Aufbereitung von totem Riffgestein für Dummies

  • HALlo allseits

    Ich habe mir heute für mein neues Becken 10 kg totes Riff Gestein gekauft, weil ich dieses mit reef Bond verkleben und dann in mein Becken stellen möchte. Ich denke, es kommt direkt aus dem Meer, es kleben noch vereinzelt Seeigel in den Nischen. Also sollte der Phosphat Gehalt der Steine selber gering sein, da im Meerwasser Phosphat bekanntlich nahe der Nachweisgrenze liegt.

    Also, ich habe versucht mich zu informieren, bin aber dennoch nicht ganz sicher alles richtig verstanden zu haben. Deshalb wollte ich mal meinen Plan vorstellen, und wenn jemand Fehler entdeckt, bitte ich darum, mir diese mitzuteilen

    Erster Schritt ist die Steine in Leitungswasser einzuweichen und anschließend den alten Dentritus zu entfernen.

    Danach wollte ich ein Wasserstoffperoxyd Bad durchführen. Ich bekomme aber nur 30-% iges. Reicht das, oder muss ich das sogar noch verdünnen? Mit Aqua dest? Welches Mischungsverhältnis ist gut?

    Anschließend wollte ich das auf der Oberfläche der Steine befindliche PO 4 mittels einer Säure Lösung, welche gepufftert ist runterspülen. In Analogie zu der Empfehlung von Jens Kallmeyer würde ich dazu 40 ml Eisessig und 70g Natriumacetat (wo bekomm ich das beides her?) auf 1 Liter mit Aqua dest. auffüllen.

    Anschließend wieder Wässern mit Leitungswasser und zum Schluss einmal mit Osmosewasser und Po4 und NO3 Kontrolle.

    Könnte das so klappen oder habe ich etwas Wichtiges vergessen?

    Viele Grüße
    Arne

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  • Hallo liebe Forengemeinde,

    hat denn niemand irgendeinen Hinweis oder Kommentar?

    Würde mich sehr freuen.

    Viele Grüße

    Arne

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  • Hallo,

    hab es selber bisher nie gemacht, war aber Anfangs am Überlegen, ob ich meine alten Steine reinige und ins neue Becken einsetze. Hab mich dann aber für Riffkeramik entschieden. Hier im Forum hatte ich aber sehr viel darüber gefunden.

    Die meisten hatten es so gemacht:

    Erst mit nem hochdruckreiniger den sichtbaren "Dreck" entfernen, dann Wasserstoffperoxyd so verdünnt, dass mind eine 3%-Lösung (kannst natürlich auch höher gehen, aber wenn das dann so viel kostet, wie neue LS, dann lohnt es sich ja nicht wirklich :winking_face: ) heraus gekommen ist und dann ca. 1-2 Wochen in der Lösung gelassen. Evtl. nochmal wiederholt. Danach gewässert und dabei einen Phosphat-Test durchgeführt. Danach richtig trocknen lassen.

    Einmal editiert, zuletzt von Brain (23. Januar 2011 um 17:58)

  • Hallo Arne ,
    keine Ahnung, ich hatte bei meinem esten Becken das tote Gestein einfach im Garten ein paar male gut abgespült und eingesetzt. Das ist zwar einige jährchen her und ich habe auch keine Aufzeichnungen mehr davon aber ich kann mich nicht erinnern das ich da große Probleme mit den Wasserwerten gehabt hätte.

  • Hi Arne,

    nimm statt Wasserstoff Peroxid einfach Natrium Hypochlorit, ist deutlich billiger. Allerdings frage ich mich bei der ganzen Aktion immer noch ob sich das wirklich rechnet. Wenn es nur ein paar Kilo sind, dann würde ich einfach das Zeug gut mechanisch reinigen, Dampfstrahler ist bestimmt nicht schlecht, und dann rein ins Becken. Der Abschäumer kotzt dann zwar ein paar Tage bis Wochen aber dann ist Ruhe.
    So wie Du das Gestein beschreibst sollte erstmal eine SEHR gründliche mechanische Reinigung erfolgen, davor kannst Du jede andere chemische Behandlung vergessen. Und das die Steine kein PO4 haben weil sie so viele Viecher drauf haben ist ein böser Trugschluss. Nicht das Wasser hat PO4 sondern das vertrocknete organische Material und davon hast Du anscheinend genug. Außerdem ist es nicht das sichtbare Material was die Probleme bereitet sondern die kleinen Gewebe- und Zellreste in den feinen Poren. Als ich bei mir die 8 kg totes Gestein verbaut habe war das schneeweiß und hat überhaupt nicht gerochen. Trotzdem schäumt mein Schäumer nun 3 mal so viel und das Zeug stinkt zum Himmel!

    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo allseits,

    Mittlerweile habe ich meine Steine behandelt und verklebt.

    Ich bin folgendermaßen vorgegangen.

    2 Tage in Leitungswasser einweichen, anschliessend sorgfältiges Entfernen aller sichtbaren organischen Reste.

    Wässern und ab in eine Wanne mit 3-%-igem Wasserstoffperoxyd. In der Wanne eine kleine Pumpe, damit ausreichende Wasserbewegung und damit Kontakt der organischen Reste mit dem H2O2 stattfindet. Es bildete sich viel Schaum, dreckiger Schaum. Nach etwa 3 Tagen stiegen keine kleinen Luftbläschen mehr auf, deshalb ging ich davon aus, dass der Oxidationsprozess zunächst ersteinmal abgeschlossen war.

    Erneutes ausgiebiges Wässern, immer noch Leitungswasser, und das für weitere 2 Tage. In dem Überstand lies sich kein Phosphat nachweisen.

    Dennoch habe ich den Essigsäurepuffer Waschgang gemacht: 250 ml Eisessig und 200 g Natriumacetat in 3000 ml Osmosewasser. Da ich nicht mehr in meiner Apotheke bekommen konnte, habe ich Dosisempfehlung von Jens abgeändert. Die richtige Empfehlung lautet 40 ml Eisessig und 70 g NaAcetat auf 1000 ml A. dest. Ich hätte also ca. 6 Liter Puffer aus den 250 ml machen können, wenn ich 420 g NaAcetat gehabt hatte. Deshalb habe ich das Finale Volumen auf die NaAcetat Menge berechnet, so sollte der Puffer auch funktionieren, allerdings deutlich saurer, da der pks Wert sich ändert. aber in Chemie war ich immer schon ne Niete, deshalb empfehle ich dringend, die Dosis Empfehlung von Jens Kallmeyer zu verwenden.

    Nicht desto trotz hatte ich nun drei Liter diese Puffer Losung um den oberflächlichen Nitrat und Phosphat Belag abzulösen. Und deshalb habe ich die Steine einzeln ordentlich damit geduscht (kleine Pumpe mit Schlauch in einem Eimer). und da kam eine Brühe runter ! !!

    Anschliessend wurden die Steine wieder in Leitungswasser gewässert. Nun lies sich interessanter Weise eine geringe Menge Phosphat im Überstand nachweisen.

    Da ich hoffe, dass mein Abschäumer das noch packt, habe ich auf einen erneuten Zyklus verzichtet.

    Natürlich ist es einfacher Lebemndgestein zu verwenden, eventuell sogar billiger, wobei ich für Chemikalien in der Apotheke (war ubrigens billiger als bei Roth) etwa 50€ ausgeben habe,
    macht also 5€ mehr pro Kilo Stein. Aber nachdem mir bei meinem letzten Becken meine Steinkonstruktion zusammengeklappt ist, habe ich mich nun mal für diese Variante entschieden. So kann ich in Ruhe und ohne Probleme die Steine mit Kabelbndern und reef Bond so zusammenbasteln, wie es mir gefällt.

    Falls mal alles klappt, Stelle ich demnächst mal ein paar Bilder ein.

    @jens Natriumhypochlorit kenn ich nicht, ist das NaOH? Wie wirkt das?
    Liebe Grüße
    Arne

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