algenfressende Fische manchmal an Cyanos verenden, nur fressen eben extrem wenige Fische Cyanos.(zum Bleistift:A.phalaena) Eine weitere Möglichkeit wäre eine Vergiftung des Wassers durch eine chemische Bekämpfung der Cyanos. Aber selbst da mache ich oft die sauerstoffzehrenden Prozesse bei solchen Aktionen für die Folgen verantwortlich. Bei einer Vergiftung werfen aber gerade die Seeigel sofort ihre Stacheln, bevor ein Fisch sich betroffen fühlt. Ich tippe ergo auch auf eine Ammonium und oder Nitritvergiftung der Fische. Es macht mich immer wieder betroffen, wie leichtfertig die bekannten "Mindestfristen" beim Einfahren der Becken mißachtet werden..... :frowning_face: !

    2 Mal editiert, zuletzt von torsten (1. Juni 2003 um 00:25)

  • Zitat

    Original von torsten
    Ich tippe ergo auch auf eine Ammonium und oder Nitritvergiftung der Fische. Es macht mich immer wieder betroffen, wie leichtfertig die bekannten "Mindestfristen" beim Einfahren der Becken mißachtet werden..... :frowning_face: !

    hallo torsten,

    erst gestern erzählte mir ein kunde ähnliches.

    nach 6 wochen fische rein, kaum lebendgestein im becken und 7 tage später der fischgau.

    jedes herumrätseln, warum die tiere umgekippt sind, pünktchenseuchen zum opfer fielen usw. ist bei einem solch frühzeitigen beckenbesatz mit fischen nur retorisch.

  • das von Bakterienblüten Tiere umkommen ist längst bewiesen - es hängt aber von der Art der Bakterien ab. schon aus dem alten Ägypten ist ein solches Massensterben von Vieh und Fischen bekannt (eine der historischen Plagen). Diese Bakterienblüten treten auch immer wieder in Flüssen in den USA auf, die dann zu massenhaftem Fischsterben führen.

    MfG, Frank


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    Bremsen ist die Umwandlung hochwertiger Geschwindigkeit in sinnlose Wärme....

  • ......das wird ja immer besser :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: !

    Wir brauchen wohl nicht festzustellen, das Bakterien viel Unglück über die Welt bringen, aber auch ebenso unverzichtbar sind. Fischsterben in Meeren und Flüssen werden häufig von Blaualgen verursacht, das ist mir geläufig. Reden wir noch von Cyanos, oder von eitrigen Wunden :grinning_squinting_face: ? Bringen wir es auf den Punkt....tote Fische-böse Bakterien :grinning_squinting_face: ! Spätestens jetzt sollten wir ins Forum "Unterhaltung" abtauchen :grinning_squinting_face: !

    2 Mal editiert, zuletzt von torsten (1. Juni 2003 um 02:05)

  • Hallo zusammen :smiling_face:

    Auch ich würde hie eher auf einen Gau durch zu frühes Besetzen tippen.

    Wobei ich allerdings auch die Geschichte kenne wonach es Cyanos gibt die in bestimmten Zeiten Gift absondern, so das jeder der aus dem Wasser trinkt dann wohl das zeitliche segnet.
    Es gab dazu mal eine interessante Publikation, ich weiss leider nicht mehr wo sie zu finden ist.

    Dennoch ist das sicher hier nicht anzuwenden. Wer so früh schon mit Fischen besetzt muss einfach damit rechnen das etwas schiefgeht. Es ist ja letztlich so das das Becken biologisch nicht annähernd stabil ist, bei dem fehlen von Steinen und niederen Tieren sowieso.

  • Hallo Henry

    1. Rate mal wer ich bin*lol*

    zu deinen Posting:

    Denke auch das es einfach noch zu früh war Fische einzusetzen. Das mit den Cyanos kann ich mir nicht vorstellen, da früher mal mein Aquarium fast in Cyanos untergegangen wäre. Der ganze Boden war zu mit den Bakerien. Zwar hatte ich nur 2 Gelbschwanzdemiosellen damals, aber den hat das nix ausgemacht. Die Zwei schwimmen heute noch in meinen jetzigen Aquarium rum. Das mit der Wasserqualität ist immer so ne Sache für sich bei einfahrenden Aquarien. So hatte ich damals während des Einfahrens Ammonium gemessen von 0,5mg/l und eine Woche später sogar 1mg/l. Naja und die Woche drauf war es wieder bei 0,5mg/l. Also sind die Wasserwerte innerhalb von nur wenigen Tagen von "schlecht" nach "sehr schlecht" und dann wieder zu "schlecht" gewechselt:D . Sage deinen Kumpel er soll sein Aquarium erst mal richtig einfahren lassen und dann nach und nach vereinzelt Insassen kaufen, um nicht gleich zu stark das Aquarium biologisch zu belasten. Dann wird das auch bestimmt was.

  • Hallo zusammen

    Zitat

    Original von torsten
    Hallo "Kuhminator" und andere "Viehzüchter" :grinning_squinting_face: ,

    ob die Rinder wohl Cyanid und keine Cyanos gesoffen haben :grinning_squinting_face: ?
    In jedem! Gewässer leben Cyanos, mal unsichtbar wenig, mal viele......und dann in verschiedensten "Versionen". Zumindest habe ich das in einer Reportage im TV deutlich vernommen. Das ist ja auch gut vorstellbar :winking_face: !
    Das mit der Rinderherde geht nicht in meinen Kopf, darum bitte ich um die Quelle dieser Mitteilung....

    Auch wenn ich im Zusammenhang mit dem Thread an zu frühes Einsetzen der Tiere bei instabilen Wasserwerten als Todesursache tippe für deine Fragestellung hier ein paar Links

    http://www.gwdg.de/~rcallau/netzblatt.htm

    http://www.isn.ethz.ch/onlinepubli/publihouse/nzz/documents/2001/01/$72M0Y$T.htm


    Zitat

    Original von torsten
    Ich tippe ergo auch auf eine Ammonium und oder Nitritvergiftung der Fische. Es macht mich immer wieder betroffen, wie leichtfertig die bekannten "Mindestfristen" beim Einfahren der Becken mißachtet werden..... :frowning_face: !

    Ist leider so.

  • Hallo Bernd,

    danke für deine Infos :)) !
    So etwas wollte ich wissen.....

    Interessanterweise ist bei den toten Rindern von "blau-grünen Algen" die Rede.....
    und die Blaualgen werden heute Cyanos genannt?
    Das war mir neu. Für mich gab es bisher immer "Blaualgen" UND die roten "Cyanos" :confused_face: ?

    Komisch, komisch......

    3 Mal editiert, zuletzt von torsten (1. Juni 2003 um 11:37)

  • Hallo und Danke,

    das war ja mal wieder interessant, ich denke "plötzliche" der Fischtod war eine Nitritvergiftung. Nun ja Becken nicht richtig eingefahren kaum Decko bzw. LS aber einen Naso im 100 cm Becken, schade um die Tiere.

    Gruß Henry

  • Hallo Torsten

    Zitat

    Original von torsten
    danke für deine Infos :)) !
    So etwas wollte ich wissen.....

    Wenns geholfen hat, wars gut.

    Zitat

    Original von torsten
    Interessanterweise ist bei den toten Rindern von "blau-grünen Algen" die Rede.....
    und die Blaualgen werden heute Cyanos genannt?
    Das war mir neu. Für mich gab es bisher immer "Blaualgen" UND die roten "Cyanos" :confused_face: ?

    Komisch, komisch......


    Blaualgen und Cyanophyta/Cyanobacteria (je nach Taxonomie) ist das gleiche. Das Cyanos sehr unterschiedliche Farben haben können, sieht man aber auch sehr schön auf dem einen Bild mit den Kolben beim dritten Link den Harald gepostet hat. Nach all dem schlechten was über Cyanos geschrieben wurd möchte ich aber mal eine Lanze für sie brechen. Man kann sicher davon ausgehen das mindestens die Hälfte der User hier schon mal Blaualgen verfüttert hat bzw immer noch tut. Außerdem sind Blaualgen (vor allem Prochlorococcosarten) für bis zu 80 % der Primärbiomasseerzeugung in den Ozeanen zuständig.

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