Hallo Meerwasser Freunde
Als Fan der kalten Aquaristik habe ich heute das Nordseeaquarium auf der Nordseeinsel Borkum besucht. Es handelt sich um ein kleines, aber mit viel Mühe privat betriebenes Aquarium. Das Borkumer Aquarium hat sich auf die Ausstellung der heimischen Unterwasserwelt spezialisiert. Wer quietsch bunte Korallenriffe, oder große Haie über einem Besuchertunnel erwartet, der ist hier falsch. Wer jedoch die vielseitige Unterwasserwelt der Nordsee einmal näher kennenlernen möchte, der ist hier genau richtig.
Nach der Zahlung eines moderaten Eintritts von 2,50 Euro bin ich in die Nordsee eingetaucht. Die Schaubecken bzw. der gesamte Besucherbereich des Aquariums ist in einer „U“ Form aufgebaut. Es ist somit gut möglich zwischen den Becken zu pendeln.
In den ersten Becken werden dem Besucher verschiedenste Arten von Plattfischen näher gebracht. Hier wird sich manch unbedarfter Besucher wundern, dass nicht jeder Plattfisch gleich eine Flunder oder Scholle ist. Die Artenvielfalt ist weitaus größer. Wer sich hier Zeit nimmt, wird die Unterschiede schnell erkennen. Garniert sind diese Becken mit Seesternen. An der Unterseite des „U“ angekommen, schweift der Blick des Besuchers auf mehrere Haie! Aber keine Angst, kein großer weißer Hai springt ihnen entgegen, nein kleine gefleckte Katzenhaie haben hier ihre Kinderstube. Das Borkumer Aquarium züchtet diese heimische Haiart und wildert sie aus. Eine gute Sache, wie ich finde. Ferner werden dem Besucher verschiedenste krebsartige Tiere, sowie Kaltwasser Korallen präsentiert. Eine gute Kühlung dieser Becken ist oberste Pflicht und würde im heimischen Aquarium schon Probleme bereiten. Ein Teil dieser Becken wir mit 12 Grad betrieben. Gegenüber meint man doch ein tropisches Becken entdeckt zu haben, aber der genaue Blick verrät schnell, das sich um Blumentiere aus der Nordsee handelt. Auch hier staunt so mancher Besucher, wie farbig die Nordsee sein kann. Im Nachbarbecken lebt ein europäischer Hummer. Wie ich erfahren konnte, wächst die Population in der Nordsee wieder! Auch vor Borkum kommen Hummer in der Nähe eines Wracks wieder vor. Das Aufzucht und Auswilderungsprogramm scheint zu wirken. Fluchs um die Ecke gebogen laufe ich das „U“ schon wieder herauf. In den folgenden Becken bekomme ich Seeigel, Seescheiden, Leierfische und Rochen zu Gesicht. Die Rochen sind im Übrigen aus eigener Zucht des Aquariums. Besonders interessant finde ich die Polypen von Quallen ( wo bekommt man diese schon zu sehen), auch wenn die meisten Besucher sie wahrscheinlich übersehen. Die passenden Quallen findet man Gegenüber im Pseudokreisel Becken. Auch das Wachstum der heimischen Seescheiden ist beeindruckend.
Warum dies so ist, erfahre ich beim Blick hinter die Kulissen. Ich hatte bei meiner „exklusiv Führung“ auch das Glück einen Blick auf die Technik werfen zu können. Das gesamte Aquarium besitzt keinen Abschäumer! Muss es auch gar nicht, da es konsequent mit Frischwasser aus der Nordsee versorgt wird. Ein Teil des Wassers wird kontinuierlich ausgetauscht. Natürlicher geht es nicht! Das ist also das Geheimnis des Wachstums der Planktonfresser. Dennoch müssen die Becken gekühlt werden, was im Sommer ein nicht zu verachtender Energiefaktor ist.
Hier sei erwähnt, dass dieses Schauaquarium von einer Familie privat betrieben wird! Vor diesem Idealismus habe ich absoluten Respekt! Die Betreiber würden das Aquarium natürlich gerne modernisieren und ausbauen, aber ohne öffentliche Zuwendungen kann dies nur Schritt für Schritt erfolgen. Ich persönlich bin der Meinung, das sich die öffentliche Hand bzw. die Nationalparkverwaltung Wattenmeer durchaus beteiligen sollte. Wo sonst als in einem Aquarium werden Besucher für die schützenswerte Schönheit der Nordsee sensibilisiert.
Abschließend möchte mich bei der Familie Oetjen für die nette Einblicke bedanken.
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